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Auf das letzte Windows folgt die Nummer 11

Meldung von doelf, Montag der 21.06.2021, 18:23:14 Uhr

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Im Jahr 2015 erklärte Microsofts Jerry Nixon anlässlich der firmeneigenen Ignite-Konfernez, dass Windows 10 die letzte Version von Windows sei. Für sechs Jahre hatte diese Aussage Bestand, denn Windows 10 wurde zwar im Halbjahresrhythmus aktualisiert, doch es blieb immer Windows 10. Am kommenden Donnerstag wird sich das ändern, denn dann wird Microsoft Windows 11 vorstellen.

Ein gewaltiges Leck
Die große Überraschung wird Windows 11 allerdings nicht sein, denn seit Mitte Juni geistern inoffzielle Vorab-Versionen durch das Internet. Zahlreiche Technikseiten und Enthusiasten haben diese zwischenzeitlich aus authentisch verifiziert und erste Eindrücke sowie Leistungsmessungen veröffentlicht. Und diese bestätigen auch, dass das erste Windows nach der letzten Version von Windows die närrische Nummer 11 tragen wird. Offenbar will uns Microsoft wissen lassen, dass man diesmal mehr als ein paar Detailverbesserungen durchgeführt hat. Zumindest hat man in Redmond einmal mehr an der Benutzeroberfläche gebastelt.

Eine neue Optik
Auf den ersten Blick handelt es sich bei Windows 11 um ein Windows 10 mit abgerundeten Fensterecken, einer zentrierten Task-Leiste, einem animierten Start-Knopf und einem neu gestalteten und ebenfalls mittig platzierten Startmenü. All jene, denen das alles zu sehr nach macOS klingt, können die Starttaste nebst Startmenü auch wieder links fixieren. Die Kacheln sind verschwunden, neue Hintergründe wurden auf die Arbeitsfläche tapeziert und auch alle Klänge wurden ausgetauscht. Dazu kehren die Widgets zurück und präsentieren den Kalender, Nachrichten und das Wetter. Und falls das jemandem bekannt vorkommen sollte: Es handelt sich um die kürzlich bei Windows 10 eingeführten Neuigkeiten und interessante Themen. Offenbar sollen später auch Widgets von Drittanbietern möglich sein.

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Die Änderungen im Bedienkonzept fallen zwar nicht so gravierend wie beim Schritt von Windows 7 auf seinen ungeliebten Nachfolger mit der Versionsnummer 8 aus, dennoch dürften sie im geschäftlichen Umfeld nicht nur auf Gegenliebe stoßen. Zudem gibt es deutliche Abzüge in der B-Note, denn auch Windows 11 wird die Übertragung der alten Systemsteuerung in die moderne Einstellungen-App nicht abschließen. Und das finde ich ziemlich unglaublich, schließlich hatte Microsoft sechs Jahre lang Zeit gehabt, diesen ewigen Übergangsprozess zu beenden und alle Konfigurationsoptionen an einer zentralen Stelle zusammenzufassen. Das wäre für mich jedenfalls wichtiger gewesen als neue Icons und Systemklänge samt neuer Startmelodie.

Die Reste von Windows 10X
Eigentlich hatte Microsoft für dieses Jahr die Veröffentlichung von Windows 10X in Aussicht gestellt. Dabei sollte es sich um eine von Grund auf neu entwickelte Version von Windows handeln, die alte Zöpfe wie die Systemsteuerung abschneidet und die für moderne Hardware wie faltbare Mobilgeräte optimiert ist. Ähnlich wie bei mobilen Betriebssystemen, wollte Microsoft das System samt Registry und Treibern auf eine schreibgeschützte Partition packen und sämtliche Apps in Containern laufen lassen - sowohl die UWP-Apps als auch normale Win32-Programme. Windows 10X wäre somit deutlich restriktiver, aber auch wesentlich sicherer geworden. Am 7. Mai 2021 landete das Projekt schließlich auf dem Boden der Tatsachen und wurde auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben.

Zuvor hatte Microsoft seine hauseigenen faltbaren Geräte, die mit Windows 10X debütieren sollten, gestrichen. Auch unter den PC-Herstellern wollte keine Begeisterung angesichts eines neu entwickelten Windows aufkommen, schließlich hatte Microsoft mit den kurzlebigen Plattformen Windows RT, Windows Mobile und Windows Phone reichlich verbrannte Erde hinterlassen. Somit bleibt es beim alten Unterbau und von Windows 10X wird zunächst nur die neue Fassade übernommen. Microsoft sprach in diesem Zusammenhang vom Projekt Sun Valley, welches zunächst als Windows 10 Version 21H2 interpretiert wurde. Nun lautet der Name Windows 11, wobei eine vorläufige Fortführung von Windows 10 für Geschäftskunden als wahrscheinlich gilt.

Einrichtung, Leistung und Upgrade
Die Einrichtung des Betriebssystems wurde vollständig überarbeitet und ärgerlicherweise fehlt die Option zum Erstellen eines lokalen Benutzerkontos - auch wenn der PC über keine Internetverbindung verfügt. Nur wenn man das Fenster zur Netzwerkeinrichtung über das Tastenkürzel ALT + F4 schließt, öffnet sich der entsprechende Dialog. HotHardware hatte sich das Zusammenspiel von Windows 11 mit Prozessoren, welche unterschiedliche Kerne kombinieren, abgesehen. Dabei zeigten sich Leistungsvorteile im Vergleich zum aktuellen Windows 10 Version 21H1. Andere Leistungsmessungen sind eher fragwürdiger Natur, da die Werte mit abweichenden Einstellungen ermittelt wurden und es sich um eine unfertige Vorserienfassung von Windows 11 handelt.

Aktuell wird vermutet, dass ein Upgrade von Windows 10 Version 21H1 auf Windows 11 kostenlos sein wird. Ob es auch die Möglichkeit geben wird, Windows 11 mit Lizenznummern von Windows 7, 8.0 oder 8.1 zu installieren, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar. Bei Windows 10 ist diese Vorgehensweise nach wie vor möglich. Diese und weitere Fragen dürfte Microsoft am 24. Juni 2021 beantworten. Und man darf gespannt sein, ob es abseits der Benutzeroberfläche eventuell doch das eine oder andere Teil aus dem Windows-10X-Baukasten in das neue Windows 11 geschafft hat. Schließlich muss ja irgendetwas den Zahlensprung rechtfertigen. Und dann bleibt noch die Frage aller Fragen: Wird Windows 11 das allerletzte Windows sein?

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