Au-Ja! - Arctic Cooling Accelero S2 im Test - print/5
 

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Arctic Cooling Accelero S2 im Test - Druckansicht - Seite 1 von 5

Mit dem Accelero S2 bietet der schweizer Hersteller Arctic Cooling einen passiven Kühler für Grafikkarten der aktuellen Unter- und Mittelklasse an. Für dieses Preissegment werden viele Grafikkarten ohne Lüfterregelung produziert, die angesichts ihrer 3D-Leistung schlicht und einfach zu laut sind. Der Accelero S2 empfiehlt sich hier als lautloser Ersatz für den lärmenden Standardkühler. Doch auch im Austausch für defekte Lüfter älterer Grafikkarten steckt ein sinnvolles Einsatzgebiet für diesen passiven Kühler.


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Kompatibilität
Betrachten wir zunächst, für welche Grafikkarten Arctic Cooling seinen Accelero S2 freigegeben hat:

Aus NVIDIAs FX-Serie fehlt das Modell FX 5800, welches aufgrund seines Stromverbrauches und der damit verbundenen Hitzeentwicklung die Kühlleistung des Accelero S2 überfordern würde. Bezüglich der X850 Baureihe von ATi trifft Arctic Cooling zwar keine Einschränkungen, doch auf einer Radeon X850 XT Platinum Edition würden wir diesen passiven Kühler nicht dauerhaft betreiben. Dies wäre unserer Ansicht nach nur mit dem optionalen Turbo Module möglich, welches den Accelero S2 um zwei Lüfter von je 80 mm Durchmesser erweitert.


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Technische Daten
Arctic Cooling wollte mit dem Accelero S2 kein Leistungswunder schaffen, sondern einen leichten und zugleich leistungsstarken Passivkühler für Grafikprozessoren mit niedriger oder mittlerer Abwärme auf den Markt bringen. Aus diesem Grund kombinieren die Schweizer eine Kontaktfläche und zwei Heatpipes aus Kupfer mit 31 Kühlblechen aus Aluminium.


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Die Heatpipes haben jeweils 6 mm Durchmesser und die Abmessungen des Kühlers betragen 140 x 188 x 32 mm (L x B x H). Aufgrund dieser Ausmaße ist der Accelero S2 nicht für flache Desktop- oder HTPC-Gehäuse geeignet. Die obere Kante des Kühlers ragt - abhängig von der verwendeten Grafikkarte - um 15,5 bis 16,0 cm über die Oberfläche des Mainboards hinaus.


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Trotz seiner respektablen Maße bringt der Accelero S2 lediglich 202 Gramm auf die Waage. Mit im Lieferumfang befinden sich acht Kühlprofile für die Speicherchips der Grafikkarte. Diese kleinen Kühlkörper aus Aluminium wurden auf der Unterseite mit einer Klebeschicht der Firma 3M versehen, sie lassen sich somit selbstklebend montieren.


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Weiterhin packt Arctic Cooling vier Kunststoffklammern ein, deren Bedeutung wir später noch erklären werden. Der Hersteller gibt übrigens sechs Jahre Garantie auf seinen Kühler.




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Montage #1
Wir haben uns in diesem Test für die Grafikkarte MSI NX8500GT T2D256E entschieden, da sich dieses Modell mit dem Accelero S2 komplett passiv kühlen lässt.

Zunächst muss der vorhandene Kühler der Grafikkarte entfernt werden, danach reinigt man den Grafikprozessor und die Speicherchips. Die auf diesen noch vorhandene Wärmeleitpaste sollte möglichst vollständig entfernt werden. Als Hilfsmittel bieten sich Wattestäbchen und Alkohol an.


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Wenn die Oberfläche der Speicherchips sauber und trocken ist, kleben wir zunächst die Aluminiumprofile auf:


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Danach legen wir den Accelero S2 mit der Kontaktfläche nach oben auf eine plane Arbeitsfläche und entfernen die Schutzabdeckung. Arctic Cooling hat bereits Wärmeleitpaste vom Typ Arctic MX-2 aufgetragen und uns diesen Arbeitsschritt erspart.


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Nun werfen wir einen Blick in die Montageanleitung und platzieren die vier Abstandshalter über den Bohrungen, welche für unsere Grafikkarte benötigt werden:


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Nun ist alles vorbereitet und wir nehmen die Grafikkarte zur Hand.




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Montage #2
Wir legen die Grafikkarte auf die Abstandshalter und führen alle vier Schrauben hindurch. Die dem Kontaktbart zugewandten Schrauben (auf dem Foto die beiden unteren) ziehen wir zunächt mit drei Umdrehungen an, die beiden anderen Schrauben werden lediglich mit einer Umdrehung fixiert.


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Bevor die Schrauben festgezogen werden, müssen wir nämlich noch die Abstandshalter für das PCB einsetzen. Hierzu heben wir das PCB leicht an und stecken die Abstandhalter in die passende Lücke.


