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Bose oder Böse - Kunden werden angeblich per App ausspioniert

reported by doelf, Sonntag der 23.04.2017, 19:15:49 Uhr

Auch bei Apps von namhaften Firmen sollte man nicht zu gutgläubig sein: Der US-Amerikaner Kyle Zak hat in Chicago Klage gegen den bekannten Lautsprecher- und Kopfhörer-Hersteller Bose eingereicht. Er wirft dem US-Unternehmen vor, seine Kunden mit Hilfe der kostenlosen App "Bose Connect", welche für Android und iOS angeboten wird, auszuspionieren.

Zak, der für 350 US-Dollar Kopfhörer des Typs "QuietComfort 35" gekauft hatte, spricht von einer "umfassenden Missachtung" der Privatsphäre. Bei der Installation der App empfiehlt Bose seinen Kunden, die Seriennummer des Produkts, ihren Namen und ihre E-Mail-Adresse anzugeben. Nur nach Angabe dieser Daten sei das beste Nutzererlebnis garantiert. Doch Bose behält diese Daten nicht für sich, stattdessen sammelt das Unternehmen Details über alle Mediendateien auf dem Smartphone und teilt diese mit Dritten wie dem Marktanalysten Segment.

Tatsächlich dokumentiert Bose dieses Vorgehen in der "Bose Connect App Privacy Policy". Dort heißt es:

"We share the information that we collect with a variety of third parties. Additionally, other third parties collect information directly through the app."
Bose teilt die gesammelten Daten also mit zahlreichen Partnern und hält es nicht einmal für notwendig, diese im Einzelnen aufzuzählen. Schlimmer noch: Bose gibt die Kontrolle über die Datenzugriffe weitgehend ab, denn die Drittanbieter können die Daten selbst direkt über die App einsammeln. Bei einem Dienstleister wie Crashlytics, welchen Bose als Beispiel aufführt, mag das noch Sinn machen, denn diese Firma untersucht die Software ihrer Kunden auf Fehler. Doch bei Segment, dem zweiten aufgeführten Beispiel, geht es nur noch um Marktanalysen. Dass die Daten angeblich anonymisiert werden, soll offenbar die Bedenken der Kunden zerstreuen. Andererseits sollen Kinder unter 18 Jahren ihre Eltern um Erlaubnis fragen, bevor sie die App verwenden und damit ihre Daten preisgeben.

Zak und sein Anwalt Christopher Dore wollen weitere Käufer dazu bewegen, sich der Klage anzuschließen. Sie fordern für betroffene Kunden einen Schadensersatz in Millionenhöhe und verlangen einen Stopp der Datensammlung. "Bose Connect" unterstützt diverse Produkte des Herstellers, darunter die Kopfhörer QuietComfort 35, QuietControl 30, SoundLink Around-Ear Wireless Headphones II, SoundSport Wireless und SoundSport Pulse Wireless sowie die Lautsprecher SoundLink Color II, SoundLink Revolve und SoundLink Revolve+.

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