AM4-Aktion

Intel legt den H310-Chipsatz vorerst auf Eis

reported by doelf, Montag der 14.05.2018, 10:07:32 Uhr

Erst Anfang April hatte Intel vier neue Chipsätze (H370, H310, Q370 und B360) für seine "Coffee Lake"-Prozessoren auf den Markt gebracht, welche eine preiswertere Alternative zum Z370-Chipsatz darstellen. Der H310 dient dabei als Einstiegsmodell und wird von PC-Herstellern in günstigen Desktop-PCs eingesetzt. Derzeit ist der H310 allerdings nicht lieferbar, da Intel den teureren Chips Vorrang bei der Fertigung einräumt.

Vorerst B360 statt H310
Laut DigiTimes beklagen die Mainboard-Hersteller, dass Intel keine H310-Chips mehr auf Lager habe und auch keine genauen Liefertermine nennen könne. Daher müsse man zum besser ausgestatteten B360-Chipsatz greifen, der allerdings auch teurer sei. Ein 1-zu-1-Austausch ist zwar möglich, aber nicht allzu sinnvoll, da der B360 wesentlich mehr Funktionen bietet als der H310. So fehlen dem H310 die schnellen USB-3.1-Ports mit 10 Gb/s, es gibt nur vier SATA-Anschlüsse und die sechs PCIe-Lanes entstammen noch der zweiten Generation. Anscheinend wurde den Motherboard-Herstellern mitgeteilt, dass die Produktion des H310 spätestens im Juli 2018 wieder anlaufen soll.

Die Ursache für den Lieferengpass ist allerdings kurios: Es liegt nicht etwa an Problemen mit dem Chipsatz, sondern an der Umstellung auf die 14-nm-Fertigung. Diese setzt Intel für seine Prozessoren schon seit dem Jahr 2014 (Broadwell) ein, doch die Chipsätze wurden bisher noch mit Strukturgrößen von 22 nm produziert. Erst mit den Baureihen H370, H310, Q370 und B360 hatte Intel auch seine Chipsätze auf den 14-nm-Prozess umgestellt, doch dabei laufen momentan noch nicht genügend Chips vom Band, weshalb sich Intel momentan auf die hochpreisigen Modelle konzentriert. Unklar ist, ob Intel die Kapazitäten zu gering kalkuliert hatte oder zu viel Ausschuss anfällt.

Intels 10-nm-Probleme
Möglicherweise hatte Intel darauf gesetzt, die Serienfertigung seiner ersten 10-nm-CPUs (Codename: "Cannon Lake") in diesem Quartal anlaufen zu lassen. Diese Prozessoren wurden ursprünglich für das zweite Halbjahr 2018 erwartet, wobei die ersten Modelle schon im Juli in den Handel kommen sollten. Ende April hatte Intels CEO Brian Krzanich dann überraschend erklärt, dass man "Cannon Lake" auf das Jahr 2019 verschoben habe. Als Grund nannte er eine unbefriedigende Ausbeute. Samsung und TSMC hatten den Schritt zu 10-nm-Strukturen bereits vor einiger Zeit vollzogen, wobei Intels 14-nm-Prozess die Transistoren ähnlich dicht packt wie die Mitbewerber bei 10 nm. Beim TSMC läuft gerade die 7-nm-Fertigung an.

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