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Troubleshooting-Guide V1.02: Asrock 939Dual-SATA2 Rev. 1.04 - 1/9
14.02.2006 by doelf; UPDATE: 22.02.2006
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UPDATE 22.02.2006:
Per Default stellt das Mainboard eine HyperTransport-Taktung von 800 MHz ein. Allerdings beherrschen Sockel 939 CPUs diese Anbindung auch mit einem Takt von 1000 MHz. Dieses Problem läßt sich im BIOS berichtigen:
2. Setup, Layout, Cool'n'Quiet, SATA und HyperTransport

UPDATE 18.02.2006:
Wir haben im Abschnitt 5. Speicher-Test: Athlon 64 3500+ Winchester, Double Sided DDR400 und 2T Command Rate die Ergebnisse mit vier bestückten DIMM-Slots nachgereicht. Zudem haben wir den Abschnitt 2. Setup, Layout, Cool'n'Quiet, SATA und HyperTransport um ein Problem bei der Installation auf SATA-Festplatten ergänzt.




Man sieht sich immer zweimal...
Das Asrock 939Dual-SATA2 Rev. 1.04 hatten wir am 8. September 2005 im Test. Zunächst testeten wir das Mainboard mit dem BIOS 1.10, welches sich als stabil und vergleichsweise unproblematisch zeigte. Kurz vor der Veröffentlichung bekamen wir von Asrock das BIOS 1.20, welches zudem etliche Übertaktungsoptionen freischaltete und ebenfalls einen guten Eindruck hinterließ. Probleme hatten wir vor fünf Monaten vor allem mit unserer Asus V9950 Ultra, einer GeForce FX5900 Ultra Grafikkarte für den AGP 8x Steckplatz, welche nicht sauber erkannt wurde und daher ohne 3D-Beschleunigung arbeitete. Andere AGP 8x-Grafikkarten funktionierten hingegen einwandfrei. Zudem störte uns damals, daß Asrock die CPU beim Einsatz von Cool'n'Quiet zwar auf 1000 MHz heruntertaktete, die CPU-Spannung aber lediglich auf 1,32 Volt absenkte. Deaktivierte man im BIOS 1.20 Cool'n'Quiet, so ließen sich jedoch auch niedrigere Werte für die CPU-Voltage einstellen.


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Unschön fanden wir zudem die Verwendung eines 20-Pin ATX Stromanschlusses auf einem PCI-Express Mainboard, denn im ATX12V Power Supply Design Guide Version 2.2 wird nicht umsonst der Einsatz eines 24-Pin Anschlusses verlangt:

"1.2.2. Main Power Connector:
The 2 x 10 main power connector has been replaced by a 2 x 12 connector. This was made to support 75 watt PCI Express requirements. Pinout assignments are based on the SSI recommendation.
With the added 12V, 5V, and 3.3V pins the need for an Aux Power connector is no longer needed and the guidance for this connector has been removed."

Im Klartext: Der 24-Pin Anschluß stützt mit einer zusätzlichen 12 Volt Zuleitung stromhungrige PCI-Express Grafikkarten, die bis zu 75 Watt aufnehmen dürfen, Asrock verbaut aber nur einen 20-Pin Anschluß und begibt sich damit auf dünnes Eis.

Seit der Veröffentlichung unseres Testberichtes gab es sehr viel Resonanz. Benutzer schickten uns zahlreiche E-Mails, im Forum wuchs der Thread auf 13 Seiten und Asrock klebte einen Aufkleber mit unserem Award-Logo auf die Mainboard-Verpackung des Asrock 939Dual-SATA2. Dennoch bekamen wir weder auf die Bitte, ein Referenzboard zu stellen, noch auf technische Fragen zu den uns aufgefallenen Problemen irgendeine Antwort. Es kam keinerlei Kontakt mit Asrock zustande. Unser Testmuster bekamen wir damals von HiQ Computer, die sich die Mühe gemacht hatten, uns pünktlich zur Markteinführung in Deutschland ein solches Mainboard zu besorgen.

