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Korrektur: AMD kündigt 9 neue Mobil-CPUs an

Meldung von doelf, Montag der 07.01.2019, 12:52:43 Uhr

AMD hat zur CES in Las Vegas neue Mobil-Prozessoren mitgebracht: Sieben davon entspringen der Ryzen-Familie und sind Nachfolger der Baureihe "Raven Ridge". Obwobl AMD in seiner Pressemitteilung und auf den Produktseiten nur von Zen-Kernen spricht, handelt es sich wohl doch um die Generation Zen+. Zumindest wird als Strukturgröße 12 nm angegeben. Dazu gibt es zwei neue Varianten von "Bristol Ridge", welche AMD für den Einsatz in Chromebooks vorgesehen hat.

Ryzen 3000U und 3000H
Im Vorfeld wurde viel über die neuen Mobil-Prozessoren der Baureihe Ryzen 3000 spekuliert und oft der Schritt auf die moderneren "Zen+"-Kerne nebst 12-nm-Strukturen oder gar schon "Zen 2" und 7-nm-Fertigung in Aussicht gestellt. Erste Screenshots deuteten dann wieder auf "Raven Ridge" hin und das wären Zen sowie 14 nm. AMD selbst spricht nur "Zen", nennt als Strukturgröße dann aber wieder 12 nm und das wäre "Zen+". Da Zen+ nicht nur ein reiner DIE-Shrink war, sondern auch die Latenzen von Arbeitsspeicher und Cache reduziert hatte, ist dies nicht ganz unwichtig. Entgegen unserer ursprünglichen Meldung gehen wir inzwischen davon aus, dass die neuen APUs tatsächlich "Zen+"-Kerne besitzen.

Hinsichtlich der Neuerungen beschränkt sich AMD auf eine Anhebung der Taktrate. Grund-, Turbo- und Grafiktakt wurden um jeweils 100 MHz angehoben. Einzig den beiden Ryzen-7-APUs gesteht AMD mit 200 MHz einen kleinen Bonus zu. Keine Änderung gibt es beim Arbeitsspeicher, hier deckelt AMD weiterhin auf DDR4-2400 mit zwei Kanälen. Im Vergleich Ryzen 7 2700U zu Ryzen 7 3700U verspricht AMD eine um 40 bis 51 Prozent längere Akku-Laufzeit, doch die zugrundeliegende Messung vergleicht Lenovos IdeaPad 530s mit einem Referenz-Board von AMD unter Verwendung unterschiedlicher Komponenten. Die Aussagekraft bewegt sich somit im Bereich von "Äpfel sind runder als Birnen".

  • AMD Ryzen 7 3750H: 4 Kerne/8 Threads @ 2,3-4,0 GHz; 10 Vega-GPU-Kerne @ 1,40 GHz; 6 MiB Cache; 35 W
  • AMD Ryzen 7 3700U: 4 Kerne/8 Threads @ 2,3-4,0 GHz; 10 Vega-GPU-Kerne @ 1,40 GHz; 6 MiB Cache; 15 W
  • AMD Ryzen 7 2700U: 4 Kerne/8 Threads @ 2,2-3,8 GHz; 10 Vega-GPU-Kerne @ 1,30 GHz; 6 MiB Cache; 15 W (12-25 W)
  • AMD Ryzen 5 3550H: 4 Kerne/8 Threads @ 2,1-3,7 GHz; 8 Vega-GPU-Kerne @ 1,20 GHz; 6 MiB Cache; 35 W
  • AMD Ryzen 5 3500U: 4 Kerne/8 Threads @ 2,1-3,7 GHz; 8 Vega-GPU-Kerne @ 1,20 GHz; 6 MiB Cache; 15 W
  • AMD Ryzen 5 2500U: 4 Kerne/8 Threads @ 2,0-3,6 GHz; 8 Vega-GPU-Kerne @ 1,10 GHz; 6 MiB Cache; 15 W (12-25 W)
  • AMD Ryzen 3 3300U: 4 Kerne/4 Threads @ 2,1-3,5 GHz; 6 Vega-GPU-Kerne @ 1,20 GHz; 6 MiB Cache; 15 W
  • AMD Ryzen 3 2300U: 4 Kerne/4 Threads @ 2,0-3,4 GHz; 6 Vega-GPU-Kerne @ 1,10 GHz; 6 MiB Cache; 15 W (12-25 W)
  • AMD Ryzen 3 3200U: 2 Kerne/4 Threads @ 2,6-3,5 GHz; 3 Vega-GPU-Kerne @ 1,20 GHz; 5 MiB Cache; 15 W
  • AMD Ryzen 3 2200U: 2 Kerne/4 Threads @ 2,5-3,4 GHz; 3 Vega-GPU-Kerne @ 1,10 GHz; 5 MiB Cache; 15 W (12-25 W)
  • AMD Athlon 300U: 2 Kerne/4 Threads @ 2,4-3,3 GHz; 3 Vega-GPU-Kerne @ 1,00 GHz; 5 MiB Cache; 15 W

