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OpenMediaVault - NAS im Eigenbau - Druckansicht - Seite 1 von 7
UPDATE:
In der heutigen Zeit stehen in beinahe jedem Haushalt mehrere netzwerkfähige Geräte, weshalb sich ein zentrales Datenlager anbietet. Ein NAS, also ein mit dem Netzwerk verbundener Datenspeicher, ist angesagt. Solche Geräte gibt es fertig zu kaufen, doch die vergangenen Monate haben uns gelehrt, dass man lieber selbst Hand anlegen sollte. Und mit unserer Anleitung gelingt das sogar kinderleicht.

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Nun wird sich so mancher fragen: Wenn man NAS-Systeme fertig kaufen kann, warum soll ich dann eins bauen? Hierfür gibt es im Wesentlichen drei Gründe: Sicherheit, Zuverlässigkeit und Erweiterbarkeit. In den vergangenen Monaten sind etliche NAS-Systeme über haarsträubende Pannen und Sicherheitslücken gestolpert, die von den betroffenen Herstellern nicht immer zeitnah und zuweilen auch nicht zufriedenstellend gelöst wurden. So brach bei Western Digital Ende März 2014 der Cloud-Zugriff für die "My Cloud"- und "My Book Live"-Serien zusammen und es dauerte über zwei Wochen, bis der Hersteller diese Probleme wieder im Griff hatte. Noch schlimmer erging es den Benutzern von NAS-Systemen des Herstellers Synology, deren Daten Anfang August 2014 von einem Erpressungstrojaner verschlüsselt wurden. Sie sollen den Kriminellen rund 260 Euro in Bitcoins zahlen, um ein Passwort für die Wiederherstellung ihrer Daten zu bekommen. Zugegeben, Synology hatte die verwendete Schwachstelle schon längst geschlossen, doch die wenigsten Benutzer suchen regelmäßig nach solchen Updates und die Hersteller geben sich zu wenig Mühe, sie ihren Kunden unübersehbar vor die Nase zu halten. Zudem erfolgen die Aktualisierungen recht selten und bergen häufig auch Inkompatibilitäten und andere Tücken.

Doch was ist die Alternative?

Ganz einfach: Man nimmt ganz normale PC-Technik und Minimalisten können sogar zum Raspberry Pi greifen. Die Anforderungen an die Hardware sind nicht hoch, so dass auch alte oder preiswerte Hardware zum Einsatz kommen kann. Die Rechenkraft eines Celeron reicht völlig aus und selbst günstige Hauptplatinen bieten heutzutage schon sechs SATA-Ports. Bei unserem Projekt setzen wir auf günstige und zugleich energieeffiziente Hardware. Wir haben uns für ein kompaktes Mini-ITX-System entschieden und dieses wie folgt bestückt:
Beim Betriebssystem sind die Basteltage glücklicherweise längst vorbei. Es gibt inzwischen einige Varianten von Linux und BSD, die speziell für den NAS-Einsatz optimiert sind und die sich ganz ohne Spezialkenntnisse einrichten lassen. Die drei bekanntesten sind OpenMediaVault, welches auf der Linux-Distribution Debian basiert, sowie FreeNAS und NAS4Free, die beide auf FreeBSD aufbauen. Alle drei Betriebssysteme sind empfehlenswert, wobei OpenMediaVault deutlich bescheidenere Ansprüche an die Hardware stellt und sogar auf dem Raspberry Pi läuft. FreeNAS erreicht bei Nutzung des empfohlenen ZFS-Dateisystems erst ab 8 GByte Arbeitsspeicher eine brauchbare Geschwindigkeit. NAS4Free, welches eine Weiterentwicklung des ursprünglichen FreeNAS-Codes darstellt, liegt irgendwo dazwischen, ist aber die beste Alternative, wenn das Betriebssystem von einem USB-Stick oder einer CF-Karte starten soll. Für den Heimeinsatz und kleinere Büros erscheint uns OpenMediaVault als beste Wahl. Will man möglichst viele SATA-Ports nutzen, bietet sich NAS4Free an. Nur wer hohe Anforderungen stellt und bereit ist, in leistungsstarke Hardware zu investieren, sollte zu FreeNAS greifen.

