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Harman Kardon INVOKE: Smarter Lautsprecher wird dumm

Meldung von doelf, Mittwoch der 10.03.2021, 16:50:26 Uhr

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Dumm gelaufen: Bei seinem smarten Lautsprecher INVOKE hatte Harman Kardon auf Microsofts Sprachassistentin Cortana gesetzt. Doch die macht inzwischen als digitale Produktivitätsassistentin für KI-befeuerte Erlebnisse in Microsoft 365 Karriere und hat keine Lust mehr auf profane Lauschsprecher, pardon: Lautsprecher. Den Käufern bleibt jetzt die Wahl zwischen Verdummung und Elektroschrott.

Das Verdummungs-Update wird schon ohne Rückfrage verteilt
Die Verdummung erfolgt automatisch per Firmware-Update: Ist der INVOKE per WLAN mit dem Internet verbunden, wird das Update ohne Vorwarnung oder Nachfrage im Hintergrund installiert: Cortana will automatically install the update silently in the background - you will not need to take any action. Im Anschluss reagiert der Lautsprecher nicht mehr auf Sprachbefehle, lässt sich aber zumindest noch als Bluetooth-Lautsprecher verwenden. Laut Harman Kardon wird das Update seit dem 25. Februar 2021 verteilt.

Weitere Updates sind erforderlich
Aktuell gibt es noch Probleme wie Popp-Geräusche bei der Musikwiedergabe von einem Smartphone aus. Hier will Harman Kardon noch nachbessern. Daher ist es wichtig, dass der INVOKE bis zum 31. Juli 2021 mit dem WLAN verbunden bleibt, denn dies ist das Enddatum für die Verteilung des finalen Updates, welches dann auch die WLAN-Funktionalität vollständig kappen wird. Dummerweise unterbindet schon des aktuelle Update die WLAN-Konfiguration, weshalb man den Lautsprecher auf keinen Fall zurücksetzen darf.

Ohne Update nur noch Elektroschrott
Die schnelle Reset-Möglichkeit über das Halten der Mikrofontaste wird vom aktuellen Update unterbunden, um ein versehentliches Zurücksetzen zu verhindern. Zudem darf bis zum 31. Juli 2021 der WLAN-Zugang (Netzwerkname und Passwort) nicht angetastet werden, ansonsten verpasst der INVOKE das abschließende Update und alle darin enthaltenen Fehlerbereinigungen. Wer versucht, das aktuelle Verdummungs-Update zu umgehen und das Problem auszusitzen, wird den Lautsprecher ab August gar nicht mehr verwenden können.

50 US-Dollar Entschädigung
Offiziell hat Harman Kardon den INVOKE nur in den USA verkauft. Dort können betroffene Kunden eine Geschenkkarte im Wert von 50 US-Dollar für jeden aktivierten INVOKE erhalten. Das Guthaben wird dem mit dem Lautsprecher verknüpften Microsoft-Konto gutgeschrieben, zur Kontrolle dient dabei die MAC-Adresse der Lautsprecher. Kunden, die das Gerät auf eigene Faust importiert haben, gehen leer aus.

Fazit
Während viele passive Lautsprecher aus den 60er-, 70er- und 80er-Jahren noch heute ihren Dienst tun (und sich leicht reparieren lassen), leiden ihre smarten Nachfolger schon nach wenigen Jahren am EOL-Syndrom: Entweder wird der Support vom Hersteller beendet, so dass man die Geräte nicht mehr guten Gewissens ins Internet lassen kann, oder es werden - wie im Fall des Harman Kardon INVOKE - essentielle Dienste gekappt, deren Fehlen die Funktionalität massiv einschränkt. Und das ist weder smart noch nachhaltig, sondern einfach nur ein großer Haufen Mist.

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