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Exklusivtest: NesteQ MS550 Mini-ITX Gehäuse - Druckansicht - Seite 1 von 8

Bisher hatte sich die Hamburger Firma NesteQ mit ihren leisen Netzteilen einen Namen gemacht, doch neuerdings finden sich im Sortiment von NesteQ auch zwei CPU-Kühler, eine Lüftersteuerung und ein Gehäuse. Und da es PC-Gehäuse wie den sprichwörtlichen Sand am Meer gibt, handelt es sich bei NesteQs MS550 um ein ganz besonderes Modell: Ein HTPC-Desktop für besonders kleine Mainboards im Mini-ITX-Format.


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Lieferumfang
Wir öffnen einen schlichten, weißen Pappkarton und finden darin das Gehäuse, ein externes Netzteil mit Anschlusskabel sowie einen Schraubendreher.


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Bei dem lüfterlosen Netzteil handelt es sich um ein externes Modell, wie man es von Notebooks her kennt. Es leistet 60 Watt und arbeitet laut NesteQ mit einer hervorragenden Effizienz von 92 Prozent. Durch die Auslagerung des Netzteils gewinnt NesteQ zusätzlichen Platz im Innenraum - angesichts der winzigen Dimensionen des MS550 eine sinnvolle Entscheidung.


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Um an das weitere Zubehör zu gelangen, müssen wir zunächst den Deckel abnehmen:


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Im Inneren finden wir zwei Standfüße für die vertikale Aufstellung des Gehäuses, vier runde Füße für die horizontale Aufstellung, zwei SATA-Kabel, von denen einer um 90 Grad abgewinkelt ist, und einen Stromadapter von Molex auf zwei SATA-Stecker, auch hier ist einer der Stecker abgewinkelt.


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Weiterhin packt NesteQ dem MS550 drei Kabelbinder, zwölf Schrauben für die Befestigung der Laufwerke und des Mainboards sowie eine Anleitung bei.




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Von Außen
Auf den ersten Blick wird man sich fragen, welche Seite eigentlich die Gehäusefront ist. Eine dunkle Kunststoffleiste unterteilt das MS550 auf drei Seiten horizontal und versteckt dabei sowohl die Schublade des optischen Laufwerks als auch sämtliche Anschlüsse, Schalter und LEDs. Irgendwie ist man geneigt, eine der langen Seiten nach vorne zu orientieren, dennoch ist die kurze Seite die Gehäusefront.


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Das NesteQ MS550 ist somit 21 cm breit, 31 cm tief und 5,5 cm hoch. Es besteht größtenteils aus einem Millimeter dicken Aluminium und wird in den Farben Schwarz und Silber angeboten. Die Front beherbergt das optische Laufwerk, die Laufwerks-LED, den Reset-Taster, die Betriebs-LED und den Einschalter. Die LEDs unterbrechen mit ihrem klaren Kunststoff den schwarzen Horizontalstreifen und erleichern damit das Aufspüren der recht kleinen Schalter.


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Auf der rechten Seite finden sich im vorderen Bereich die Anschlüsse und im hinteren der Luftauslass des Gehäuses.


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Neben den üblichen Audiobuchsen für Kopfhörer und Mikrofon gibt es einen USB-2.0-Anschluss und einen Kartenleser für die Formate SD, MMC und SDHC. Auch wenn das MS550 ein sehr kleines Gehäuse ist, hätten es zumindest zwei USB-Anschlüsse sein dürfen.


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Rechts hinten befindet sich der Auslass des Lüfters, der Hersteller hat hierfür sechs Löcher in das Aluminium gestanzt. Auf der Innenseite wurde ein Lüfter mit 40 mm Durchmesser vorinstalliert.


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Erst auf der Rückseite kann das NesteQ MS550 nicht mehr verheimlichen, dass es ein Computergehäuse ist. Wir sehen eine rechteckige Öffnung für das ATX-Anschlusspanel des Mainboards und die Buchse des externen Netzteils.




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Innerer Aufbau und Kabel
Die vier Schrauben des Deckels werden mit dem Inbusschraubenzieher aus dem Lieferumfang entfernt.


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Darunter entdecken wir den inneren Aufbau des NesteQ MS550: Im linken Bereich des folgenden Fotos werden die Laufwerke übereinander verbaut, die rechte Hälfte ist für die Hauptplatine reserviert.


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Der Laufwerkskäfig bietet Platz für eine Festplatte im 2,5-Zoll-Format und ein optisches Slim-Laufwerk, wie man es aus Laptops kennt.


