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Radionomy, das eigene Internetradio - Anleitung und Test v2.0 - Druckansicht - Seite 1 von 15
Vor einem Jahr hatten wir Radionomy, eine Plattform für Internetradios getestet und dabei ausführlich beschrieben, wie man bei Radionomy ein eigenes Internetradio aufbauen kann, welche Möglichkeiten diese Plattform bietet und für wen sich Radionomy eignet. Seither hat sich bei Radionomy einiges verändert, weshalb wir unseren Artikel umfassend überarbeitet und alle Bilder ausgetauscht haben.

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Wie gehabt gibt es zwei Anleitungen: Die erste beschreibt, wie man sein eigenes Internetradio in weniger als zehn Minuten auf Sendung bringt, während wir in der zweiten in die Tiefe gehen und (fast) alle Möglichkeiten der Radionomy-Plattform ausloten. Wir hatten hierzu ein eigenes Internetradio eingerichtet, das nach 13 Monaten Laufzeit am 13. Februar 2015 von Radionomy abgeschaltet wurde, da wir die geforderten Hörerzahlen nicht erreicht hatten. Daher ist es uns jetzt nicht mehr möglich, die Funktion der Plattform an einem "lebenden" Beispiel zu demonstrieren.

Generelle Fallstricke beim Internetradio

Technisch gesehen ist es kein Problem, ein eigenes Internetradio vom heimischen Rechner aus zu betreiben. Dabei greift man einfach zu Programmen wie Shoutcast oder Nicecast und streamt seine eigene Musiksammlung ins Internet. Doch die meisten Internetzugänge nutzen wechselnde IP-Adressen und führen hierzu einmal täglich eine Zwangstrennung der Verbindung durch, was den Zugriff auf das Internetradio erschwert. Zudem schränkt die limitierte Upload-Bandbreite die Zahl der Zuhörer stark ein, zumal der heimische Internetanschluss auch für andere Zwecke genutzt wird. Und auch aus Sicherheitsgründen sollte man sich gut überlegen, ob man das ganze Web auf seinen privaten Rechner locken will. Fazit: Für den rein privaten Gebrauch ist der heimische PC okay, aber für ein echtes Internetradio kaum geeignet.
Eine gangbare Alternative stellen Server dar, welche man bei einem Hosting-Anbieter mietet. Die Bandbreite ist hier im Allgemeinen kein Problem, zudem muss sich der gemietete Rechner nur um das Internetradio kümmern. Solche Server erfordern einen gewissen Wartungsaufwand und man sollte generell zumindest Grundkenntnisse von Internetdiensten haben. Und mit dieser Variante sind monatliche Kosten verbunden, insbesondere wenn man keinen unbegrenzten Traffic hat. Somit sollte man sich vor dem Start eines Internetradios gut überlegen, wie man das Projekt finanzieren will. Die Konkurrenz ist groß und der Erfolg des eigenen Angebotes ist keinesfalls garantiert.
Grundsätzlich fallen Kosten für das Urheberrecht an, es sei denn, man nutzt die Technik ausschließlich zum privaten Vergnügen - beispielsweise um einen Musikstream im eigenen Haus zu verbreiten. Dabei muss man allerdings durch geeignete Maßnahmen sicherstellen, dass Dritte keinen Zugriff auf diesen Stream haben. Ansonsten steht vor der ersten Sendung die Anmeldung bei der GEMA. Deren Gebühren setzen sich aus einer Regelvergütung und einer Mindestvergütung zusammen. Bei der Regelvergütung handelt es sich um eine Beteiligung an den Einnahmen des Internetradios, die sich am Musikanteil der Sendezeit orientiert und derzeit zwischen 0,78 und 7,75 Prozent liegt. Darüber hinaus wird eine Mindestvergütung fällig, welche die GEMA anhand des weitesten Hörerkreises festlegt. Wer mit seinem Internetradio keine Einnahmen erwirtschaftet und nur eine Handvoll Hörer hat, muss aber mindestens 30 Euro pro Monat entrichten.

Die Lösung: Radionomy

Wer sich jetzt die Haare rauft, sollte kurz durchatmen und zumindest noch den folgenden Absatz lesen. Denn es gibt eine einfache Lösung für alle genannten Probleme und diese heißt Radionomy. Radionomy ist eine belgische Firma mit Sitz in Brüssel, die von Alexandre Saboundjian gegründet wurde und ihre Dienste weltweit anbietet. Derzeit umfasst das dortige Angebot mehr als 55.000 Internetradios. Das Unternehmen hat Niederlassungen in Frankfurt, Paris, Madrid, Luxemburg und San Francisco. Radionomy bietet jedem die Möglichkeit, kostenlos eine eigene Radiostation im Internet zu starten. Hierzu stellt Radionomy nicht nur die technische Plattform und eine ansehnliche Musikbibliothek bereit, sondern bezahlt auch alle anfallenden Urheberrechtsabgaben. Dies geschieht über das belgische GEMA-Pendant SABAM, einem offiziellen Partner von Radionomy. Finanziert wird das Projekt durch Werbeeinblendungen, die vier Minuten pro Stunde nicht überschreiten. Hat ein Radiomacher viele Zuhörer in den richtigen Ländern (derzeit sind das Frankreich und die USA), wird er sogar an den Gewinnen beteiligt. Interesse geweckt?



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Was kann Radionomy?

In Deutschland ist Radionomy kaum bekannt, der Nutzerkreis des Dienstes kommt derzeit größtenteils aus Frankreich und Nordamerika. Dennoch sind die grundlegenden Informationen in deutscher Sprache verfügbar und weitergehende Anleitungen und Ratgeber werden zumindest auf Englisch angeboten. Radionomy richtet sich dabei nicht nur an Amateure, sondern auch an Profis wie Clubs, Discotheken oder lokale Radiosender, die sich auch im Internet präsentieren wollen. Daher sind die Funktionen der Plattform keineswegs nur grundlegend, sondern durchaus professionell. Die Bedienung ist zwar nicht selbsterklärend, aber man findet sich schnell zurecht. Und anhand unseres Beispielprojektes wird es zum Kinderspiel!

