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Preview: NVIDIA nForce4 SLI XE und Ultra für die Intel Plattform - 1/4
17.01.2006 by Doelf
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Wir schreiben den 17. Januar 2006 und NVIDIA stellt heute zwei neue Produkte für Prozessoren aus dem Hause Intel vor. Es handelt sich dabei um die Chipsätze nForce4 SLI XE und nForce4 Ultra, wobei letzterer bereits seit einem Jahr einen Namensvetter auf der AMD-Plattform hat.


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NVIDIA ist es im letzten Jahr gelungen, die Retail-Kunden auf der immer wichtiger werdenden AMD-Plattform zu gewinnen. Der ehemalige Chipsatzprimus für diese Plattform, VIA, ist deutlich zurückgefallen, ATi hat im Retailmarkt für Chipsätze immer noch nicht so richtig Fuß gefaßt und SiS Produkte zielen derzeit zumeist auf große OEM-Kunden. Einzig Chipsatzzwerg ULi, Erbe der alteingesessenen Chipsatzschmiede ALi, wagte es, zumindest ein wenig aufzumupfen und präsentierte mit der Chipsatzkombination M1695 und M1567 eine PCI-Express x16/AGP 8x Lösung. Zudem wurde ULi zu einem wichtigen Zulieferer von alternativen Southbridges für Chipsätze des Mitbewerbers ATi. Doch auch dies war 2005 kein Problem für NVIDIA, ULi wurde im Dezember kurzerhand aufgekauft.

Zunächst konzentrierte sich NVIDIA mit der nForce4-Familie auf hochwertige und leistungsstarke Lösungen für den AMD Athlon 64, wobei mit SLI, dem Scalable Link Interface, ein neuer Akzent gesetzt wurde: Jahre nach den ersten Versuchen von 3dfx und ATi sowie den mäßigen Ergebnissen bei XGI konnte man wieder eine Technik auf dem Endkundenmarkt etablieren, welche die Leistung zweier Grafikchips kombiniert. Nach und nach exportierte NVIDIA dieses Erfolgskonzept mit der nForce Professional Familie auf AMDs Serverplattform sowie, in einem dritten Schritt, mit der "Intel Edition" auf Pentium 4 Systeme. Im Rahmen unseres Sockel LGA775 Vergleichstestes stellten wir 2005 zwei Mainboards mit nForce4 SLI Intel Edition von Asus und MSI vor. Am 10. Juni 2005 legte NVIDIA dann nochmals nach und präsentierte den NVIDIA nForce 4 SLI X16, diesmal zugleich für AMDs Athlon 64 und Intels Pentium 4. Das vorerst letzte Kapitel im Hochleistungssektor heißt Quad-SLI, also SLI mit vier Grafikchips, und wurde vor wenigen Tagen auf der CES in Las Vegas von Dell demonstriert.

Nachdem man die hochpreisigen Märkte bedient hatte, orientierte sich NVIDIA ein wenig um: Durch preiswerte, integrierte Chipsätze sollte nun auch der OEM-Markt gewonnen werden. Unsere Tests des Asus A8N-VM CSM mit GeForce 6150 / MCP 430 und MSI K8NGM2-IL mit GeForce 6100 / MCP 410 belegen, daß auch dieser Schritt erfolgreich gemacht wurde. Auch die Übernahme von ULi im Dezember darf als Schritt in Richtung OEM-Markt gedeutet werden.

