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AMDs Fusion-APUs: Alles über Bobcat, Bulldozer, Llano & Co - Druckansicht - Seite 1 von 6

UPDATES:

Anlässlich der Hot Chips 22 hatte AMD im August 2010 zahlreiche Informationen über die Architektur seiner kommenden Prozessorkerne "Bulldozer" und "Bobcat" bekannt gegeben. Im November 2010 folgte dann der Financial Analyst Day, an dem AMD dann auch auf Details der dazugehörigen Prozessoren und Plattformen einging. Zudem legte der Hersteller seine Roadmap bis zum Jahr 2012 auf den Tisch.


Quelle: AMD

Codenamen kommender Kerne, APUs und Plattformen
Damit niemand den Überblick im Gewirr der Codenamen verliert, wollen wir diese gleich zu Anfang unseres Artikels aufschlüsseln. Denn bei "Bulldozer" und "Bobcat" handelt es sich keinesfalls um die Namen kommender Prozessoren, sondern lediglich um die jeweiligen Kerne, aus denen sich diese APUs zusammensetzen. Und damit wären wir gleich beim nächsten Begriff, der im Vorfeld geklärt werden muss: Die APU ist nämlich kein normaler Prozessor, sondern vereint Rechen- und Grafikkerne mit der Northbridge des Chipsatzes.


Quelle: AMD

Notebook-APUs (2011)

Notebook-APUs (2012)


Quelle: AMD

Desktop-APUs/CPUs (2011)

Desktop-APUs (2012)


Quelle: AMD

Server-CPUs (2011)

Server-CPUs (2012)

Bereits zum Jahreswechsel wird die Brazos-Plattform mit den Bobcat-APUs Ontario und Zacate auf den Markt kommen. Eine Leistungsklasse höher wird die zweite Fusion-Generation in Form des Llano (Q1/2011) noch auf den aktuellen Stars-Kernen aufbauen. Erst im weiteren Jahresverlauf ist dann mit den ersten Bulldozer-Prozessoren zu rechnen, zunächst allerdings noch ohne Grafikkern. Zambezi (Q2/2011), Valencia und Interlagos (Q3/2011) bedienen hierbei nur die Desktop- und Serversegmente, in Notebooks wird erst die zweite Bulldozer-Generation - dann mit Grafikkern - Einzug halten.




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Der Bobcat-Kern (Ontario und Zacate) #1
Statt wie aktuell ein einziges Design für alle möglichen Einsatzbereiche zu verwenden, wird AMD in seiner nächsten Prozessor-Generation zwei unterschiedliche Kerne einsetzen. Während der Bulldozer auf eine besonders hohe Rechenleistung ausgelegt wurde, zielt AMD mit dem Bobcat auf kleine Geräte und einen minimalen Stromverbrauch. Doch auch innerhalb der Brazos-Plattform wird AMD noch differenzieren.


Brazos Plattform; Quelle: AMD - Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Während die APU "Zacate" mit einer TDP von 18 Watt für Notebooks und All-in-one-PCs gedacht ist, zielt das mit einer TDP von lediglich 9 Watt deutlich sparsamere Modell "Ontario" auf Netbooks und Tablets. Beide Varianten werden grundsätzlich mit 413 BGA-Kontakten verlötet und daher wie Intels Atom nicht lose erhältlich sein. Sie umfassen ein bis zwei Bobcat-Kerne mit jeweils 512 KByte L2-Cache sowie einen DX11-fähigen Grafikkern mit 80 Shader-Einheiten und einen UVD3-Videobeschleuniger.

ModellKerneCPU-Takt
GHz
GPU-Takt
MHz
L2
KByte
Zacate mit Radeon HD 6310 - TDP: 18 Watt
E-35021,65002x 512
E-24011,5500512
Ontario mit Radeon HD 6250 - TDP: 9 Watt
C-5021,02802x 512
C-3011,2280512

Mit 280 MHz taktet der Grafikkern beim Ontario deutlich langsamer als beim Zacate, dennoch verspricht AMD die zehnfache 3D-Leistung von Intels aktuellem Atom N-450. Der 500 MHz schnelle Grafikkern des Zacate wurde mit dem Gespann AMD Athlon P320 / AMD RS880 verglichen und soll eine doppelt so hohe Punktzahl bei 3DMark Vantage Entry erzielen. Der Speicher wird über einen einkanaligen DDR3-Controller angebunden, dessen Bandbreite sich CPU- und GPU-Kerne teilen müssen. Komplettiert wird die Brazos-Plattform durch die Southbridge Hudson M1. Diese besitzt, ebenso wie die APU, vier PCIe-Lanes der zweiten Generation, welche wahlweise mit 5,0 oder 2,5 GBit/s arbeiten können.


