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Alles auf die Cloud: IBM will Red Hat kaufen

Meldung von doelf, Montag der 29.10.2018, 21:51:19 Uhr

Big Blue macht Ernst im Kampf um die Cloud-Vorherrschaft: IBM bietet den Aktionären des Linux-Spezialisten Red Hat stolze 190 US-Dollar je Aktie und will sich das Unternehmen für insgesamt 34 Milliarden US-Dollar einverleiben. Damit würde IBM zum führenden Anbieter für hybride Clouds, einem Wachstumsmarkt mit einem Potential von einer Billion US-Dollar.

Die Aufsichtsräte der beiden Unternehmen sind sich bereits einig, jetzt liegt es an den Anteilseignern von Red Hat, ob diese ihre Zustimmung erteilen. Doch in Anbetracht der Höhe des Angebotes wäre alles andere eine faustdicke Überraschung: Während der zweiten Oktoberhälfte hatte sich der Kurs von Red Hat um die 120 US-Dollar bewegt, so dass IBM hier mehr als die Hälfte aufschlägt. Selbst im Verlauf der vergangenen zwölf Monate hatte es das Wertpapier nie über die Marke von 170 US-Dollar geschafft - und so hoch wie 2018 wurde Red Hat noch nie gehandelt. Sofern Anleger und Regulierungsbehörden keinerlei Einwände haben, soll der Zukauf im zweiten Halbjahr 2019 abgeschlossen werden.

Dass IBM noch vor Jahresende eine der größten Übernahmen in der IT-Geschichte stemmt, hat natürlich einen Grund: Über einen Zeitraum von 22 Quartalen war IBMs Umsatz geschrumpft, erst seit dem vierten Quartal 2017 ging es wieder aufwärts. Doch vor ein paar Tagen fand diese Wachstumsphase dann auch schon wieder ihr Ende: Für das dritte Quartal 2018 meldete IBM einen Umsatz von 18,756 Milliarden US-Dollar und das waren 2,07 Prozent wenig als im Vorjahreszeitraum. Bei der Cloud gab es allerdings ein Umsatzplus von zwanzig Prozent, womit dieser Bereich abermals alle anderen Geschäftsfelder in den Schatten stellen konnte.

Zwischen Oktober 2017 und September 2018 hatte IBM rund 19 Milliarden US-Dollar mit seinen Cloud-Angeboten umgesetzt, was in etwa dem Volumen eines Quartalsumsatzes entspricht. Zugleich erwartet IBM, dass bisher nicht einmal zwanzig Prozent des weltweiten Cloud-Potentials erschlossen wurden. Big Blue spekuliert folglich auf ein Jahresvolumen von 95 Milliarden US-Dollar und setzt daher ziemlich viel auf sein Cloud-Blatt. 34 Milliarden US-Dollar kann man angesichts eines Gesamtumlaufvermögens (Total Current Assets) in Höhe von 48,257 Milliarden zwar nicht als "All in" bezeichnen, doch es ist schon verdammt viel für ein Unternehmen, das für das letzte Geschäftsjahr einen Umsatz von 2,920 Milliarden US-Dollar ausgewiesen hatte.

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