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Bei unserem NAS kommt OpenMediaVault zum Einsatz und diese Entscheidung hat direkte Auswirkungen auf die gewählte Hardware. Theoretisch hätten wir nämlich einen USB-Stick als Startlaufwerk nehmen können, doch OpenMediaVault schreibt recht viel auf die Systemplatte und die meisten Sticks halten dann nur ein paar Monate. Auch Solid-State-Laufwerke mögen keine dauerhaften Schreibzugriffe, sind aber wesentlich widerstandsfähiger als Sticks. Da SSDs wenig Strom verbrauchen und den Systemstart beschleunigen, erscheinen sie uns als bester Kompromiss. Übrigens: Es dürfen durchaus weniger als 40 GB sein, denn OpenMediaVault belegt nur etwas mehr als 1 GB und für Daten bleibt die Systemplatte gesperrt.

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Als Datenplatte(n) nimmt man idealerweise spezielle NAS-Modelle, die für den Dauerbetrieb ausgelegt sind. Die von uns genutzte Western Digital Green 2 TB fällt nicht in diese Kategorie, doch diese Festplatte war gerade griffbereit und leer, zudem arbeitet sie leise und unauffällig. Bleibt noch das Netzteil, das mit 300 Watt völlig überdimensioniert ist. Es stellt einen Kompromiss aus Preis, Stromverbrauch und Laufruhe dar. Zudem sollen später noch vier weitere Festplatten nachgerüstet werden, wodurch der Verbrauch spürbar ansteigen wird. Auch das Gehäuse wurde in Hinblick auf den späteren Ausbau gewählt: Das Lian Li Mini-Q PC-Q25 ist nämlich mit fünf Hotswap-Einschüben für SATA-Festplatten im 3,5-Zoll-Format ausgestattet.



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OpenMediaVault installieren

Jetzt, da die Entscheidung für Hard- und Software gefallen ist, machen wir uns daran, OpenMediaVault zu installieren. Zunächst müssen wir auf der Homepage des Projekts die neueste Version in Form eines ISO-Abbildes herunterladen. Für PCs stehen eine 32- und eine 64-Bit-Variante zur Auswahl, aktuell ist für diese Plattformen OpenMediaVault 1.0.20 erhältlich. Eine weitere ISO-Datei richtet sich an den Raspberry Pi, hier makiert OpenMediaVault 1.0.23 den Stand der Entwicklung. Mit Hilfe des ISO-Image erstellen wir einen bootbaren USB-Stick, hierzu empfiehlt sich das Programm UNetbootin.

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Weiter geht es mit dem Computer, der uns als NAS dienen soll. Für die Installation benötigen wir zumindest:
Vorab noch ein wichtiger Hinweis, denn es gibt leider einen Fehler im Bootloader Grub, der zu zwei Problemen führen kann:
  1. Bei der Installation über einen USB-Stick wird Grub auf dem Stick und nicht auf der Zielfestplatte installiert.
  2. Bei der Installation über CD/DVD meldet Grub, dass seine Installation nicht möglich sei.
Tatsächlich handelt es sich um zwei Varianten des selben Fehlers und der Auslöser ist die im BIOS gewählte Bootreihenfolge. Auf einigen Systemen versucht die Installationsroutine grundsätzlich, sich auf dem ersten Gerät in der Bootreihenfolge zu installieren. Ändert man die Reihenfolge und setzt die Zielfestplatte an die erste Stelle, läuft die Installation normal durch - unabhängig vom gewählten Installationsmedium. Volker Theile hatte diesen Fehler schon am 8. Januar 2011 bei Debian gemeldet, behoben wurde das Problem jedoch nicht.
Wir werden OpenMediaVault auf das Solid-State-Laufwerk Intel X25-V 40 GB installieren, welches bei dieser Aktion vollständig gelöscht wird. Da das System nebst Auslagerungsdatei kaum mehr als 1 GB belegt, reichen auch kleinere SSDs mit 8 bis 32 GB Speicherplatz völlig aus. Theoretisch kann man OpenMediaVault auch von einem USB-Stick betreiben, doch aufgrund der häufigen Schreibzugriffe droht hier ein schneller Verschleiß. Um Konfigurationsfehler auszuschließen, klemmen wir die übrigen Festplatten, auf denen wir später unsere Daten ablegen wollen, für die Installation ab. Den USB-2.0-Anschluss benötigen wir für unseren Boot-Stick, die Tastatur für die Erstkonfiguration und den Netzwerkanschluss für die neuesten Updates. Der Boot-Stick wird in eine freie USB-2.0-Buchse unseres NAS-Computers gesteckt, danach schalten wir den Rechner an und gehen ins BIOS. Hier wählen wir den Stick als Boot-Laufwerk, aktivieren AHCI als SATA-Modus sowie - falls gewünscht - "Wake on LAN" bzw. "Wake on PCIe". Wir speichern die Änderungen ab und starten den PC neu. Nun begrüßt uns folgendes Auswahlmenü:

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Mit "Install" starten wir die weitgehend selbsterklärende Installation. Zunächst legen wir unsere Sprache, den Standort und das Tastaturlayout fest. Nach der Hardware-Erkennung fragt uns OpenMediaVault dann nach einem Rechner- und einem Domain-Namen. Letzteren kann man daheim auf "local" belassen, doch den Rechnernamen sollte man gut wählen. Schließlich werden wir diesen später regelmäßig verwenden, um über den Internetbrowser auf unser NAS zuzugreifen. In unserem Beispiel heißt das NAS "EIKLAUT".

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Nun benötigt OpenMediaVault ein Passwort für das Root-Konto. Hierbei handelt es sich um ein Konto mit umfassenden Zugriffsrechten, das nur selten benötigt wird. Daher empfiehlt sich ein sehr komplexes Passwort, dass man notiert und an sicherer Stelle aufbewahrt. Wir bestätigen das Root-Passwort und weiter geht es mit dem Installationslaufwerk. OpenMediaVault muss das Installationslaufwerk vollständig löschen und warnt uns eindringlich, wenn auch nur in englischer Sprache.

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Wir legen das Installationslaufwerk fest - wer dieser Anleitung folgt, hat die anderen Datenträger noch nicht angeschlossen - und suchen uns einen Spiegelserver für Debian aus, indem wir Land und Anbieter festlegen. Man kann auch einen HTTP-Proxy vorgeben, doch wir verzichten darauf und lassen das entsprechende Feld leer. Zur Erinnerung: OpenMediaVault basiert auf Debian und nutzt den Spiegelserver, um schon während der Installation frische Updates herunterzuladen.

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Wenige Augenblicke später ist OpenMediaVault fertig installiert und erinnert uns - abermals in englischer Sprache - daran, vor dem Neustart den Installations-Stick zu ziehen bzw. die CD zu entfernen. Zunächst starten wir unser NAS aber nicht neu, sondern schalten es aus und trennen es vom Strom - schließlich müssen wir die Datenfestplatten noch anschließen.



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OpenMediaVault: Konfiguration #1

Sind alle Festplatten einsatzbereit, schalten wir das NAS an und öffnen einen Internetbrowser auf unserem PC. Im normalen Betrieb benötigt unser NAS nämlich weder Bildschirm noch Tastatur, da alle Zugriffe über eine Weboberfläche stattfinden. Auf diese gelangen wir, wenn wir in der Adresszeile des Browsers den Namen des NAS - in unserem Beispiel "EIKLAUT" - oder dessen IP-Adresse eingeben.

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Der Benutzername lautet "admin" und als Passwort ist "openmediavault" voreingestellt. Und das sollten wir zuallererst ändern! Die entsprechende Option findet sich unter "System" ⇒ "Allgemeine Einstellungen" ⇒ "Web Administrator Passwort".