Dual Bobcat; Quelle: AMD - Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Mit den auf Bobcat basierenden APUs will AMD Intels Atom-Prozessoren angreifen, im Vergleich zu diesen aber deutlich mehr Rechenleistung bieten und zudem auf marktstrategische Einschränkungen der Plattform verzichten. Laut AMD wird der Bobcat-Kern ca. 90 Prozent der Leistung aktueller Mainstream-CPUs bieten, dabei aber weniger als die Hälfte der Grundfläche benötigen. Der wohl wichtigste Unterschied (und Leistungsvorteil) im Vergleich zu Intels Atom besteht darin, dass AMDs Bobcat die Out-of-order Execution beherrscht. Hierbei werden die einzelnen Befehle nicht in der Programmreihenfolge ausgeführt, sondern so sortiert, dass sie die Pipelines optimal auslasten. Die Out-of-order Execution ist bei leistungsstarken CPUs üblich, verbraucht aber mehr Strom als eine In-order Pipeline, weshalb Intel sich für letztere entschieden hatte.


Bobcat Lageplan; Quelle: AMD - Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Mit reduzierten Taktraten soll es übrigens möglich sein, den Bobcat-Kern mit weniger als einem Watt zu betreiben. Ist der Kern nicht vollständig ausgelastet, können inaktive Einheiten per Clock- und Power-Gating abgeschaltet werden. Auch der C6-State (Deep Power Down) wird unterstützt. AMD hat auch die Befehlsverarbeitung im Bobcat auf einen möglichst geringen Stromverbrauch optimiert und das Verschieben und Lesen von Daten auf das Nötigste reduziert.




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Der Bobcat-Kern (Ontario und Zacate) #2
Die Pipeline des Atom ist mit 16 Stationen recht lang, beim Core 2 Duo hatte sich Intel noch mit 14 Stufen begnügt. AMDs Bobcat liegt mit seiner 15-stufigen Pipeline genau dazwischen. Sollte sich die Sprungvorhersage irren, gibt es sowohl beim Atom als auch beim Bobcat 13 Straf-Zyklen. Wie die Out-of-order Execution steigert auch eine aufwändige Spungvorhersage den Stromverbrauch, dennoch hat AMD beim Bobcat eine solche integriert.


Bobcats Pipeline; Quelle: AMD - Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Der Dekoder kann pro Takt zwei x86-Befehle verarbeiten und rund 89 Prozent der Instruktionen in eine microOp umwandlen. Weitere 10 Prozent der Befehle werden in zwei microOps verpackt und weniger als ein Prozent bedarf eines größeren Aufwands. Die Integer-Einheit besitzt zwei unabhängige Dual-Port-Scheduler. Während einer die beiden ALUs füttert, versorgt der zweite die beiden Adressgenerierungseinheiten (Laden und Speichern).

Bei der Gleitkommaeinheit versorgt ein Dual-Port-Scheduler die beiden 64 Bit FPUs. Die FPUs besitzen jeweils MMX- und Logik-Einheiten, doch während eine für die Additionen zuständig ist, kümmert sich die zweite um Multiplikationen. Beide FPUs können zwei 32-Bit-Berechnungen (Single Precision) in einem Takt verarbeiten. AMD verzichtet sowohl bei der Integer- als auch bei der Gleitkomma-Einheit auf dynamisches Register Renaming und verwendet stattdessen physikalische Register Files. Jedem architektonischen Register wird somit ein fester Eintrag der physikalische Register Files zugeordnet, was die CPU vereinfacht und den Stromverbrauch reduziert.


Bobcat Funktionsdiagramm; Quelle: AMD - Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Die L1-Caches für Daten und Befehle wurden beim Bobcat im Vergleich zum aktuellen K10 auf 32 KByte halbiert. Wie sehr sich dieser Einschnitt auf die Performance des neuen Kerns auswirken wird, ist allerdings nur schwer abzuschätzen. Der L2-Cache fasst 512 KByte und arbeitet anscheinend nur mit dem halben CPU-Takt, wodurch der Stromverbrauch reduziert wird. Wie in dieser Leistungsklasse nicht anders zu erwarten, wird AMD bei aus Bobcat-Kernen zusammengesetzten Prozessoren auf eine dritte Cache-Ebene verzichten.


