Anleitung: Musik von Audio-CDs mit Präemphase entzerren ‐ Seite 2/4

veröffentlicht von doelf am 05.02.2022

Wie kann man die Präemphase erkennen?

Tatsächlich gibt es nicht allzu viele Audio-CDs mit Präemphase und zumeist sind auch nicht alle Veröffentlichungen eines Albums betroffen. Für die Praxis raten wir dazu, das Präemphase-Bit bei jeder Audio-CD mit einer geeigneten Software zu prüfen, denn die Quellenlage hinsichtlich betroffener Veröffentlichungen ist dürftig. Die vollständigste Liste potentiell betroffener Audio-CDs bietet studio-nibble.com, doch auch diese ist leider sehr ungenau und nur teilweise verifiziert. Bleibt also die Frage, woran bzw. mit welcher Software man eine Audio-CD mit Präemphase erkennen kann.

Video- und Audio-CD-Spieler

Für CD-Spieler wurde ein entsprechendes Status-Bit (PRE) in die Subcodes des betroffenen Tracks geschrieben, damit bei der Wiedergabe die erforderliche Entzerrung erfolgt. Zuweilen findet sich das Status-Bit auch im TOC, dem Table of Contents, zuweilen wurde es aber auch komplett vergessen. Ohne eine entsprechende Kennzeichnung sind allerdings auch CD-Spieler machtlos und geben die Musik falsch wieder. In diesem Fall klingt die CD deutlich heller als die entsprechende Schallplatte und zuweilen wird dies von einem hochfrequenten Rauschen begleitet. Auch einige DVD- und BD-Player versagen bei der Entzerrung und sogar ein paar besonders hochpreisige CD-Spieler wissen mit der Präemphase nichts anzufangen.

Präemphase-Erkennung mit EAC
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Bei CD-Rippern wurde die Präemphase ebenfalls stiefmütterlich behandelt und zumeist ignoriert. Wird die Präemphase unterstützt bleibt zumeist unklar, ob lediglich der TOC oder auch der Subcode ausgewertet wird. Für Windows gibt es zwei Programme, die in unserem Test zuverlässig funktionierten, nämlich Exact Audio Copy (EAC) und die CUETools. Während EAC den Status der Präemphase direkt in seinem Übersichtsfenster anzeigt, muss man bei den CUETools, genauer gesagt beim CUERipper, zunächst das Auslesen starten und dann einen Blick in die CUE-Datei werfen.

Präemphase-Erkennung mit CUETools
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Das entsprechende PRE-Bit wird nämlich nicht direkt in den einzelnen Musikdateien, sondern im begleitenden Cue-Sheet mittels FLAGS PRE vermerkt. Nur wenn die Wiedergabesoftware dies unterstützt, kann beim Abspielen eine Entzerrung vorgenommen werden. Die Alternative besteht darin, die Audiodateien nach dem Rippen mit einem Audio-Editor wie Audacity zu bearbeiten. Für unseren Test hatten wir das Album Cargo der australischen Band Men at Work (Columbia COL 474683 2) verwendet. Bei diesem erkannten sowohl EAC als auch die CUETools die Präemphase und bei der Wiedergabe hörten sich die Audiodateien tatsächlich überhöht und spitz an.

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