Das Feedback zum Asrock 939Dual-SATA2 ist durchaus geteilt: Während einige Benutzer das Mainboard heiß und innig lieben, sehen es andere als eine Machenschaft des Teufels. Hier läuft es und läßt sich extrem übertakten, dort gibt es nur Bluescreens und Abstürze. Und wir sitzen dazwischen, unser Aufkleber auf dem Mainboard-Karton, kein Referenzboard zu Händen und alle Ergebnisse mit zwei frühen BIOS-Versionen gemessen. Mainboard-Tests sind immer eine Momentaufnahme mit einer bestimmten Systemkonfiguration, das ist der Fluch dieser Branche. Nachdem uns Anfang 2006 Peter Gräber von unserer Partnerseite HardTecs4U kontaktierte, da er erhebliche Probleme mit diesem Mainboard feststellen mußte, besorgten wir über HiQ Computer ein zweites Testmuster. Die Ergebnisse dieses Nachtests, welcher in enger Zusammenarbeit mit HardTecs4U entstanden ist, möchten wir im Rahmen dieses Troubleshooting-Guides zusammenfassen.

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Troubleshooting-Guide V1.02: Asrock 939Dual-SATA2 Rev. 1.04 - 2/9
14.02.2006 by doelf; UPDATE: 22.02.2006
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Testsetup
Die mit fetter Schrift hervorgehobenen Komponenten wurden für die Benchmarks verwendet:


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Das Mainboard
Das Asrock 939Dual-SATA2 Rev. 1.04 blieb in den letzten 5 Monaten unverändert, die Platine trägt weiterhin die Revisionsnummer 1.04 und Layout sowie Bauteile entsprechen denen unseres ersten Testmusters. Veränderungen gibt es allerdings beim BIOS. Seit September sind vier neue Versionen erschienen, welche vor allem neue Prozessoren einpflegen:

Cool'n'Quiet
Bei Cool'n'Quiet hat sich leider nichts geändert. Das Mainboard taktet die CPU zwar anstandslos auf 1000 MHz herunter, die anliegende Spannung wird aber lediglich auf 1,30 bis 1,32 Volt gesenkt. Es gibt zwar inoffizielle BIOS-Versionen, welche die Spannung auch weiter absenken, doch wir vermuten, daß Asrock mit diesem Vorgehen ein Problem mit der Stromversorgung des Mainboards umgehen will, die auf zu starke Spannungswechsel möglicherweise empfindlich reagiert.


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USB-Probleme
Einige Leser sowie HardTecs4U hatten Probleme mit USB-Geräten. Der Anschluß von USB-Datenträgern sorgte ab und zu für plötzliche Reboots. Dieses Problem versuchten wir mit einem USB 1.1 Stick (Z-Cyber Proton), einem USB 1.1 mp3-Player (Z-Cyber Boom’N), einer USB 1.1 Digitalkamera (Casio QV-3000EX/lr), einer USB 2.0 2,5-Zoll Festplatte (Advance iFire2) sowie einer USB 2.0 1,0-Zoll Festplatte (takeMS MEM-HDD Box 8 Gigabyte) nachzustellen, ohne Erfolg. Wir konnten keinerlei Probleme mit den vier USB 2.0 Anschlüssen im Backpanel feststellen und setzten zudem im Test eine USB-Mouse von Logitech ein.

Probleme bei der Installation auf SATA-Festplatten
Wenn wir das BIOS 1.60 aufspielten und anschließend ein CLEAR-CMOS ausführten, so stellte das BIOS die SATA-Ports der ULi M1567 Southbridge auf "RAID". Versuchten wir nun auf unserer Maxtor MaxLine III 250 GByte SATA Windows zu installieren, blieb Windows XP Professional SP2 bei der Hardwareerkennung hängen. Stellten wir im BIOS den Betriebsmodus des SATA-Controllers auf "NON-RAID", so funktionierte die Installation problemlos.

HyperTransport zu langsam
Per Default stellt das Mainboard eine HyperTransport-Taktung von 800 MHz ein. Allerdings beherrschen Sockel 939 CPUs diese Anbindung auch mit einem Takt von 1000 MHz. Wie beim falsch erkannten Speichertakt bei Verwendung von DDR400-Speicher bremst Asrock auch hier das System per Default etwas aus. Dies erklärt unter Umständen aber auch die ordentlichen Übertaktungsresultate, da eine Herabsetzung des HyperTransport-Taktes zumeist auch höhere Taktraten für Speicher und CPU ermöglicht. Der Chipsatz ist via HyperTransport an die CPU angebunden, auch North- und Southbridge koppelt ULi via HyperTransport aneinander.

