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Keine große Leuchte - LED-Licht und die geplante Obsoleszenz

Autor: doelf - veröffentlicht am 20.08.2015
s.2/2
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Leuchtmittelkauf: Auf Sockel und Wattzahl achten

Die unterschiedlichen Leuchtmittel hatten traditionell auch unterschiedliche Sockel. So nutzen klassische Glühbirnen zumeist die Schraubsockel E27 oder E14, während die Stiftkontakte von Leuchtstoffröhren in T5, T8 oder T26 gehören. Halogenlampen bevorzugen eigentlich Niedervoltsockel wie G4 oder GU5.3, doch es gibt sie auch als Hochvoltmodelle für E27, E14 sowie den Bajonettverschluss GU10. Dazu kommt eine ganze Batterie exotischer Verbindungen, welche den Konsumenten ziemlich verwirren kann. Gerade Möbelhersteller greifen für die integrierte Beleuchtung gerne auf ungewöhnliche Sockel/Watt-Kombinationen zurück.

Halogenlampe für Stecksockel G4 - Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...
Dies bringt uns dann auch zum zweiten Kriterium: Abgesehen vom Sockel muss man beim Leuchtmittelkauf auch auf die Wattzahl achten. Insbesondere beim Niedervoltbetrieb muss die Wattangabe der Birnen mit der Leistung des integrierten Transformators harmonieren. Leuchten mit Hochvoltsockeln schränken die Wattzahl hingegen nur wegen der Abwärme ein. Hier bieten ausgerechnet billige Leuchten mit den Schraubsockeln E27 und E14 die größte Flexibilität: Sie vertragen Glühbirnen mit 25 bis 60 Watt, so dass man auch die stärksten LED- oder Kompaktleuchtstofflampen problemlos einsetzen kann. Auch der Bajonettverschluss GU10 ist für den Hochvoltbetrieb ausgelegt.

Die unheilige Einheit aus Lampe und Leuchtmittel

Abseits der Sockel bietet der LED-Markt schon seit einiger Zeit besonders auffällige und ungewöhnliche Lampen, bei denen sich die Designer so richtig austoben durften. Viele dieser Modelle sind Hingucker, andere eher Weggucker. Den meisten ist jedoch gemein, dass Hersteller und Händler keine Angaben zum Sockel machen oder Formulierungen wie "LED integriert", "LED SMD" oder "LED COB" verwenden. Ob integriert, SMD (Surface Mounted Device) oder COB (Chip On Board): Es handelt sich um fest mit der Platine verlötete LEDs, die sich nicht bzw. nur vom Hersteller austauschen lassen. Fällt auch nur eine dieser LEDs aus, wirkt dies bereits ausgesprochen unharmonisch und störend. Zudem geht Leuchtkraft verloren, die sich nicht mehr ersetzen lässt.

LED-Leuchte mit fest verbauten Leuchtmitteln - Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...
Ein solcher Austausch ist dann ähnlich teuer wie eine neue Lampe, weshalb außerhalb der Garantie wohl niemand von dieser Option Gebrauch machen wird. Zudem stellt sich die Frage, wie lange der Hersteller bzw. der Importeur diese Ersatzteile bevorraten wird. Interessant ist auch der Umstand, dass die Hersteller den LEDs gerne eine zu erwartende Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren prophezeien, auf ihre Leuchten aber nur Garantien von zwei bis fünf Jahren geben. Wenn einzelne LEDs nach wenigen Jahren ausfallen, kann der Käufer nichts anderes tun, als sich zu ärgern. Mittlerweile hat der Trend zum fest verbauten Leuchtmittel die gesamte Produktpalette der Anbieter erfasst und selbst bei simplen Deckelleuchten kommen immer seltener Sockel zum Einsatz.

Leuchte mit LEDs und mittiger Stromversorgung - Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...
Doch es gibt noch ein ganz anderes Problem dieser unheiligen Einheit aus Lampe und Leuchtmittel: Da die LEDs im Niedervoltbetrieb arbeiten, enthalten die Lampen einen Transformator und dieser ist im Vergleich zu den verbauten LEDs weit weniger standfest. Gerade bei den im Spannungswandler verbauten Elektrolytkondensatoren sparen die Hersteller gerne und greifen zu billigen Bauteilen mit geringer Wärmetoleranz. Auch schlechte Lötverbindungen lassen die LEDs frühzeitig erlöschen, hier gibt es auch Probleme durch den eigentlich sinnvollen Verzicht auf bleihaltiges Lötzinn. Doch ganz gleich, welches Bauteil zuerst schlapp macht: Kaputt ist kaputt. In die Ökobilanz muss daher die gesamte Lampenkonstruktion einfließen und das macht viele LED-Modelle ausgesprochen unattraktiv.

Was kann man tun?

In den vergangenen Monaten haben Leuchten mit integrierten LEDs den Markt überflutet, man bekommt sie praktisch überall und in allen Preisklassen. Solche Lampen lassen sich preiswert produzieren, sehen trotzdem schick aus und werden mit ihrer modernen LED-Technik und besonders guten Energieklassen beworben. Die geplante Obsoleszenz in Form nicht austauschbarer Leuchtmittel sieht man erst auf den zweiten oder dritten Blick, auch wenn die Hersteller inzwischen entsprechende Hinweise auf ihren Produkten anbringen. Wer dieses Spiel nicht mitmachen will, sollte explizit nach Lampen mit gesockelten Leuchtmitteln fragen.
Allerdings muss man sich dann auch fadenscheinige Argumente anhören. Mir erklärten Verkäufer beispielsweise, dass Sockel zu einfach zu kompliziert seien und sich Kunden heutzutage nicht mehr mit so etwas belasten möchten. Auch wurde mir mehrfach dargelegt, dass integrierte LED-Lampen locker 25 Jahre halten und austauschbare Leuchtmittel daher völlig sinnlos seien. Meine Nachfrage, warum der Lampenhersteller dann nur zwei Jahre Garantie gebe, wollte niemand beantworten. Als Grund für den Verzicht auf gesockelte Leuchtmittel wurde sogar auf die EU-Richtlinie 874/2012 verwiesen, die allerdings nur die Kennzeichnung der Energieeffizienz regelt.
Einzig im Toom Baumarkt war sich die Fachverkäuferin der Problematik bewusst und empfahl eine Modellreihe mit austauschbaren LED-Birnen im GU10-Sockel. Sie selbst würde jedenfalls keine Lampen mit integrierten LEDs kaufen. Recht hat sie!
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