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Danach wird die Platine zwischen die Klammer der beiden Abstandshalter geführt:


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Nun drehen wir die Grafikkarte herum und fixiren die Abstandshalter von der anderen Seite mit zwei Klammern:


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Zum Abschluss der Montage werden jetzt noch die vier Schrauben fest angezogen:


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Fertig: Die unscheinbare GeForce 8500 GT hat ihren Luftkühler gegen den passiven Accelero S2 eingetauscht und wirkt auch gleich viel beeindruckender. Allerdings hat sich diese Operation erst dann bezahlt gemacht, wenn auch die Kühlleistung stimmt.




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Kühlleistung:
Nun, da der Umbau unserer MSI NX8500GT T2D256E beendet ist, wollen wir die Kühlleistung des Accelero S2 überprüfen.


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Die Vergleichswerte liefert der aktive Originalkühler dieser Grafikkarte sowie die passiv gekühlte ASUS EN8500GT SILENT/HTD/256M. ASUS verzichtet bei seiner passiven Kühlung auf Heatpipes und Kupfer. Es handelt sich um ein einfaches Aluminiumprofil, welches nur zur GPU, nicht aber zu den Speicherchips Kontakt hat.

Unsere erste Messung betrachtet den 2D-Betrieb der Karte. Wir lassen den PC für 20 Minuten mit dem Windows Desktop laufen und lesen dann die von NVIDIAs nTune gemessene Chip-Temperatur aus:

Temperaturen 2D (niedriger ist besser)
MSI NX8500GT
Accelero S2, passiv
54
MSI NX8500GT
Standardkühler, aktiv
59
ASUS EN8500GT
Standardkühler, passiv
81

Der Passivkühler Accelero S2 schneidet 5°C besser ab als der Originalkühler der MSI NX8500GT. Im Vergleich zur ebenfalls lüfterlosen Kühlung der ASUS EN8500GT Silent hält der Accelero S2 die Temperatur des Grafikprozessors sogar um 27°C niedriger.

Temperaturen 3D (niedriger ist besser)
MSI NX8500GT
Accelero S2, passiv
63
MSI NX8500GT
Standardkühler, aktiv
73
ASUS EN8500GT
Standardkühler, passiv
98

Unter Last zieht sich das Feld sogar noch weiter auseinander: Der Accelero S2 bleibt mit 63°C exakt 10°C unterhalb des aktiven Originalkühlers. Der passive Kühler auf der ASUS EN8500GT ist 35°C schlechter als der Accelero S2, so dass die GPU dieser Grafikkarte die Grenze von 100°C an warmen Tagen mit Sicherheit überschreiten wird. In Hinblick auf seine Kühlleistung weiß der Accelero S2 also durchaus zu beeindrucken.

Schallpegelmessung
Da wir den Arctic Cooling Accelero S2 im passiven Betrieb getestet haben, arbeitet dieser Kühler natürlich absolut lautlos. Das folgende Diagramm soll daher lediglich zeigen, welchen Schallpegel die MSI NX8500GT im Auslieferungszustand erreicht:

Schalldruck in dB(A), Abstand 1 Meter (niedriger ist besser)
ASUS EN8500GT
Standardkühler, passiv
0.0
MSI NX8500GT
Accelero S2, passiv
0.0
MSI NX8500GT
Standardkühler, aktiv
37.0

Mit konstanten 37 dB(A) ist der Originalkühler der MSI NX8500GT alles andere als leise. Durch den Austausch des Kühlers ist unsere Grafikkarte nicht nur kühler, sondern auch völlig lautlos geworden.




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Fazit
Mit dem Accelero S2 bietet Arctic Cooling einen preiswerten Passiv-Kühler für Grafikkarten der unteren und mittleren Leistungsklasse an. Mit seinem lautlosen Betrieb und einer guten Kühlleistung kann der Accelero S2 überzeugen, allerdings wird dieser Kühler aufgrund seiner Abmessungen nicht in jedem Gehäuse Platz finden. Insbesondere für niedrige Desktop- und HTPC-Gehäuse ist der Accelero S2 nicht geeignet. Zudem blockiert der Kühler den Steckplatz unterhalb der Grafikkarte.

Die Montage gestaltet sich ein wenig aufwändiger als bei Modellen anderer Hersteller, doch die Anleitung ist verständlich und das Konzept durchdacht. Arctic Cooling stellt unter Beweis, aus den Kompatibilitätsproblemen mit früheren Kühlern gelernt zu haben. Unser Partner Caseking bietet den Accelero S2 derzeit für 11,90 Euro an. Abgesehen vom Verlust der Garantie der Grafikkarte gibt es also keinen Grund mehr, lärmende Lüfter weiterhin zu tolerieren.


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Unser Dank gilt Arctic Cooling für die Teststellung des Accelero S2.







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