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Hier nun eine Übersicht der wichtigsten Funktionen:

Zum Erfolg verdammt?

Skeptiker werden spätestens jetzt nach dem Haken fragen - und ja: Es gibt einen Haken. In seinem zuletzt im Juli 2014 aktualisierten Nutzungsvertrag (Download: Producer Pact) legt Radionomy Mindestzahlen für die Hörerstunden fest. Neu angemeldete Internetradios müssen nach drei Monaten einen Durchschnitt von 12 Hörstunden pro Tag vorweisen können. Diese Hürde ist ziemlich gering und soll primär jene Sender aussortieren, die nur versuchsweise aufgesetzt wurden. Anders sieht es nach neun Monaten aus, denn dann werden 130 Hörstunden im Tagesschnitt gefordert - und das ist schon recht viel. Sollte ein Radiosender die geforderten Zahlen nicht erreichen, kann er vom Plattformbetreiber gelöscht werden.
Allerdings gibt es auch eine neue Anmeldeseite für Radiomacher und auf dieser verkündet Radionomy: "We are totally free with absolutely no listener limits". Wie sich am 13. Februar 2015 zeigte, setzt Radionomy die geforderten Hörerstunden dennoch durch - das von uns für diesen Artikel angelegte Beispiel wurde ohne Vorwarnung gelöscht. Natürlich kann der Radiomacher sogleich ein neues Projekt starten, doch dazu sollte man seine Inhalte frühzeitig auf eine zweite Station übertragen. Wenn man dies versäumt, sind alle Einstellungen sowie die selbst hochgeladenen Lieder verloren. Ein weiterer Grund für eine Löschung ist eine fehlende Programmplanung. Für ein paar Tage spielt Radionomy Fahrstuhlmusik zur Überbrückung, doch dann wird der Stecker gezogen.



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Schritt für Schritt zum eigenen Internetradio: Anmeldung

Und wie erstellt man nun sein eigenes Internetradio? Zunächst benötigt man ein Benutzerkonto. Dies richtet sich übrigens nicht nur an Radiomacher, sondern auch an die Hörer, welche über ein solches Konto ihre Lieblingssender verwalten können. Diese stehen dann auch automatisch auf der Radionomy-App, welche es für Android, iOS und Windows gibt, zur Verfügung. Radionomy-Nutzer, die zum Radiomacher aufsteigen wollen, nutzen ihre Anmeldedaten im Anschluss für den Zugang zum RadioManager.

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Zum Einrichten eines Internetradios benötigt man zwei überaus wichtige Dinge: Einen Namen, denn dieser lässt sich im Nachhinein nicht mehr ändern, sowie ein Logo. Bei der Wahl des Namens sollte man darauf achten, dass dieser kurz und einprägsam ist, aber keine Markenrechte verletzt. "1LIVE" wäre somit eine ebenso schlechte Wahl wie "X784zzUL1b" oder "Lieschen Müllers Radio für bei der Hausarbeit". Zudem darf der Name keine Sonderzeichen enthalten.

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Das Logo muss quadratisch sein, es wird von Radionomy automatisch auf unterschiedliche Größen - 60 x 60, 72 x 72 und 110 x 110 Pixel - umgerechnet. Da es auch als Hintergrund für den Player verwendet wird, wenn für ein Musikstück kein Cover verfügbar ist, dürfen die Abmessungen aber durchaus etwas größer sein. Wir haben gute Erfahrungen mit 400 x 400 Bildpunkten gemacht. Als nächstes brauchen wir fünf Suchbegriffe (Tags), mit denen sich unser Internetradio besser finden lässt. Diese Suchbegriffe werden durch Leerzeichen getrennt.

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Jetzt geht es darum, welche Musikrichtung unser Radiosender spielen wird. Radionomy gibt eine Liste vor, aus der wir maximal fünf Musikstile oder Themen auswählen können. Die Auswahloptionen sind sehr fein geraten, so finden sich dort beispielsweise Boogie Woogie, Britpop, Classic Rock, Industrial Metal oder Motown. Oft dürfte es schwerfallen, sich auf fünf Stile zu beschränken. Einen Ausweg bietet die Sektion "Hits" an, die Unterpunkte wie Hits 80's, Hits UK, Oldies oder Top Charts umfasst. Dann kommt eine kurze Beschreibung, idealerweise in englischer oder französischer Sprache. Auch hier sollte man Sonderzeichen meiden.

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Zum Abschluss legen wir noch unsere Zeitzone, das Heimatland unseres Radiosenders und eine Sprache fest. Letztere dient den potentiellen Hörern als Orientierung, denn neben Musik können ja auch Sprachbeiträge zu unserem Programm gehören. Der Link zur "Radio Creators Convention" führt zum bereits erwähnten Producer Pact, also den Nutzungsbedingungen.

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Zum Abschluss müssen wir noch unseren Namen preisgeben. Radionomy verwendet diese Daten nur intern und macht sie nirgendwo auf seiner Webseite zugänglich - auch nicht auf der Informationsseite über unsere Radiostation. Wer will, kann auch ein Foto hochladen und den Newsletter abonnieren. Zudem lassen sich die Benutzerkonten von Google und Facebook mit Radionomy verknüpfen. Nun können wir die Anmeldung abschließen.