Schließen wir nun den Rahmen und kehren zu den neuen Chipsätze nForce4 SLI XE und nForce4 Ultra für die Intel Plattform zurück: Während NVIDIA dem Käufer eines Mainboards, welches einen AMD Athlon 64 verwendet, eine breite Palette an Chipsätzen anbietet, beschränkt sich das Angebot für die Intel Plattform auf den NVIDIA nForce 4 SLI X16 Intel Edition und dessen Vorgänger, den nForce 4 SLI Intel Edition. Damit wird zwar der Preisbereich für Enthusiasten ab 150+ US-Dollar pro Mainboard bedient, aber im Mainstream-Segment müssen potentielle Kunden auf die Chipsätze anderer Hersteller zurückgreifen. NVIDIAs heutige Neuvorstellungen sollen genau diese Lücke schließen: Der nForce4 SLI XE ermöglicht SLI mit zwei physikalischen PCI-Express x16-Steckplätzen, welche mit jeweils acht PCI-Express Lanes verbunden werden, im Preisbereich um die 100 US-Dollar. Dieser Chipsatz beerbt somit eigentlich den nForce 4 SLI Intel Edition, NVIDIAs Erstling für die Intel Plattform - auf die Unterschiede gehen wir auf der folgenden Seite dieses Aritkels ein. Der nForce4 Ultra verzichtet, wie sein Namensvetter für den AMD Athlon 64, auf SLI, bietet sich dafür aber auch für Mainboards mit einem Preis unterhalb von 90 US-Dollar an.

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Preview: NVIDIA nForce4 SLI XE und Ultra für die Intel Plattform - 2/4
17.01.2006 by Doelf
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NVIDIA nForce4 SLI XE für die Intel Plattform
NVIDIA positioniert die beiden Neulinge gegen Intels 945P, während der nForce4 SLI x16 Intel Edition - nun mit Quad-SLI - gegen Intels 975X antreten soll. Die neuen Chipsätze unterstützen alle aktuellen Prozessoren für den Sockel LGA775, dabei legt NVIDIA insbesondere auf die Kompatibilität zu den Dual-Core Prozessoren der Pentium D 8XX und 9XX Familien sowie die Pentium Extreme Editions wert.


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Der NVIDIA nForce4 SLI XE Chipsatz für Intel CPUs besteht, wie der nForce4 SLI x16 Intel Edition, aus zwei einzelnen Chips, einer North- und einer Southbridge. Die Northbridges sind sich hierbei sehr ähnlich: Beide Northbridges unterstützen 16 PCI-Express Lanes für eine PCI-Express x16 Grafikkarte bzw. zwei solcher Karten bei Aufteilung der 16 Lanes auf zwei mal 8. Zudem bieten die Northbridges drei weitere PCI-Express Lanes für Erweiterungskarten sowie einen Speichercontroller mit DDR2-667 Unterstützung.
Wer an dieser Stelle nun stutzt, weil er in Erinnerung hat, daß der nForce4 SLI x16 Intel Edition eigentlich keine Aufteilung der PCI-Express Lanes bietet, dafür aber die zweite Grafikkarte über die Southbridge mit weiteren 16 PCI-Express Lanes anbindet, hat nicht ganz unrecht: So war der ursprügliche Plan für den Betrieb mit zwei Grafikkarten. Nun, da Quad-SLI zu einem Thema geworden ist, trennt NVIDIA die beiden x16 Pakete des nForce4 SLI x16 Intel Edition in vier x8 Pakete auf.


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Und damit kommen wir zum wichtigsten Unterschied zwischen dem nForce4 SLI x16 und dem nForce4 SLI XE: Die Southbridge. Die Southbridge des nForce4 SLI XE verfügt über keine PCI-Express Lanes und bietet statt zehn auch nur acht USB 2.0 Anschlüsse. Zudem wird beim nForce4 SLI XE zwar Gigabit-LAN mit NVIDIA ActiveArmor Firewall geboten, auf die ActiveArmor Secure Networking Engine muß jedoch verzichtet werden. Beide Chips unterstützen vier ATA133- sowie vier Serial-ATA II-Laufwerke mit NVIDIA Mediashield (RAID 0, 1, 0+1, 5) Funktionalität und bis zu fünf 32-Bit PCI-Steckplätze. Bei den Audio-Funktionen hat sogar der preiswertere Chipsatz die Nase vorne, denn während das Premium-Produkt noch immer auf High-Definition Audio verzichten muß, bietet die Southbridge des nForce4 SLI XE Chipsatzes genau diese Funktion. Im Rahmen unserer Tests des GeForce 6150/MCP 430 und des GeForce 6100/MCP 410 konnten wir NVIDIAs aktuelle High-Definition Audio-Lösung bereits auf dem Asus A8N-VM CSM und MSI K8NGM2-IL begutachten.


