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Wir wünschen ein frohes neues Jahr

Meldung von doelf, Sonntag der 01.01.2023, 16:35:46 Uhr

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Die Erwartungen an 2022 waren hoch gewesen: Da wären das Ende der Corona-Pandemie, ein Vorankommen beim Ausbremsen des Klimawandels, der ewige Kampf gegen Hunger und Armut auf der Welt sowie ein Ende der Chip- und Lieferkettenkrise zu nennen. Ziehen wir nun Bilanz, schneidet 2022 recht jämmerlich ab, denn Russlands Idee, in Europa einen Krieg vom Zaun zu brechen, hat keine Lösungen gebracht, sondern die vorhandenen Probleme weiter verschärft.

Während Corona in den westlichen Ländern überstanden scheint, ist Chinas Null-Covid-Strategie komplett in die Hose gegangen. Als das Einsperren der Menschen im November 2022 nicht mehr funktionierte, hatte die dortige Staatsführung ihr einziges Instrument verloren und nun wird das Land von einer ungebremsten Krankheitswelle überrollt, die ebenso große Auswirkungen auf die Lieferketten hat, wie zuvor die Abriegelung von Millionenmetropolen und ganzer Regionen.

Die Auswirkungen der Lieferprobleme sind allerdings nicht mehr so auffällig, da Russlands militärische Aggression gegen die Ukraine sowie die begleitenden verbalen Ausfälle gegen die gesamte westliche Welt zum Schockgefrieren der Konsumlaune geführt hat. Neben der allgemeinen Verunsicherung hat hierzu auch die hohe Inflation beigetragen, welche durch Sanktionen im Energiesektor und der Mitnahmementalität eines sich nicht wirklich selbst regulierenden Marktes weiter beflügelt wurde.

Hier und da führen Überbestände tatsächlich zu fallenden Preisen, beispielsweise bei den Feuerwerkskörpern, was offenbar zu Frustkäufen geführt hat. Statt eine Stunde lang wurden Raketen und Knaller über drei Tage gezündet, was offenbar zum Dampf ablassen notwendig war. Böller statt Brot, könnte man nun sagen, doch das wäre zu kurz gegriffen. Für Projekte gegen den Hunger wurde nämlich auch 2022 fleißig gespendet. Und das ist bitter nötig.

Ob Dürren oder Überschwemmungen, die Zahl der Extremwetterereignisse hat zugenommen und viele Ernten wurden vernichtet. Zugleich stockte der Export von Weizen, Mais und Düngemitteln aus Russland und der Ukraine, was in Kombination mit der Gier von Spekulanten zu explodierenden Lebensmittelpreisen geführt hat. Und während wir unsere Gürtel durchaus enger schnallen können, müssen jene Menschen, die eh ihr gesamtes Einkommen für Nahrungsmittel ausgeben, nun hungern.

Doch auch in Europa wissen viele Menschen nicht mehr, wie sie ihre Mieten und Energiekosten zahlen sollen. Wer mit einem geringen Einkommen gerade so über die Runden kam, blickt inzwischen ratlos in die Zukunft. Eine gewisse Ohnmacht macht sich breit, wie ich sie selbst nur zu Zeiten des kalten Krieges verspürt hatte. Man hat sein Schicksal nicht mehr in der eigenen Hand, wenn Waffen die Worte ersetzen und jeglicher Ruf nach Vernunft von populistischer Propaganda verhöhnt wird.

Während in Deutschland eine Gang aus ewig Gestrigen über den Staatsstreich sinnierte und Waffen wie Gesinnungsgenossen sammelte, um die Monarchie aus der Mottenkiste der Geschichte zurückzuholen, regen sich Bürger und demokratische Parteien lieber über Klimaaktivisten auf, deren bemitleidenswert hilflose Störaktionen zwischen geringfügiger Sachbeschädigung und grobem Unfug einzuordnen sind. Eine Umwelt-RAF? Mitnichten! Nur weitere Zeichen von Frustration und Ratlosigkeit.

Und nun steht das Jahr 2023 in den Startlöchern und hat das Glück, dass die Erwartungen kaum geringer sein könnten. 2023 ist quasi eine jamaikanische Bobmannschaft. Ein Eddie the Eagle. Wenn 2023 umkippt oder auf die Nase fällt, wird das niemanden überraschen. Doch falls 2023 heil im Ziel ankommen bzw. seinen Sprung stehen sollte, dann wäre das eine positive Überraschung und ein Lichtblick. Und letztendlich liegt es in unser aller Hand, diesen Lichtblick zu erreichen und nicht in Selbstmitleid zerfließend das Handtuch zu werfen.

Also dann: Versuchen wir es mal mit 2023!

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