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Unter dem Menüpunkt "Settings" lassen sich später alle Einstellungen bearbeiten. Zudem gibt es hier einen weiteren Punkt, welcher unserer Ansicht nach zur Erstkonfiguration gehört: Die Audiokompression. Diese ist nicht mit der Audiodatenkompression zu verwechseln! Bei der Audiokompression werden leise Passagen verstärkt und laute abgeschwächt, was die Wiedergabe auf schwachen Lautsprechern mit einem eingeschränkten Frequenzspektrum verbessert. Zudem normalisiert Radionomy alle Musikstücke auf ein ähnliches Lautstärkeniveau. Wer diese Option aus klanglichen Gründen deaktiviert, sollte unbedingt sicherstellen, dass alle verwendeten Lieder in etwa gleich laut sind.



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Schritt für Schritt zum eigenen Internetradio: Auf Sendung in 10 Minuten #1

Wer auf die Feinheiten der Programmgestaltung wert legt, kann dieses Kapitel getrost überspringen. Sollte jedoch der unverzügliche Sendestart die höchste Priorität genießen, bietet Radionomy die Möglichkeit, innerhalb weniger Minuten auf Sendung zu gehen. In dieser Turboanleitung werden wir lediglich die notwendigen Schritte zeigen, die Erklärungen folgen erst später.

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Im Menü des RadioManagers wählen wir "Planner" und im Untermenü klicken wir den Punkt "Audio" an. Eigentlich interessieren uns die vorgefertigten "Radionomy Streams", welche unter "Music" (links) zu finden sind. Wir klicken aber auf den ersten Punkt "Smart", denn dieser bietet einige Vorteile. Im grauen Feld "Create a new box" (rechts) geben wir einen beliebigen Namen ein, in unserem Beispiel "test", und klicken auf das Pluszeichen.

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Nun öffnen wir die neue Box namens "test" und sehen eine Auswahl vorgefertigter Streams. Die Einträge "Filtered Box" und "Filters" können wir erst einmal ignoriren. Stattdessen setzen wir Häkchen für jene Streams, die musikalisch zu unserem Radio passen. Sobald wir auf "Refresh" klicken, packt der RadioManager die Inhalte der gewählten Streams in unsere Box - im Beispiel sind es 651 Lieder mit einer Spieldauer von 39:35 Stunden.

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Als nächsten Schritt wählen wir im horizontalen Untermenü den Punkt "Clocks" aus. Im grauen Feld "Create new" geben wir einen Namen ein (z.B. "24stunden") und klicken auf das Plussymbol:

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Auf der rechten Seite werden nun alle vorhandenen Boxes sowie die unter "Music" abonnierten Streams angezeigt. Da wir unsere Streams in eine Smart Box gepackt haben, sind auf dem Bildschirmfoto aber noch keine Streams zu sehen. Daher greifen wir uns die Box "test" und ziehen sie auf die graue Fläche, die mit "Drop a box here" gekennzeichnet ist.

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Man sollte unbedingt darauf achten, dass die Spielzeit der gewählten Streams deutlich über 24 Stunden liegt, ansonsten wird das Programm schnell langweilig. Für unser Demoprojekt hatten wir knapp 200 Stunden Material hinterlegt, so dass wir mit unserer Auswahl auf weit über eine Woche Spielzeit kamen.



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Schritt für Schritt zum eigenen Internetradio: Auf Sendung in 10 Minuten #2

Weiter geht es im horizontalen Planungsmenü mit dem dritten Eintrag "Day Templates":

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Wie gewohnt geben wir im grauen Feld, das diesmal mit "Create a new day template" beschriftet ist, einen Namen (z.B. "JedenTag") ein und klicken auf das Pluszeichen:

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Dann öffnen wir das neue Template und sehen in der Mitte einen Tagesplan mit 24 Stunden. Auf der rechten Seite findet sich die im vorherigen Schritt angelegte Clock "24stunden". Darunter würden Playlisten stehen, sofern wir bereits welche definiert hätten.

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Wir ziehen die Clock "24stunden" auf den Tagesplan und bestätigen, dass sie rund um die Uhr gespielt werden soll:

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Weiter geht es im Planungsmenü mit dem vierten Menüpunkt "Planning", der uns zu einer Monatsübersicht bringt:

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Rechts werden die "Day Templates" angezeigt und wir ziehen "JedenTag" auf das gewünschte Datum:

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Und das war es auch schon: Der RadioManager von Radionomy braucht ein paar Sekunden, um unser Radioprogramm zu generieren...

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...und schon kurze Zeit später können wir unserem Internetradio lauschen. Doch nach diesem schnell erzielten Erfolgserlebnis bleiben einige Fragen - beispielsweise: Was zur Hölle haben wir da gerade gemacht? Nun dann, stürzen wir uns in die Tiefen von Radionomy!



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Schritt für Schritt zum eigenen Internetradio: Grundlagen und Suchfunktion

Also noch einmal von vorn und diesmal mit detaillierten Erklärungen: Im Menü des RadioManagers von Radionomy wählen wir "Planner" und landen auf der Unterseite "Audio". Hier werden alle möglichen Bauteile unseres Radios aufgeführt und kurz erklärt. Die Beschreibungen sind bisher nur in englischer und französischer Sprache verfübar.

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Die Unterseite "Audio" ist unsere wichtigste Schnittstelle, denn hier werden die zu sendenden Inhalte ausgewählt bzw. hochgeladen. Oben links sehen wir das Logo und den Namen unserer Radiostation - man kann auch mehrere Radiosender betreiben - und darunter acht Kategorien namens Smart, Music, Playlist, Jingle, Promo, Voice Tracks, Podcast und Fillers. In runden Klammern wird angegeben, wie viele Elemente wir in den einzelnen Kategorien bereits angelegt haben.

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Die "Radionomy Streams", deren Inhalte der Plattformbetreiber pflegt, werden in der neuen Benutzeroberfläche nicht mehr separat aufgeführt, sondern finden sich unter "Music". Rechts oben befindet sich ein Eingabefeld mit der Beschriftung "Search", dieses dient zur einfachen Suche nach Inhalten. Doch soll man nun nach "BRMC", "B.R.M.C." oder "Black Rebel Motorcycle Club" suchen?

