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AMD und Intel – In der Liebe und im Krieg sind alle Mittel erlaubt - 2/3
09.10.2002 by Christoph

Jüngere Geschichte
AMD und Intel. Beide Unternehmen polarisieren die IT-Gemeinde in einer einzigartigen Art und Weise. Das ist nicht von der Hand zu weisen. AMD, der ewige Underdog, immer unterschätzt, der Donald Duck der Prozessorhersteller. Stürzt immer wieder und fängt sich am Ende doch wieder. Das ist sympathisch, da kann sich jeder mit identifizieren.

Onkel Dagobert, also Intel, hat den Erfolg gepachtet. Dominiert den Markt, über Interna ist nur wenig bekannt. Ihm ist jedes Mittel recht, seine Marktdurchdringung zu verteidigen auch wenn es nicht immer fair zugeht. Von erpresserischen Methoden war gar einst die Rede, als AMD seinen Athlon vorstellte und jeder Mainboardhersteller befürchten musste, nicht mehr mit genügend Intel-Chipsätzen beliefert zu werden, würde er ein Board für AMD´s „Pentium-Killer“ ausliefern. War es nicht schon gemein genug, mit der Einführung der Marke „Pentium“ durch Intel, AMD die Trittbrettfahrerei mit dem „286/386/486“ abzugewöhnen, so musste man auch noch den Sockel ändern und nun konnte AMD nicht einmal mehr von der ausgezeichneten Stabilität und Performance von Intels Chipsätzen profitieren. Nein, das war nicht nett. Soviel zu den beiderseitigen Klischees.

Für AMD war es sicher eine ungeheuer schwierige Situation. Mit den K6 Prozessoren auf Sockel 7 Basis war kein Blumentopf mehr zu gewinnen, eine Marge war praktisch nicht mehr vorhanden. Die Chipsätze von Via, Ali und SiS waren von vielen Zipperlein geplagt. Da gab es Probleme mit dem Drucken, der USB-Unterstützung, viele AGP und PCI-Karten verweigerten Ihren Dienst ganz oder nahmen ihn nur mit halber Kraft auf. Mit dem Zukauf von NexGen und dem gemeinsamen KnowHow zog sich AMD buchstäblich in letzter Sekunde aus dem Schlammassel. Das BUS-Protokoll EV6 (adaptiert von Alpha), das neue SlotA Interface und der von AMD selbst entwickelte Chipsatz für den Athlon waren geboren. Ursprünglich sollte der 750 Chipsatz von AMD nur eine Designvorlage für die Hersteller Via, Ali und SiS werden. Jedoch hatte AMD inzwischen soviel Einfluss verloren, das es über ein halbes Jahr dauerte bis Via endlich seinen KX Chipsatz für den Athlon launchte. Wie vorhergehend bereits beschrieben, vergingen fast drei Monate nach Vorstellung des AMD Athlon mit 500MHz, bis sich ein Mainboardhersteller aus den beschriebenen Gründen überhaupt traute ein geeignetes Board anzubieten: FIC. Kurze Zeit später tauchte dann unter obskuren Bezeichnungen und in WhiteBox Kartonage eine weiteres Mainboard für den AMD Athlon auf : Das K7M war ein Board der Firma Asus, doch auf der Webseite war es wochenlang nicht zu finden, nur ein Verzeichnis auf dem FTP-Server sowie namentliche Erwähnung auf einigen Bauteilen des Boards liessen Asus als Hersteller in Erscheinung treten. Auf der einen Seite wollte man FIC die evtl. doch erfolgreiche AMD-Plattform nicht alleine überlassen, auf der anderen Seite fürchtete Asus Sanktionen durch Intel, würde man das K7M offiziell bewerben. Da Asus als größter Mainboardhersteller der Welt natürlich seinerseits auch einen gewissen Einfluss besaß, wollte Intel seinen größten Chipsatzabnehmer wohl nicht vergraulen und so wurde das K7M denn auch nach einigen Wochen offiziell geführt und im Asus-Karton ausgeliefert. Das ist natürlich reine Spekulation.

Für AMD war das die lang ersehnte Rettung und der Athlon verkauft sich bis heute sehr gut. Sogar im Segment Firmenkunden konnte AMD Marktanteile erringen und auch im MP-Markt konnte man erste Erfolge feiern. Doch eine Wiederholung der Ereignisse von vor drei Jahren scheint kurz bevor zu stehen.