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Troubleshooting-Guide V1.02: Asrock 939Dual-SATA2 Rev. 1.04 - 3/9
14.02.2006 by doelf; UPDATE: 22.02.2006
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3D-Leistung: AGP vs PCIe
Einige Besitzer von NVIDIA basierenden AGP-Grafikkarten beklagten sich zudem über eine katastrophale 3D-Performance. Auch wir hatten in unserem ersten Test erhebliche Probleme mit einer Asus V9950 Ultra mit NVIDIAs GeForce FX5900 Ultra GPU gehabt und verwendeten für den AGP-Test daher eine Powercolor Radeon 9800Pro. Nun steht uns eine GeForce 6600 GT für den AGP-Steckplatz zur Verfügung, so daß wir einen direkten Vergleich zwischen AGP und PCIe-Leistung durchführen können. Da unsere MSI NX6600GT-TD128E für den PCI-Express Steckplatz den Speicher mit 500 MHz um 50 MHz höher taktet als die AGP-Vergleichskarte von Xpert Vision, haben wir den Speicher-Takt der MSI auf DDR900 abgesenkt. Die GPUs beider Karten arbeiten mit 500 MHz.

3DMark03 (Build 3.6.0)
Chaintech S1689
6600GT AGP
BIOS 7.0
8007
Asrock 939Dual-SATA2
6600GT PCIe
BIOS 1.60
7976
Asrock 939Dual-SATA2
6600GT AGP
BIOS 1.60
7898

3DMark05 (Build 1.2.0)
Chaintech S1689
6600GT AGP
BIOS 7.0
3187
Asrock 939Dual-SATA2
6600GT PCIe
BIOS 1.60
3101
Asrock 939Dual-SATA2
6600GT AGP
BIOS 1.60
2989

Aquamark03: GFX
Asrock 939Dual-SATA2
6600GT PCIe
BIOS 1.60
8247
Chaintech S1689
6600GT AGP
BIOS 7.0
7749
Asrock 939Dual-SATA2
6600GT AGP
BIOS 1.60
7719

Der Vorsprung der PCI-Express Grafikkarte liegt bei 3DMark03 unter einem Prozent, bei 3DMark05 steigt der Unterschied auf 3,6 Prozent an. Bei Aquamark03 liegt die Differenz sogar bei 6,4 Prozent, das ist schon recht deutlich.
Zum Vergleich nahmen wir zudem das Chaintech S1689 mit ULis 1689 Chipsatz hinzu. Dieses Mainboard liegt mit der GeForce 6600GT AGP bei 3DMark03 sowie 3DMark05 vor dem Asrock 939Dual-SATA2. Bei Aquamark03 fällt aber auch das Chaintech um 6,1 Prozent zurück.

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Troubleshooting-Guide V1.02: Asrock 939Dual-SATA2 Rev. 1.04 - 4/9
14.02.2006 by doelf; UPDATE: 22.02.2006
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Speicher-Test: Athlon 64 3500+ Winchester, Double Sided DDR400 und 1T Command Rate
So, nun geht es ans Eingemachte: Es soll massive Probleme mit der 1T Command Rate geben, sporadische Reboots sowie Bluescreens. Als wir dies hörten, war die Verwunderung groß: Das wollte so gar nicht zu dem Mainboard passen, welches wir im September getestet hatten. Wir bestückten unser neues Testboard mit zwei Double Sided DDR400 Riegeln von TakeMS und flashten das BIOS 1.60. Dann betrachteten wir, welche Taktrate und Command Rate das Mainboard für diese Konfiguration ausgeählt hat:

Wie gehabt geht Asrock auf Kosten der Performance sehr, sehr konservativ vor. Laut Memtest86+ erreicht das Mainboard mit DDR333 2T einen Speicherdurchsatz von 1718 MByte/s, mit DDR400 2T wären es hingegen 2046 MByte/s und mit DDR400 1T sogar 2204 MByte/s. Wer diese Leistung nicht wegwerfen will, muß im BIOS selbst Hand anlegen und dort DDR400 sowie die 1T Command Rate aktivieren. Doch hier soll es Nebenwirkungen geben. Wir starteten unseren Stresstest (Prime95 sowie 3DMark2001SE in der Dauerschleife) und ließen das Mainboard je Konfiguration 24 Stunden mit DDR400 und 1T Command Rate laufen:

Alles stabil. Zeit, um mit HardTecs4U Rücksprache zu halten. Auch dort konnte man das Asrock 939Dual-SATA2 unter Windows stundenlangen Stresstests unterziehen, ohne daß es zu Problemen gekommen wäre. Wurde allerdings Memtest86+ gestartet, sah es nach 15 bis 25 Minuten sehr finster aus.

Auch dieses Szenario stellten wir nach, zunächst mit TakeMS Speicher, danach mit Modulen von Corsair:


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Nach 15 bis 25 Minuten war der Bildschirm voller Fehlermeldungen, die immer nach dem Wechsel in den Testabschnitt #8 ("Modulo 20, ones and zeroes") auftraten. Hier die Beschreibung dieses Tests:

"Using the Modulo-X algorithm should uncover errors that are not detected by moving inversions due to cache and buffering interference with the the algorithm. As with test one only ones and zeros are used for data patterns."

Es handelt sich also um eine Speicheroperation, welche den Cache bewußt umgeht, also einen direkten Zugriff der CPU über den Speichercontroller auf den Arbeitsspeicher. Im Normalfall befinden sich die Daten, welche die CPU benötigt, bereits im Cache.

Wir versuchten daraufhin herauszufinden, ob das Mainboard bzw. der Chipsatz lediglich mit Memtest86+ nicht zurechtkommt oder vielleicht auch andere Instabilitäten auftreten. Nach etlichen Cut&Paste-Versuchen mit Paint, welche bei manchen Benutzern regelmäßig zu Problemen führen sollen, konnten wir dem System nur Stabilität bescheinigen. Wir starteten SiSioft Sandra 2005.SR1, um den Speicherdurchsatz zu messen, und siehe da: Der Bildschirm wurde blau, es trat eine "Machine_Check_Exception" auf und der Rechner bootete neu. Wir hatten den automatischen Neustart unter Windows zwar deaktiviert, doch dieser Absturz war so heftig, daß das System gerade noch in der Lage war, seinen Abflug zu vermelden, zum schreiben eines Memory-Dumps aber leider keine Zeit mehr blieb.

Der Reboot kam so schnell, daß die Zeit nicht ausreichte, um ein Foto des Bluescreens zu machen. Wir wiederholten unser Vorgehen, machten mit Paint ca. 40 Cut&Paste Operationen, doch Sandra startete diesmal einwandfrei. Als wir allerdings wenig später auf die Festplatte zugreifen wollten, kam es erneut zu einem Bluescreen. Wir konnten auf diese Weise recht schnell sieben Abstürze provozieren, die nur zwei Dinge gemeinsam hatten:

  1. Zuerst hatten wir den Speicher mit Cut&Paste Operationen gefüllt und belastet
  2. Danach verursachten wir einen Zugriff auf die Festplatte

Für eine sinnvolle Analyse des Problems reicht das zwar noch nicht aus, aber immerhin konnten wir einen Schnappschuß des Bluescreens machen:


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Eine Machine_Check_Exception ist ein schwerwiegender Fehler, welcher normalerweise auf defekte Hardware oder ein zu weit übertaktetes System hindeutet. Hier einige typische Fehler-Szenarien:

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Troubleshooting-Guide V1.02: Asrock 939Dual-SATA2 Rev. 1.04 - 5/9
14.02.2006 by doelf; UPDATE: 22.02.2006
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Speicher-Test: Athlon 64 3500+ Winchester, Double Sided DDR400 und 2T Command Rate
Nachdem wir mit der 1T Command Rate zunächst nicht weiterkamen, versuchten wir uns mit DDR400 und 2T Command Rate. Diesmal gab es mit Memtest86+ keinerlei Probleme:

UPDATE: Wir haben die Ergebnisse um die Durchläufe mit vier Speicherriegeln ergänzt. Hierbei bestätigte sich das Ergebnis des ursprüglichgen Tests: Mit zwei doppel- und zwei einseitig bestückten Speicherriegeln arbeitet das Mainboard mit DDR400 und 2T Command Rate stabil. Verwenden wir vier doppelseitige Speicherriegel, müssen wir auf DDR333 zurüchschalten. Dies entspricht AMDs Vorgaben für alle Sockel 939 CPUs inklusive der Revision E, damit liegt hier alles im grünen Bereich.


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Sicherheitshalber führten wir auch diesmal unseren Stresstest aus Prime95 und 3DMark2001SE aus:

UPDATE: Der Stresstest liefert exakt die selben Ergebnisse wie Memtest86+. Im Betrieb mit vier Speicherriegeln gibt es demnach keinen Grund zur Klage.

Unter Windows XP SP2 machten wir uns wieder an Paint, ließen im Hintergrund diverse Programme laufen und konnten keinen Absturz provozieren.

Fassen wir zusammen:
Wir haben bisher sporadische Abstürze im DDR400-Betrieb mit doppelseitig bestückten Speicherriegeln mit der 1T Command Rate nachstellen können, diese lassen sich recht schnell mit Hilfe von Memtest86+ verifizieren. Unser Dauerlasttest ist nicht in der Lage, die Bluescreens herbeizuführen, dafür kann das Öffnen des Windows Explorers ausreichen, um einen Neustart zu verursachen. Mit DDR400 2T Command Rate arbeitet das System stabil. Wir sind an dieser Stelle ein wenig ratlos und greifen zu Single Sided Speicherriegeln.

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Troubleshooting-Guide V1.02: Asrock 939Dual-SATA2 Rev. 1.04 - 6/9
14.02.2006 by doelf; UPDATE: 22.02.2006
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Speicher-Test: Athlon 64 3500+ Winchester, Single Sided DDR400 und 1T/2T Command Rate
Der neue DDR400 CL3 Speicher unserer Wahl kommt von Infineon (Typ HYS64D64300HU-5-B) und ist nur einseitig bestückt. Mal sehen, was Memtest86+ jetzt so einfällt:


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Überraschung: Diesmal läuft Memtest86+ ohne Probleme mit DDR400 1T Command Rate! Durch den Wechsel der Speicherriegel mußten diesmal nur 2x 8 statt 2x 16 Speicherchips adressiert werden, das scheint dem Asrock 939Dual-SATA2 besser zu bekommen. Wir starteten Windows XP SP2 und machten uns daran, einen Bluescreen zu provozieren. Erfolglos! Nach stundenlanger Arbeit und einem zweiten Memtest86+ Lauf notieren wir uns diese Konfiguration als stabil.


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Nun war es wieder an der Zeit, die Ergebnisse mit HardTecs4U abzugleichen. Auch dort wurden zwei einseitig bestückte Speicherpaare getestet, allerdings mit gemischtem Erfolg. Während 2x 256 MB Infineon DDR400 auch mit der 1T Command Rate zurecht kamen, mußte für 2x 512 MB MDT DDR400 wieder die 2T Command Rate gewählt werden.

Halten wir fest:
Mit Single Sided Speicher scheint es weniger Probleme zu geben, es wäre nun an der Zeit zu untersuchen, warum das so ist.

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Troubleshooting-Guide V1.02: Asrock 939Dual-SATA2 Rev. 1.04 - 7/9
14.02.2006 by doelf; UPDATE: 22.02.2006
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Speicher-Test: Athlon 64 3500+ Winchester, Double Sided DDR400, 1T Command Rate, kein Bank Interleave
Bei Verwendung unserer Infineon DDR400 512 MB Single Sided CL3 Riegel bietet das BIOS des Asrock 939Dual-SATA2 die Option "Bank Interleave" nicht an. Das verwundert, denn Bank Interleaving hat zunächst einmal nichts mit den vom Speicherriegel genutzten Bänken im DIMM-Slot zu tun.