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Die Web-Schnittstelle von OpenMediaVault ist sehr mächtig und bietet viele Möglichkeiten. Wir werden uns zunächst darauf beschränken, das NAS für die grundlegende Nutzung einzurichten. Und das bedeutet in erster Linie: Wir wollen von unserem Windows-PC sowie von anderen Geräten aus auf die Datenfestplatte(n) im NAS zugreifen können. Für alle, die sich schon einmal mit Netzwerkfreigaben und Samba beschäftigt haben, dürften die folgenden Schritte kein großes Problem darstellen. Alle anderen können sich an unserem Beispiel orientieren.
Schritt 1: Unter "Datenspeicher" ⇒ "Dateisysteme" klicken wir auf "Erstellen". Im folgenden Dialog wählen wir die leere Festplatte aus, geben dieser einen Namen ("Datenträgerbezeichnung") und wählen ein Dateisystem. Als Dateisysteme stehen EXT3, EXT4, XFS und JFS zur Auswahl. EXT4 ist ein Journaling-Dateisystem mit TRIM-Unterstützung und Defragmentierung, das Volumes mit mehr als 16 Terabyte unterstützt. Es benötigt wenig Ressourcen und gilt als zuverlässig und stabil. JFS (Volumes bis 4 Petabyte) und XFS (Volumes bis 16 Exbibyte) sind zwar noch mächtiger, bieten für den Heimgebrauch aber keine Vorteile und sind zudem sehr speicherhungrig. Wir wählen daher EXT4.

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Schritt 2: Nachdem die Festplatte formatiert wurde, klicken wir auf "Einbinden". Damit geben wir den Datenträger für die Zugriffskontrolle frei.

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Schritt 3: Wir öffnen die "Zugriffskontrolle" und wählen den Unterpunkt "Benutzer". Mit "Hinzufügen" legen wir einen ersten Benutzer an - in unserem Beispiel nennen wir ihn "WinMan", da über diesen Benutzer die Windows-Zugriffe laufen sollen.

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Der Dienst, welcher den Windows-Zugriff ermöglicht, heißt "Samba", daher muss unser neuer Benutzer der Gruppe "sambashare" angehören. Mit Hilfe der Gruppen können wir die Rechte aller Benutzer konfigurieren. Die Möglichkeiten reichen von der Freigabe einzelner Dienste bis hin zum vollen Root-Zugriff.



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OpenMediaVault: Konfiguration #2, Leistungsmessung

Schritt 4: Ebenfalls unter "Zugriffskontrolle" findet sich der Unterpunkt "Freigegebene Ordner". Auch hier klicken wir auf "Hinzufügen", geben einen Namen - z.B. "Media" - an, wählen die Datenfestplatte und legen einen Pfad fest. Falls der Pfad noch nicht vorhanden sein sollte, wird er automatisch angelegt. Unter "Zugriffsrechte" verweigern wir der Gruppe "Andere" das Lesen, so dass nur der Administrator und bekannte Benutzer an die Dateien gelangen.

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Schritt 5: Nachdem Festplatte, Benutzer und Ordner bereitstehen, muss nur noch der dazugehörige Dienst gestartet werden. Dieser heißt "SMB/CIFS" und findet sich unter "Dienste". Wir setzen ein Häkchen bei "Aktivieren" und geben die korrekte Arbeitsgruppe ("Workgroup") unseres Windows-Netzwerks an. In unserem Beispiel heißt die Arbeitsgruppe "EiHome".

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Schritt 6: Zum Abschluss müssen wir nur noch den freigegebenen Ordner mit dem Dienst "SMB/CIFS" verknüpfen. Hierzu wechseln wir in das Untermenü "Freigaben" und klicken einmal mehr auf "Hinzufügen". Im folgenden Dialog wählen wir den Ordner aus und setzen erweiterte Berechtigungen. Man kann auch einen Papierkorb aktivieren sowie die zugriffsberechtigten Hosts festlegen.

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Fertig! Wenn wir jetzt unter Windows nach neuen Netzwerkgeräten suchen, finden wir das Gerät "EIKLAUT". Mit dem Benutzernamen "WinMan" und dem dazugehörigen Passwort können wir auf den freigegebenen Ordner "Media" zugreifen - sofern die Bezeichnungen aus unserem Beispiel übernommen wurden. Sollte man für den Samba-Benutzer auf OpenMediaVault die selbe Kombination aus Benutzername und Passwort verwenden wie beim Windows-PC, entfällt das Anmeldefenster.

