Au-Ja! - be quiet! Dark Power Pro P10 550W - Gold in Perfektion? - Duckansicht
 

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UPDATE 11.02.2013:
Der Netzteilhersteller be quiet! hatte Ende Mai 2012 die neueste Generation seiner Premium-Baureihe "Dark Power Pro" angekündigt und verspricht dabei nicht weniger als das "effizienteste und leiseste Netzteil der Firmengeschichte". Die Geräte sind in Leistungsklassen von 550 bis 1.200 Watt erhältlich und wir haben uns das Einstiegsmodell "be quiet! Dark Power Pro 10 550W" angesehen.

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In seiner Pressemitteilung zur Baureihe "Dark Power Pro 10" schreibt der Hersteller vollmundig "Jetzt mit 80 Plus Platinum". Und genau diese hohe Effizienzklasse hatten wir von einem Premiumprodukt auch erwartet, schließlich bietet be quiet! mit der Serie "Straight Power E9" schon in der Mittelklasse 80 Plus Gold. Das Logo auf unserem Dark Power Pro 10 550W ist allerdings ebenfalls gülden, denn nur das 850 Watt starke Netzteil wurde von 80 Plus in die Platinum-Klasse erhoben. Die übrigen Leistungsklassen mit 550, 650, 750, 1.000 und 1.200 Watt müssen - wie ihre Vorgänger aus der P9-Serie - mit Gold vorlieb nehmen.

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Doch obwohl die Effizienzklasse im Vergleich zum Dark Power Pro 9 550W unverändert blieb, gibt es feine Unterschiede: Bei 20- und 50-prozentiger Auslastung liegen die beiden Netzteile mit einer Effizienz von 89 bzw. 93 Prozent im 230-Volt-Betrieb gleichauf, doch bei Volllast erzielt das Dark Power Pro 10 550W mit 92 Prozent ein um zwei Prozent besseres Ergebnis als sein Vorgänger. Und dank des neuen 135-mm-Lüfters wird das Dark Power Pro 10 550W nicht lauter als 12,9 dB(A) und ist damit um 2,3 dB(A) leiser als das Dark Power Pro 9 550W.

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Offizielle 80 Plus Resultate
Für unseren heutigen Test des be quiet! Dark Power Pro 10 550W ziehen wir drei weitere Netzteile zwischen 580 und 630 Watt zum Vergleich heran. Besonders spannend ist dabei das firmeninterne Duell mit dem be quiet! Straight Power E9 580W CM, welches ebenfalls mit 80 Plus Gold zertifiziert wurde. 80 Plus Gold bedeutet, dass diese Netzteile bei 20- und 100-prozentiger Auslastung mit einem Wirkungsgrad von über 87 Prozent arbeiten und bei Halblast mindestens 90 Prozent erreichen. Folgende Tabelle enthält die offiziellen Messergebnisse von 80 Plus:
Wirkungsgrad laut 80 Plus (115 Volt):
 20%50%100%Ø
be quiet! P10 550W87,7090,5388,9889,07
be quiet! E9-CM-580W90,3891,2788,2289,96
Antec HCG-62085,6186,2282,3384,72
Thermaltake Berlin 630W83,5884,8980,9583,14
Diese Tabelle offenbart die erste Überraschung: Das be quiet! Straight Power E9 580W CM erzielt bei 20- und 50-prozentiger Auslastung höhere Effizienzwerte als das Dark Power Pro 10 550W. Erst bei Volllast kann sich das Premiumprodukt knapp gegen den preiswerteren Kontrahenten aus dem eigenen Haus durchsetzen. Dass wir die Ergebnisse der 115-Volt-Messung angeben, hat übrigens einen einfachen Grund: Die Daten, welche 80 Plus für 230 Volt liefert, sind derzeit noch sehr lückenhaft.
Noch ein paar Worte zu den beiden anderen Vergleichsgeräten: Das Antec HCG-620 wurde als 80 Plus Bronze bewertet. Bei 20- und 100-prozentiger Auslastung arbeitet dieses Netzteil mit mehr als 82 Prozent Effizienz und kommt bei Halblast auf mindestens 85 Prozent. Thermaltakes Berlin 630W hat die Basisanforderungen von 80 Plus erreicht und erzielt in allen drei Laststufen eine Effizienz von mindestens 80 Prozent.