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Mit Mainboards auf Basis des nForce4 SLI XE ist - laut NVIDIA - in Kürze zu rechnen. Als Mainboard-Hersteller werden MSI, ECS, EPOX, Biostar, Jetway und Foxconn genannt. Es fällt hierbei auf, daß aus der ersten Reihe gleich zwei Hersteller fehlen, nämlich Asus und Gigabyte. Das erscheint etwas verwunderlich, da beide Hersteller zahlreiche Produkte mit NVIDIA Chipsätzen im Programm haben. Bei den Herstellern der zweiten Garde vermissen wir Abit und Albatron.

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Preview: NVIDIA nForce4 SLI XE und Ultra für die Intel Plattform - 3/4
17.01.2006 by Doelf
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NVIDIA nForce4 Ultra für die Intel Plattform
Auch der preiswertere nForce4 Ultra ohne SLI-Unterstützung wird von NVIDIA gegen Intels 945P Chipsatz positioniert. Vergleichen wir nForce4 SLI XE und Ultra, so stellen wir bei der Northbridge folgende Unterschiede fest: Die Northbridge des nForce4 Ultra verfügt, wie die des nForce4 SLI XE, über 16 PCI-Express Lanes für die Anbindung einer PCI-Express x16 Grafikkarte, die Aufteilung dieser 16 Lanes auf zwei mal 8 ist jedoch nicht vorgesehen.


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Der Käufer eines nForce4 Ultra basierenden Mainboards verzichtet somit auf SLI, bekommt im Gegenzug aber vier PCI-Express Lanes für Erweiterungskarten - nForce4 SLI x16 Intel Edition und nForce4 SLI XE bietet nur derer drei. Bei der Speicherunterstützung besteht bei den drei Chipsätzen kein Unterschied, alle drei Varianten beinhalten einen Dual-Channel Speichercontroller, welcher DDR2-667 Module anspricht. Langsamerer DDR2-Speicher kann natürlich auch genutzt werden.


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Kommen wir zur Southbridge: nForce4 SLI XE und Ultra bieten hier exakt die selben Funktionen. Es gibt keine PCI-Express Lanes, dafür aber vier ATA133- sowie vier Serial-ATA II-Laufwerke mit NVIDIA Mediashield/RAID Funktionalität, Gigabit-LAN mit NVIDIA ActiveArmor Firewall (ohne ActiveArmor Secure Networking Engine), bis zu fünf 32-Bit PCI-Steckplätze sowie High-Definition Audio mit 7.1 Kanälen. Wir können also getrost davon ausgehen, daß es sich um den gleichen Chip handelt.


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Als Partner für die Produktion von Mainboards mit nForce4 Ultra für die Intel Plattform nennt NVIDIA lediglich EPOX, Biostar und Foxconn. Es handelt sich hierbei ausschließlich um Hersteller der zweiten Garde, wobei nur EPoX recht viele Retail-Kunden erreicht und sich Biostar und Foxconn fast ausschließlich auf den OEM-Markt konzentrieren. Es ist schon etwas überraschend, daß keiner der vier First-Tier Hersteller (Asus, MSI, ECS und Gigabyte) in dieser Liste auftaucht.

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Funktionsübersicht
Fassen wir die Unterschiede zum Abschluß in tabellarischer Form zusammen:

  NVIDIA
NF4SLI X16
NVIDIA
NF4SLI XE
NVIDIA
NF4 Ultra
CPU und Speicher
Front Side Bus 533/800/1066 533/800/1066 533/800/1066
Dual Core ja ja ja
Hyper-Threading ja ja ja
DDR/DDR-2 nein/ja nein/ja nein/ja
max. DDR-2 667 667 667
Dual Channel ja ja ja
Erweiterungskarten
PCI Express x16 2x x16
oder 4x x8
1x x16
oder 2x x8
1x x16
PCI Express x1 3x 3x 4x
AGP 8x nein nein nein
32-Bit PCI 5x 5x 5x
Storage
ATA133 (Geräte) 2x (4) 2x (4) 2x (4)
SATA I/II -/4 -/4 -/4
NVIDIA MediaShield RAID 0,1,0+1,5 RAID 0,1,0+1,5 RAID 0,1,0+1,5
USB 2.0 10 8 8
Weitere Funktionen
IGP nein nein nein
7.1 HD Audio nein ja ja
Gigabit LAN ja ja ja
ActiveArmor Firewall ja ja ja
Secure Networking Engine ja nein nein