Ontario-CPU; Quelle: AMD - Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Was die Befehlssatzerweiterungen betrifft, ist der Bobcat gut aufgestellt: Wie die aktualisierten Unterlagen verraten, beherrscht die CPU neben AMDs 64-Bit Befehlssatz die SIMD-Erweiterungen SSE1, SSE2, SSE3, SSSE3 und SSE4A sowie AMDs Virtualisierungs-Technologie. 3Dnow! wurde hingegen in die wohlverdiente Rente geschickt. Intel enthält den meisten Atom-Prozessoren die Virtualisierung vor und unterstützt die SIMD-Erweiterungen lediglich bis SSSE3. Und während die Atom-CPUs der Baureihe Z5xx die Virtualisierung bieten, fehlt ihnen die 64-Bit-Unterstützung.




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Der Bulldozer-Kern (Zambezi, Valencia und Interlagos) #1
Für viele unserer Leser sicherlich noch etwas spannender ist der Bulldozer-Kern, dessen Einsatzgebiet im Jahr 2011 von Desktop-PCs (Zambezi) über Workstations bis zum Server (Valencia und Interlagos) reichen wird. Im Jahr 2012 soll eine überarbeitete Version des Bulldozer in Kombination mit einen DirectX-11-fähigen Grafikkern dann auch in leistungsstarken Notebooks (Trinity) Einzug halten. Beim Bulldozer handelt es sich laut AMD um ein komplett neues Design und nicht etwa um einen weiteren Abkömmling der K7-K8-K10-Reihe. Dass es sich auch beim Bulldozer um einen Out-of-order-Kern handelt, brauchen wir vermutlich nicht zu betonen.


Bulldozer; Quelle: AMD - Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Bevor wir mit unserer Betrachtung beginnen, sollten wir in Bezug auf AMDs Bulldozer den Terminus "Kern" in "Modul" ändern, denn der Bulldozer ist keinesfalls ein traditioneller Kern, welcher jeweils eine Recheneinheit für Ganzzahlen und Gleitkommazahlen umfasst. Es handelt sich vielmehr um ein Modul, welches sich aus zwei Integer-Einheiten und einer Gleitkomma-Einheit zusammensetzt. AMD hat folglich zwei Kerne miteinander verschmolzen und verspricht ca. 80 Prozent der Leistung zweier eigenständiger Kerne bei deutlich weniger Grundfläche und stark reduziertem Stromverbrauch. Doch um AMDs Konzept zu verstehen, muss man sich zunächst die heutigen Umsetzungen zur zeitgleichen Verarbeitung mehrerer Threads ansehen.


Bulldozer Schema; Quelle: AMD - Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Sowohl AMD als auch Intel setzen auf mehrere Kerne (CMP, grünes Schild). Jeder Thread läuft auf einem eigenen, vollständigen Kern, was zwar eine sehr hohe Leistung ermöglicht, zugleich aber auch viel Grundfläche benötigt und sowohl die Herstellungskosten als auch den Stromverbrauch erhöht. Die Ressourcen der einzelnen Kerne werden bei CMP zudem nicht sonderlich gut ausgelastet.


Aktuelle Lösungen; Quelle: AMD - Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Intels HyperThreading (SMT, blaues Schild) verbessert die Auslastung der Kerne, indem jedem Kern zwei Threads vorgesetzt werden. Um eine teilweise parallele Verarbeitung zu ermöglichen, hat Intel einige Einheiten verdoppelt, die Transistorenzahl steigt dabei allerdings um weniger als zehn Prozent. Da die Threads an etlichen Stellen um die nur einmal vorhandenen Ressourcen konkurrieren, erreichen wir mit SMT selbst in synthetischen Messungen nur Steigerungen von bis zu zwanzig Prozent, in der Praxis laufen einige Programme sogar langsamer. SMT kann also niemals einen vollwertigen Kern ersetzen, sondern soll lediglich die Auslastung der vorhandenen Ressourcen verbessern.


Bulldozer vs SMT; Quelle: AMD - Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

AMDs Bulldozer denkt die beiden heutigen Umsetzungen weiter und versucht den Spagat zwischen einer optimalen Auslastung aller Ressourcen und eine möglichst hohen Rechenleistung. Da die Mehrzahl der Operationen - laut AMD ca. 80 Prozent - Ganzzahlen betreffen, wurde lediglich die Integer-Einheit inklusive Scheduler und L1-Daten-Cache verdoppelt. Hierdurch wächst die Grundfläche des Moduls um ca. 12 Prozent. Für das Betriebssystem besteht ein solches Bulldozer-Modul aus zwei logischen Kernen.