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Wenn wir den Mauszeiger auf das Suchfeld schieben, öffnet sich der Unterpunkt "Advanced Search", also "Erweiterte Suche". Diese ermöglicht die gezielte Suche nach einem Liedtitel oder Künstlernamen, von dem man sich dann weiterhangeln kann. Unter "Type" verbirgt sich die zu durchsuchende Kategorie, also z.B. "Music" oder "Podcast". Weiterhin lassen sich die Quelle (Radionomy oder eigenes Material) und das Datum der Bereitstellung einschränken. Dazu kommen Sprache, Musikrichtung, Jahr der Veröffentlichung und Geschwindigkeit als zusätzliche Filterkriterien.

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Zum Einstieg etwas Leichtes: Wir suchen nach "Wet Wet Wet". Als Resultat sehen wir eine Liste der verfügbaren Titel mit Angaben zur Musikrichtung, Spielzeit, Geschwindigkeit, Jahr der Veröffentlichung und dem Datum der Bereitstellung. Die Spalte "Boxes" bleibt leer, da wir noch keine Box eingerichtet haben. Ansonsten könnten wir hier erkennen, ob und in welcher Box wir ein gefundenes Lied bereits verwenden.

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Dies wird später eine überaus nützliche Information sein, um bei der Gestaltung komplexer Radioprogramme die Übersicht zu behalten. Bewegen wir den Mauszeiger über einen Titel, wird dieser hellgrau unterlegt und es tauchen zwei neue Symbole auf. Mit der Play-Taste (links) können wir das Lied anspielen und mit dem Informationssymbol (rechts) weitere Details aufrufen.



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Schritt für Schritt zum eigenen Internetradio: Das Konzept der Boxes

Bevor wir die gefundenen Musikstücke verwenden können, benötigen wir sogenannte "Boxes", um sie zu lagern. Was Radionomy als "Box" bezeichnet, lässt sich vermutlich besser mit Pool oder Container beschreiben. Es handelt sich hierbei um vom Benutzer angelegte Sammlungen, welche die Inhalte für die Sendungen liefern. Neue Boxes legt man über das mit "Create a new box" gekennzeichnete Eingabefeld unterhalb der Suchfunktion an. Alternativ findet sich im linken Menü ein Feld namens "New Box", das den selben Zweck erfüllt. Abhängig von der geöffneten Kategorie kann die Beschriftung etwas abweichen.

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Wir beginnen mit der Kategorie "Music" und legen dort eine Box namens "absolut gut" an, indem wir diesen Namen in das Feld "Create a new box" eingeben und im Anschluss auf das Plussymbol klicken. Der RadioManager wechselt automatisch in die neue Box, die zu diesem Zeitpunkt noch keine Inhalte enthält. Inhalte können wir aus der Bibliothek holen oder aus der eigenen Sammlung über die Schaltfläche "Upload" einpflegen. Weiterhin kann man alle Titel aus- oder abwählen, die Einstellungen der Box bearbeiten, die Box kopieren und natürlich auch löschen. Im Gegensatz zu einer Playlist gibt die Box lediglich Inhalte, aber keine Reihenfolge vor.

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Besonders interessant ist die Option "Edit". Sie öffnet eine Eingabemaske, über die wir ein Intro und ein Extro definieren sowie zahlreiche Beschränkungen festlegen können. Auf diese Weise kann man den Zeitraum bis zur Wiederholung einzelner Lieder bzw. Künstler bestimmen - voreingestellt sind jeweils 60 Minuten - und die Wiedergabe auf bestimmte Tageszeiten und Wochentage beschränken.

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Darüber hinaus ist es möglich, jedem einzelnen Lied abweichende Beschränkungen aufzuerlegen. Doch zunächst benötigt unsere neue Box Inhalte, die wir aus der Bibliothek von Radionomy beziehen. Dazu wiederholen wir unsere Suche nach "Wet Wet Wet" und wählen das Lied "Goodnight girl" aus. Mit gedrückter linker Maustaste ziehen wir dieses Musikstück in die Box "absolut gut".

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Der RadioManager meldet daraufhin, dass der Box ein neues Element hinzugefügt wurde. Man kann auch mehrere Lieder markieren und diese zugleich in eine Box ziehen oder sie von einer Box in eine andere kopieren bzw. verschieben.

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Um Duplikate muss man sich dabei nicht sorgen, denn der RadioManager erkennt, ob die Titel bereits in der Box vorhanden sind. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn ein Lied in mehreren Versionen verfügbar ist. Hier nun die aktualisierte Ansicht unserer Box:

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Links oben, gleich neben dem Namen unserer Box, sieht man die Zahl der Musikstücke und die Gesamtspielzeit. Um ein abwechslungsreiches Programm zu erzielen, sollte man mit mindestens drei Stunden Inhalt für eine einstündige Sendung kalkulieren.



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Schritt für Schritt zum eigenen Internetradio: Eigene Dateien hochladen

Sobald eine Box angelegt wurde, können wir auch eigene Dateien hochladen. Radionomy stellt neu angemeldeten Radiostationen Platz für 1.000 Dateien zur Verfügung, der nach drei Monaten automatisch auf 3.000 Dateien erweitert wird. Neben Musik wird dieser Speicherplatz auch für Jingles, Promotionen, Podcasts und Sprachbeiträge genutzt.

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Nach dem Klick auf "Upload" öffnet sich eine neue Maske. Für unseren Radiosender benötigen wir MP3-Dateien mit mindestens 128 kbps und 44,1 kHz, die wir wahlweise auf die Maske ziehen oder über die Schaltfläche "Add files" auswählen. Mit einem Klick auf "Start upload" laden wir die neuen Inhalte auf den Server.

