MSI Beef-Up

WhatsApp: Wegen Datenschutz erst ab 16!

reported by doelf, Mittwoch der 25.04.2018, 15:07:23 Uhr

Am 25. Mai 2018 ist Weltuntergang - zumindest für Jugendliche unter 16 Jahren mit Wohnsitz innerhalb der Europäischen Union. Denn an diesem Tag tritt die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Kraft, welche WhatsApp zu einer Aktualisierung seiner Nutzungsbedingungen bring. Wichtigste Neuerung: Die Nutzer des Dienstes müssen mindestens 16 Jahre alt sein!

In seiner offiziellen Ankündigung gibt sich WhatsApp derweil redlich Mühe, diesen Punkt zu verschweigen. Man habe "eine Präsenz in der Europäischen Union geschaffen", um "seine Dienste von dort aus bereitzustellen" und "die neuen hohen Transparenzstandards hinsichtlich der Privatsphäre" zu erfüllen. Der angestrebte Datenaustausch "zur Verbesserung der Produkterlebnisse und Werbung auf Facebook" bleibt für Benutzer aus der Europäischen Union vorerst ausgesetzt. WhatsApp verspricht auch ein schärferes Vorgehen gegen Nutzer, "die auf WhatsApp oder Facebook unerwünschte Nachrichten - etwa Spam oder missbräuchliche Inhalte - versenden", sowie eine Funktion, über die Nutzer die über sie gespeicherten Daten herunterladen können.

Lediglich in den überarbeiteten Nutzungsbedingungen, welche auf den 24. April 2018 datieren und die bisher noch nicht in deutscher Sprache vorliegen, findet sich diese wichtige Änderung:

"Age. If you live in a country in the European Region, you must be at least 16 years old to use our Services or such greater age required in your country to register for or use our Services. If you live in any other country except those in the European Region, you must be at least 13 years old to use our Services or such greater age required in your country to register for or use our Services."

Bisher lag das Mindestalter auch in der Europäischen Union bei 13 Jahren, wobei dies (noch) von niemanden kontrolliert wird. Schon Grundschüler bekommen mit dem ersten Smartphone auch ihr WhatsApp-Konto, damit Mama und Papa sie immer erreichen können und sie bloß keine Beiträge in der familieneigenen WhatsApp-Gruppe verpassen - es sei denn Onkel Theo verschickt mal wieder anzügliche Witze. Man darf also davon ausgehen, dass der zu Facebook gehörende Instant-Messaging-Dienst auch nach der Anhebung des Mindestalters um drei Jahre konsequent wegschauen wird - zumindest bis gelangweilte Anwälte WhatsApp als Einnahmequelle entdecken und eine entsprechende Abmahnwelle ins Rolle bringen.