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Ein Jahr Tablet-PC - ein Resumé

Autor: Jan Philip - veröffentlicht am 21.08.2008
s.2/2
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Hard- und Software in der Praxis
Im Oktober 2007 ging es dann schließlich mit dem Studieren los und ich wurde von dem Programm Mathjournal sehr enttäuscht. Die Erkennungsfähigkeiten dieser Software waren für meine Zwecke eindeutig ungeeignet, ein flüssiges Mitschreiben war nicht möglich. Aus diesem Grund griff ich auf das vorinstallierte Programm Windows Journal zurück. Auch wenn ich meine Handschrift nun erst einmal Handschrift bleiben lassen musste, zeigten sich schnell einige andere, bis dato von mir noch ungeahnte Vorteile der digitalen Textaufzeichnung. Zunächst gibt es die Möglichkeit, seinen Text durch die Verwendung vieler Schriftfarben deutlich übersichtlicher zu gestalten. Dies erleichtert später das Lernen der Inhalte für die Prüfungen. So mancher Leser wird nun denken, dass man hierzu auch einfach einen normalen Fineliner verwenden kann. Natürlich ist dies möglich, doch beim digitalen Stift reicht ein Klick aus, um die Farbe zu wechseln.


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Oder um Fehler auch ohne Tippex entfernen zu können. Den Stift des Tablet-PCs muss man nur umdrehen und schon kann man seine Rückseite als Radierer verwenden. Und da wir gerade bei den Korrekturmöglichkeiten sind: Die Gedankengänge der Professoren sind oft verschlungen, so dass sie oft nachträglich vergessene Anmerkungen und Zwischenrechnungen hinzufügen. Auf der breiten Tafel gibt es hierfür viel Platz, doch bei der Mitschrift im A4-Block verliert man schnell die Übersicht durch diverse Pfeile und Sternchen für die Anmerkungen. Die digitale Mitschrift erleichert uns auch hier das Leben: Einfach eine Zusatztaste am Stift drücken, den Schriftblock umfahren und schon können wir ihn verschieben oder komplett löschen. Und nicht nur Dozenten machen Fehler: Ich möchte nicht wissen, wie oft ich beim Rechnen von Übungsblättern einfach mal eine komplette Seite löschen musste - ohne die Rechnung durchstreichen oder Papier wegwerfen zu müssen.

Aber nicht nur der Besitzer eines 'digitalen Notizblocks' profitiert davon, sondern auch seine Kommilitonen. Wie die Musik- und Filmindustrie leidlich lernen musste, lassen sich Daten, die einmal in digitaler Form vorliegen, sehr einfach vervielfältigen. Selbiges gilt für die Mitschriften der Vorlesungen, die nur ein Student machen muss, während sich die anderen auf das Verständnis der Inhalte konzentrieren oder im heimischen Bett eine Krankheit auskurieren können und dennoch nichts verpassen. Exportiert in eine PDF-Datei, kann somit jeder die Mitschrift nutzen.

Office OneNote:

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Wie sich im Laufe des ersten Semesters zeigte, beitet Windows Journal leider keine Möglichkeit, um die erstellten Dateien sinnvoll zu ordnen. Wer später bestimmte Inhalte sucht, wird daher nicht sonderlich schnell fündig. Aus diesem Grund bin ich nach ungefähr zwei Monaten auf Office OneNote umgestiegen, dass dank eines Abkommens mit Microsoft legal und kostenlos an unserer Uni verfügbar ist. Office OneNote bietet deutlich mehr Möglichkeiten, um die Aufzeichnungen zu sortieren und organisieren, so dass mir langes Suchen erspart bleibt.

