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Guide: Vier Tücken beim HDTV-Empfang über Satellit

Autor: TreBar - veröffentlicht am 15.05.2012
s.2/2
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Problem Nr. 2 - Ein zu hoher Pegel
Wirft man einen Blick in die DVB-Norm, sieht eigentlich alles ganz einfach aus. Das Nutzsignal an der Antennensteckdose muss laut Euronorm EN 60728-1 für Digital-Sat mindestens 47 dB und darf maximal 77 dB betragen. Für das über 4QPSK übertragenen TV-Signal in SD-Auflösung ist das auch durchaus richtig, doch beim in 8PSK übertragenen HDTV ist die Sachlage etwas anders.

Ein Receiver zwei Modulationsformen
Tatsächlich verhält sich ein und dieselbe Receiver-Elektronik beim Empfang von 4QPSK und 8PSK nämlich durchaus unterschiedlich. Erfahrungswerte belegen, dass ein 77 dB-Eingangssignal beim 4QPSK-Empfang (also digitalem SD Fernsehen mit Standardauflösung) meist unproblematisch ist. Beim 8PSK-Empfang für HDTV übersteuert mit demselben Receiver aber möglicherweise das Signal und verursacht Übertragungsfehler. Langjährige Erfahrungen belegen: Bei HDTV ist oft schon ab ca. 72 dB Schluss mit Lustig. Das resultierende Fehlerbild ist dem eben beschriebenen zum Verwechseln ähnlich: nach Sekunden oder Minuten entstehen Klötzchen, das HDTV-Programm setzt in regelmäßigen Abständen aus - oder ist gar nicht erst zu empfangen.

Pegeldifferenz zwischen SD und HDTV
Dass die HDTV-Programme der meisten für HD genutzten Satelliten-Transponder zum Teil ca. 6 dB stärker hereinkommen, als SD-Transponder, macht die Sache nicht gerade besser. Der seit dem 30. April auf ASTRA 19,2° Ost zur Übertragung des Programmpakets ARD-HD1 genutzte HD-Transponder 19 scheint besonders leistungsstark zu sein - und beherrschte entsprechend die ersten eiligen Schlagzeilen. Zudem kommen die einzelnen "Sendemasten" des Satelliten je nach Jugendlichkeit, Ausrichtung und Abstrahlleistung unterschiedlich stark herein, was zu durchaus unterschiedlichem Fehlerverhalten eines Receivers auf verschiedenen HDTV-Programmen führen kann.

Lösung: Das Signal dämpfen
Auch bei Pegelproblemen können die Größe der Sat-Schüssel, der Verstärkungs-Faktor des LNBs und die Kabellänge zum Receiver das Problem verstärken oder abschwächen. Ist einfach nur die Pegeldifferenz zu hoch (und die Bitfehlerrate in Ordnung), hilft schon ein für wenige Euro erhältliches 10 dB Dämpfungsglied am Kabel zum Receiver. Bevor man einen Fachmann zur digitalen Einmessung der Anlage bestellt, ist dieser - in vielen Fällen hilfreiche - Ansatz auf jeden Fall einen Versuch wert! Ziel ist ein Eingangssignal von 47 dB bis 72 dB für das Empfangsgerät.

Problem Nr. 3 - Die Empfangselektronik kann entscheiden
Einige Hersteller waren in der Lage, auftauchende Probleme über Software-Anpassungen hilfreich zu beeinflussen. Wer ein Markengerät besitzt, darf also hoffen. Tatsächlich aber reagieren hier im Prinzip verschieden aufgebaute Tuner-Elektroniken unterschiedlich allergisch auf ein zu starkes Empfangssignal. Der Handlungsspielraum der betroffenen Hersteller ist daher an diesem Punkt begrenzt.

Bedruckte Tunerschaltungen - Der Katastrophenfall
Dies zeigt sich beim Katastrophenfall: Für etliche als bedruckte Schaltung umgesetzte Empfangselektroniken zwei sehr bekannter Hersteller aus Asien und Übersee muss das Eingangssignal sogar auf unter 60 dB abgesenkt werden. Das wiederum heißt: Jeder, der versucht, HDTV mit solchen Geräten selbst an einer optimal eingemessenen Anlage zu empfangen, muss zunächst zwangsläufig scheitern. Da hilft auch kein Software-Update.

Problem Nr. 4 - Ein DVB-Standard, viele Variablen (Firmware)
Als letztes Hindernis bietet der DVB-Standard viele kleine Stellrädchen, an denen ARD und ZDF aber auch andere Anbieter drehen können. Bei ihrem durchaus rechtschaffenen Bemühen, Qualität gegen Bandbreite abzuwägen, hat jeder Programmanbieter eigene Lösungen gefunden, möglichst vielen Empfängern ein optimales HDTV-Bild bei möglichst geringer Bandbreite zu präsentieren.

Empfangsprobleme über Nacht
Auch dies zwang einige Hersteller zu kleineren Software-Korrekturen - und erledigte manches Billiggerät vollständig. Denn mit der Verschiebung der bereits vorhandenen öffentlich-rechtlichen HD-Programme auf neue Transponder traten bei einigen Receivern plötzlich ebenfalls Ruckler, Klötzchenbildung und Aussetzer auf. Inwiefern dies mit Signalveränderungen durch die veränderten Rahmenbedingungen bei der Ausstrahlung, oder mit der - aus der Hardwarebranche bekannten - Software-Abstimmung auf neue DVB-Konfigurationen zu tun hat, ist letztlich nur im Einzelfall zu klären. Die verwendeten Konfigurationen waren bei Testausstrahlungen für die Hardwarehersteller jedenfalls bereits Monate im Voraus verfügbar gemacht worden.

Lösung: Firmware Updates
Wenn eine neue Firmware angeboten wird, ergibt es natürlich Sinn, diese auch einzuspielen. Sofern der Fehler damit beseitigt ist, erspart man sich eine zeit- und zuweilen auch kostenintensive Suche. Tatsächlich liegen die beschriebenen Probleme deutlich häufiger im Bereich der Empfangsanlage bzw. Signalqualität/-pegel. Was die Veröffentlichung neuer Firmware-Versionen betrifft, beobachten wir die Situation seit Anfang April und uns sind die folgenden Updates bekannt:

Die Modelle Altech SetOne TX- 9900 HD Twin, TX-9500 HD und TX-9000 HD, Clarke-Tech HD5000 und HD5000C, Skymaster DXH 90 (alte Version), DXH 900, DCHD 95, DXH 30, DXH 40, DXH 80, DXH 220, DXH 100 und DCHD 9000 sowie Topfield TF77x0HSCI und TF77x0HCCI haben nach Angaben der Hersteller ebenfalls Probleme, doch diese Geräte warten noch auf ihre Updates - mittlerweile seit zwei Wochen.

Fazit
Auch wenn der Start für einige Zuschauer etwas holprig war: Der Mehrwert von HDTV lohnt sich! Wir hoffen, dass dieser Guide einigen Lesern bei der Bewältigung ihrer Empfangsprobleme helfen kann. Und wir würden uns über zahlreiche Rückmeldungen im Forum freuen!

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