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Versuchsweise kopieren wir 183 GByte bestehend aus Videos und Musikdateien auf unser NAS. Dies dauert 30 Minuten, der Datentransfer läuft somit mit etwas mehr als 100 MByte/s - besser geht es kaum. Während des Kopiervorgangs ist der Prozessor des NAS zu 30 Prozent ausgelastet und der Arbeitsspeicher wird nur zu fünf Prozent genutzt. Selbst für mehrere parallele Zugriffe bietet der preiswerte Celeron G1620 ausreichend Reserven und beim Arbeitsspeicher hätten es auch 1 oder 2 GByte getan.



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OpenMediaVault: Energiemanagement und Stromverbrauch

Im Prinzip ist OpenMediaVault jetzt einsatzbereit, doch wir wollen noch ein wenig tiefer eintauchen und unser NAS weiter anpassen. Unter "Datenspeicher" ⇒ "Reale Festplatten" können wir beispielsweise den Stromverbrauch und die Geschwindigkeit unserer Laufwerke anpassen.

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Zudem können wir hier festlegen, ob und wann sich die Festplatten abschalten dürfen. Diese Maßnahme spart Strom, verzögert aber auch die Zugriffe und verursacht einen höheren Verschleiß durch häufiges Hochdrehen - daher sollte man das Intervall bis zum Ausschalten nicht zu kurz wählen!

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Alternativ kann man OpenMediaVault auch manuell in den Ruhezustand ("Bereitschaft") versetzen. Hierzu verwendet man das Menü ganz rechts, über das man das NAS auch vollständig herunterfahren oder neu starten kann.

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Der Bereitschaftsmodus bietet sich insbesondere in Kombination mit der Funktion Wake-on LAN an. Diese muss zunächst im BIOS der Hauptplatine aktiviert werden. Bei unserem ASUS P8H77-I schalten wir hierzu das OptionRom des LAN-Controllers an und geben im erweiterten Power-Management das Aufwachen durch PCIe-Geräte frei. Zurück in OpenMediaVault öffnen wir "System" ⇒ "Netzwerk" ⇒ "Schnittstellen" ⇒ "Bearbeiten" und setzen einen Haken bei "Wake-on-LAN".

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Schicken wir das NAS nun in Bereitschaft, lässt es sich über Programme wie WakeMeOnLan oder die Weckfunktion einer Fritz!Box wieder hochfahren. Tipp: AVMs Fritz!Boxen können das NAS auf Wunsch automatisch wecken, wenn eine Anfrage aus dem Internet kommt.
Und das bringt uns zum Stromverbrauch. Folgendes Diagramm zeigt, wie viel Saft unser Eigenbau-NAS in den unterschiedlichen Systemzuständen aus der Steckdose zieht:
Stromverbrauch: Gesamtsystem in W (geringere Werte sind besser)
Schreibzugriff
34.0
Lesezugriff
32.4
Leerlauf
29.8
Bereitschaft
1.4
Standby
0.8
Der Verbrauch im Leerlauf entspricht in etwa dem Wert, welchen wir mit dieser Hardware auch unter Windows 7 gemessen hatten. Unter Last ist OpenMediaVault deutlich genügsamer, da es den Prozessor nie voll auslastet. Mit einer CPU aus der Haswell-Generation könnte man den Verbrauch noch weiter drücken. Gleiches gilt für AMDs Kabinis, doch diese APUs verfügen nur über zwei SATA-Anschlüsse, was ihre Eignung für den NAS-Betrieb sehr einschränkt.