Wichtiger dürfte indes sein, dass AMDs "Raven Ridge"-Angebot in die Breite geht: Die beiden neuen H-Modelle Ryzen 7 3750H und Ryzen 5 3550H unterscheiden sich auf dem Papier nicht von ihren Geschwistern Ryzen 7 3700U und Ryzen 5 3500U, doch während die 15-Watt-Grenze der U-Modelle schnell zu einer Drosselung des Turbo-Takts führt, haben die H-Varianten dank 35 Watt wesentlich mehr Spielraum für ihre maximale Leistung. Beim Vorgänger hatte AMD seinen OEM-Partnern einen Spielraum zwischen 12 und 25 Watt eingeräumt, der selbst bei identischen Prozessoren zu deutlichen Leistungsunterschieden geführt hatte.

Ebenfalls erwähnenswert: AMD nimmt die Treiberversorgung der mobilen Ryzen-CPUs wieder in die eigene Hand, da die OEM-Partner ihren Kunden schlicht und einfach keine neuen Treiber bereitstellen. Erste Notebooks auf Basis der neuen Ryzen-APUs sollen bereits im ersten Quartal 2019 in den Handel kommen, als Partner nennt AMD neben Acer, ASUS, Dell, HP und Lenovo auch Huawei und Samsung. Die fünf bisherigen Partner haben leichtes Spiel, denn sie können ihre bisherigen Laptop-Modelle weiterverwenden. Schließlich sind die neuen Chips weitgehend baugleich zu ihren Vorgängern, so dass lediglich Treiber- und Firmware-Updates benötigt werden.

A6-9220C und A4-9120C
Nicht tot zu kriegen ist die Bulldozer-Architektur, deren bereits 2016 vorgestellte vierte Generation "Excavator" in ihrer aufgefrischten zweiten Version nun in den A-Serie APUs A6-9220C und A4-9120C steckt. Die 28-nm-Chips bieten deutlich weniger Rechenleistung pro MHz als ihre Zen-Nachfolger und auch die integrierte R5/R4-Grafik (GCN 1.2) ist der Vega-Grafik (GCN 5) klar unterlegen. Einen großen Vorteil haben die A-Serie-Chips dann aber doch: Einen typischen Stromverbrauch von lediglich 6 Watt. Ihre Premiere sollen diese APUs im Acer Chromebook 315 und im HP Chromebook 14 feiern.

  • AMD A6-9220C: 2 Kerne/2 Threads @ 1,8-2,7 GHz; 3 R5-GPU-Kerne @ 720 MHz; 1 MiB Cache; 6 W
  • AMD A4-9120C: 2 Kerne/2 Threads @ 1,6-2,4 GHz; 3 R4-GPU-Kerne @ 600 MHz; 1 MiB Cache; 6 W

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