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Wir können jetzt den Fortschritt des Uploads verfolgen und das Fenster danach wieder schließen. Zu beachten ist allerdings der Hinweis, dass die neu hochgeladenen Dateien innerhalb von 48 Stunden zu validieren sind. Dabei geht es um Informationen, welche Radionomy zum Abführen der Urheberrechtsabgaben benötigt.

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Wer seine Musikstücke mit ID3-Tags versehen hat, kann sich diese Arbeit zumeist sparen. Der RadioManager übernimmt nämlich den Künstlernamen, den Titel des Lieds, die "Beats per minute" sowie das Jahr der Veröffentlichung.

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Bei der Musikrichtung müssen wir allerdings nachhelfen. Hierzu wählen wir einen Titel aus und klicken auf das Stiftsymbol ("Edit"):

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In der folgenden Maske können wir ein Bild hochladen und Suchbegriffe (Tags) sowie eine Beschreibung eingeben. Wichtiger ist jedoch, das Tempo zu Anfang und Ende des Liedes zu definieren, denn diese Angaben helfen dem RadioManager bei der automatischen Erstellung des Programms. Auch die Musikrichtung und die Sprache sollte man unbedingt festlegen.

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Klickt man bei der Titelauswahl auf das Symbol mit den gekreuzten Pfeilen ("Mix"), öffenet sich ein Dialog namens "Mix Pointers". Diese Funktion wird nach wie vor ausschließlich im Zusammenspiel mit dem Internetbrowser Chrome unterstützt.

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Mit Hilfe der "Mix Pointers" lassen sich die Überblendungen am Anfang und am Ende des Lieds manuell justieren. Statt die Pointer mit dem Mauszeiger zu packen, sollte man die Schaltflächen "-" und "+" verwenden, da dies eine höhere Genauigkeit erlaubt. Die beiden Schaltflächen "Play Intro Mix" und "Play Extro Mix" ermöglichen ein Testhören der geplanten Übergänge.



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Schritt für Schritt zum eigenen Internetradio: Die unterschiedlichen Boxes

Mit der für die meisten Radiomacher wichtigsten Box-Kategorie "Music" haben wir jetzt schon ein wenig gearbeitet. Es liegt nahe, für jeden Musikstil eine eigene Box anzulegen, doch auch andere Themen sind denkbar. So kann man die Lieder anhand der Sprache gruppieren oder spezielle Themen wie "One Hit Wonders" in eine eigene Box packen.

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Restriktionen für einzelne Lieder können recht sinnvoll sein, diese erreichen wir über das Zahnradsymbol ("Constraints"). Im obigen Beispiel legen wir fest, dass "Wake Me Up" von Avicii nur wochentags zwischen 6 und 8 Uhr gespielt werden darf. Nach der Wiedergabe ist dieser Titel für zwei Stunden gesperrt, andere Lieder von Avicii dürfen hingegen nach Ablauf einer Stunde gespielt werden.

Sonderfall: Playlists

Eine Playlist unterscheidet sich grundsätzlich von normalen Boxes, denn sie hat nicht nur eine feste Reihenfolge, sondern auch eine feste Spielzeit. Für einige Programme, beispielsweise aktuelle Charts, ist eine feste Playlist jedoch unumgänglich. Aufgrund ihrer Besonderheiten sieht eine Playlist ein wenig anders aus:

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Die Lieder der Playlist werden durchnummeriert und es besteht die Möglichkeit, die Reihenfolge zu bearbeiten. Fährt man mit dem Mauszeiger über einen Eintrag, erscheint unter den Symbolen jetzt auch ein Doppelpfeil. Wenn man auf diesen klickt und die linke Maustaste gedrückt hält, kann man das gewählte Musikstück an eine andere Stelle ziehen.

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Unter "Edit" werden keine Restriktionen angeboten, da die Abfolge der Playlist feststeht und nicht vom System generiert werden muss. Allerdings gibt es ein Problem aufgrund der Spielzeit, die trotz Werbeblöcken irgendwie in unser Programmschema passen muss. Ist die Liste zu lang geraten, kann man sie wahlweise abschneiden - hierzu dient das Häkchen bei "Truncable" - oder sie alternativ in das folgende Programm überlappen lassen.

Jingles, Promos und Voice Tracks

Weitere Box-Kategorien dienen zur Unterscheidung zwischen Musik und anderen Inhalten wie Jingles, Promotionen und reinen Sprachbeiträgen. Jingles erhöhen den Wiedererkennungswert des Internetradios, während Promotionen genutzt werden, um Werbung in eigener Sache zu machen - beispielsweise für besondere Veranstaltungen. Unter "Voice Tracks" kann man Hörspiele oder Interviews einordnen. Für Nachrichten und ähnliches sollte hingegen die Kategorie Podcasts verwendet werden. Die Optionen für Jingles, Promos und Voice Tracks entsprechen jenen, die wir bereits von der Kategorie "Music" kennen.

Sonderfall: Podcasts

Wie bereits im Rahmen des Funktionsumfangs erwähnt, gibt es neben dem Upload eigener Podcasts auch die Möglichkeit, fertig produzierte Inhalte zu abonnieren. Diese finden sich unter dem Punkt "Radionomy Podcasts".

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Das Angebot reicht von Nachrichten, Sportergebnissen, Kinotipps, Horoskopen und Blitzerwarnungen bis zum Wetter. Leider gibt es da einen Haken: Die überwiegende Mehrzahl der Podcasts liegt nur in französischer Sprache vor, dazu kommen spanische Nachrichten und englischsprachige Wettermeldungen für die USA.

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Alle Podcasts lassen sich mit Intro und Extro versehen, zudem können wir ein Verfallsdatum setzen. Letzteres ist bei eigenen Produktionen sinnvoll, denn die Nachrichten von heute sollen ja nicht tage- oder gar wochenlang laufen.



