Au-Ja! - Kontaktverfolgung per Smartphone - Hintergründe und Analyse - 1/2
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Kontaktverfolgung per Smartphone - Hintergründe und Analyse ‐ Seite 1/2

veröffentlicht von doelf am 17.04.2020

Die Technologieriesen Apple und Google, Virologen und Politiker aus aller Welt, sind sich einig: Die Menschheit braucht eine Kontaktverfolgung per Smartphone. Doch diese Technikgläubigkeit wird niemanden retten, sondern nur eine Unmenge Daten anhäufen, die letztendlich Begehrlichkeiten wecken. Was Leben retten kann, sind mehr Tests auf eine COVID-19 Infektion. In diesem Beitrag erklären wir die derzeitigen Planungen sowie unsere diesbezüglichen Bedenken.

Marktanalyse Titelbild

Liebe Leser, die Hölle ist zugefroren! Anders lässt es sich nicht erklären, dass Apple und Google eine gemeinsame Strategie zur Integration der Kontaktverfolgung per Smartphone vorgelegt haben. Die beiden dominierenden Anbieter für mobile Betriebssysteme, die zusammen 99,52 Prozent des Smartphone-Marktes abdecken (Quelle: NetMarketSharey mit Stand März 2020) haben damit das Steuer in die Hand genommen und die Weichen für die weitere Entwicklung gelegt. Zudem steht nun fest: Eine Kontaktverfolgung per Smartphone wird kommen und sie wird praktisch jeden betreffen!

Stufe 1: Programmierschnittstelle für Corona-Apps ab Mai

Bereits im Mai soll eine neue Programmierschnittstelle, der Contact Tracing Framework, an Smartphones auf Basis der beiden dominierenden Mobilbetriebssysteme ausgeliefert werden und Entwicklern als Grundlage für ihrer Corona-Apps dienen. Diese API wird zwei Nutzerzustände kennen: Infiziert und möglicher Kontakt zu einem Infizierten. Diese Zustände sollen vom Benutzer selbst gemeldet werden, was ein nicht zu unterschätzendes Missbrauchspotential darstellt. Andererseits behält der Benutzer im Rahmen solcher manueller Meldungen zumindest die Kontrolle. Apple wird die neue Schnittstelle als System-Update an Geräte mit iPadOS und iOS 13 ausliefern, während Google ein Update über seine Play Services plant. Auf diese Weise kann Google die Smartphone-Hersteller umgehen und auch veraltete Geräte auf Basis von Android 6 einbeziehen, welche eigentlich keinen Support mehr erhalten.

Stufe 2: Kontaktverfolgung durch Betriebssysteme in den kommenden Monaten

Als zweiten Schritt haben Apple und Google die Contact Tracing Bluetooth Specification angekündigt. Dies bedeutet, dass eine Kontaktverfolgung auf Basis von Bluetooth LE (Low Energy) direkt in die Betriebssysteme integriert wird und das Betriebssystem selbst über eine mögliche Ansteckungssituation informiert. Erst wenn dieser Fall eintritt, wird eine Corona-App benötigt, um die mögliche Infektion zu melden. Die Wahl fiel auf Bluetooth LE, da dieser Funkstandard den Akku nur wenig belastet und sich durch Auswertung der Signalstärke auch für Abstandsmessungen im Nahbereich eignet. Tatsächlich sind mit Bluetooth sogar zentimetergenaue Positions- und Abstandsbestimmungen möglich. Auch den Datenaustausch über Bluetooth schließt die neue Spezifikation mit ein. Wann sie in die Betriebssysteme integriert werden kann, steht derweil noch nicht fest. Apple und Google sprechen von den kommenden Monaten, doch bei Android dürfte es in der Regel länger dauern, da sich diese Funktion vermutlich nur über ein System-Update bewerkstelligen lässt.

Die Sicherheitsarchitektur der Kontaktverfolgung

Die Sicherheitsaspekte der Kontaktverfolgung handeln Apple und Google in der Contact Tracing Cryptography Specification ab. Demnach soll es einen eindeutigen Nachverfolgungsschlüssel (32 Bit) pro Benutzer geben, der auf dem Gerät verbleibt. Alle 24 Stunden wird ein neuer Tagesschlüssel (16 Bit) generiert. Diese Tagesschlüssel verbleiben auf dem Gerät, solange der Benutzer gesund bleibt. Kommt es zu einer Ansteckung, werden die Tagesschlüssel des vermutlichen Infektionszeitraums als Diagnoseschlüssel an einen Server übertragen. Bei diesem Server holen sich die Geräte aller teilnehmenden Nutzer eine Liste mit den Diagnoseschlüsseln ab, um einen möglichen Kontakt identifizieren zu können. Diese Identifikation funktioniert über einen weiteren Schlüssel, der Näherungskennung (16 Bit). Die Näherungskennung wird an alle Bluetooth-Geräte in Reichweite gesendet und muss somit als öffentlich betrachtet werden. Um eine personenbezogene Nachverfolgung zu erschweren, wechselt sie jedes mal, wenn sich die MAC-Adresse des Bluetooth ändert.


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