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Guide - VoIP-Umstellung mit Fritz!Box - Druckansicht - Seite 1 von 2
Der Umstieg von DSL mit digitalem oder analogem Telefonanschluss zu VDSL mit VoIP sollte eigentlich ganz geschmeidig verlaufen - insbesondere wenn dabei Router der Fritz!Box-Familie von AVM zum Einsatz kommen. Man sichert die Einstellungen des alten Routers, importiert diese auf dem neuen Router und am Tag der VDSL-Schaltung bezieht die neue Fritz!Box ganz einfach die aktualisierten Zugangsinformationen. Soweit die graue Theorie, denn in der Praxis lief die Umstellung natürlich etwas holpriger.

Die Vorgeschichte

Der DSL-Anschluss meines Büros läuft über einen Geschäftskundenvertrag mit dem Anbieter NetAachen. Für die letzten Meter wird allerdings das Leitungsnetz der Telekom genutzt, was in den vergangenen Monaten zu einem deutlichen Einbruch der Bandbreite geführt hatte. Waren von versprochenen 18 Mbit/s anfangs zwischen 15 und 16 nutzbar, waren es zuletzt nur noch maximal 10 Mbit/s. Zudem kam es immer wieder zu Verbindungsabbrüchen, nach denen die Geschwindigkeit dauerhaft auf 6 Mbit/s einbrach. Selbst ein Neustart des Routers konnte hieran nichts ändern. Ein Techniker von NetAachen konnte dann vor Ort klären, dass es einen Softwarefehler auf Seiten der Telekom gibt. Da dieser allerdings nur alte Nicht-VoIP-Anschlüsse betrifft, kümmerte das Problem die Telekom rein gar nicht. Als einziger Ausweg blieb demnach der Umstieg auf VDSL und VoIP. Aufgrund der technischen Probleme konnte ich meinen laufenden Vertrag ändern, allerdings dauerte es weitere vier Wochen, bis der Anschluss dann tatsächlich umgestellt wurde.

Die Umstellung

In der Woche vor dem Wechsel hatte ich bei NetAachen den neuen Router, eine Fritz!Box 7490 abgeholt. Der Mitarbeiter im Laden gab mit den Tipp, dass man die meisten Einstellungen meiner alten Fritz!Box 7270 v3 auf das neue Gerät exportieren könne. Ein guter Hinweis, denn mit einem umfangreichen Gerätepark, mehreren im Router gespeicherten Telefonbüchern, diversen Benutzern mit unterschiedlichen Freigaben und Zugriffsberechtigungen sowie eingerichteten Fernzugriffs- und NAS-Funktionen ist man locker einen Tag beschäftigt, bis das heimische Netzwerk wieder halbwegs normal läuft. Um einen möglichst zügigen Ablauf zu gewährleisten, exportierte ich die Einstellungen des alten Routers (System -> Sicherung -> Sichern) am Wochenende vor der Umschaltung und konnte sie bis auf wenige Ausnahmen erfolgreich in die neue Fritz!Box übernehmen. So weit, so gut.
Am Montag, den 24. November 2014 erhielt ich um 7:42 Uhr eine SMS von NetAachen:
"Heute ist es soweit, Ihr neuer Anschluss wir heute zwischen 8-12 Uhr geschaltet. Ihr NetSupport-Team
Abgesehen vom fehlenden "d" eine erfreuliche Nachricht, denn sie lässt darauf hoffen, dass der Anschluss schon am Nachmittag wieder funktionieren könnte. Die Fritz!Box 7490 stand schon am Morgen bereit und war direkt an der Telefondose angeschlossen, denn Splitter und NTBA haben bei VoIP ausgedient. Was ausblieb, war die Umschaltung. Bis in die Abendstunden meldete der Router - selbst nach einem Neustart - die gewohnt lahme DSL-Geschwindigkeit von 10 Mbit/s. NetAachens Support verwies diesbezüglich auf folgenden Satz, der tatsächlich im Anschreiben bezüglich der Umschaltung zu finden ist:
"Aus technischen Gründen ist der Anschluss am Tag der Schaltung unter Umständen nicht erreichbar, d.h. weder als Telefon- noch als Datenleitung nutzbar."
Das mag sein, allerdings hatten zuvor alle Mitarbeiter des Unternehmens versichert, dass die Umstellung nur eine Sache von ein paar Stunden sei. Und auch die SMS mit der Angabe "8-12 Uhr" macht wenig Sinn, wenn der Anschluss zwar in diesem Zeitfenster geschaltet wird (oder eher: werden soll), dann aber noch für Stunden nicht nutzbar ist.

