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Reparatur und Upgrade klassischer Plattenspieler von Philips ‐ Seite 1/5

veröffentlicht von doelf am 02.05.2021

Wenn es um klassische Plattenspieler geht, hat der deutsche Hersteller Dual hierzulande die wohl größte Fangemeinde. Die Dreher der aus der Schweiz stammenden Firma Thorens genießen Kultstatus und auf Seiten der Japaner gilt Technics als Aushängeschild. Daneben gibt es unzählige Hersteller aus aller Welt, deren Produkte sich oftmals auf Augenhöhe befanden, die heutzutage aber weit weniger gesucht sind. Insbesondere die Produkte eines großen europäischen Elektronikriesen scheinen in Vergessenheit geraten zu sein. Die Rede ist von der niederländischen Firma Philips, deren Unterhaltungselektronik früher in vielen Haushalten anzutreffen war. Doch die Plattenspieler von Philips gelten vielen als minderwertig und problematisch - zu Unrecht!

Reparatur und Upgrade klassischer Plattenspieler von Philips
Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Zwischen den 60er und 80er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts gehörte Philips zu den wichtigsten Innovatoren und Herstellern in der Unterhaltungselektronik. 1963 stellten die Niederländer die Compact Cassette vor, 1967 folgte die Minikassette für Diktiergeräte. 1971 brachten Philips und Grundig das VCR-System für Videokassettenrekorder auf den Markt, das die beiden Firmen 1979 durch Video 2000 ablösten. 1981 wurde die zusammen mit Sony entwickelte CD gezeigt, erste Abspielgeräte folgten ein Jahr später. Auch im Bereich der Schallplatten war Philips sehr innovativ, schließlich gehörte dem Konzern auch ein großer Schallplattenverlag. Doch mit dem Aufstieg der CD wurde zugleich der Niedergang der Schallplatte eingeläutet. Die Technik der Plattenspieler galt als veraltet und sie wurden primär für die musikalischen Altlasten gefertigt. Innovationen blieben aus, denn die Plattenspieler ab Mitte der 80er-Jahre sollten in erster Linie preiswert sein. Dies gilt nicht nur für Geräte von Philips, sondern praktisch für die ganze Branche.

Philips GA 437 (1977)
Philips GA 437 aus dem Jahr 1977 - einfach aber unverwüstlich - Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Im Gegenzug lässt sich sagen, dass die technische Blütezeit der Plattenspieler Mitte der 70er-Jahre begann und Anfang der 80er endete. In dieser Zeit wurde die Wiedergabequalität hörbar gesteigert, Riemenantrieb und Direktantrieb verdrängten die letzten Reibradrumpler und die Diamantnadel setzte sich auf breiter Front durch. Ein Grund für den Innovationsschub waren die immer besser werdenden Mitbewerber aus Japan, die mit frischen Ideen und günstigen Preisen den europäischen Markt aufmischten. Philips setzte in dieser Zeit auf eigenständige Lösungen, ein eigenständiges Design und ab Mitte der 70er Jahre auch auf viel Kunststoff. Dieses Material war kostengünstiger als Holz und Metall, ließ sich problemlos in jede denkbare Form pressen und wirkte zudem modern. Der breite Einsatz von Kunststoff machte die Plattenspieler von Philips zu echten Leichtgewichten, doch in der Szene ist leicht zu einem Synonym für billig mutiert. Und so wurden viele dieser Geräte in den vergangenen Jahren nicht reaktiviert, sondern landeten im Elektroschrott.

Der Teller dreht sich nicht

Zunächst kümmern wir uns um zwei allgemeine Fehler, die nicht nur Plattenspieler von Philips betreffen, die aber auch bei diesen häufig anzutreffen sind. Wenn sich der Teller nicht dreht, hebt man diesen nach oben ab und wirft einen Blick auf das Geschehen darunter. Zumeist wird man einen gerissenen oder ausgeleierten Riemen erblicken, der den schweren Teller nicht mehr bewegen kann. Bei einem als defekt ausgemusterten Philips GA 437 aus dem Jahr 1977, der uns unlängst zugelaufen war, fehlte der Riemen komplett.

Neuer Riemen im Philips GA 437
Der Riemen des Philips GA 437 - Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Das ist kein Beinbruch, denn die passenden Antriebsriemen bekommt man problemlos für rund zehn Euro im Internet. Da Philips Ende der 70er-Jahre auf sehr kurze Kantriemen setzte, kann man testweise sogar einen normalen Gummiring einsetzen, um die Grundfunktion des Plattenspielers sicherzustellen. Das Einbauen eines Riemens ist auch kein Hexenwerk, sondern genauso unkompliziert wie jeder andere Einsatz eines Gummirings. Das lässt sich sogar mit zwei linken Händen bewerkstelligen!


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