Werbung
Beim Vorbestellen sparen: Prime-Rabatt auf Videospiele


Apple warnt Zulieferer vor der Verwendung von Taiwan als Herkunftskennzeichnung

Meldung von doelf, Montag der 08.08.2022, 15:09:24 Uhr

logo

Wie die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei berichtet, hat Apple seine Zulieferer kontaktiert, damit diese die strikte Einhaltung chinesischer Zollrichtlinien sicherstellen. Konkret geht es um die Herkunftsbezeichnung Made in Taiwan, welche der kommunistischen Regierung Chinas ein Dorn im Auge ist.

Konträre Vorschriften
Die Volksrepublik China betrachtet die Insel Taiwan als abtrünnige Provinz und verlangt daher für Waren aus Taiwan eine Herkunftskennzeichnung, aus der sich diese Abhängigkeit ablesen lässt. Erlaubt wären demnach Taiwan, China oder Chinese Taipei. Die demokratisch gewählte Regierung Taiwans verbietet solche Kennzeichnungen allerdings. Sie erlaubt als Herkunftskennzeichnungen wahlweise Taiwan ohne den Zusatz China oder aber Republic of China, letzteres ist der offizielle Name Taiwans.

Apple befürchtet Verzögerungen beim kommenden iPhone
Chinas Regelung existiert schon lange und wurde von Taiwan ebenso lange ignoriert, doch nachdem die US-Politikerin Nancy Pelosi die Insel besucht hatte, zieht Chinas Bürokratie die Daumenschrauben an. Sind Waren mit Made in Taiwan gekennzeichnet, bleiben diese im Zoll stecken. Zudem droht eine Strafe in Höhe von bis zu 4.000 Yuan (ca. 582 Euro) oder schlimmstenfalls die Rücksendung der kompletten Lieferung. Apple fährt derzeit die Produktion seiner kommenden iPhone-Generation hoch und möchte jegliche Probleme in der Lieferkette vermeiden. Aktuell hängt laut Nikkei eine Lieferung der taiwanischen Firma Pegatron beim chinesischen Zoll fest.

Hintergrund zu den beiden Chinas
Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts beendete die Xinhai-Revolution das chinesische Kaiserreich und führte am 1. Januar 1912 zur Gründung der Republik China durch die Kuomintang, die Nationale Volkspartei Chinas. Doch schon 1927 entbrannte zwischen den bürgerlichen und kommunistischen Lagern der chinesische Bürgerkrieg. 1937 fielen dann die japanischen Truppen beim geschwächten Nachbarn ein und besetzten Teile Chinas bis 1946. Nach dem Abzug der Japaner entflammte der ungelöste innere Konflikt erneut und wurde letztendlich von den Kommunisten unter Mao Zedong gewonnen, der am 1. Oktober 1949 die Volksrepublik China ausrufen ließ.

Die unterlegene Kuomintang, welche bis zu diesem Zeitpunkt die offizielle Regierung der Republik China stellte, zog sich mit ihren Anhängern auf die Insel Formosa, das heutige Taiwan, zurück. Nach Lesart der Kuomintang gehört das Festland Chinas auch weiterhin zur Republik und alle Regierungsmitglieder sollten bis zu dessen Rückeroberung im Amt bleiben, da sich auf dem Festland vorher keine freien Wahlen durchführen ließen. Erst gegen Ende der 1980er Jahre wurden die 1948 in Kraft gesetzten Notstandsklauseln aus Taiwans Verfassung entfernt und Oppositionsparteien erlaubt. Die erste freie Parlamentswahl führte 1992 zu einer neuen Verfassung, welche den Grundstein des heute bekannten, demokratischen Mehrparteiensystems legte.

Die Volksrepublik China wurde von den anderen Staaten zunächst isoliert. Insbesondere bei den Vereinten Nationen vertrat die Republik China nicht nur die Interessen von Taiwan, sondern auch die der Festland-Chinesen. Zudem war die Republik China ein ständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat. Dies änderte sich erst im Jahr 1971, als die Republik China ihre UN-Mitgliedschaft gemäß der UN-Resolution 2758 an die Volksrepublik China abgegeben musste. Auslöser war Pekings Ein-China-Politik, welche das chinesische Festland, die damaligen Kolonien Macau und Hongkong sowie Taiwan als eine Einheit betrachtet. Wer diplomatische Beziehungen zur Volksrepublik China aufnehmen möchte, muss zunächst die Ein-China-Doktrin anerkennen.

Diese Werbefläche wurde deaktiviert. Damit geht Au-Ja.de eine wichtige Einnahmequelle verloren.

Werbung erlauben ]