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Schritt für Schritt zum eigenen Internetradio: Streams und Smart Boxes

Radionomy Streams

Im Rahmen unseres Schnelleinstiegs "Auf Sendung in 10 Minuten" hatten wir das Thema Boxes links liegen lassen und uns stattdessen bei den vorgefertigten "Radionomy Streams" bedient. Zur Auswahl stehen zahlreiche Musikstile sowie diverse Streams mit aktuellen Hits aus unterschiedlichen Ländern. Die Liste ist so lang, dass ein Screenshot unser Seitenlayout sprengen würde. Daher haben wir sie ausgelagert - die vollständige Liste wird geöffnet, wenn man auf das folgende Bildschirmfoto klickt:

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Die "Radionomy Streams" richten sich aber nicht nur an Einsteiger, sondern können auch gut gepflegten Radiostationen helfen. Zumindest jene Streams, die sich mit aktuellen Hits und Charts beschäftigen, werden regelmäßig überarbeitet und sorgen damit für mehr Aktualität und Abwechslungsreichtum. Darüber hinaus sind die Streams eine sehr gute Quelle, um frisches Material für das eigene Programm zu finden, und bieten sich aufgrund ihrer thematischen Sortierung auch als Alternative zur normalen Suchfunktion an.

Smart Boxes

Bei den Streams gibt es einen kleinen Haken: Wir können auf die vorgefertigten Streams weder Beschränkungen noch Filter anwenden. Wer die deutschen Charts in sein Programm aufnimmt, spielt also nicht nur Kraftklub und die Toten Hosen, sondern auch Helene Fischer und Heino. Die Lösung für dieses Problem heißt "Smart". Dabei geht es nicht um einen Kleinwagen, sondern um eine Art von Boxes, die zuvor unter dem Namen "Dynamic Boxes" bekannt war.

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Mit den "Smart Boxes" bietet Radionomy ein sehr leistungsstarkes Werkzeug, das die Möglichkeiten der Boxes und der Streams auf elegante Weise miteinander verknüpft und zudem den Einsatz von Filtern ermöglicht. So können wir unsere eigene Vorauswahl mit aktuellen Streams kombinieren und zugleich sicherstellen, dass über die Streams keine unerwünschten Inhalte in unser Programm gelangen.

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Im obigen Beispiel legen wir fest, dass unsere Zusammenstellung aus Boxes und Streams keine Lieder von Justin Bieber enthalten soll. Man kann die Filter auch so konfigurieren, dass nur Justin Bieber gespielt wird oder bestimmte Titel blockiert werden. Sinnvoll erscheint auch das Filtern anhand der Sprache oder bestimmter Tags, während das Jahr der Veröffentlichung nur in seltenen Fällen zum Einsatz kommen wird.

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Natürlich bieten uns die "Smart Boxes" auch all jene Beschränkungen, die wir von den normalen Boxes her kennen. Kurzum: Wir können die Verwendung der "Smart Boxes" allen Radiomachern wärmstens empfehlen!



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Schritt für Schritt zum eigenen Internetradio: Sendungsaufbau mit Clocks

Rein theoretisch kann man den ganzen Sendetag in Form einer Playlist planen, doch das wäre höllisch viel Arbeit und man will ja auch nicht jeden Tag die selbe Playlist abarbeiten. Für Abhilfe sorgen die "Clocks", welche das Programm gemäß unserer Vorgaben zusammenstellen. Neue "Clocks" werden genau wie "Boxes" angelegt: Wir geben in das grau unterlegte Feld "Create new" einen Namen (z.B. "24stunden") ein und klicken im Anschluss auf das Plussymbol.

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Die neu angelegte Clock wird automatisch geöffnet. Clocks lassen sich mit dem Inhalt von Streams und Boxes der Kategorien Smart, Music, Jingle, Promo und Voice befüllen. Playlisten, Podcasts und Fillers haben eine Sonderstellung und stehen für Clocks nicht zur Verfügung. Auf der rechten Seite sehen wir eine Übersicht aller zur Verfügung stehenden Boxes. Die gewünschten Inhalte zieht man in die Mitte und baut damit eine Reihenfolge auf.

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In unserem Beispiel kommt das erste Lied aus der Smart Box "test". Es folgt ein Titel aus dem Stream "PopRock - Mid 01", dann ein Musikstück aus der Music Box "absolut gut". Dann wechseln sich weitere Streams und Boxes ab, bis die Clock beim achten Lied wieder zum Anfang des Schemas springt und dieses aus "test" zieht. Mit einer Clock liefern wir dem RadioManager also einen Bauplan für unsere Sendungen. Man kann die einzelnen Positionen mit gedrückter linker Maustaste greifen und die Reihenfolge nachträglich ändern:

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Die Übersicht zeigt uns für jeden Stream bzw. jede Box die Zahl der verfügbaren Tracks sowie die von uns gesetzten Zeitsperren für einzelne Titel und Interpreten. Bei der Erstellung des Programms werden die einzelnen Musikstücke per Zufall ausgewählt, wobei das System darauf achtet, vor der Wiederholung eines Liedes zunächst alle anderen zur Auswahl stehenden Musikstücke zu spielen. Damit diese Automatik zuverlässig funktioniert, benötigt man eine möglichst große Musikauswahl sowie sinnvolle Regeln.

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Bei komplexen Konstrukten verliert man schnell aus den Augen, wie groß der Anteil bestimmter Inhalte ist. Hier hilft die Schaltfläche "Stats" weiter, welche eine statistische Aufbereitung der Clock anzeigt. Und zum Abschluss des Kapitels "Clocks" noch ein Tipp: Der automatisch generierte Programmplan lässt sich einsehen und kann auch manuell bearbeitet werden. Dazu später mehr.



