Reparatur und Upgrade klassischer Plattenspieler von Philips ‐ Seite 5/5

veröffentlicht von doelf am 02.05.2021

Ein preiswertes Upgrade für Optik und Klang

Da der Philips AF 729 Mark II ganz gerade auf seiner Wanne sitzt, ist die Konstruktion einer Zarge recht simpel. Wir haben uns für einen massiven Rahmen aus Nadelholz (4,4 x 2,4 cm) und eine 19 mm starke Dreischichtplatte als Boden entschieden.

Die begradigte Bodenwanne
Der neue Rahmen - Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Die genaue Dimensionierung des Rahmenholzes resultiert aus vier Stuhlwinkeln, über die der Philips AF 729 Mark II mit seinem neuen Unterbau verschraubt wird. Hierbei kommen die vier Originalschrauben des Plattenspielers zum Einsatz.

Die begradigte Bodenwanne
Stuhlwinkel als Verbinder - Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Zwischen den Stuhlwinkeln und den Schraublöchern platzieren wir noch Unterlegscheiben aus Gummi. Unter die Bodenplatte kommen zum Abschluss noch neue Füße - aber nur drei, denn auf drei Füßen gibt es kein Gekippel.

Die begradigte Bodenwanne
Drei Füße für einen besseren Stand - Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Da die helle Holzoptik unserer Meinung nach sehr gut zum Charakter des Philips AF 729 Mark II passt, haben wir den Rahmen nur mit mattem Klarlack behandelt. Der Holzrahmen steht rings herum 0,5 cm hervor, durch die abgerundeten Kanten wirkt es aber weniger. Die Bodenplatte haben wir geringfügig kleiner als den Aufbau zugeschnitten, da wir dort das Aluminium des Bedienfelds aufgreifen wollten.

Die begradigte Bodenwanne
Flachstange für die Optik - Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Wir verwenden hierzu eine 19,5 mm hohe und 2 mm starke Flachstange, mit der wir die wenig attraktive Kante der Dreischichtplatte verkleiden. Unmittelbar vor dem Verkleben muss das Aluminium mit Hilfe eines möglichst reinen Alkohols (z.B. Isopropanol) von seiner Oxidschicht befreit werden. Zum Verkleben haben wir Silikon verwendet.

Die begradigte Bodenwanne
Philips AF 729 Mark II,5 - Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Das Ergebnis kann sich nicht nur sehen, sondern auch höhren lassen: Die ohnehin schon gute Laufruhe des Philips AF 729 Mark II hat der neue Unterboden ein ganzes Stück nach vorne gebracht und auch musikalisch klingt der Plattenspieler sowohl luftiger als auch souveräner.

Fazit

Schallplattenspieler wie der Philips AF 729 Mark II sind viel zu schade für den Elektroschrott. Sie lassen sich mit wenig Aufwand - der Materialeinsatz bewegte sich bei diesem Projekt um die 20 Euro - wiederbeleben und spielen aktuelle Modelle der Einstiegs- und Mittelklasse locker an die Wand. Einmal überholt, erweisen sie sich als überaus zuverlässig und bieten zudem umfangreiche Einstellmöglichkeiten. Ihre Technik ist überschaubar und vor allen Dingen leicht zu warten. Selbst Leichtgewichte wie der manuelle Philips GA 437 haben ihren Charme und liefern klanglich deutlich mehr als aktuelle Billigspieler. Abgesehen vom Kantriemen ist der Philips GA 437 so gut wie unverwüstlich und bietet sich insbesondere für Neu- und Wiedereinsteiger an. Wenn es um gebrauchte Plattenspieler geht, müssen es nicht immer Geräte von Thorens oder Technics sein. Wer sich für einen Außenseiter wie Philips entscheidet, spart viel Geld, das man in eine bessere Nadel oder einen hochwertigeren Tonabnehmer investieren kann. Und genau dieser macht in der Regel den größten Unterschied.


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