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Ein neuer Anlauf für Linux-Smartphones ‐ Seite 2/3

veröffentlicht von doelf am 16.05.2020

Betriebssysteme: /e/ und LineageOS

Die e.foundation verfolgt mit /e/ einen ganz anderen Ansatz: /e/ basiert auf der Android-Modifizierung LineageOS und befreit das Smartphone von Google. Alle Google-Dienste wurden durch Open-Source-Alternativen ersetzt und es gibt eine lange Liste mit unterstützten Geräten. Technisch weniger versierte Interessenten können auch Telefone mit vorinstalliertem /e/ kaufen und damit die e.foundation unterstützen. Dabei setzt /e/ nicht auf exotische Hardware, sondern nutzt aufbereitete Gebrauchtgeräte wie Samsungs Galaxy S9 und Galaxy S9+, Galaxy S8, Galaxy S7 und Galaxy S7 Edge. Auf diese bekommt der Käufer ein Jahr Garantie. Alternativ gibt es auch das aktuelle Fairphone 3 mit vorinstalliertem /e/.

Fairphone 3 /e/

Millionenfach verkaufte Hardware in Kombination mit stabiler und erprobter Software ergeben ein interessantes Paket, das sich auch für ganz normale Endkunden eignet: /e/ is for everyone. Noch ein wenig dichter am Android-Original ist nur LineageOS, der Nachfolger von CyanogenMod, den man wie /e/ auf unterstützten Geräten auch auf eigene Faust installieren kann. Das aktuelle LineageOS 17.1 basiert auf Android 10 (oder besser gesagt auf den offenen Bestandteilen aus dem Android Open Source Project) und umfasst alle Sicherheits-Updates bis März 2020. Im Download-Bereich findet sich eine Vielzahl unterstützter Telefone, allerdings nicht das Fairphone 3, welches für /e/ sozusagen als Aushängeschild dient. Bevor man LineageOS installieren kann, muss man den Bootloader des Telefons entsperren und sich eine alternative Wiederherstellungs-Software wie TWRP-Recovery besorgen. Das Ganze ist je nach Gerät etwas fummelig und man verliert die Herstellergarantie.

Betriebssystem: postmarketOS

Doch zurück zu eigenständigen Linux-Distributionen für Mobiltelefone: Mit postmarketOS gibt es hier ein zweites recht weit fortgeschrittenes Projekt, welches auf dem extrem schlanken Alpine Linux basiert. Wie andere Linux-Distributionen für die ARM-Plattform versucht auch postmarketOS, jedes Gerät mit dem gleichen Grundgerüst zu betreiben und möglichst wenig geräteabhängige Pakete einzusetzen. Dies soll die Systempflege erleichtern und die Bereitstellung von Updates beschleunigen. Die Zielsetzung lautet, den Nutzungszeitraum für Smartphones auf zehn Jahre zu verlängern, statt diese alle zwei bis vier Jahre gegen neue Modelle zu tauschen.

Google Nexus 5 mit postmarketOS

Die Liste der unterstützen Geräte umfasst nicht nur Smartphones, sondern auch Tablets und Amazons Fire TV. Mehr als 200 Geräte können postmarketOS bereits booten, doch für die meisten Smartphones fehlen noch grundlegende Funktionen wie das Telefonieren, weshalb die Entwickler explizit auf den Alpha-Stand ihrer Software hinweisen. Als Vorzeigegerät dient auch hier das Pinephone, wo schon fast alles funktioniert - lediglich das Blitzlicht, die Selfie-Kamera und USB OTG lassen noch auf sich warten. Ebenfalls weit fortgeschritten ist die Portierung für das Purism Librem 5, ein weiteres Linux-Smartphone. Hier gibt es noch Probleme mit Telefonaten und USB OGT.

Smartphone: Purism Librem 5

Und damit kommen wir zum Purism Librem 5, welches dem Pinephone in puncto Hardware überlegen ist: Das 5,7 Zoll große Display bringt es zwar auch nur auf 1.440 x 720 Bildpunkte, doch die vier Kerne des NXP i.MX8M (Cortex-A53 plus Cortex-M4) laufen mit 1,5 GHz und können auf 3 GiB Arbeitsspeicher zurückgreifen. Der Flash-Speicher ist mit 32 GB doppelt so groß und die beiden Kameras schaffen Auflösungen von 13 und 8 Megapixel. Wie beim Pinephone gibt es einen USB-Type-C-Anschluss, eine austauschbare Batterie mit 3.500 mAh und Hardware-Schalter zum Ausschalten von WiFi, Modem, Mikrofon und Kameras. Als Baseband-Modem stehen zwei Modelle - Gemalto PLS8 und Broadmobi BM818 - zur Auswahl.

Purism Librem 5

Als primäres Betriebssystem wurde das auf Debian basierende PureOS adaptiert, welches Purism auch auf anderen Geräten einsetzt. Die Kommunikation erfolgt Ende-zu-Ende-verschlüsselt über das Matrix-Netzwerk. Tatsächlich erscheint das Purism Librem 5 im Vergleich zum Pinephone als die bessere Wahl, doch es gibt zwei Haken: Wer jetzt vorbestellt, muss 749 US-Dollar auf den Tisch legen und wird das Telefon frühestens in sechs Monaten erhalten. Dazu kommen allerdings noch die Versandkosten, Zoll und Steuern. In Anbetracht der verbauten Hardware ein ziemlich teurer Spaß!


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