Au-Ja! - Anleitung: Frische Mainline- und Stable-Kernel für Ubuntu - 3/4
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Anleitung: Frische Mainline- und Stable-Kernel für Ubuntu ‐ Seite 3/4

veröffentlicht von doelf am 15.07.2017

Einen Mainline- oder Stable-Kernel einspielen

Kommen wir nun zum Pudels Kern, dem Einspielen eines aktuellen Mainline- oder Stable-Kernels. Dies ist unter Ubuntu ziemlich einfach, denn die neuen Kernel-Versionen werden meist schon kurz nach ihrer Veröffentlichung als "Personal Package Archive" (PPA) zum Download bereitgestellt. Dabei handelt es sich um Debian-Quellpakete, aus denen über den Dienst Launchpad automatisiert Binär-Pakete für die verschiedenen Architekturen erstellt werden. Als Benutzer erspart man sich somit nicht nur das langwierige Kompilieren des Quellcodes, sondern man kann auch sogleich sehen, ob der Build überhaupt funktioniert hat.

Ubuntu mit Mainline-Kernel
Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Auf der Webseite kernel.ubuntu.com/~kernel-ppa/mainline/ wählt man zunächst die gewünschte Kernel-Version aus, wir haben uns für den neuesten Mainline-Kernel 4.12 entschieden. Auf der Folgeseite finden sich die benötigten Debian-Pakete (*.deb), geordnet nach Rechnerarchitekturen. Für jede Architektur ist vermerkt, ob es beim Build irgendwelche Probleme gab. Ein Beispiel: "Build for amd64 succeeded" bedeutet, dass der Build für 64-Bit-PCs erfolgreich erstellt wurde, während "Build for i386 failed" vor Problemen beim Build für 32-Bit-PCs warnt. Generell sollte man von fehlgeschlagenen Builds lieber die Finger lassen, man kann aber auch die Log-Dateien einsehen, um mehr über die Art des Problems zu erfahren.

Hat man einen geeigneten Build gefunden, muss man drei Debian-Pakete herunterladen. Im Normalfall wird man den generischen Build (generic) nehmen, lediglich für spezielle Anwendungsgebiete wie Multimediaverarbeitung oder Messvorrichtungen macht der Echtzeit-Kernel (Low Latency) Sinn. Hier zwei Beispiele, wobei die Versionszahlen der Builds jeweils durch den Buchstaben x ersetzt wurden:

Benötigte Dateien für 64-Bit-PCs:

  • linux-headers-x.x.x-x_x.x.x-x.x_all.deb
  • linux-headers-x.x.x-x-generic_x.x.x-x.x_amd64.deb
  • linux-image-x.x.x-x-generic_x.x.x-x.x_amd64.deb

Benötigte Dateien für 32-Bit-PCs:

  • linux-headers-x.x.x-x_x.x.x-x.x_all.deb
  • linux-headers-x.x.x-x-generic_x.x.x-x.x_i386.deb
  • linux-image-x.x.x-x-generic_x.x.x-x.x_i386.deb

Nach Abschluss des Downloads öffnet man ein Terminal-Fenster und wechselt in das Download-Verzeichnis. Wichtig: Dieser Ordner sollte ausschließlich die drei Debian-Pakete enthalten!

Ubuntu mit Mainline-Kernel
Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Dann gibt man folgenden Befehl ein:

sudo dpkg -i *.deb

Ubuntu mit Mainline-Kernel
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Nun wird der neue Kernel installiert und kann nach einem Neustart verwendet werden.

Ubuntu mit Mainline-Kernel
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Der alte Kernel bleibt, wie oben auf Seite zwei erklärt, auf dem System erhalten und lässt sich über die "Erweiterten Startoptionen" von Grub reaktivieren.


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