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Die Stromanschlüsse umfassen einen ATX 20+4 Hauptstecker, einen 4-Pin ATX+12V-Anschluss und einen Molexstecker. Um letzteren mit den SATA-Laufwerken verbinden zu können, verwendet man den Adapter aus dem Lieferumfang.


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Hier sehen wir auch den 40-mm-Gehäuselüfter, der ein recht kurzes Kabel mit 3-Pin-Stecker besitzt. Es ist der einzige Lüfter im MS550 und wir fragen uns, ob das nicht etwas knapp bemessen ist.


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Erfreulich lang sind die Kabel für die Anschlüsse, Schalter und LEDs des Gehäuses. Der USB-Stecker versorgt die eine USB-Buchse und den Kartenleser, beim Audioabgriff hat man die Wahl zwischen AC97 und dem neueren HDA-Format.




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Laufwerkskäfig und Stromversorgung
Zum Einbau der Laufwerke muss zunächst der mit drei Schrauben befestigte Käfig entfernt werden.


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Unter dem Käfig befindet sich die grüne Wandlerplatine mit den verlöteten Stromabgriffen für das Mainboard.


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Diese blaue Platine beherbergt den Kartenleser und die Frontanschlüsse. Die quadratische Platine weiter rechts umfasst die Schalter und LEDs.


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Hier nun der ausgebaute Laufwerkskäfig. Unten sieht man die schwarze Kunststoffblende, welche bis zum Einbau des optischen Laufwerks als Staub- und Sichtschutz dient.


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Drehen wir den Laufwerkskäfig auf den Kopf:


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Beide Laufwerke werden mit jeweils vier Schrauben befestigt, auf besondere Einbauerleichterungen hat NesteQ verzichtet. Da man den Rahmen herausnehmen kann und alle Schrauben gut zugänglich sind, geht der Einbau sehr schnell von der Hand.




Exklusivtest: NesteQ MS550 Mini-ITX Gehäuse - Druckansicht - Seite 5 von 8

Einbau der Hardware
Hier ein Foto des vollständig zusammengebauten Systems. Wie man sieht, befinden sich in der Wand gegenüber des Lüfters zwölf weitere Schlitze, so dass eine Querlüftung stattfindet.


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Während der Einbau von Motherboard und Laufwerken recht unproblematisch ist, zeigt sich die hohe Kunst der Fingerfertigkeit bei der Verkabelung. Jenseits des Speicherriegels müssen Strom-, Gehäuse- und Laufwerksanschlüsse möglichst sinnvoll kombiniert werden.


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Das Mainboard beherbergt einen Intel Atom 330 Dual-Core-Prozessor, der mit 1,6 GHz arbeitet. Der Lüfter befindet sich übrigens nicht auf der CPU, sondern auf dem Chipsatz.


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Das Kühlprofil des Prozessors befindet sich also vor dem Gehäuselüfter, so dass die Abwärme hier ziemlich direkt abgesaugt werden kann.


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Angesichts der Enge wäre ein Lüftergitter, welches verhindert dass sich Kabel in die Lüfterflügel verirren, eine gute Idee gewesen.


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Das Anschlusspanel des für diesen Test verwendeten Mainboards beinhaltet leider keinen DVI- oder HDMI-Ausgang. Wie man sieht, kann man im NesteQ MS550 keine Erweiterungskarten einbauen. Wer zusätzliche Funktionen wie Wireless-LAN oder TV-Empfang nachrüsten will, muss dies über USB machen.




Exklusivtest: NesteQ MS550 Mini-ITX Gehäuse - Druckansicht - Seite 6 von 8

Praxisbetrieb, Temperatur und Lautstärke
Wir verschrauben den Deckel und beginnen mit dem Praxistest. Wenn man das Gehäuse aufstellt, muss man darauf achten, den Luftaustritt nicht zu blockieren. Ein Abstand von mindestens fünf Zentimetern erscheint uns empfehlenswert.


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Bei einer vertikalen Aufstellung muss der Luftaustritt nach oben zeigen. Eine andere Ausrichtung würde auch keinen Sinn machen, da man sich dabei den Zugang zu den seitlichen Anschlüssen verbauen würde.


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Der nicht entkoppelte 40-mm-Lüfter ist leider nicht so leise, wie NesteQ dies verspricht. Da er zudem einen ungleichmäßigen Lauf hat, messen wird aus einem Meter Abstand Spitzenwerte von 27,38 dB(A). Hier empfiehlt sich der Austausch gegen ein leiseres Modell.


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Im Test erzeugten wir über einen Zeitraum von gut einer Stunde Last mit vier Instanzen des Stresstests von Prime95. Das NesteQ MS550 heizte sich dabei nicht allzu stark auf und die Temperatur der Abluft blieb mit 34 bis 35 Grad Celsius im grünen Bereich. Dabei sollte man allerdings nicht vergessen, dass der Intel Atom 330 ein sehr sparsamer Prozessor ist.