Doch die marktbeherrschende Macht mit Namen Intel nahm das alles zunächst noch nicht so ernst und ging erst einmal weiter seinen geplanten Weg. Intel stampfte seinen langjährigen Beststeller und Wunder an Zuverlässigkeit, den BX Chipsatz, ein. Der Mitbewerb konnte schon mit Funktionen wie AGP4x, 133 MHz Speichertakt und UDMA66 aufwarten. Dem wollte Intel natürlich nicht nachstehen und die Prozessoren auf 133MHz Bustakt zu beschleunigen stand ohnehin auf dem Plan und die anderen Features mussten nun ebenfalls nachgereicht werden. Da Intel natürlich auch schon den Pentium 4 in der Planung hatte, um möglichst gigantische Taktraten zu erzielen, wusste man auch um den Bandbreitenhunger dieser neuen CPU. Dieser Hunger sollte mit Hilfe der RAMBUS Speichertechnologie gestillt werden und daher lag es nahe, den Markt mir dieser Technik bei der Einführung des neuen Pentium III Chipsatzes schon mal darauf einzustimmen. Jedoch gab es zwei Probleme : Das eine war, dass der Pentium III schlichtweg gar nicht die Bandbreite des RAMBUS ausnutzen konnte, und somit bestenfalls gleichauf mit einer entsprechenden BX-Plattform mit SDRAM lag. Das zweite war, das RAMBUS-Speicher zu dieser Zeit um ein vielfaches teurer war, als eine entsprechende Menge guten alten SDRAM´s. Dies lag vornehmlich an der geringen Ausbeute, da man den Herstellungsprozess noch weitgehend nicht so im Griff hatte, wie es geplant war. Somit blieben die Intel 820 Chipsatz basierten Mainboards in den Regalen liegen und in der Presse gerieten Intel und RAMBUS in heftige Kritik, obwohl auch AMD bis heute eine RAMBUS Lizenz hält. Schlußendlich hatte Intel ein einsehen und neue i820 Platinen wurden mit einem Zusatzchip (MTH=Memory Translator Hub) ausgestattet um herkömmlichen SDRAM anzusprechen. Um es ganz einfach zu sagen, wurde dem eigentlich in der Sprache RAMBUS sprechenden Chipsatz ein Übersetzungschip verpasst, damit er nun SDRAM ansprechen konnte. So eine Übersetzung kostet immer etwas Zeit und so konnte der i820 Chipsatz nur mühsam an die Performance seines BX Vorgängers anknüpfen. Doch das dicke Ende kam erst einige Zeit später. Denn es stellte sich heraus, dass der MTH, also der Dolmetscher einstweilen wohl arg ins stottern kam. Kurzum, er war fehlerhaft und führte mitunter zu Abstürzen.

In der Folge hatten viele 100.000 Mainboards nur noch Schrottwert. Mit dem Intel 815 Chipsatz wollte man nun doch noch eine adequate Plattform für Pentium III CPU´s mit 133MHz FSB schaffen, um Via die Kunden nicht noch weiter in die Arme zu treiben. Dabei handelte es sich wieder um einen rein SDRAM Chipsatz. Jedoch war der Speicherausbau auf maximal 512MB RAM limitiert.

Intel geriet nun noch weiter unter Druck. AMD´s ungewohnter Erfolg basierend auf dem eigenen Misserfolg brachte den Giganten gar regelrecht ins Straucheln. Als AMD die magische GHz-Grenze mit seinem Athlon errang, schob Intel kurzerhand den Pentium III mit 1133MHz nach und landete damit direkt auf dem Bauch. Das Produkt war zunächst ein Paperlaunch und außer handverlesener Presseexemplare war der Prozessor nicht verfügbar. Als die CPU´s dann an OEM´s wie Dell ausgeliefert wurden, zeigten sich nun sogar handfeste Probleme. Intel war zu einer Rückrufaktion gezwungen und nahm das Produkt vom Markt. Der PIII Coppermine war bei 1000MHz einfach am Ende. Erst mit einem Die-Shrink zum Tualatin waren noch bis zu 1400MHz drin.

Seit dem ersten Pentium Divionsfehler war Intel so eine Panne nicht mehr unterlaufen und das wo sie außerodentlich unnütz war. Eine direkte Panikreaktion auf AMDs PR-trächtigen Erfolg. Das führte im Hause Intel zu handfesten Konsequenzen, was die Personalien betraf.

Zu dieser Zeit fragte man sich als verunsicherter, ob sich AMD und Intel bei der Zuverlässigkeit ihrer Produkte vielleicht doch nicht sonderlich unterscheiden. Intel hat sein Scherflein zu AMD´s Erfolg also sehr wohl beigetragen, zweifelsohne völlig unbeabsichtigt.

Das sollte sich mit dem Pentium 4 nun alles ändern. Intels aktueller Prozessor ist nur auf ein einziges Ziel hin entwickelt worden : Möglichst hohe Taktraten zu erreichen. Das wird von Intel auch ganz offen propagiert. Denn Prozessoren im x86 Segment verkaufen sich nicht über Leistung oder Effizienz sondern nur über möglichst hohe Taktraten. Das kommt daher, weil der Kunde Leistung und Effizienz mit der Taktrate gleichsetzt.

Intels Strategie ist jedenfalls aufgegangen. Unzählige Pentium 4 Prozessoren wurden auf unsäglichen SDRAM-Plattformen verbaut, denn RAMBUS wollte immer noch niemand haben und DDR-RAM Chipsätze durfte man aufgrund eines Abkommens mit RAMBUS lange Zeit nicht anbieten. Das hat sich zum Glück mittlerweile geändert.

Um die Vergleichbarkeit zum Pentium 4 zu gewährleisten, führte AMD ein Rating System sein. Es wurde auf eine breite Basis anerkannter Benchmarks gestellt und liefert ein durchaus realistisches Szenario. Aller Unkenrufe zum Trotz, ist es AMD gelungen das von K5 und Cyrix-Zeiten noch etwas anrüchige weil seinerzeit realitätsfremde P-Rating wieder zu etablieren.

Weiter: 3. Die Gegenwart und Quellen

1. Das Vorspiel
2. Die Jüngere Geschichte
3. Die Gegenwart und Quellen

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