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Die Übersichtstabellen
In den folgenden Tabellen stellen wir die getesteten Netzteile in Hinblick auf ihre Eckdaten, ihre Leistung und ihre Anschlussmöglichkeiten gegenüber. Betrachten wir zunächst die maximale Leistung in Watt, die Anzahl der +12V-Spannungskreise, die maximale Effizienz (laut Hersteller) sowie Anzahl und Durchmesser der verbauten Lüfter:
Die Eckdaten
 Watt+12VEffizienzLüfter
be quiet! P10 550W550493%1 x 135 mm
be quiet! E9-CM-580W580493%1 x 135 mm
Antec HCG-620620188%1 x 135 mm
Thermaltake Berlin 630W630186%1 x 120 mm
Seit der Version 2.2 schreibt der "ATX12V Power Supply Design Guide" zwei unabhängige +12V-Spannungskreise vor, falls Stromstärken von mehr als 18 Ampere zu erwarten sind. Hierdurch will man eine höhere Stabilität gewährleisten und die sogenannten "Peak Voltage Ripple" glätten. Andererseits sind Netzteile mit einem einzigen, dafür aber besonders starken +12V-Spannungskreis im Vorteil, wenn stromhungrige Grafikkarten und übertaktete Prozessoren zu versorgen sind. Das be quiet! Dark Power Pro 10 550W versucht hier einen Spagat, denn seine vier +12V-Spannungskreise lassen sich optional zusammenfassen.
Die Leistungsverteilung
Folgende Angaben machen die Hersteller zur Verteilung der Leistung auf die unterschiedlichen Spannungsschienen. Die -5V-Schiene wurde im ATX12V Power Supply Design Guide V2.2 gestrichen und muss nicht mehr angeboten werden.
Leistung pro Schiene in Watt
 +12V+5V+3,3V+5VSB-12V
be quiet! P10 550W54011015,06,0
be quiet! E9-CM-580W56414015,06,0
Antec HCG-620576130k.A.k.A.
Thermaltake Berlin 630W54013015,03,6
Die aktuelle Netzteilgeneration ist so ausgelegt, dass beinahe die vollständige Leistung auf den +12V-Spannungskreisen zur Verfügung steht. Bei 550 Watt Gesamtleistung stellt das be quiet! Dark Power Pro 10 550W beispielsweise 540 Watt auf der +12V-Ebene bereit.
Die maximalen Stromstärken
Moderne Computer setzen mehr und mehr auf die +12V-Schienen. Während zu Sockel A und Sockel 370 Zeiten die +3,3 und +5 Volt Spannungskreise noch sehr stark belastet wurden, änderte sich dies mit Intels Pentium 4 Prozessor und der Einführung des ATX+12V-Anschlusses. Doch nicht nur die aktuellen Prozessoren beziehen ihren Strom aus den +12V-Schienen, auch die 6- und 8-Pin-Anschlüsse für PCI-Express Grafikkarten liefern ausschließlich +12 Volt.
Die Stromstärken in Ampere
 +12V+5V+3,3VVSB-12V
be quiet! P10 550W2x 20
2x 25
25253,00,5
be quiet! E9-CM-580W2x 18
2x 20
24243,00,5
Antec HCG-6204824242,50,8
Thermaltake Berlin 630W1x 4515243,00,3
be quiet! hat beim Dark Power Pro 10 550W vier unabhängige +12V-Spannungskreise integriert, wobei sich die beiden mit 20 Ampere belastbaren Spannungskreise auf die Laufwerke und die CPU verteilen. Die beiden auf maximal 25 Ampere ausgelegten Spannungskreise sind für die Grafikkarten vorgesehen.
Die Anschlüsse
Betrachten wir nun die unterschiedlichen Anschlusskonfigurationen der Netzteile. Als "Molex" werden die 4-Pin-Stecker für PATA-Festplatten und optische Laufwerke bezeichnet, mit "Floppy" und "SATA" sind die Stecker der entsprechenden Geräte gemeint. "PEG" kennzeichnet die 6- oder 8-Pin-Anschlüsse für PCI-Express Grafikkarten. Bei den Power (PWR) und +12V Anschlüssen geben wir nicht ihre Anzahl, sondern ihre Konfiguration an:
Die Anschlüsse
 PWR+12VPEGMolexFloppySATA
be quiet! P10 550W20+44+4
8
5719
be quiet! E9-CM-580W20+44+44418
Antec HCG-62020+44+42616
Thermaltake Berlin 630W20+44+42416
Der Wechsel von Parallel-ATA zu Serial-ATA ist so gut wie abgeschlossen, daher sollte ein Netzteil zumindest vier SATA-Anschlüsse vorweisen können. Diese Mindestanforderung erfüllen alle getesteten Geräte und das be quiet! Dark Power Pro 10 550W bietet sogar mehr als doppelt so viele SATA-Stecker. Nicht in der obigen Tabelle erfasst wurden die spezielle Lüfterkabel des Dark Power Pro 10 550W. Es handelt sich um vier Stränge, die je einen Molex- und einen 3-Pin-Anschluss aufweisen.



