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Kolumne: Des Trumps lausige Ausrede vom Wouldn't

reported by doelf, Mittwoch der 18.07.2018, 18:59:34 Uhr

Donald Trump ist nicht nur ein lausiger Präsident, er ist auch ein lausiger Feigling. Während er vor und nach politischen Terminen über Twitter und in Interviews pöbelt wie der primitivste Prolet, beschränkt er sich im Angesicht seiner Freunde und Gegner auf moderate Brüskierungen in Form verspäteter An- oder vorzeitiger Abreisen. Mit seiner lausigen Ausrede hinsichtlich des Worts "Wouldn't" setzt Trump allerdings einen neuen Tiefpunkt.

Nach dem 4-Augen-Gespräch mit seinem russischen Amtskollegen Vladimir Putin hatte Trump am Montag verkündet, er sähe keinen Grund, warum ausgerechnet Russland in die Wahl, welche ihn zum Präsidenten gemacht hatte, eingegriffen haben soll (Zitat: "I have President Putin he just said it's not Russia. I will say this, I don't see any reason why it would be..."). Dabei hatte das US-Justizministerium erst am Freitag Anklage gegen zwölf Russen wegen Einflussnahme bei der US-Präsidentschaftswahl erhoben. Es folgten lautstarke Proteste von Demokraten wie Republikanern, dennoch brauchte Trump einen ganzen Tag, um sich die (bisher) dümmste Ausrede seiner Amtszeit einfallen zu lassen: Er habe zwar "I don't see any reason why it would be" gesagt, aber eigentlich "I don't see any reason why it wouldn't be" gemeint. Er habe also das "nicht" in "Ich sehe keinen Grund dafür, warum es nicht (Russland) gewesen sein soll" vergessen.

Doch hatte Trump das nicht wirklich vergessen oder wollte er nicht gar nicht sagen? Die Logik der trumpschen Aussage, sofern man das Wort Logik mit dem Namen Trump in einem Satz verwenden darf, wäre ohne das nicht stimmiger. Doch die trumpsche Art der Artikulation ist ohnehin recht holprig und sein Satzbau meist nur fragmentarisch. Sinn und Irrsinn treffen auf Halbsätze aus Unsinn und zuweilen ist das Ergebnis einfach nur cofefe. Manchmal wird es gar kafkaesk und der Zuhörer kann frei interpretieren, was der US-Präsident gemeint haben könnte. Wie beim überaus unverschämten Brexit-Interview mit "The Sun", das zwar so stattgefunden hatte, von Trump aber dennoch als Fake News gegeißelt wurde, weil ihm das gerade so in den Kram passte und die Zeitung angeblich die wenigen netten Worte, welche er über Theresa May gesagt habe, einfach unter den Tisch fallen ließ.

Und genau so muss man auch die aktuelle Nichtigkeit verstehen: Ein nicht nicht zu sagen ist ein harmloser Versprecher und kein Staatsverrat. Zugleich ist es das totale Totschlagargument für alle Fake-News-Diskussionen, schließlich lässt sich auf diese Weise jede Aussage ins Gegenteil verkehren. Doch Trump ist nicht intelligent, weshalb ihm immer wieder Sticheleien herausrutschen, die nur allzu deutlich erkennen lassen, welch Kleingeistes Kind er ist. "So many people at the higher ends of intelligence loved my press conference performance in Helsinki" (Übersetzung: "So viele Menschen anm oberen Enden der Intelligenz liebten meine Pressekonferenz in Helsinki"), lässt Trump über Twitter wissen. Womit er uns Dummbeuteln, seinen politischen Gegnern und der kritischen Presse sagen möchte, dass wir einfach nur zu blöd sind, um die trumpsche Genialität erkennen zu können. Oder geht es doch nur um Genitalität? Gerüchte, dass die Russen peinliche Details über Trump haben, gab es immer wieder.

Andererseits muss man sich die Frage stellen, was diesem US-Präsidenten überhaupt noch peinlich sein könnte. Die Liste wird jedenfalls von Tag zu Tag kürzer. Innenpolitisch ein Idiot und außenpolitisch ein Amokläufer, sieht sich Trump selbst als gewieften Verhandler und strategisches Genie. Und darum überlassen wir Trump auch die letzten Worte, da Narren sich oft selbst entlarven:

"Now that Russian collusion, after one year of intense study, has proven to be a total hoax on the American public, the Democrats and their lapdogs, the Fake News Mainstream Media, are taking out the old Ronald Reagan playbook and screaming mental stability and intelligence. Actually, throughout my life, my two greatest assets have been mental stability and being, like, really smart. Crooked Hillary Clinton also played these cards very hard and, as everyone knows, went down in flames. I went from VERY successful businessman, to top T.V. Star to President of the United States (on my first try). I think that would qualify as not smart, but genius....and a very stable genius at that!"

(Quelle: realDonaldTrump über Twitter am 6. Januar 2018)

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