Die Fritz!Box blockiert

Am Dienstag meldete die Fritz!Box dann zwar 31,2 Mbit/s (gebucht sind 50 Mbit/s), doch Internet und Telefonie lagen weiterhin brach. Ein Telefonat mit dem Support von NetAachen ergab, dass die Fritz!Box 7490 die Zugangsdaten nicht bezogen hatte.
Dies hätte laut AVM und NetAachen eigentlich vollkommen automatisch geschehen sollen, doch meine Fritz!Box 7490 begnügte sich damit, im Minutentakt Zeitüberschreitungen zu melden. Auch die manuelle Konfiguration des neuen Anschlusses scheiterte trotz vorhandener Zugangsdaten.



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Werkseinstellungen? Workaround!

Der Support-Mitarbeiter hatte dann einen unschönen Vorschlag: Die Fritz!Box 7490 muss auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt werden! Dabei gehen natürlich alle von mir vorgenommenen bzw. importierten Konfigurationen verloren. Vorsichtshalber exportierte ich die Einstellungen nochmals (wichtig: die Sicherung immer mit einem Kennwort versehen) und setzte das Gerät im Anschluss auf den Auslieferungszustand zurück. Und tatsächlich: Die Verbindung wurde hergestellt!
Das Importieren der zuvor gesicherten Einstellungsdaten (System -> Sicherung -> Wiederherstellen) schießt den Anschluss dann allerdings wieder ab. Offenbar funktioniert die automatische Konfiguration nur dann zuverlässig, wenn eine jungfräuliche Fritz!Box am Anschluss hängt - sehr ärgerlich. Einen Ausweg aus diesem Dilemma bietet die Importfunktion "aus einer FRITZ!Box eines anderen Modells". Um diese nutzen zu können, muss die Sicherung mit einem Kennwort versehen sein.
Im Gegensatz zum Import von einem baugleichen Modell bekommen wir nun eine Auswahlliste präsentiert. Dort darf kein Haken bei "Internetzugangsdaten" und "Alle lokalen Telefonie-Einstellungen überschreiben" gesetzt werden. Die Internetzugangsdaten würden die IP-Zuweisung blockieren und die Übernahme der Telefonie-Einstellungen verhindert die Nutzung von VoIP. Die folgenden Einstellungen kann man hingegen problemlos auswählen:
Wir setzen jeweils einen Haken, importieren die Einstellungen und die Fritz!Box startet neu. Nun steht die Internetverbindung und auch die Telefonbücher, Benutzerkonten und WLAN-Einstellungen sind vorhanden. Was noch nicht funktioniert, sind die Geschwindigkeitszuweisungen der LAN-Ports, die DECT-Telefone, das Faxgerät und der integrierte Anrufbeantworter. Diese Geräte müssen neu angemeldet bzw. eingerichtet werden. Im Vergleich zu einer vollständig händisch vorgenommenen Konfiguration ist das aber ein Klacks.

Fazit

Nach anderthalb Tagen steht die VDSL-Verbindung und VoIP funktioniert ebenfalls. Verglichen mit dem wochenlangen Ärger, über den andere Kunden berichten, war meine Umstellung eine Kleinigkeit. Die gescheiterte Übernahme der neuen Verbindungsdaten hat mich jedoch einen halben Arbeitstag gekostet und die vom NetAachen-Support vorgeschlagene manuelle Einrichtung des Routers hätte noch ein paar zusätzliche Stunden erfordert. Der Umweg über die Werkseinstellungen in Verbindung mit der Importfunktion "aus einer FRITZ!Box eines anderen Modells" stellt den optimalen Workaround da und geht - wenn man ihn erst einmal gefunden hat - schnell von der Hand. Ich hoffe, dieser kleine Erfahrungsbericht hilft anderen Kunden bei ihrer Umstellung auf VDSL und VoIP.



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