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Der Lieferumfang
be quiet! lässt keinen Zweifel darüber aufkommen, dass es sich beim Dark Power Pro 10 550W um ein Premiumprodukt handelt. Der Karton ist gut doppelt so groß wie bei vielen Mitbewerbern und Netzteil sowie Zubehör stecken sicher geschützt in einer dicken Lage Schaumstoff.

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Zum Lieferumfang gehören der "Overclocking Key" und der "Overclocking Jumper", auf die wir später noch eingehen werden. Hinzu kommen fünf schwarze Kreuzschrauben, fünf schwarze Rändelschrauben, sechs schwarze Kabelbinder aus Kunststoff sowie fünf schwarze Klettkabelbinder.

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be quiet! hat das Dark Power Pro 10 550W mit einem umfassenden Kabelmanagement ausgestattet und nur das ATX-Hauptkabel fest mit dem Gerät verbunden. Daher finden wir im Karton 16 Kabelstränge für Mainboard, Grafikkarten, Laufwerke und Lüfter. Weiterhin sind ein Kaltgerätekabel und ein mehrsprachiges Handbuch (Deutsch, Englisch, Französisch, Polnisch und Spanisch) im Lieferumfang enthalten. Die deutschsprachige Übersetzung ist verständlich geschrieben und klärt zusammen mit den Abbildungen alle Fragen.

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Zurück zum "Overclocking Key" und "Overclocking Jumper": Das be quiet! Dark Power Pro 10 550W besitzt vier unabhängige +12V-Spannungskreise, doch viele Übertakter schwören auf einen einzigen, dafür aber besonders hoch belastbaren +12V-Spannungskreis. Daher bietet be quiet! die Möglichkeit, die vier +12V-Spannungskreise mit Hilfe eines Jumpers zu vereinen, wodurch ein mit 45 Ampere belastbarer +12V-Spannungskreis entsteht.

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Der Jumper wird im Anschlusspanel des Netzteils in eine Buchse gesteckt, nachdem dieses zuvor vom Strom getrennt wurde. Der "Overclocking Key" stellt eine bequemere Art des Umschaltens dar, denn er verbindet die Buchse mit einem Wippschalter. Doch Vorsicht: Wird dieser im Betrieb betätigt, drohen Schäden für das Netzteil und die übrige Hardware!



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Konstruktion und Lüfter
Seit der Generation P8 verwendet be quiet! ein mehrteiliges, mattschwarzes Gehäuse, welches Stahl mit einer Außenhaut aus Kunststoff kombiniert. Diesem Konzept ist der Hersteller treu geblieben, hat die Abmessungen des Netzteils allerdings von 200 auf 180 mm Bautiefe reduziert. Zugleich ist das Gewicht von 2,26 auf 3,51 kg angestiegen.

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Doch auch mit 180 mm ist das Dark Power Pro 10 550W um 40 mm tiefer als ein normales ATX-Netzteil, was bei eng geschnittenen Gehäusen zum Problem werden kann. Der mehrteilige Aufbau verleiht dem Gerät nicht nur eine ganz besondere Optik, sondern soll auch dazu beitragen, einen möglichst geringen Geräuschpegel zu erzielen. Dies zeigt sich beispielsweise an dem Gummipuffer, welcher das Netzteil vom PC-Gehäuse entkoppelt.

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Seit Ende 2009 verbaut be quiet! recht ungewöhnliche Lüftergitter, die aus parallelen Stäben bestehen. Auch diese sollen das Netzteil leiser machen, zugleich verlangen sie etwas mehr Sorgfalt bei der Kabelführung. Insbesondere Lüfterkabel verirren sich hier leichter in den Netzteillüfter, als es bei einem runden Gitter der Fall wäre.

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Der Lüfter stammt aus der hauseigenen Baureihe "SilentWings" (BQT T13525-LF15) und ist auf einen Durchmesser von 135 mm angewachsen. Bereits das 120-mm-Modell im Dark Power Pro 9 550W hatte uns sehr gut gefallen, vereinte es doch eine hohe Laufruhe mit einer ausgeprägten Langlebigkeit von bis zu 300.000 Stunden. Möglich wird dies durch das Fluid Dynamic Bearing, ein Lagertyp, bei dem ein Ölfilm den Lauf stabilisiert und zugleich die Reibung minimiert.

