MSI RTX 2080 Serie

Anleitung: Frische Mainline- und Stable-Kernel für Ubuntu ‐ Seite 2/4

veröffentlicht von doelf am 15.07.2017

Kernel: Die Risiken und Nebenwirkungen

Bevor wir uns an den Kernel machen, muss noch ein wichtiger Punkt angesprochen werden: Die offiziellen Kernel, welche zusammen mit Ubuntu bzw. bei dessen Update ausgeliefert werden, garantieren die beste Stabilität und Kompatibilität mit dem Rest der Distribution. Wer einen neueren Kernel einspielt, kann sich durchaus massive Probleme einhandeln. Andererseits wird der alte Kernel nicht überschrieben, sondern kann weiterhin in Grub unter den erweiterten Startoptionen ausgewählt werden.

Ubuntu mit Mainline-Kernel
Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Sollte Ubuntu als einziges Betriebssystem installiert sein, wird das Bootmenü von Grub nicht standardmäßig angezeigt. Man kann das Bootmenü aber erzwingen, indem man die Umschalttaste beim Systemstart gedrückt hält.

Orientierung: OS- und Kernel-Version bestimmen

Bevor man einen neuen Kernel einspielt, sollte man zunächst einmal klären, welche Version der Distribution und des Kernels überhaupt installiert sind. Wir öffnen ein Terminal und fragen zunächst die Ubuntu-Version (Linux Standard Base, LSB) ab:

lsb_release -av

Ubuntu mit Mainline-Kernel
Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Es erscheint eine Ausgabe in obiger Form mit der Release-Nummer 16.04 und der Beschreibung "Ubuntu 16.04.2 LTS" - dies ist die Version "Xenial Xerus" mit Langzeitunterstützung (Long Term Support, LTS) bis zum Jahr 2019. Nun stellt sich die Frage nach dem Kernel. Ubuntu 16.04 wurde mit dem Kernel 4.4 ausgeliefert, doch im Update 16.04.2 ist der Kernel 4.8 enthalten. Gewissheit liefert die folgende Abfrage:

uname -rm

Ubuntu mit Mainline-Kernel
Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Wer zunächst Ubuntu 16.04 oder 16.04.1 installiert hatte und später die Aktualisierung auf 16.04.2 vorgenommen hat, wird statt des Kernels 4.8 weiterhin die Version 4.4 sehen. Bei einem normalen Update werden Kernel und X.Org-Stack, welche bei Ubuntu auch als "Hardware Enablement Stack" (HWE) bezeichnet werden, nicht angetastet. Ein neuer Kernel bedeutet nämlich immer einen grundlegenden Eingriff in die Hardware-Unterstützung, der mitunter zu schwerwiegenden Problemen führen kann.

Ubuntu: Update des Hardware Enablement Stack

Der Wunsch nach einem aktuelleren Kernel muss nicht unbedingt mit einem generellen Mainline- bzw. Stable-Kernel befriedigt werden. Wer auf Nummer Sicher gehen will, probiert zunächst ein Update des "Hardware Enablement Stack" (HWE), welches neben dem Kernel auch den X.Org-Stack aktualisiert. Diese Kernel-Versionen wurden ausführlich geprüft und haben die Freigabe für Neuinstallationen der Distribution erhalten. Um sie auch bei einem Update einzuspielen, reicht bei Ubuntu 16.04 der folgende Befehl aus:

sudo apt install --install-recommends xserver-xorg-hwe-16.04

In unserem Beispiel wurde Ubuntu 16.04 auf die Version 16.04.2 aktualisiert, doch der alte Kernel 4.4 blieb dabei erhalten. Nach obigem Aufruf ist der Kernel 4.8, welcher mit Ubuntu 16.04.2 ausgeliefert wird, installiert. Will man den Kernel 4.4 starten, kann man dies über das Bootmenü von Grub tun. Ein entsprechender Eintrag findet sich unter "Erweiterte Startoptionen". Bei zukünftigen Ubuntu-Updates wird die Aktualisierung des HWE automatisch stattfinden, eine entsprechende Änderung wurde mit Ubuntu 16.04.2 eingeführt.

Diese Werbefläche wurde deaktiviert. Damit geht Au-Ja.de eine wichtige Einnahmequelle verloren.

Werbung erlauben ]