Bank Interleaving geht viel tiefer und betrifft die eigentlichen Speicherchips. Die Speicherzellen der einzelnen Chips sind in Reihen (Rows) und Spalten (Columns) organisiert, dieser werden zu "Arrays" zusammengefaßt. Die Arrays wiederum werden in Bänken (Banks) angeordnet. Ein typischer Speicherchip ist in zwei oder vier Banks organisiert, worauf sich "2 Bank" oder "4 Bank Interleave" bezieht. Moderne Chips nutzen zumeist eine 4 Bank Architektur. Um Produktionskosten und den Stromverbrauch zu senken, sind allerdings nicht immer alle Bänke offen bzw. aktiv. Genauer gesagt ist nur eine der vier Bänke geöffent. Da es Zeit (Cycles) kostet, eine Bank zu öffenen, ist der sequentielle Speicherzugriff immer mit Wartezyklen verbunden.
Beispiel: Bank öffnen, Bit adressieren, Bit lesen, Bank schließen, nächste Bank öffnen...

Cleverer wäre es, diese Befehle mit dem nächsten Zugriff zu verweben, denn dann würden die Wartezyklen für weitere Zugriffe genutzt.
Beispiel: Bit adressieren, nächste Bank öffnen, Bit lesen, aktuelle Bank schließen, nächstes Bit adressieren...

Moment, es kann doch nur eine Bank offen sein, wieso kann man die nächste öffnen, bevor die aktuelle geschlossen wurde? Nun, der Speichercontroller hat ja zunächst nur den Befehl zum Öffnen geschickt, bis die Bank tatsächlich offen ist, vergehen - wie gesagt - einige Zyklen. Und genau diese wurden nun sinnvoll genutzt.

Soviel zur grauen Theorie. In der Praxis wirkt sich das Bank Interleaving kaum aus, da der Cache innerhalb der CPU die meisten Abfragen puffert. Und wie Memtest86+ zeigt, sind es ja die Zugriffe, welche den Cache umgehen, welche uns Kopfschmerzen bereiten. Ohne "Bank Interleave" bremsen wir den Speichercontroller etwas aus und entschärfen die Situation. Wagen wir einen weiteren Testlauf mit Memtest86:

Keine Probleme, alles im grünen Bereich. Zum Gegentest schalten wir das Bank Interleave wieder an ("Auto"):

Doch welche Auswirkungen hat das Abschalten des "Bank Interleave" auf den Speicherdurchsatz?

SiSoft Sandra 2005.SR1 (10.50): Mem/INT; Mem/FPU
Asrock 939Dual-SATA2
TakeMS DS+BI
5913
5848

Asrock 939Dual-SATA2
TakeMS DS
5882
5843

Asrock 939Dual-SATA2
Corsair DS+BI
5867
5815

Asrock 939Dual-SATA2
Corsair DS
5842
5781

Asrock 939Dual-SATA2
Infineon SS
5819
5770

Da, wie gesagt, die meisten Daten zuerst im Cache landen, ist der Leistungseinbruch sehr gering.

Nun tauchen wieder Fehler auf! Ist "Bank Interleave" des Rätsels Lösung? Wir schließen uns abermals mit HardTecs4U kurz, dort nutzt der Verzicht auf "Bank Interleave" nichts. Allerdings wurde dort für diesen Test ein Athlon 64 X2 im E6-Stepping verwendet. Wir packen also unseren Athlon 64 X2 3800+ mit Manchester-Kern aus und starten in die nächste Runde.

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Troubleshooting-Guide V1.02: Asrock 939Dual-SATA2 Rev. 1.04 - 8/9
14.02.2006 by doelf; UPDATE: 22.02.2006
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Speicher-Test: Athlon 64 X2 3800+ Manchester, Single/Double Sided DDR400, 1T Command Rate, kein Bank Interleave
Wir erinnern uns: Der Speichercontroller steckt bei AMDs K8-Architektur in der CPU und nicht im Chipsatz. Seine Parameter können via BIOS konfiguriert werden, welche Taktraten mit wievielen Speicherbänken möglich sind, hängt zudem vom Layout des Mainboards ab. Nachdem wir beim Winchester 3500+ mit der Option "Bank Interleave" einige Erfolge verzeichnen konnten, möchten wir diese nun mit einem Manchester 3800+ wiederholen. Hier die Ergebnisse:


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Während unsere einseitigen Infineon Riegel, bei deren Verwendung kein "Bank Interleave" angeboten wird, stabil arbeiten, versagen die doppelseitigen Speicherriegel trotz abgeschaltetem "Bank Interleave" bei Verwendung der 1T Command Rate wieder völlig. Bei Memtest86+ zeigt der Test #8 wiederum Fehler.