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Schritt für Schritt zum eigenen Internetradio: Tagesschema und Sendeplan

Day Templates - Die Sendetage

Wir haben jetzt Inhalte sowie aus diesen generierte Sendungen - nur noch zwei Schritte und unser Internetradio kann "on air" gehen. Im ersten Schritt bauen wir aus unseren Clocks, Playlisten und Podcasts ein Programmschema für einen Sendetag zusammen. Eigentlich reicht ein solches "Day Template" aus, doch man kann auch für jeden Wochentag ein anderes Programm erstellen oder zwischen Arbeitstagen und dem Wochenende unterscheiden.

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Wie üblich müssen wir zunächst ein neues "Day Template" anlegen und geben den gewünschten Namen (z.B. "JedenTag") in das graue Feld "Create a new day template" ein. Dann klicken wir auf das Plussymbol und das Template öffnet sich. Mittig sehen wir jetzt den in Stunden von 5:00 bis 4:49 Uhr unterteilten Sendetag. In diesen Plan ziehen wir nun die Inhalte, welche im rechten Menü angeboten werden.

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Wenn wir Clocks (werden blau angezeigt) in den Tagesablauf ziehen, versucht der Planer automatisch Lücken zu schließen. Der Zeitvorschlag für die erste Clock lautet daher 5:00 bis 4:59 Uhr, also rund um die Uhr. Sollen unterschiedliche Sendungen bzw. Clocks laufen, müssen die Zeiten manuell angepasst werden. Eine Ausnahme stellen Playlisten (im Tagesplan grün) und Podcasts dar, da diese Inhalte eine feste Laufzeit haben.

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Erst wenn das "Day Template" die vollen 24 Stunden füllt, können wir es im Programmplaner ("Planning") verwenden. Noch ein Tipp: Wer leicht voneinander abweichende Templates für unterschiedliche Tage plant, sollte ein Template als Vorlage benutzen und dieses kopieren. Das ist in der täglichen Praxis eine große Hilfe, da man nicht immer bei Null anfangen muss.

Planning - Die Monatsplanung

Der finale Schritt heißt "Planning". Hier sehen wir eine Monatsübersicht, in der wir die kommenden 30 Tage planen können. Radionomy stellt hiermit sicher, dass sich die Radiomacher mindestens einmal pro Monat um ihr Projekt kümmern und keine verwaisten Stationen weiterlaufen.

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Auf der rechten Seite sehen wir die verfügbaren "Day Templates" und müssen diese lediglich auf die passenden Tage ziehen. Es dauert nur wenige Sekunden, bis ein kompletter Sendetag anhand unserer Vorgaben generiert ist. Zu den Punkten "Ad screens set up" und "Filler Box" kommen wir erst auf der nächsten Seite.

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Um das Ergebnis einzusehen, klicken wir auf das Wort "GENERATED". Nun öffnet sich die komplette Tagesübersicht und wir haben die Möglichkeit, einzelne Musikstücke zu löschen, weitere hinzuzufügen sowie die Reihenfolge abzuändern. Dies kann erforderlich sein, wenn ein Interpret unter verschiedenen Namen vertreten ist - z.B. als "Beatles" und "The Beatles". Auch unpassende Übergänge lassen sich auf diese Weise gezielt umgehen.

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Wichtig: Sobald der aktuelle Tag generiert wird, geht das Internetradio kurze Zeit später auf Sendung. Wer sich zunächst nur mit den Möglichkeiten und der Bedienung von Radionomy vertraut machen will, sollte daher ausschließlich Tage generieren, die in der Zukunft liegen!



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Schritt für Schritt zum eigenen Internetradio: Die Sache mit den Fillers

Eine Art von Boxes haben wir bisher außen vorgelassen, obwohl sie überaus wichtig ist: Die Fillers. Das liegt daran, dass wir Fillers weder in den Clocks noch in den Day Templates verwenden können. Sie werden ausschließlich in der Monatsplanung berücksichtigt. Doch was sind diese Fillers eigentlich? Die Fillers sind Füllmaterial mit einer Länge von 1:59 bis 2:00 Minuten.

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Wir hatten bereits erwähnt, dass Radionomy halbstündlich Werbeblöcke mit einer Länge von zwei Minuten schaltet und dass nur Hörer aus Ländern mit Werbebuchungen (das sind derzeit Frankreich und die USA) diese Werbung in ihrer Landessprache präsentiert bekommen. Für Hörer aus anderen Ländern werden in dieser Zeit Beiträge oder Musikstücke aus der gewählten Fillers Box gespielt.

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Aber keine Panik: Radionomy bietet zahlreiche auf zwei Minuten zurechtgestutzte Lieder an, so dass man nicht selbst zu Programmen wie Audacity greifen muss. Diese findet man bequem über die erweiterte Suche, wenn man unter Type "Filler" angibt. Damit sich die einzelnen Filler nicht zu oft wiederholen, sollte man eine große Auswahl bereitstellen - schließlich werden jeden Tag 48 Filler gespielt. Man sollte sich frühzeitig um die Fillers kümmern, da Radionomy die Lücken ansonsten mit seltsamer Fahrstuhlmusik stopft.

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Für Radiomacher, die ihren Sendetag in thematisch unterschiedliche Programme unterteilen, stellen Fillers ein Problem dar. Geht es in einer Sendung um deutsche Schlager, wäre "Are You Ready" von AC/DC zwar eine erfreuliche Abwechslung, aber dennoch höchst unpassend. Der einzige Ausweg: Man muss für jeden Filler eigene Beschränkungen in Bezug auf Sendezeit und Tage festlegen. Hier wäre eine Kopplung der Filler mit Clock, Playlist und Podcast wünschenswert.
Noch ein wichtiger Hinweis: Zu Anfang wird Radionomy keine Werbung schalten. Erst wenn ein Sender mehr als 12 Hörstunden pro Tag erreicht und zudem Hörer aus Frankreich und den USA hat, wird die Werbung aktiviert. Wenn über längere Zeit niemand aus diesen beiden Ländern einschaltet, deaktiviert sich die Werbung wieder.