Fazit
NVIDIA hat es auf der Intel-Plattform schwerer als bei AMD, denn das Vertrauen der Kunden in den Chipsatzhersteller Intel ist groß. Ob dies nun gerechtfertigt ist oder nicht, wollen wir an dieser Stelle nicht bewerten. Fest steht, daß Intel solide Chipsätze anbietet und AMD sich aus dem Chipsatzmarkt weitgehend heraushält. Um gegen Intel bestehen und Marktanteile erkämpfen zu können, brauchte NVIDIA ein Zugpferd und dieses heißt SLI. Derzeit ist NVIDIA der einzige Hersteller, welcher Chipsätze mit SLI-Unterstützung anbietet, da man den Mitbewerbern bisher keine Lizenzen verkauft hat. ATi und Intel arbeiten bei CrossFire hingegen zusammen.

Einige Mainboard-Hersteller sehen einen Markt für hochpreisige Enthusiasten-Mainboards mit NVIDIAs nForce4 SLI bzw. NVIDIAs nForce4 SLI X16 Intel Edition Chipsatz. Während letzterer derzeit eigentlich nur auf dem Asus P5N32-SLI Deluxe erhältlich ist, findet sich der nForce4 SLI Intel Edition auf Hauptplatinen von Abit, Asus, Gigabyte und MSI. Einige andere Hersteller hatten ebenfalls derartige Produkte angekündigt, darunter z.B. auch Albatron, lieferbar sind diese jedoch nicht. Oft bekommt man zu hören, daß Engpässe bei den Chipsätzen der Grund sind - ob dies stimmt, können wir indess nicht bestätigen. Es wäre doch verwunderlich, wenn NVIDIA die Produktpalette im Massenmarkt erweitern würde, obwohl die Produktion bereits ausgelastet ist.

Dennoch ist es auffällig, daß sich gerade Brachengrößen wie Asus und Gigabyte bei den beiden Neuvorstellungen zurückhalten. Während auf der Liste der Hersteller, welche den nForce4 SLI XE verbauen wollen, mit MSI und ECS zwei Firmen aus Taiwans erster Garde auftauchen, wird die Luft für den nForce4 Ultra mit EPOX, Biostar und Foxconn schon recht dünn. Man scheint doch recht skeptisch zu sein, ob potentielle Kunden sich auch ohne das Zugpferd SLI für NVIDIA entscheiden würden.

Kommen wir zurück zu den Chipsätzen: Beide Produkte bieten ein ausgesprochen faires Preis-/Leistungsverhältnis und ausgewogene Funktionen, auch für anspruchsvolle Anwender. Vier ATA133 und vier Serial-ATA II Laufwerke mit den RAID Modi 0, 1, 0+1 und 5, Gigabit-LAN mit Firewall, acht USB 2.0-Schnittstellen und 7.1-Kanal High-Definition Audio sind nicht nur auf der Höhe der Zeit, sondern unserer Meinung nach auch reichhaltig. Ob man SLI braucht oder nicht entscheidet darüber, ob es der nForce4 Ultra oder doch lieber der nForce4 SLI XE sein soll. Im Vergleich zum nForce4 SLI Intel Edition fehlen dem nForce4 SLI XE zwar zwei USB-Anschlüsse und die ActiveArmor Secure Networking Engine, wir denken jedoch, daß der wesentlich bessere Sound diesen Verlust wieder ausgleicht. Einziger Wermutstropfen: Es scheint eine aktive Kühlung der Northbridge von Nöten zu sein.

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