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Gestrichen: Office 2019 kommt ohne neues OneNote

reported by doelf, Donnerstag der 19.04.2018, 15:14:26 Uhr

Das in Hinblick auf seinen Funktionsumfang noch immer recht dürftige "OneNote für Windows 10" wird das in Microsofts Office-Paket enthaltene "OneNote 2016" ersetzen. Ein "OneNote 2019" wird es definitiv nicht mehr geben und das für das zweite Halbjahr angekündigte Microsoft Office 2019 wird ausschließlich unter Windows 10 laufen.

Im Rahmen von "Windows as a service" schneidet Microsoft immer mehr alte Zöpfe ab und erwartet von seinen Kunden mehr Flexibilität. Ein Opfer dieser Umstellung ist "OneNote 2016", dessen Weiterentwicklung eingestellt wurde. Wer "Office 365" oder "Office 2019" einsetzt, soll in Zukunft zu "OneNote für Windows 10" greifen, denn diese UWP-App nutzt bereits die neue Sync-Engine, welche Microsoft in Zukunft auch für seine Web-Applikationen sowie unter Android, macOS und iOS verwenden will. Doch während eine gemeinsame Basis und ein besserer Datenabgleich zwischen Windows 10, Android, macOS und iOS durchaus Sinn machen, fallen ältere Windows-Versionen über Bord - die "Universal Windows Platform" gibt es nämlich erst seit Windows 10.

Microsoft betont, dass "OneNote für Windows 10" inzwischen "schneller und zuverlässiger" läuft. Zudem sollen fehlende Funktionen wie das Tagging über die kommenden Monate nachgerüstet werden. Gespeichert wird aber nicht mehr lokal, sondern grundsätzlich auf OneDrive. Wer damit nicht einverstanden ist, kann bei "OneNote 2016" bleiben. Wer ein Upgrade auf "Office 2019" einspielt, kann "OneNote 2016" behalten und soll noch bis Oktober 2020 mit Sicherheits-Updates versorgt werden. Kunden mit "Extended Support" werden diese Updates sogar noch bis Oktober 2025 erhalten. Für Neuinstallationen von "Office 365" oder "Office 2019" gilt indes, dass "OneNote 2016" nicht mehr automatisch mitinstalliert wird - der Nutzer muss es extra auswählen.

Microsoft erhöht abermals den Druck, um seine Kunden zum Umstieg auf Windows 10 und damit auf "Windows as a service" zu bewegen. Dabei riskieren die Redmonder allerdings, dass bei vielen Kunden neben den Windows-Installationen zukünftig auch die Office-Versionen veralten. Genau wie heute noch viele Firmen und Behörden auf Windows XP und Office 2003 festhängen, werden sich viele Nutzer noch über Jahre an Windows 7 und Office 2016 klammern. Und ein Grund wird sein, dass Microsoft immer wieder den selben Fehler macht und halbfertige Produkte auf den Markt wirft, als hätte man nichts aus Windows RT und Windows Phone 7 gelernt. Dem Kunden ist es nämlich völlig egal, ob eine neue App auf UWP basiert, solange sie keinen vergleichbaren Funktionsumfang bietet.