Seitwärtsbewegung bei Flash-Speicher, YMTC unter Druck

Meldung von doelf, Sonntag der 18.12.2022, 13:18:58 Uhr

logo

Während die Kurse der DRAM-Chips am Spot-Markt in Taiwan weiter kräftig fallen, zeigt sich der Markt für Flash-Speicher deutlich stabiler. Wie schon in den vergangenen Monaten hat sich auch in den letzten vier Wochen kaum etwas getan. Insbesondere der Kurs der 3D-TLC-Chips verharrt seid vier Monaten auf seinem historischen Tiefstand.

Flash-Kurse

Für NAND-Chips des Typs 64Gb 8Gx8 MLC musste man am Freitag durchschnittlich 3,907 US-Dollar auf den Tisch legen, was im Monatsvergleich einem geringfügigen Abschlag von 0,64 Prozent entspricht. Zwischen Dezember 2021 und Juni 2022 war der Kurs teils kräftig gestiegen (+4,00%; +16,98%; +13,03%; +18,28%; +0,61%; +0,58%; +1,15%), seither ist er geringfügig gefallen (-0,20%; +/-0,00%; -1,91%; -0,03%; -0,41%). Blicken wir ein Jahr zurück, sind die 64Gb-MLC-Chips um happige 55,04 Prozent teurer geworden.

Die halbe Größe, also 32Gb 4Gx8 MLC, erzielte zuletzt einen Kurs von 2,141 US-Dollar und ist damit um 0,14 Prozent günstiger als im November. Bei diesen Chips tut sich seit Januar 2022 wenig (+1,12%; +0,68%; +2,50%; +/-0,00%; +0,89%; +0,19%; +/-0,00%; +0,09%; -0,60%; +/-0,00%; -0,19%) und auch im Jahr 2021 hatte es kaum Veränderungen gegeben (-0,05%; +1,08%; +2,24%; +1,84%; +0,68%; +0,24%; -0,10%; +0,44%; -0,63%; -0,24%; -1,85%; +1,64%). Der Preisanstieg binnen zwölf Monaten beläuft sich auf 4,59 Prozent.

Wer statt MLC die Variante 3D-TLC (Triple-Level Cell, 3 Bit pro Zelle) kauft, bekommt 256 Gb für 2,425 US-Dollar und dies entspricht exakt dem Kurs von September, Oktober und November. Nach zwei moderaten Aufschlägen im Februar (+3,23%) und März (+5,37%), war dieser Kurs von April bis September gefallen (-1,60%; -7,10%; -4,50%; -2,36%; -3,75%; -3,46%) und verharrt seither auf seinem Tiefstand. Im Laufe der vergangenen zwölf Monate sind diese Chips um 13,85 Prozent billiger geworden, was zumindest den schwachen Euro abfedert.

Wechselkurs und Ausblick
Bleibt noch die Frage nach dem Wechselkurs, denn Flash-Speicher wird in US-Dollar gehandelt: Am Freitag war ein Euro zum Handelsschluss 1,0587 US-Dollar wert und notierte damit um 5,67 Prozent stärker als im November. Zieht man den Vorjahreskurs zu Rate, hat der Euro allerdings 6,58 Prozent eingebüßt. Nach wie vor setzten der Krieg in der Ukraine, die hohen Energiekosten und die Zinserhöhungen in den USA die europäische Gemeinschaftswährung unter Druck. Die unsichere Lage, das schlechte Konsumklima und die vollen Lager dürften die Flash-Kurse auch im ersten Quartal 2023 stabil halten.

Auch die Marktbeobachter von TrendForce erwarten erst für das zweite Quartal des kommenden Jahres eine Erholung des Marktes. Zudem sieht man bei TrendForce die Gefahr, dass der chinesische Speicherhersteller YMTC die Produktion von 3D-NAND-Flash-Produkten im kommenden Jahr aufgeben wird. Das Unternehmen wurde am 15. Dezember 2022 vom US-Handelsministerium auf eine Sperrliste gesetzt, weshalb nun jedes Geschäft zwischen US-Unternehmen und YMTC, sei es die Ausfuhr, Wiederausfuhr oder der Verkauf von Ausrüstung und Technologie, einzeln geprüft und genehmigt werden muss. Dies dürfte den Ausbau der dortigen Fertigungskapazitäten ausbremsen sowie eine Abwanderung der Kunden zu anderen Anbietern bewirken. Letzteres ist laut TrendForce schon jetzt der Fall.

Diese Werbefläche wurde deaktiviert. Damit geht Au-Ja.de eine wichtige Einnahmequelle verloren.

Werbung erlauben ]