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Guide: Große Festplatten unter Windows 2000 und XP - 1/4
12.08.2004 by doelf

Da hat man sich eine neue, richtig große Festplatte - ob P-ATA oder Serial-ATA ist hierbei egal - gegönnt, und statt der erhofften 160 oder 200 GB erkennt Windows lediglich 137 GB. Und das obwohl bereits die neuesten Servicepacks und Patches installiert worden sind. Auch die Treiber und das BIOS sind auf dem aktuellen Stand, was ist also los? Das Problem ist hausgemacht, denn Microsoft unterstützt mit den aktuellen Servicepacks für Windows 2000 zwar Festplatten mit einer Kapazität über 137 GB, doch per Default ist diese Unterstützung nicht aktiviert. Auch Windows XP ohne Servicepack ist hiervon betroffen. Da mehrere Faktoren zusammenspielen müssen, um einen Betrieb mit großen Festplatten gewährleisten zu können, hat sich Microsoft dazu entschlossen, die Unterstützung von einem Eintrag in der Registrierungsdatei abhängig zu machen, den der Benutzer selber anlegen muß. Der Pferdefuß bei diesem Vorhaben ist allerdings, daß man Windows zunächst installieren muß und dann erst den Schlüssel anlegen kann!

Wo liegt das Problem
Die Spezifikationen des ATA-Interfaces stellten bisher lediglich 28 Bit für die Adressierung der Sektoren zur Verfügung, weshalb maximal 268.435.456 Sektoren mit einer Größe von 512 Bytes angesprochen werden konnten:

(268.435.456 * 512) / 1024 (KB) / 1024 (MB) / 1024 (GB) = 128 GB
Doch halt, das Limit soll doch bei 137 - oder besser gesagt: 137,4 - GB liegen, warum errechnen wir nun lediglich 128 GB?
(268.435.456 * 512) / 1000 (KB) / 1000 (MB) / 1000 (GB) = 137,44 GB
Gut. Aber auch bei einer Adressierung mit 48 Bit gibt es eine Grenze, die allerdings bei 144.000.000 GB liegt und uns somit erst einmal nicht interessiert.

Weiter: 2. BIOS, Firmware und Treiber

1. Das Problem
2. BIOS, Firmware und Treiber
3. In der Registry
4. Windows Installation auf eine Festplatte mit mehr als 137 GB

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12.08.2004 by doelf

Schritt 1: Das BIOS und die Firmware
Da der 48 Bit LBA-Modus (LBA = Logical Block Addressing) in der ATA/ATAPI Spezifikation 6.0 definiert wurde, unterstützt das BIOS moderner Mainboards auch Festplatten oberhalb von 137 GB. Viele ältere Hauptplatinen und Controller wissen mit den "übergroßen" Datenträgern jedoch nichts anzufangen. Wer den Erwerb einer Festplatte mit mehr als 137 GB Volumen beabsichtigt, sollte somit zunächst bei seinem Mainboardhersteller vorbeischauen und sich vergewissern, daß es auch ein passendes BIOS für das jeweilige Mainboard gibt.

Viele Mainboards besitzen zudem einen RAID-Controller. So kann es vorkommen, daß der RAID-Controller den 48 Bit LBA-Modus unterstützt, der normale IDE-Anschluß des Mainboards aber nicht. Die Firmware des onboard RAID-Controllers wird mit dem BIOS-Update des Mainboards aktualisiert. Zudem weisen uns die onboard RAID-Controller eine einfache Möglichkeit, um große Festplatten auf Mainboards zu betreiben, deren BIOS den 48 Bit LBA-Modus nicht beherrscht: Rüstet man einen geeigneten Controller als PCI-Steckkarte nach, kann man auch auf solchen Mainboards Festplatten mit mehr als 137 GB Kapazität problemlos einsetzen. Ein solcher Controller wäre z.B. der Z-Cyber SPEED WAY 133 + Raid mit Silicon Image Sil0680 Chipsatz, der mit 24,95 Euro nicht nur 48 Bit LBA-Unterstützung sondern auch noch RAID bietet. Einzige Vorraussetzung für die Verwendung eines solchen Controllers: ein freier PCI-Steckplatz.

Schritt 2: Die Treiber
Wird die Festplatte vom BIOS des Mainboards oder vom Controller mit der richtigen Größe erkannt, müssen auch die passenden Treiber installiert werden - ältere Treiber kommen leider oft ebenfalls nicht mit den Speicherriesen zurecht. Die populärsten Beispiele sind Windows 2000 bis Servicepack 2 sowie Windows XP ohne Servicepack 1: Die IDE-Treiber der Microsoft Betriebssysteme sind in diesen Versionen noch nicht 48 Bit kompatibel und verweigern die Zusammenarbeit. Wenn man die neue Festplatte als zweites Laufwerk einrichtet und schon ein installiertes Windows auf der ersten Festplatte hat, dann ist das Treiberupdate ein Kinderspiel:

Weiter: 3. In der Registry

1. Das Problem
2. BIOS, Firmware und Treiber
3. In der Registry
4. Windows Installation auf eine Festplatte mit mehr als 137 GB

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12.08.2004 by doelf

Schitt 3: Die Registry
Was nun? BIOS, Firmware und Treiber sind auf dem neuesten Stand und Windows XP mit Servicepack 1 kann die Festplatte in ihrer vollen Größe ansprechen. Aber Windows 2000 nicht! Nun kommen wir zu dem zuvor erwähnten Eintrag in der Registrierung, diese Prozedur muß bei Windows 2000 angewendet werden, sie kann bei Windows XP ohne Servicepack 1 zu Testzwecken ebenfalls verwendet werden, Windows XP mit Servicepack 1 oder höher ignoriert den Eintrag allerdings, da die Unterstützung hier ja bereits per Default aktiviert ist. Zunächst starten wir das Programm "regedit.exe", welches sich im "Windows"-Verzeichnis befindet:

Nun hangeln wir uns durch den Baum der Einträge bis zu folgender Position vor:

HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Services\Atapi\Parameters
Im Menu "Bearbeiten" wählen wir nun den Eintrag "Neu", "DWORD-Wert". Diesen taufen wir auf den Namen "EnableBigLba", danach geben wir den Wert "1" ein (ob Hexadezimal oder Dezimal macht keinen Unterschied).

Nun starten wir den Rechner neu.

Achtung!
Wenn BIOS und Treiber den 48 Bit LBA-Modus nicht unterstützen, kann es zu Datenverlusten kommen!
Bitte immer zuerst die Schritte 1 und 2 befolgen!

Nun sollten sowohl Windows XP als auch Windows 2000 mit der neuen, großen Festplatte zurechtkommen, doch was ist, wenn man auf eine solche Festplatte installieren möchte?

Weiter: 4. Windows Installation auf eine Festplatte mit mehr als 137 GB

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2. BIOS, Firmware und Treiber
3. In der Registry
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Windows Installation auf eine Festplatte mit mehr als 137 GB

Weitere Informationen zu dieser Problematik bietet auch Microsoft:

1. Das Problem
2. BIOS, Firmware und Treiber
3. In der Registry
4. Windows Installation auf eine Festplatte mit mehr als 137 GB

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