Einige meiner Mitstudenten vertreten die Ansicht, dass ein zwei Kilogramm schwerer Tablet-PC viel schwerer und unhandlicher als ein A4-Schreibblock wäre. Dem muss ich jedoch widersprechen: Aus Gründen der Datensicherheit und der Tatsache, dass ich von einem Blatt Papier doch besser lernen kann, drucke ich meine sämtlichen Aufzeichnungen während eines Semesters aus. Zusammengeheftet in einem Ordner ergaben sie im ersten Semester 3,1 kg und im zweiten sogar 3,5 kg. Dazu bietet unsere Unibibliothek zahlreiche eBooks an, von denen ich das Äquivalent zu 5 kg Papier auf meinem Rechner habe. Hinzu kommen 2,5 kg Formelsammlung. Will ich sämliche Informationen mit mir führen, habe ich die Wahl zwischen 2 kg Computer und 13,7 kg Papier.

Ebenfalls musste ich feststellen, dass an der Universität das Internet deutlich häufiger benötigt wird als an der Schule. Die Übungsblätter muss man sich selbst herunterladen und ausdrucken, Anmeldungen für Übungsgruppen laufen ausschließlich digital und auch das Verlängern von ausgeliehenen Büchern geht nur noch über das Netz. Als Student kommt man um den Computer nicht mehr herum und dank Wireless-LAN kann man auf dem Campus überall online gehen. Häufig recherchiere ich etwas über das Internet oder befrage die Wikipedia zu physikalischen oder mathematischen Problemen. Nebenher gibt es auch noch einige Applikationen, wie beispielsweise die Mathematiksoftware Maple oder Mathematika, welche man hin und wieder auch gerne unterwegs anwendet.

Fazit
Ich habe den Kauf des Tablet-PC und die damit verbundenen Mehrkosten nicht bereut. Im Gegenteil: Ich würde dieses Gerät sehr vermissen, wenn ich es nicht mehr nutzen könnte. Inzwischen schreibe ich - mit Ausnahme der Klausuren - fast nur noch auf diesem Gerät. Natürlich gibt es auch Nachteile, die zu bemängeln sind: Da wäre zum einen das Lüftergeräusch des IBM Lenovo X61T, welches ein Notizblock natürlich nicht von sich gibt. Ich habe mich in den letzten Monaten an das leise Rauschen gewöhnt und zumeist ist die Umgebung so laut, dass man den Lüfter sowieso nicht wahrnehmen kann. Ein weiterer Nachteil sind die Anschaffungskosten. Ich habe rund 2.000 Euro in mein IBM Lenovo X61T, da ich ein hochauflösendes Display (1400 x 1050 Pixel auf 12-Zoll), mehr Arbeitsspeicher, die Garantieverlängerung und einen Zusatzakku haben wollte. Sicherlich hätte ich ohne diese Ansprüche ca. 500 Euro sparen können und es ist zuweilen ein wenig peinlich, ein solch teures Notebook zu besitzen, doch ich denke diese Investition war sinnvoll. Schließlich handelt es sich um ein wichtiges Arbeitsgerät, welches ich täglich mehrere Stunden produktiv benutzte.


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Die Preise der Tablet-PCs bewegen sich zumeist zwischen 1.000 und 2.000 Euro, doch es gibt auch Ausreißer nach unten. So findet man das Netbook Gigabyte M912X mit 8,9-Zoll Touchscreen und Intel Atom N270 1,60 GHz CPU bereits zu Preisen um die 500 Euro im Handel. Man kann sich auch nach gebrauchten Geräten umsehen, doch aufgrund ihres professionellen Charakters sind die Preise der Tablet-PCs vergleichsweise hoch. Meiner Einschätzung nach werden sich Geräte dieser Art immer weiter verbreiten, zumal Touchscreens immer beliebter werden und mit höheren Absatzzahlen auch die Produktionskosten für Tablet-PCs stetig sinken. Ein wenig hinterher hinken Betriebssysteme und Software, hier scheint man den zusätzlichen Entwicklungsaufwand vielerorts zu scheuen. Es bleibt zu hoffen, dass auch hier die Entwicklung fortschreiten wird, damit man die Vorteile des Tablet-PC im Alltag auch wirklich nutzen kann.

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