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Der Bulldozer-Kern (Zambezi, Valencia und Interlagos) #2
Die beiden Integer-Einheiten teilen sich den 64 KByte große L1-Instruktions-Cache, die Fetch-Queue, den vierfachen x86-Decoder (K10: dreifach), die Gleitkommaeinheit und den L2-Cache. Dessen Größe wollte AMD zunächst geheim halten, hat sich nun jedoch mit Rücksicht auf Entwickler dazu durchgerungen, die Zahlen auf den Tisch zu legen. Jedes Modul wird einen 2 MByte großen L2-Cache besitzen, hinzu kommen 8 bis 16 MByte L3-Cache, welchen alle Module gemeinsam nutzen.


Bulldozer Sharing; Quelle: AMD - Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

AMD hat beim Bulldozer die Pipelines der Sprungvorhersage und des Fetchers entkoppelt, wohingegen diese beim K10 noch gekoppelt arbeiten und somit auch zusammen ins Leere laufen können. Die Sprungvorhersage des Bulldozer eilt voraus und generiert zukünftige Adressen für den Fetcher. Dieser gleicht die vorhergesagten Adressen mit dem Inhalt des Instruktions-Caches ab und spürt frühzeitig fehlende Daten auf. Während diese Daten aus dem L2-Cache oder einem anderen Speicherbereich in den L1-Cache kopiert werden, holt sich der Fetcher bereits die nächsten Instruktionen.


Sprungvorhersage und Fetcher; Quelle: AMD - Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Die beiden Integer-Kerne (unteres Bild, grün) besitzen - wie gesagt - jeweils einen eigenen Scheduler, der vier Pipelines beschickt. Bei zwei dieser Pipelines handelt es sich um Adressgenerierungseinheiten (AGen), die beiden übrigen sind dann die ALUs. Während eine ALU nur Multiplikationen durchführen kann, ist die zweite auf Divisionen spezialisiert. Eine eigene Retire-Einheit sorgt in jedem Integer-Kern dafür, dass die Out-of-order verarbeiteten Befehle wieder in die richtige Reihenfolge kommen. Mit lediglich 16 KByte fallen die beiden L1-Daten-Caches überraschend klein aus, was laut AMD aber kaum Auswirkungen auf die Leistung haben soll.


Integer und Gleitkomma; Quelle: AMD - Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Die Gleitkomma-Einheit (oberes Bild, gelb) besitzt einen Scheduler mit vier Ports, welcher zwei 128 Bit FMAC-Pipes (Fused Multiply Add Command) und zwei MMX-Pipes (128 Bit Packed Integer) beliefert. 256 Bit Operationen können somit in einem Takt auf den beiden FMAC-Einheiten ausgeführt werden. Der Bulldozer beherrscht die SIMD-Erweiterungen bis einschließlich SSE 4.1 und 4.2. Auch AVX (Advanced Vector Extensions), welches Intel zusammen mit seiner kommenden CPU-Architektur Sandy Bridge einführen will, wird geboten. Wie bereits vermutet, wird AMD im FMAC-Subset mit vier Operanden arbeiten, während sich Intel auf drei festgelegt hat.


TDP-Spielraum; Quelle: AMD - Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

AMD wird für den Bulldozer die 32nm-SOI-Fertigung mit High-k Metal-Gates von Globalfoundries verwenden. Durch die kleineren Strukturen benötigen acht Kerne weniger Platz als bei den aktuellen 45nm-Modellen für sechs Kerne gebraucht wird. Zudem darf man eine deutliche Stromersparnis erwarten, auch weil AMD den Energieverbrauch nicht benötigter Einheiten durch extensives Clock- und Power-Gating auf ein Minimum reduziert. Statt einzelner Kerne wird bei einer Bulldozer-basierenden CPU im C6-Modus allerdings ein ganzes Modul abgeschaltet. Wie bei Intels aktueller Core-Generation überwacht ein Energie-Controller die Last und berechnet daraus den Stromverbrauch der Module. Sofern die TDP nicht ausgereizt wird, hebt Turbo CORE die Taktrate um bis zu 500 MHz an - auch wenn alle Kerne belastet werden.


CPU aus Bulldozer-Modulen; Quelle: AMD - Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Obige Abbildung zeigt einen Prozessor mit acht Kernen, welcher sich aus vier Bulldozer-Modulen zusammensetzt. Alle Kerne/Module teilen sich den L3-Cache, die integrierte Northbridge und den integrierten Speicher-Controller. Der Speicher-Controller Bulldozer basierender APUs soll einen um 50 Prozent höheren Durchsatz erreichen als heutige Prozessoren, wobei 30 Prozent auf architektonische Verbesserungen und 20 Prozent auf höhere Taktraten fallen. Wie wir aus AMDs Roadmap wissen, werden Valencia und Zambezi auf zwei Speicherkanäle zurückgreifen können, während dem Interlagos vier Kanäle vergönnt sind.