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Der Lüfter wurde wieder mit einem Gummipuffer vom Gehäuse des Netzteils entkoppelt. Er besitzt sieben Blätter und vereint die Vorzüge seines Vorgängers mit einer noch ausgeprägteren Laufruhe. Selbst bei maximaler Last beläuft sich sein Geräuschpegel auf so gut wie unhörbare 12,9 dB(A), für das Dark Power Pro 9 550W hatte be quiet! noch 15,2 dB(A) genannt.



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Das Kabelmanagement
Beim be quiet! Dark Power Pro 10 550W ist nur das Hauptkabel fest mit dem Netzteil verbunden, wobei ein Gelenk als Zugentlastung dient. Das Kabelmanagement umfasst vier Buchsen für Grafikkarten (je 12 Kontakte), eine für das Mainboard (10 Kontakte) sowie fünf Anschlüsse für die Laufwerksstränge (5 Kontakte).

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Hinzu kommen vier 2-Pin-Buchsen für die Gehäuselüfter, deren Drehzahl das Netzteil temperaturabhängig regelt, sowie der weiße Steckplatz für den "Overclocking Key" bzw. "Overclocking Jumper". Physikalisch wurden alle Verbindungen eindeutig kodiert, so dass Verwechslungen ausgeschlossen sind. Dennoch vermissen wir eine farbliche Unterscheidung, da man die Buchsen im dunklen PC-Gehäuse nur schwer findet.

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Für die Grafikkarten sind die beiden stärkeren +12V-Spannungskreise 3 und 4 vorgesehen, welche die PEG-Buchsen 1 und 3 sowie 2 und 4 versorgen. Die erste Grafikkarte wird daher mit dem Anschluss "1" verbunden, die zweite jedoch mit dem Anschluss "3". Der zweite Anschluss ist für eine dritte Grafikkarte vorgesehen und der vierte für die vierte. Letzterer bleibt jedoch nur Theorie, da be quiet! nur drei PEG-Kabel mitliefert.

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Betrachten wir nun die Übersicht aller Kabelstränge sowie die Position der einzelnen Stecker:
Die Anschlüsse des be quiet! Dark Power Pro 10 550W
 Pos#1Pos#2Pos#3Pos#4Pos#5
ATX/EPS 24-Pin
fest am Gerät
ATX20+4
60,5cm
----
ATX/EPS+12V
abnehmbar
8
69,5cm
4+4
69,5cm
---
ATX/EPS+12V
abnehmbar
4+4
69,5cm
----
PEG
abnehmbar
PEG6+2
59,5cm
PEG6+2
59,5cm
---
PEG
abnehmbar
PEG6+2
59,5cm
PEG6+2
59,5cm
---
PEG
abnehmbar
PEG6
60,0cm
----
SATA
abnehmbar
SATA
60,0cm
SATA
76,0cm
SATA
91,5cm
--
SATA
abnehmbar
SATA
60,0cm
SATA
76,0cm
SATA
91,5cm
--
SATA
abnehmbar
SATA
50,5cm
----
SATA/PATA/Floppy
abnehmbar
SATA
60,5cm
SATA
76,0cm
PATA
91,0cm
PATA
106,5cm
Floppy
121,5cm
PATA
abnehmbar
PATA
60,0cm
PATA
76,0cm
PATA
92,0cm
--
PATA
abnehmbar
PATA
60,0cm
----
PATA
abnehmbar
PATA
50,0cm
----
Lüfter
abnehmbar
PATA
60,5cm
3-Pin
76,0cm
---
Lüfter
abnehmbar
PATA
60,5cm
3-Pin
76,0cm
---
Lüfter
abnehmbar
PATA
60,5cm
3-Pin
76,0cm
---
Lüfter
abnehmbar
PATA
60,5cm
3-Pin
76,0cm
---
Keine Frage: Das be quiet! Dark Power Pro 10 550W ermöglicht zahlreiche Kabelkombinationen und lässt dabei praktisch keine Wünsche offen. Alle Kabelstränge weisen eine großzügig bemessene Länge auf und sind von einem schützenden Geflecht umgeben. In dieser Leistungsklasse ungewöhnlich: Das Dark Power Pro 10 550W kann auch Hauptplatinen mit zwei EPS+12V-Buchsen und einer zusätzlichen 6-Pin-Buchse zur Versorgung der Grafikkartensteckplätze bedienen.



