RTX - Beeindruckend real

AMD stellt Radeon RX 5500 und RX 5500M vor

Meldung von doelf, Dienstag der 08.10.2019, 14:03:47 Uhr

AMD hat seine Navi-Baureihe nach unten erweitert und die Radeon RX 5500 offiziell vorgestellt. Zusätzlich zur Desktop-GPU Radeon RX 5500 gibt es auch eine Mobil-Variante namens Radeon RX 5500M, MSI will mit dem Alpha 15 ein entsprechendes Notebook noch im Laufe des Oktober vorstellen. Erste Desktop-PCs mit Radeon RX 5500 darf man ab Anfang November erwarten und Grafikkarten sollen im Laufe des vierten Quartals in den Handel kommen.

Radeon RX 5500 und RX 5500M: Eckdaten und Unterschiede
Radeon RX 5500 und RX 5500M sind aus technischer Sicht baugleich. Die Chips umfassen jeweils 22 Compute-Einheiten, die sich aus 1.408 Stream-Prozessoren zusammensetzen. Beide Grafikchips werden mit GDDR6-Speicher (14 Gbps) kombiniert, welchen sie über ein 128 Bit breites Interface (224 GB/s) ansteuern. Unterschiede gibt es nur beim Speicherausbau und den Taktraten: Während es in Notebooks grundsätzlich 4 GiB Grafikspeicher gibt, können Desktop-Karten bis zu 8 GiB beherbergen. Die Notebook-GPU taktet mit bis zu 1.448 MHz und kann kurzzeitig bis auf 1.645 MHz boosten. Ihrem Desktop-Pendant gesteht AMD bis zu 1.717 MHz sowie einen temporären Boost von maximal 1.845 MHz zu. Zwei Punkte fehlen leider in AMDs Pressemitteilung: Angaben zum Stromverbrauch und zum Preis. Zumindest den Ersteren findet man auf der Produktseite zur Radeon RX 5500, wo AMD die "Typical Board Power" (TBP) auf 150 Watt beziffert und ein Netzteil der 550-Watt-Klasse empfiehlt. Für die ebenfalls mit 150 Watt TBP eingestufte Radeon RX 570 hatte noch ein 450 Watt starkes Netzteil ausgereicht.

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Neue Architektur bringt höhere Leistung
Radeon RX 5500 und RX 5500M basieren auf der aktuellen RDNA-Architektur in der Generation Navi, welche die bisherigen Polaris-Modelle auf Basis der GCN4-Architektur (Radeon RX 590, RX 580, RX 570) ablösen wird. Während die Polaris-Chips von GlobalFoundries mit Strukturgrößen von 14 nm gefertigt wurden, laufen ihre Navi-Nachfolger mit 7 nm bei TSMC vom Band. AMD hatte Polaris Mitte 2016 eingeführt und zunächst für die Radeon RX 480 (TBP: 150 Watt) genutzt. Genau diesen Grafikprozessor soll die Radeon RX 5500 4GB um den Faktor 1,2 übertreffen und zugleich die 1,6-fache Leistung je Watt bieten. Hinsichtlich der Produkte von Mitbewerber NVIDIA erwartet AMD eine Mehrleistung von bis zu 37 Prozent im Desktop-Segment sowie ein Plus von bis zu 30 Prozent bei Notebooks. Beide Modelle sind für eine ordentliche Detailstufe in der Full-HD-Auflösung prädestiniert. In ausgewählten AAA-Titeln soll die aufgrund ihrer geringeren Taktraten etwas schwächere Radeon RX 5500M bis zu 60 fps leisten, bei typischen eSport-Spielen sind laut AMD durchaus 90 fps und mehr möglich.

Ein Spiel mit dabei
Im Rahmen des "Raise the Game"-Bundles erhalten die Käufer von Radeon RX 5500 oder RX 5500M ein kostenloses Spiel, zur Auswahl stehen "Borderlands 3" (ab 18) sowie "Tom Clancy's Ghost Recon Breakpoint" (ab 18). Mit dabei ist auch immer der "XBOX Game Pass" für PCs mit einer Gültigkeit von drei Monaten. Die selben Bedingungen gelten übrigens auch beim Kauf einer Radeon RX 5700 XT, RX 5700, RX 590, RX 580 oder RX 570.

Unsere Einschätzung
Zwanzig Prozent mehr Leistung im Vergleich zur drei Jahre alten Radeon RX 480 sind nicht gerade viel, zumal beide Grafikkarten mit einer TBP von 150 Watt aufwarten. Wir hatten bei der Radeon RX 5500 auf einen deutlich geringeren Stromverbrauch gehofft, zumal diese GPU nur 22 Compute-Einheiten aus 1.408 Stream-Prozessoren umfasst. Das bereits erhältliche Schwestermodell Radeon RX 5700 tritt mit 36 Compute-Einheiten aus 2.304 Stream-Prozessoren an und verbraucht dennoch nur 30 Watt mehr. TSMCs mag zwar Strukturgrößen von 7 nm erreichen, doch AMDs Grafikprozessoren haben diese bisher noch keine spürbare Effizienzsteigerung beschert. Die neuen Grafikkarten werden sich daher in erster Linie über ihren Preis verkaufen müssen, der uns aber noch gar nicht bekannt ist. Hinsichtlich der Radeon RX 5500M tappen wir vollends im Dunkel, denn hier bleibt auch der Stromverbrauch ein Rätsel. Wir raten daher, erst einmal unabhängige Testberichte und Preislistungen abzuwarten.

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