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Dem MS550 würde ein zweiter Lüfter gut tun und auch weitere Lüftungsschlitze, beispielsweise im Deckel, würden die Kühlung des Gehäuses deutlich erleichtern.




Exklusivtest: NesteQ MS550 Mini-ITX Gehäuse - Druckansicht - Seite 7 von 8

Video: Praxisbetrieb
Für unsere Schallmessung hatten wir den Chipsatzlüfter des Mainboards abgeklemmt, da dieser den Gehäuselüfter deutlich übertönt. Im folgenden Video sind beide Lüfter im Betrieb zu sehen und zu hören. Zudem sieht man den Aufbau des Gehäuses:

Auffällig ist die ungewöhnliche Ausrichtung des NesetQ MS550, bei dem die schmale Seite zur Front gemacht wurde. Der Hersteller hat sich für diese Variante entschieden, um auch eine vertikale Aufstellung möglich zu machen.

Stromverbrauch
Wir haben den Stromverbrauch unseres Testsystems gemessen, welches als typische Bestückung für ein solches Gehäuse betrachtet werden kann.

Leistungsaufnahme Gesamtsystem in Watt (niedriger ist besser)
Last
36
Idle
28
Standby
1

Da der Intel Atom 330 weder seine Taktrate noch die anliegende Spannung absenken kann, liegen Idle- und Lastwerte recht dicht beeinander. Dennoch können sich die Ergebnisse sehen lassen, denn es ist nicht leicht, einen Desktop-Computer im lastfreien Betrieb deutlich unter 50 Watt zu bekommen.




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Fazit
GutViel kleiner kann man ein Mini-ITX-Gehäuse nicht bauen: Das NesteQ MS550 ist extrem kompakt, solide und gut verarbeitet. Dank des externen Netzteils konnte der Hersteller eine Lärmquelle eliminieren und zugleich Platz sparen. Die klare Gliederung des Gehäuses in die Bereiche Mainboard und Laufwerke erleichtert den Einbau. Dieser geht, was bei kleinen Gehäusen alles andere als selbstverständlich ist, recht leicht von der Hand, lediglich die Verkabelung verlangt Überlegung und Sorgfalt. Unser Testaufbau mit einem Dual-Core Intel Atom-Prozessor bringt ausreichende Leistung für einen Internet- und Büro-PC, dennoch verbraucht der komplette Computer nur 28 bis 36 Watt. Kombiniert mit Intels GN40 Chipsatz oder NVIDIAs Ion-Plattform eignet sich ein solcher Mini-Computer auch als Heimkino-PC - inklusive Full-HD Wiedergabe.


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Recht ungewöhnlich finden wir die Ausrichtung des Gehäuses. Statt die kurze Seite zur Front zu machen, hätten wir das optische Laufwerk und das Mainboard um jeweils 90 Grad gedreht und die Längsseiten genutzt. Dies hätte allerdings eine vertikale Aufstellung unmöglich gemacht. Falls leistungsstärkere Hardware verbaut wird, könnte sich das Kühlkonzept als unterdimensioniert erweisen. Die Möglichkeit, einen zweiten Lüfter einzubauen, sowie weitere Lüftungsschlitze würden dem NesteQ MS550 mehr Flexibilität geben. Aufgrund der extrem kleinen Abmessungen kann man nur zwei Laufwerke verbauen und muss dabei zu vergleichsweise teurer Laptop-Hardware greifen. Auch für Erweiterungskarten gibt es in diesem Gehäuse keinen Platz.

Wie bei solchen Gehäusen üblich, muss man auch beim NesteQ MS550 Kompromisse eingehen. In der aktuellen Fassung können wir das Gehäuse für die stromsparenden Plattformen von Intel (Atom) und VIA (Nano) empfehlen. Einen Intel Pentium E oder Core 2 Duo würden wir aufgrund der limitierten Kühlleistung nicht verbauen, ohne zuvor Modifikationen am Gehäuse vorzunehmen. Und wo wir gerade schon bei Modifikationen sind: Einen leiseren 40-mm-Lüfter sollte man noch in sein Budget einplanen, da das verbaute Modell nicht sonderlich überzeugen kann. Im Handel findet man das MS550 bereits zu Preisen unter 90 Euro, für ein Mini-ITX-Gehäuse mit externem Netzteil ist das ein sehr fairer Preis.




Unser Dank gilt NesteQ für die Bereitstellung des Mini-ITX-Gehäuses MS550.







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