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Gefangen im Datennetz: Verdammt in alle Ewigkeit?

Autor: doelf - veröffentlicht am 02.01.2008
s.3/3
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Der virtuelle PR-Manager
Insbesondere das Web 2.0, das Mit-Mach-Netz mit seinen sozialen Verstrickungen, eignet sich hervorragend zum Erstellen von Personenprofilen. Die Menschen werden dazu animiert, möglichst viele Daten über sich preiszugeben und zugleich Kontakte zu anderen Personen aufzubauen. Dabei begreifen die Teilnehmer meist nicht, wo die Privatsphäre endet und der öffentliche Bereich anfängt. Die Regel ist jedoch ganz einfach: Nichts, was ich im Internet von mir preisgebe, ist privat.


Web 2.0 Plattformen wie studiVZ sind beliebt - auch als Datenquelle

Dennoch raten viele Experten dazu, umfangreiche Daten im Netz zu hinterlassen, denn wer nicht gefunden werden kann, macht sich erst recht verdächtig und ist zumindest ein technologiefeindlicher Eigenbrödler. Doch die Informationen, welche man hinterlässt, sollten natürlich von Vorteil für die eigene Person sein. So kann man sich als hilfsbereit und kompetent präsentieren oder auch seinen Vorgesetzten loyal verteidigen, falls dieser vor Dritten kritisiert wird. Wichtig ist es, keine echten Schwächen zu zeigen und dennoch menschlich zu wirken. Extreme Positionen und Geschmacklosigkeiten müssen unter allen Umständen vermieden werden, persönliche Probleme bieten ebenfalls eine Angriffsfläche und gehören nicht ins Netz. Was im Internet zu finden ist, sollte ein Idealbild sein, das nicht viel mit der wirklichen Person zu tun haben muss.


Profilactic: "Preventing an online identity crisis"

Im Prinzip handelt es sich um eine Werbekampagne in eigener Sache und auch hierfür gibt es die notwendigen Werkzeuge. Dienste wie ClaimID, Profilactic oder das deutsche my ON-ID erlauben es, Informationen über die eigene Person zusammenzufassen. Hierbei werden auch Accounts bei sozialen Netzwerken berücksichtigt, sofern deren Auflistung gewünscht wird. Gerne werden zudem noch Verknüfungen zu anderen Profilen hergestellt, damit das Ranking dieser und der eigenen Seiten steigt und sie in den Suchmaschinen nach vorne wandern. Die Verbindung zu Dritten gibt dem Profil zusätzliche Glaubwürdigkeit und ermöglicht es zudem, dezent Referenzen einzubauen. Wer wichtige Personen kennt oder dies zumindest vorgeben will, wird diese als Kontakte einbetten. Wenn man Glück hat, landet man auch auf der Kontaktliste der Gegenseite und macht sich somit ebenfalls wichtig. Das Ziel besteht eindeutig darin, das positive Ich im Web zu verbreiten, damit der Suchende nur das findet, was er finden soll.


my ON-ID: Eigenmarketing und Reputationsmanagement

Diese Werkzeuge lassen sich natürlich ebenso dazu verwenden, ein Anti-Ich zu konstruieren. Nicht nur Namenszwillinge sind in der Lage, den Suchenden ungewollt auf die falsche Fährte zu schicken. Es ist problemlos möglich, im Internet falsche Informationen zu streuen, um andere Personen zu diskreditieren. Vielleicht war es, um auf unser anfängliches Beispiel zurückzukommen, gar nicht Hans Mustermann, der im Auto-Forum über seine Geld-, Ehe- und Alkoholprobleme schrieb. Möglicherweise war es sein Nachbar, der ihm wegen des kaputten Gartenzaunes eins auswischen wollte. Amerikanische Politiker demonstrieren ja bereits seit einiger Zeit, wie man seinen Gegner im Internet difamiert. Selbst die Online-Enzyklopädie Wikipedia wurde bereits mehrfach für solche Zwecke missbraucht.

Im Web grundsätzlich alles hinterfragen
Niemand garantiert dafür, dass die Informationen, welche im Internet zu finden sind, auch tatsächlich der Wahrheit entsprechen oder überhaupt von der Person stammen, welche sie angeblich eingestellt hat. Jeder kann im Internet zum Angriffsziel werden, jeder kann das Blaue vom Himmel herunterlügen und jeder kann diese Informationen abrufen. Das größte Problem ist allerdings, dass die Wenigsten diese Daten auch kritisch hinterfragen. Der Kampf zwischen dem unbewußt gestreuten Ich, dem geplanten Ideal-Ich und dem von Feinden ersonnenen Anti-Ich hat bereits begonnen und die Psychiater dürfen sich auf zahlreiche virtuelle Persönlichkeitsspaltungen freuen. Man sieht sich auf der virtuellen Couch in Secondlife.

Wir raten frei nach Winston Churchill:
"Trauen sie keinem virtuellen Abbild, das sie nicht selbst gefälscht haben!"

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