NVIDIA kontert AMDs Navi (Radeon RX 5700) mit SUPER-Varianten
MSI RTX SUPER STEAM Bundle

NVIDIA kontert AMDs Navi (Radeon RX 5700) mit SUPER-Varianten

Meldung von doelf, Donnerstag der 04.07.2019, 10:13:30 Uhr

Am 7. Juli 2019 wird AMD neue Grafikkarten auf Basis des 7-nm-Chips "Navi 10" auf den Markt bringen, doch vorab ist NVIDIA seinem Mitbewerber in die Parade gefahren und hat seine Turing-Modelle GeForce RTX 2060, RTX 2070 und RTX 2080 nun SUPER gemacht. SUPER bedeutet dabei mehr Rechenkerne für mehr Leistung, aber keine Preissenkungen.

GeForce RTX 2060 SUPER - ab 9. Juli 2019 für 399 US-Dollar
Das Einstiegsmodell in die SUPER-Klasse ist die GeForce RTX 2060 SUPER zum Preis von 399 US-Dollar, damit ist diese Grafikkarte 50 US-Dollar bzw. 14,33 Prozent teurer als die normale GeForce RTX 2060. Die Zahl der CUDA-Recheneinheiten wird um 13,33 Prozent auf 2.176 angehoben und der Basistakt steigt um 7,69 Prozent auf 1,47 GHz. Zugleich hat NVIDIA den erlaubten Boost-Takt um 30 MHz auf 1,65 GHz reduziert. Entscheidender dürfte die Anhebung des Grafikspeichers von 6 auf 8 GiB GDDR6 (14 Gbit/s) sein, denn damit verbreitet sich auch dessen Anbindung um ein Drittel von 192 auf 256 Bit, so dass die maximale Bandbreite von 336 auf 448 GB/s wächst. Laut NVIDIA ist die GeForce RTX 2060 SUPER im Schnitt um 15 Prozent schneller als eine reguläre GeForce RTX 2060 und überholt damit auch eine GeForce GTX 1080. Der Stromverbrauch steigt dabei nur moderat um 9,38 Prozent auf 175 Watt.

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GeForce RTX 2070 SUPER - ab 9. Juli 2019 für 499 US-Dollar
In dieser 175-Watt-Klasse hatte NVIDIA bisher die GeForce GTX 2070 mit 2.304 CUDA-Kernen, 1,41 GHz Basistakt (Boost: 1,62 GHz) und 8 GiB GDDR6-Speicher (448 GB/s) zum Preis von 499 US-Dollar platziert. Beim Speicher ist die GeForce RTX 2060 SUPER mit dieser Karte gleichgezogen, so dass lediglich 5,88 Prozent mehr Rechenkerne als Vorteil bleiben und dafür wären 100 US-Dollar Aufpreis zu happig. Und so ersetzt NVIDIA das bisherige Modell mit der GeForce RTX 2070 SUPER, die über 2.560 CUDA-Recheneinheiten (+11,11%) verfügt und diese mit 1,605 GHz Basitakt (+13,83%) betreibt. Der Boost-Takt wurde um 9,26 Prozent auf 1,77 GHz angehoben. Beim Speicher gibt es derweil keine Veränderungen, es bleibt also bei 8 GiB GDDR6 (14 Gbit/s) und einer 256 Bit breiten Anbindung, über die bis zu 448 GB/s geschaufelt werden. Da sich NVIDIA die Mehrleistung von durchschnittlich 16 Prozent alleine über mehr Recheneinheiten und einen höheren Takt erkauft, steigt der Stromverbrauch bei diesem Modell deutlicher: 215 Watt bedeuten einen Zuwachs um 22,86 Prozent.

GeForce RTX 2080 SUPER - ab 23. Juli 2019 für 699 US-Dollar
Nicht am kommenden Dienstag, sondern erst am 23. Juli wird NVIDIA die GeForce RTX 2080 SUPER nachschieben. Auch bei diesem Modell bleibt der Preis unverändert, während die Leistung steigt - allerdings macht NVIDIA dazu noch keine Prozentangaben. Die Zahl der CUDA-Kerne soll lediglich um 4,35 Prozent auf 3.072 wachsen, während der Basistakt um 8,91 Prozent auf 1,65 GHz angehoben wird. Als Boost-Takt nennt NVIDIA 1,815 GHz, was einem Plus von 6,14 Prozent entspricht. Auch die GeForce RTX 2080 SUPER wird 8 GiB GDDR6-Speicher mit 256 Bit anbinden, doch NVIDIA hat auch hier an der Taktschraube gedreht. Der Speicher der normalen GeForce RTX 2080 kommt mit 14 Gbit/s auf eine maximale Bandbreite von 448 GB/s, während die SUPER-Variante dank 15,5 Gbit/s einen Durchsatz von bis zu 496 GB/s (+10,71%) erreichen wird. In der Summe sollten diese Verbesserungen für gut zehn Prozent mehr Leistung ausreichen, doch der Stromverbrauch wird um 16,28 Prozent auf 250 Watt ansteigen.

Mehr Leistung statt Preiskampf
Keine Frage: Wie Intel verspürt nun auch NVIDIA den Druck durch AMD und die Grafikkarten der Baureihe Radeon RX 5700 (Navi 10). Ein solcher Wettbewerb wird wahlweise über geringere Preise oder bessere Produkte geführt und NVIDIA will sich offenbar nicht auf einen Preiskampf einlassen. Stattdessen bietet man seinen Kunden mehr Leistung pro Dollar und gibt dafür einen seiner Vorteile, den geringen Stromverbrauch, zumindest teilweise auf. Dies gilt insbesondere für die GeForce RTX 2070 SUPER mit einer TDP von 215 Watt. Kunden, die auf fallende Preise gehofft hatten, werden indes enttäuscht und müssen auf AMD hoffen. Ob NVIDIA seine Hochpreispolitik auf Dauer halten kann, bleibt abzuwarten. Für die Konsumenten kann es jedenfalls nur von Vorteil sein, dass die Radeons wieder eine ernstzunehmende Konkurrenz darstellen.

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