bZ4X: Toyotas erstes E-Auto seit vier Monaten stillgelegt

Meldung von doelf, Sonntag der 23.10.2022, 15:21:40 Uhr

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Bei den Hybrid-Fahrzeugen war Toyota der Pionier, doch bei den rein elektrisch angetriebenen Fahrzeugen sind die Japaner überraschenderweise ein Nachzügler. Und ausgerechnet Toyotas erster Stromer bZ4X musste nach seiner Markteinführung im Juni direkt wieder stillgelegt werden, da die Fahrzeuge bereits nach wenigen Kilometern ihrer Räder verlustig gingen. Nach nunmehr vier Monaten Stillstand soll es in Kürze eine Lösung geben.

Zum Modell und dessen Verkaufsstart
Der Toyota bZ4X ist ein batterieelektrisch angetriebenes Crossover-SUV mit einer Länge von 4,69 Metern und einem Leergewicht von 1,97 bis 2,14 Tonnen. Als Basis dient die Plattform e-TNGA (Toyota New Global Architecture), welche auch der weitgehend baugleiche Subaru Solterra verwendet. Mit dem Lexus RZ soll im Laufe dieses Jahres noch eine luxuriösere Variante folgen. Toyota liefert den bZ4X seit Mai 2022 in Japan ausschließlich an Leasing-Kunden aus, in Europa und Nordamerika startete der reguläre Verkauf im Juni 2022. Der Subaru Solterra sollte ebenfalls Mitte 2022 in Japan, Nordamerika, Europa und China in den Verkauf gehen, doch bisher wurden noch keine Fahrzeuge an Kunden übergeben.

Der Defekt trat schon nach wenigen Kilometern auf
In den USA wurde der Toyota bZ4X ab Mitte Juni ausgeliefert, doch bereits am 23. Juni 2022 erzwang die zuständige US-Bundesbehörde für Straßen- und Fahrzeugsicherheit NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) einen Rückruf, da sich bei mehreren Fahrzeugen dieser Baureihe die Räder gelöst hatten. In dem Rückruf ist von 661 potentiell betroffenen Fahrzeugen die Rede und bei schätzungsweise einem Prozent, also sechs oder sieben Fahrzeugen, sei der Defekt bereits nach wenigen Kilometern Laufleistung aufgetreten. Da beim Verlust von Rädern schwerste Unfälle drohen, dürfen die SUVs nicht mehr gefahren werden.

Die Fehlersuche dauerte gut drei Monate
Sowohl Toyota als auch die NHTSA sprachen schnell von sich lösenden Nabenschrauben (hub bolts). Tatsächlich handelte es sich um Radschrauben, welche das Rad an der Nabe fixieren. Bei den betroffenen Fahrzeugen lösen sich somit die Räder von der Nabe und nicht die Nabe vom Achsschenkel. The Autopian hat eine entsprechende Zeichnung von Subura gefunden, welche die Fehlerstelle illustriert. Erst am 5. Oktober 2022 meldete sich Toyota mit einer Lösung: Die Fahrzeuge sollen neue Räder bekommen. Man habe die Räder und auch die Nabenschrauben überarbeitet, zudem werden künftig Unterlegscheiben unter den Schrauben platziert. Subaru wird ebenso vorgehen.

Bisher wurde noch kein betroffenes Fahrzeug repariert
In seiner Mitteilung hatte Toyota geschrieben, dass die Überarbeitung vermutlich Ende Oktober oder Anfang November 2022 anlaufen wird. Bis dahin soll niemand diese Fahrzeuge benutzen. Mit dem heutigen Tag summiert sich der erzwungene Stillstand auf vier Monate und dürfte sich zumindest auf viereinhalb Monate verlängern. Um einer möglichen Klagewelle den Wind aus den Segeln zu nehmen, hatte Toyota seinen US-Kunden frühzeitig den Rückkauf der fehlerhaften Fahrzeuge angeboten. Es ist unklar, wie viele Käufer von diesem Angebot Gebrauch gemacht haben. In jedem Fall hat Toyota mit seinem ersten E-Auto einen klassischen Fehlstart hingelegt.

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