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Und was ist mit Llano?
Während die auf dem Bobcat-Kern basierenden Modelle Ontario und Zacate bereits vor der Tür stehen, lassen CPUs und insbesondere APUs mit dem leistungsstarken Bulldozer-Kern noch auf sich warten. Als Pausenfüller dient AMD daher das Modell Llano, welches auf einer 32nm-Variante des aktuellen Stars-Kern basiert. Im Desktopsegment (Lynx-Plattform) wird Llano im kommenden Jahr die mittleren Preisbereiche versorgen, während diese APU bei Notebooks (Sabine-Plattform) auch die Performance-Kategorie bedient. Dies liegt vor allem daran, dass AMD den Bulldozer erst 2012 mobil machen will.


Quelle: AMD

Erste Eckdaten zu Llano hatte AMD im Rahmen der International Solid State Circuits Conference (ISSCC) im Februar 2010 genannt. So vereint Llano zwei bis vier K10-Kerne mit einem DX11-fähigen Grafikkern. Ebenfalls in die APU integriert sind ein zweikanaliger DDR3-Speicher-Controller und ein PCI-Express-Controller der zweiten Generation. Da Llano ohne L3-Cache auskommen muss, wird sein CPU-Segment vermutlich den 45nm-Kernen Regor und Propus ähneln. Statt 512 KByte wird AMD allerdings jedem Kern 1024 KByte L2-Cache zur Seite stellen, was die fehlende dritte Cache-Ebene zumindest teilweise kompensieren könnte.


Quelle: AMD

Eigentlich sollte Llano bereits Ende dieses Jahres an den Start gehen, aber eine zu geringe Ausbeute bei der 32nm-Fertigung haben für eine Verspätung gesorgt. Für Llano greift AMD auf die 32nm-SOI-Fertigung von Globalfoundries zurück, welche erstmals SOI mit High-k Metal-Gates kombinieren wird. Dies ermöglicht AMD auch den Einsatz von Power-Gating, um inaktive Kerne vollständig abzuschalten. Die Leistungsaufnahme soll sich pro Kern zwischen 2,5 und 25 Watt bewegen. Mit der Markteinführung des Llano ist im ersten Halbjahr 2011 zu rechnen, vermutlich gegen Ende des ersten Quartals.

Fazit: Bobcat (Kern)
Die Entwicklung eines eigenständigen Kerns für das Low-Power-Segment ist definitiv die richtige Entscheidung, wie Intel bereits mit seinem Atom unter Beweis stellen konnte. Dank Out-of-order Execution sollte AMDs Bobcat-Kern dem Atom bei gleicher Taktrate klar überlegen sein, zudem bietet der Bobcat mit AMD64, SSE1, SSE2, SSE3, SSSE3 und SSE4A zeitgemäße Befehlssatzerweiterungen sowie AMDs Virtualisierungs-Technologie. Ein vielversprechendes Produkt für leichte Notebooks mit lange Akkulaufzeit.

Fazit: Bulldozer (Kern)
Wir hatten uns viel vom K10 (Phenom) versprochen, doch statt einer wirklich neuen Architektur gab es nur einen weiteren K7-Aufguss, der anfangs bitter enttäuschte. Erst die zweite Generation des Phenom stimmte versöhnlich, doch was die Rechenleistung betrifft, ist Intel weit enteilt. Der Bulldozer könnte dies ändern, denn mit diesem Doppelkern hat AMD endlich eine von Grund auf neu entwickelte Architektur in der Hinterhand. Auf dem Papier kann der Bulldozer jedenfalls überzeugen.

Fazit: Llano (CPU)
Unsere Erwartungen an Llano sind geringer: In Bezug auf die Rechenleistung darf man von der üblichen Performance eines Athlon II ausgehen, denn wir haben es beim Llano ja mit einem K10-Kern ohne L3-Cache zu tun. Sofern die Grafikeinheit mit dedizierten Lösungen der Einstiegsklasse mithalten kann, bietet sich Llano insbesondere für Notebooks und kostengünstige Desktop-PCs an. OEM-Hersteller werden es sicherlich zu schätzen wissen, preiswerte Systeme als DX11-fähig anbieten zu können.




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