Vervollständigen wir nun die Testreihe mit unserem Athlon 64 X2 3800+:

Mit 2T Command Rate ist wieder alles im grünen Bereich, die Kombination aus 1T Command Rate und "Bank Interleave" sorgt nun allerdings für richtige Reboots. Nach einigen Versuchen gelingt es uns mit Hilfe einer aktiven Kühlung von Speicher, PCB und Northbridge, Memtest86+ ohne Reboot zum Absturz zu bewegen. Gemeldet wird ein "Unexpected Interrupt".


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Halten wir fest:
Während die Deaktivierung der Option "Bank Interleave" im Zusammenspiel mit dem Speichercontroller des Athlon 64 3500+ Winchester jegliche Fehlermeldung von Memtest86+ beseitigte, nutzt dieser "Trick" beim Athlon 64 X2 3800+ mit Manchester-Kern leider nichts. Das Abschalten scheint das Problem zwar zu vermindern - immerhin sehen wir keinen Reboot sondern nur die Fehlerliste - gelöst wird es aber keinesfalls. Nur die 2T Command Rate kann bei dieser Kombination die Fehlerorgie beenden.

- Seite 8 -

Troubleshooting-Guide V1.02: Asrock 939Dual-SATA2 Rev. 1.04 - 9/9
14.02.2006 by doelf; UPDATE: 22.02.2006
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Zusammenfassung
Nach 9 Seiten beenden wir das Troubleshooting - zumindest vorerst. Das Asrock 939Dual-SATA2 Rev. 1.04 zeigte sich im Gegensatz zum ersten Test bei Verwendung der 1T Command Rate sehr widerspenstig. Wir verwendeten im Rahmen dieses Guides die aktuellen Treibern von Realtek, ULi und NVIDIA, zudem setzten wir das aktuelle BIOS 1.60 sowie dessen Vorgänger 1.50 ein. Neben drei Netzteilen abreiteten wir zudem mit verschiedenen Grafikkarten. Die ursprügliche Bewertung, ein "Sehr Gut", kann das Mainboard leider nicht bestätigen. Der Teufel steckt hier im Detail und obwohl sämtliche Belastungstests inklusive Prime95 das Mainboard nicht beeindrucken können, liegt bei der Anbindung des Arbeitsspeichers irgendetwas im Argen.

Per Default arbeitet das Mainboard mit DDR333 und 2T Command Rate. Das bremst das System zwar aus, ist aber stabil und auch mit DDR400 2T Command Rate wackelt das Mainboard keineswegs. Anders sieht es bei DDR400 1T Command Rate aus: Memtest86+ spuckt hier im Test #8 massive Fehler aus, wird ein Athlon 64 X2 mit Manchester-Kern verwendet, gibt es sogar Reboots bei diesem Speichertest. Schalten wir die Option "Bank Interleave" ab, so arbeitet zumindest unser Athlon 64 mit Winchester-Kern auch mit der 1T Command Rate stabil, nicht aber der Athlon 64 X2 Manchester. Dieser beendet die Fehlerorgie erst bei DDR400 2T Command Rate. Die Fehler, welche wir unter Memtest86+ sehen, spiegeln sich unter Windows in Form von Bluescreens wieder. Sporadisch tritt hier ein "Machine_Exception_Error" auf, zumeist bei Festplattenzugriffen nach speicherlastigen Operationen.