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OpenMediaVault: Erweiterungen

Die Funktionalität von OpenMediaVault lässt sich mit Hilfe von Erweiterungen weiter ausbauen. Derzeit sind die folgenden Erweiterungen im Angebot:
Anhand von Clam AntiVirus zeigen wir beispielhaft, wie Erweiterungen installiert und eingerichtet werden. Hierzu gehen wir unter "System" ⇒ "Erweiterungen" und klicken auf "Clam AntiVirus". Die Schaltfläche "Installieren" wird nun aktiv und wir können den Virenschutz aufspielen.

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Allerdings läuft Clam noch nicht. Zunächst müssen wir den neuen Dienst aktivieren. Dies geschieht mit einem Häkchen unter "Dienste" ⇒ "Antivirus". Unter "Quarantäne" sollte man gleich noch einen Ordner anlegen, in den verdächtige Dateien verschoben werden.

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Wir bleiben im Untermenü "Antivirus", wechseln jetzt aber von "Einstellungen" zu "Aufgaben". Mit "Hinzufügen" können wir neue Prüfvorgänge anlegen, die dann anhand des von uns vorgegebenen Zeitplans ausgeführt werden.

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Ist dies geschehen, öffnen wir "Diagnose" ⇒ "Dienste", um uns davon zu überzeugen, dass der Antivirus-Dienst auch wirklich läuft. Sollte dies nicht der Fall sein, könnte ein Neustart des Dienstes oder des NAS helfen.

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OpenMediaVault: Aktualisierungen

Bleibt noch ein wichtiger Punkt, die Aktualisierungen. Auch OpenMediaVault ist nicht perfekt und bedarf, wie alle Software-Produkte, einer regelmäßigen Pflege. Da das NAS-Betriebssystem auf Debian basiert, sind regelmäßige Updates sichergestellt. Die "Aktualisierungsverwaltung" findet sich unter "System" und sucht in regelmäßigen Abständen nach neuen Paketen. Über die Schaltfläche "Prüfen" kann man eine solche Suche auch manuell anstoßen.

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Werden frische Updates gefunden, wählt man die gewünschten - oder gleich alle - aus und klickt auf "Aktualisieren". Die neuen Pakete werden dann automatisch aufgespielt. Unter "Einstellungen" gibt es die Möglichkeit, auch "Vorabveröffentlichte Aktualisierungen" sowie "Von der Gemeinschaft betreute Aktualisierungen" zu berücksichtigen. Normalerweise gewährleistet die Standardkonfiguration aber die höchste Zuverlässigkeit.



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Fazit

OpenMediaVault bietet eine solide Möglichkeit, das Thema NAS selbst in die Hand zu nehmen. Installation und Konfiguration lassen sich auch von Laien bewerkstelligen und der Funktionsumfang kann uns ebenfalls überzeugen. Dazu kommen praktische Erweiterungen wie der Virenschutz Clam, eine Backup-Funktion und der Cloud-Dienst ownCloud. Dank der Verwendung herkömmlicher PC-Technik kann man das NAS problemlos aufrüsten und mit einem leistungsstärkeren Prozessor, mehr Arbeitsspeicher, einer schnelleren Netzwerkkarte oder weiteren Laufwerken versehen. Fertige Lösungen von der Stange können eine solche Flexibilität nicht bieten.

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Auch in Punkto Sicherheit ist OpenMediaVault sehr gut aufgestellt. Das Betriebssystem basiert auf Debian, einer der wichtigsten Linux-Distributionen. Dies garantiert die schnelle Verfügbarkeit wichtiger Updates und zugleich auch eine hohe Stabilität. Insbesondere die undurchsichtige Update-Politik bekannter NAS-Hersteller hatte uns in der Vergangenheit mehrfach frustriert, aber auch Unzulänglichkeiten der Hardware trübten immer wieder die Freude am Netzwerkspeicher. OpenMediaVault ist in unseren Augen die bessere Alternative und unser Eigenbau-NAS hat sich im täglichen Redaktionseinsatz bereits bewehrt.
Sollten noch Fragen zu OpenMediaVault bestehen, werden wir diese im Forum gerne beantworten. Unser Forum steht jedem offen und kann auch ohne vorherige Anmeldung genutzt werden.
In einem Satz: OpenMediaVault ist das ideale Betriebssystem für das heimische NAS.



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