Radionomy, das eigene Internetradio - Anleitung und Test v2.0 - Druckansicht - Seite 14 von 15

Statistische Daten

Radionomy liefert den Radiomachern umfangreiche Statistiken. Diese umfassen die Hörerzahl, die Herkunftsländer der Zugriffe sowie die von den Hörern verwendete Hard- bzw. Software. Darüber hinaus erfasst das System, von welchen Webseiten oder Diensten die Zuhörer kommen. Es gibt auch eine Live-Statistik, die alle fünf Minuten aktualisiert wird:

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Einstellungen, Webseite und soziale Medien

Unter dem Menüpunkt "Settings" findet sich die Möglichkeit, fast alle Einstellungen des Radiosenders nachträglich zu ändern. Hier kann man beispielsweise das Logo wechseln oder die Musikrichtungen bearbeiten. Die einzige Ausnahme ist der Name des Senders, der sich im Nachhinein nicht mehr austauschen lässt. Der Unterpunkt "Technical Info" umfasst Informationen zur Verwendung der Programmierschnittstelle und zum Einspeisen von Live-Streams. Zudem kann man den Sender beim Auftreten technischer Probleme rebooten.

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Man kann für seinen Radiosender auch eine Webseite erstellen, die auf der Radionomy-Plattform gehostet wird. Diese Webseite wird automatisch angelegt und kann zur statistischen Auswertung mit Google Analytics verknüpft werden. Allerdings liegen seit der Umstellung der Benutzeroberfäche einige Funktionen brach, so dass man besser auf eine eigene Webseite umleiten sollte.

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Über Radionomys Programmierschnittstelle kann man auf den Programmablauf und statistische Daten zugreifen, welche man dann in die eigene Webseite einbindet. Eine API-Dokumentation in englischer und französischer Sprache findet sich im Forum von Radionomy, wobei konkrete Beispiele die Umsetzung des eigenen Projekts erleichtern. Als Alternative zur Webseite bietet sich die soziale Vernetzung über Facebook und Twitter an, welche man über "Social Share" konfiguriert.



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Zugriff auf das Internetradio

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, um Hörer auf unser Internetradio zugreifen zu lassen. Radionomy selbst stellt für Streams eine M3U-Datei zur Verfügung, die von den meisten Playern und vielen Geräten akzeptiert wird. Aus dieser kann man ohne Aufwand eine Strm-Datei für Kodi, XBMC und OpenElec erstellen, was die Nutzer dieser Media-Center sicher schätzen werden. Es ist auch möglich, den Stream in HTML5-Code einzubauen, so dass unser Radio plattformunabhängig im Internetbrowser von Smartphones und Tablets funktioniert. Radionomy selbst bietet Apps für Android ab Version 4.0, iOS ab Version 6.1 und Windows 8.1 an. Dazu gibt es einen auf Flash basierenden Player, den man ganz leicht in seine eigene Webseite einbauen kann. Dieser Player lässt sich farblich anpassen und steht in drei Größen zur Auswahl: 245 x 90 Pixel (horizontal) sowie 150 x 198 und 240 x 300 Pixel (vertikal). Der automatische Start der Wiedergabe ist standardmäßig deaktiviert.

Fazit

Im Lauf des erstens Jahres konnten wir umfangreiche Erfahrungen mit Radionomy sammeln. Insgesamt erwies sich die Plattform als sehr stabil und zuverlässig, wir haben in den zwölf Monaten nur zwei Ausfälle mit einer Dauer von mehr als einer Stunde bemerkt. Die neue Benutzeroberfläche, welche im zweiten Halbjahr 2014 aktiviert wurde, wirkt viel moderner und bringt auch kleinere Verbesserungen. Bezüglich der Markierungen hätten wir uns allerdings härtere Kontraste gewüscht - Sehbehinderte werden den Unterschied zwischen Weiß und Hellgrau kaum erkennen können. Positiv ist anzumerken, dass der Anbieter seine Musikbibliothek deutlich ausgebaut hat. Dabei wurden auch jene Lücken geschlossen, welche uns vor einem Jahr aufgefallen waren. Kurzum: Die Plattform kann weiterhin auf ganzer Linie überzeugen und ist sogar noch besser geworden!

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Radionomy eignet sich nicht nur für Hobbyisten, sondern auch für Profis. Man kann wahlweise sehr schnell zum Ziel kommen, unsere 10-Minuten-Vorgabe ist keinesfalls unrealistisch, oder mit mittlerem Aufwand ein Internetradio auf professionellem Niveau betreiben. Und dank der Möglichkeit, 1.000 eigene Musikstücke - nach drei Monaten sogar 3.000 Dateien - hochzuladen, steht einer individuellen Programmgestaltung nichts mehr im Wege. Für Hörer aus Deutschland wird bisher nur Werbung eingespielt, wenn man sich mit einem Sender verbindet. Für Frankreich und die USA gibt es hingegen halbstündlich einen zweiminütigen Werbeblock. Da das Angebot für die Radiomacher kostenlos ist und sich Radionomy um alle Urheberrechtsabgaben und Lizenzen kümmert, empfinden wir die Werbeunterbrechungen als fair und angemessen.
Bleibt noch der Erfolgszwang, welchen Radionomy in seinem Producer Pact festlegt. Dieser fordert von neu angemeldeten Internetradios nach drei Monaten einen Durchschnitt von 12 Hörstunden pro Tag. Nach neun Monaten sollen dann 130 Hörstunden im Tagesschnitt erreicht werden, angesichts der zahlreichen Mitbewerber ein ziemlich hoher Wert. Nach 13 Monaten ist unser Demoprojekt an dieser Hürde gescheitert und wurde gelöscht. Wenn das passiert, kann man natürlich gleich mit einem neuen Radio durchstarten. Wir ziehen an dieser Stelle aber erst einmal den Stecker.
In einem Satz: Radionomy ist eine tolle Plattform für alle, die ein eigenes Radio starten wollen.



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