Weniger Probleme gibt es, wenn man einseitig bestückte Speicherriegel verwendet. Mit unseren Infineon DDR400 CL3 512 MB (Typ HYS64D64300HU-5-B) konnten wir weder mit dem Winchester noch mit dem Manchester irgendwelche Probleme feststellen. Bleibt noch die mäßige AGP-Leistung und der Umstand, daß das Asrock 939Dual-SATA2 Rev. 1.04 bei Cool'n'Quiet die CPU-Spannung nur bis auf ca. 1,30 Volt absenkt.

Wir stehen nun vor dem Problem, daß wir das alte Mainboard aus dem ursprüglichen Test nicht mehr haben, es handelte sich um eine zeitlich begrenzte Teststellung. Anfragen zu den von uns im ersten Test festgestellten Problemen wurden von Asrock in den letzten 5 Monaten nicht beantwortet, der Bitte um eine Dauerteststellung eines solchen Mainboards ist Asrock ebenfalls nicht nachgekommen. Nun könnte es ja durchaus sein, daß das zweite Mainboard einen Schaden hat, aufgrund der sehr ähnlichen Resultate unserer Kollegen von HardTecs4U denken wir jedoch, daß man ein solches Szenario ausschließen kann. Wir gehen eher davon aus, daß die Instabilität von unserem damaligen Testablauf, der Memtest86+ nicht beinhaltete, schlicht und einfach nicht provoziert wurde. Und da es keine Instabilitäten gab, hatten wir auch keinen Grund, nach irgendwelchen Problemen zu suchen. Immerhin hatte das Mainboard mit diversen Speicherkonfigurationen mehr als 5 Tage Dauerlast über sich ergehen lassen.

Fazit
Und nun? Das Asrock 939Dual-SATA2 Rev. 1.04 ist weiterhin das einzige Mainboard mit ULIs M1695 und M1567, somit ist es auch das einzige Mainboard, welches vollwertige AGP 8x- und PCI-Express x16-Grafik bieten kann, selbst wenn die AGP-Leistung etwas niedrig ausfällt. Mit einem Preis von 58,90 € ist es zudem sehr preiswert.
Von aktuellen Mainboards erwarten wir, daß DDR400 beim Einsatz von nur zwei Speicherriegeln auch mit der 1T Command Rate betrieben werden kann. Der Leistungsgewinn ist zwar nicht gewaltig, dennoch ist dies eines der Kriterien, welches die Spreu vom Weizen trennt. Das Asrock 939Dual-SATA2 Rev. 1.04 beherrschte die 1T Command Rate nur mit einem Single Sided Speicherpaar, doppelseitige Speicherriegel mit 16 Chips sorgen hingegen für Abstürze. Wer den Speicher, welchen das BIOS von Hause aus nicht richtig erkennt, den Spezifikationen entsprechend einstellt, wird somit häufig auf Probleme stossen. Da Asrock die Speicherkompatibilität nicht dokumentiert, fischt der Benutzer hier im Trüben.
Wir ziehen die Wertung für das Asrock 939Dual-SATA2 Rev. 1.04 aus oben genannten Gründen zurück. Ein stabiler DDR400-Betrieb mit 2T Command Rate ist zwar "akzeptabel", aber keinesfalls "sehr gut".

Praxistips

  1. Beim Einsatz von DDR400-Speicher sollte man im BIOS den DDR400 Betrieb erzwingen, ansonsten verliert man viel Leistung.
  2. Finger weg von der "Flexibility Option", diese bremst den Speicher sinnlos aus.
  3. Der DDR400-Betrieb mit 2T Command Rate ist stabil.
  4. Die 1T Command Rate ("MA Timing") ist im DDR400 Betrieb problematisch. Wer sie verwenden will, sollte unbedingt einen Testlauf mit Memtest86+ machen!
  5. Bei Verwendung einer Winchester CPU kann das Deaktivieren des "Bank Interleave" den 1T Betrieb stabilisieren.
  6. Bei Verwendung einer Revision E CPU bringt das Deaktivieren des "Bank Interleave" im 1T Betrieb keine entscheidenen Verbesserungen.
  7. Single Sided 512 MByte Speicherriegel von Infineon, Typ HYS64D64300HU-5-B, laufen mit DDR400 und 1T sowie 2T Command Rate fehlerfrei und werden von uns für den Betrieb des Asrock 939Dual-SATA2 Rev. 1.04 explizit empfohlen!

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