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Gerücht: Apple ab 2020 ohne Intel

Meldung von doelf, Dienstag der 03.04.2018, 10:53:48 Uhr

Wie Bloomberg mit Verweis auf "gut informierte Quellen" berichtet, plant Apple ab 2020 ohne Intel. Die hauseigenen Macs sollen dann von eigenen Prozessoren angetrieben werden. Dies scheint zugleich Apples Abschied von der x86-Architektur zu sein, was für Mac-Benutzer ähnlich weitreichende Konsequenzen haben wird, wie Apples Abschied von der PowerPC-Architektur im Jahr 2005. Intels Aktie fällt deutlich.

Von 68k über PowerPC und x86...
Auch damals hatte Apple die Architektur gewechselt und ältere Programme in den Rosetta-Emulator verbannt. Anwendungen, die sich noch in der aktiven Weiterentwicklung befanden, wurden als sogenannte "Universal Binaries" für beide Architekturen erstellt. Mit diesen Maßnahmen hatte Apple einen allzu harten Übergang verhindern können, dennoch landeten die PowerPC-Macs schnell auf dem Abstellgleis. Wesentlich geschmeidiger verlief 1997 der Wechsel von Motorola 68k zu PowerPC, welcher mit System 7.1.2 vollzogen wurde. Außer einem deutlichen Leistungsplus bemerkten die Benutzer vom Architekturwechsel seinerzeit herzlich wenig.

...zu ARM
Apples erneuter Architekturwechsel läuft laut Bloomberg unter dem Projektnamen "Kalamata". Er soll Apples Geräte, also die iOS-Fraktion mit iPhones und iPads sowie die Macs, enger zusammenwachsen lassen. Damit dürfte Apple bei seinen Computern in Zukunft auf ARM-Prozessoren setzen und in diesem Bereich konnte das Unternehmen in den vergangenen Jahren viel Erfahrungen sammeln. Die ARM-Chips empfehlen sich insbesondere für mobile Computer, da sie wenig Strom verbrauchen und somit sehr lange Akku-Laufzeiten sowie sehr flache und leichte Designs ermöglichen. Insbesondere zum Surfen sowie für den Medienkonsum sind ARM-basierte Notebooks gut geeignet. Allerdings zeigen Tests von Windows on ARM auch die derzeitigen Grenzen der ARM-Plattform auf: Für anspruchsvolle Aufgaben wie typische Workstation-Anwendungen sind die ARM-Chips aktuell noch nicht schnell genug.

Dies wirft die Frage auf, ob Apple seine gesamte Produktpalette bis 2020 auf eigene ARM-Designs umstellen kann, oder ob die Pro-Schiene übergangsweise an x86-CPUs festhalten wird. Bloomberg schreibt, dass sich "Kalamata" noch in einer frühen Entwicklungsphase befinde. Dies bestärkt Zweifel daran, ob sich ein solcher Wechsel binnen zwei Jahren überhaupt stemmen lässt. Zugegeben: Apple kann ein breites Software-Angebot für iOS vorweisen, welches mit kleineren Anpassungen auch auf den ARM-Macs laufen würde - eine Software-Plattform namens "Marzipan" soll dies ermöglichen. Zudem wurde macOS in den vergangenen Jahren immer stärker an iOS angepasst. Dennoch wird man in Cupertino abermals auf einen sanften Übergang setzen, der die Kunden nicht verschrecken oder irritieren soll. Und da erscheint der von Bloomberg genannte Zeitplan zumindest sehr ambitioniert.

Intel unter Druck
Bisher haben weder Apple noch Intel den Architekturwechsel bestätigt, dennoch reagierte die Börse prompt: Intels Aktie, die mit einem Kurs von 52,08 US-Dollar aus dem Wochenende kam, stürzte zwischenzeitlich bis auf 47,29 US-Dollar ab. Zum Handelsschluss lag ihr Wert bei 48,92 US-Dollar, was einem Einbruch von 6,07 Prozent entspricht. Der Chipverkauf an Apple soll rund fünf Prozent von Intels Jahresumsatz ausmachen. Ob Apple auch in Zukunft auf AMD und NVIDIA als Grafikzulieferer zurückgreifen wird, steht in den Sternen. Doch zumindest sind beide Firmen bereits im ARM-Segment aktiv und könnten Apple mit passenden Lösungen versorgen.

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