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CeBIT 2007 - Teil 15: AMD und ATi - 3/3
26.03.2007 by doelf
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Die Chancen von DTX
Es gibt bereits zahlreiche kompakte Bauformen, angefangen bei Micro-ATX über Flex-ATX bis zu VIAs Mini-ITX. AMD sieht im Bereich der SFF-Computer ein großes Marktpotential und möchte mit seinem offenen Industriestandard DTX mitreden. Dabei scheinen sich die Texaner die beliebten Mini-Barebones genau angesehen zu haben, denn der große Vorteil des DTX-Formates besteht darin, dass dieses zwei Erweiterungskarten erlaubt. DTX steht damit für einen Mittelweg zwischen sehr kompakten und sinnvoll erweiterbaren Computern.


Quelle: AMD

Die Frage, die über den Erfolg von DTX entscheiden wird, ist simpel: Lassen sich Computer im DTX-Format preiswerter produzieren oder nicht? Falls die Nachfrage hoch genug ist, bietet der DTX-Formfaktor Potential, sollte es - wie bei VIAs Mini-ITX - bei vergleichsweise geringen Stückzahlen bleiben, wird sich DTX aus Kostengründen allerdings kaum durchsetzen können.

ATis R600
Nach unserem Gespäch mit Stephan Schwolow und Ron Myers trafen wir uns mit Chris Hook, Head of Public Relations bei ATi Technologies Europe. Chris Hook begann mit AMDs 690G Chipsatz und wir zeigten uns verwundert. Wir haben doch einen Termin mit ATi, warum sprechen wir dann über einen Chipsatz von AMD? Da dieser eine ATi Radeon X1250 Grafikeinheit beinhaltet, welche AMDs Prozessoren zur überlegenen Plattform für Windows Vista macht, erläuterte unser Gesprächspartner. Wir erwiderten, dass uns die Vorteile des AMD 690G im Vergleich zu Intels G965 durchaus bekannt sind, wir uns mit ihm aber lieber über diskrete Grafiklösungen - z.B. ATis R600 - unterhalten würden. Die Antwort lautete "no comment".


Quelle: AMD

Im weiteren Gesprächsverlauf versuchte Chris Hook das Thema R600 konsequent zu umschiffen, während wir immer wieder in diese Kerbe schlugen. Schließlich hatten uns zahlreiche Hersteller den Rat "Wenn ihr was zum R600 wissen wollt, müsst ihr AMD fragen!" mit auf den Weg gegeben. Nach einigen Minuten waren beide Seiten verständlicherweise etwas genervt. Wir sprachen Chris Hook nun direkt auf die Demosysteme an, welche AMD am Vortag bei seinen Partnern entfernt hatte. Er bestätigte, dass AMD einigen Partnern solche Systeme zur Verfügung gestellt habe, allerdings unter der Auflage, diese verschlossenen Rechner nicht der Presse zu zeigen. Nachdem die ersten Fotos im Internet aufgetaucht waren, hatte man diese Systeme wieder eingesammelt. Doch warum die Geheimniskrämerei? Warum sollen weder die Presse noch normale CeBIT Besucher ATis erste DirectX 10 Grafikkarte zu Gesicht bekommen? Schließlich zeigen NVIDIAs Partner an jeder Ecke die GeForce 8800, welche seit Monaten im Handel ist. Chris Hook erklärte, man wolle zum Launch die Journalisten und die Entwickler zusammenbringen, damit die Tragweite des R600 in allen Facetten beleuchtet werden kann. In seinen Augen wäre es nicht sinnvoll, entsprechende Grafikkarten auf der CeBIT in Glasvitrinen zu zeigen. Unseren Informationen nach wird der Launch-Event nur noch wenige Wochen auf sich warten lassen und wir finden es schade, dass AMD nicht die weltgrößte Computermesse zum Anlass nahm, die neue GPU vorzustellen. Wenn die Hersteller keine Neuheiten mit auf die CeBIT bringen, fehlt der Messe eine entscheidende Zutat und das Ergebnis bleibt fade und ist nicht sonderlich aufregend. Im Rahmen von AMDs Pressekonferenz wurde zumindest ein interessantes Detail zum R600 gelüftet: Die CPU wird bei der HDMI-Ausgabe nicht nur auf das Videosignal beschränkt sein, sondern auch das Audiosignal digital übertragen.


Quelle: AMD

Ein weiteres Thema, das uns am Herzen lag, erwischte Chris Hook leider ebenfalls auf dem falschen Fuß. Angesichts von immer effizienter werdenden Prozessoren erscheint es uns schon ein wenig bizarr, dass die Stromaufnahme der Grafikchips seit Jahren stetig ansteigt. ATis R600 soll angeblich einen Stromverbrauch bis zu 240 Watt aufweisen, eine Angabe, die im Gespräch weder bestätigt noch widerlegt wurde. Kombiniert man nun zwei R600 basierende Grafikkarten für die 3D-Berechnung und eine dritte für die Phsyik mit einer AMD Quad FX Plattform, hat man die 1000 Watt schnell hinter sich gelassen und noch keine einzige Festplatte eingebaut. Wir wollten wissen, wie die High-End Gamersysteme der folgenden Generationen aussehen werden, denn unsere heimischen Steckdosen sind schließlich auf 1500 Watt limitiert. Zu diesem Thema bekamen wir keinen Kommentar und auch zu ATis kommender DirectX 10 Mittelklasse gab es keine Informationen. Zum Abschluss zeigte uns Chris Hook ein System mit einer R600, bei der es sich allerdings nicht um das finale Produkt handelte. Die Grafikkarte hatte in etwa die Abmessungen einer Radeon X1950 XTX und durfte nicht fotografiert werden.

Wir erlebten bei AMD zwei Gespräche, wie sie unterschiedlicher nicht hätten sein können. Während Ron Myers die Architektur des Barcelona mit einer schon ansteckenden Begeisterung bis ins Detail erklären durfte, hatte ATi entschieden, zum R600 zu schweigen. Möglicherweise ist ATis R600 ein großartiges Produkt, doch da wir so gut wie nichts über ATis erste DirectX 10 GPU erfahren haben, konnten wir uns leider keine eigene Meinung bilden. Auf jeden Fall möchten uns herzlich bei Stephan Schwolow, Ron Myers und Chris Hook für das offene Gespräch bedanken und hoffen, AMDs neue Produkte im Laufe des Jahres ausführlich vorstellen und testen zu können.
Fotos: Michael Doering, Kevin Kleibömer, Rolf Quint.

Weiter zu Teil 16: Intel (Prozessoren und Chipsätze)

1. Einleitung und Hintergründe
2. CPU: Barcelona und Agena; das Open Platform Konzept
3. Die Chancen von DTX und ATis R600

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