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Das Innenleben
Der innere Aufbau des be quiet! Dark Power Pro 9 550W unterscheidet sich stark von seinem Vorgänger. Während wir im Dark Power Pro 9 550W einen Primärkondensator des chinesischen Herstellers Teapo vorgefunden hatten, sind es beim Dark Power Pro 10 550W zwei Primärkondensatoren vom japanischen Elektronikriesen Matsushita (Panasonic).

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"Endlich", werden nun einige Leser sagen, die be quiet! bisher zum Vorwurf machten, dass chinesische Kondensatoren in einem Premiumprodukt nichts zu suchen haben. Die neuen Primärkondensatoren sind auf 220 Microfarad, 450 Volt und Betriebstemperaturen von bis zu 105°C spezifiziert. Sie sollten somit eine längere Lebensdauer ermöglichen als das Modell von Teapo, welches mit 560 Microfarad und 450 Volt zwar großzügig dimensioniert war, bezüglich der Temperaturen aber nur bis 85°C ausgelegt war.

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Im Sekundärbereich finden sich Elektrolytkondensatoren der Firmen United Chemicon (KZE) und Rubycon, auch diese sind auf maximal 105°C ausgelegt. Hinzu kommt eine Reihe Feststoffkondensatoren der taiwanischen Firma Capxon, welche wir auch auf der Anschlussplatine für das Kabelmanagement entdecken. Die Spannungen überwacht ein Monitoring-Chip vom Typ Silicon Touch PS232F, der über sechs Kanäle verfügt. Das reicht für +3,3V, +5,0V sowie vier +12V-Spannungskreise.

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Auf obigem Bild ist der PS232F als großer IC auf der hinteren Platine zu sehen. Die kleine Platine im Vordergrund beherbergt den PWM-Controller Anpec APW7156. Aufgrund der hohen Effizienzklasse kommt bei diesem Netzteil kein +5V-Transformator mit +3,3V-Drossel zum Einsatz. Stattdessen setzt be quiet! auf eine DC-DC-Wandlung mit zwei VRMs (Voltage Regulator Module), welche +5V und +3,3V aus der +12V-Ebene erzeugen.

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Zwei weitere Tricks verhelfen dem Dark Power Pro 10 550W zu seiner hohen Effizienz: Das Netzteil nutzt eine Half-Bridge-Topologie mit zwei MOSFETs, welche eine besonders hochfrequente Wechselspannung für die Haupttransformation generieren. Zudem hat das Gerät den "Synchronous Rectifier" des Straight Power E9 580W CM übernommen, bei dem zwei ICs die Netzteilfunktion kontinuierlich überwachen und Anpassungen vornehmen. Diese Chips kommen ansonsten bei FSP zum Einsatz, womit wir nun auch wissen, bei welcher Firma be quiet! das Dark Power Pro 10 550W fertigen lässt.



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Die Testkonfiguration
Wir haben unsere Mitte 2008 eingeführte Testplattform auf Basis des Intel Core i7-965 Extreme in den verdienten Ruhestand geschickt. Das neue Testsystem ist, wie heute üblich, aus einem mehrmonatigen Casting hervorgegangen und bietet uns die Möglichkeit, mehr Last zu generieren und diese Last auch bedeutend feiner zu dosieren.
Herz des Aufbaus ist der 6-Kern-Prozessor Intel Core i7-3960X, welchen wir auf dem übertaktungsfreundlichen XL-Mainboard MSI Big Bang-XPower II betreiben. Der CPU stehen 16 GByte DDR3-1600CL9 vom Typ GeIL Enhance Corsa (GEC316GB1600C9QC) zur Seite, die im 4-Kanalbetrieb laufen.
Bei der Grafikkarte haben wir keine Änderung vorgenommen, denn die alte MSI R4870X2-T2D2G-OC ist auch an heutigen Modellen gemessen extrem durstig. Für besonders starke Netzteile verbauen wir eine zusätzliche Powercolor Radeon HD 4870 und aktivieren den CrossFire-Betrieb. Schon mit einer Grafikkarte können wir Dauerlasten von 675 Watt generieren.
Hierzu trägt auch die deutlich höhere Last an den Laufwerkssträngen bei. Neben unserer Festplatte finden sich hier neuerdings noch ein paar Lüfter, genauer gesagt 19 (9 x 80 mm, 7 x 92 mm, 3 x 40 mm). Diese Lüfter konsumieren ca. 55 Watt und erzeugen einen Schallpegel von 57,2 dB(A). Hinzu kommen drei 120-mm-Lüfter, die wir direkt am Mainboard angeschlossen haben.
Die Testkonfiguration für Netzteile von 550 bis 650 Watt
Hier die vollständige Übersicht der Testkonfiguration, welche wir im heutigen Test verwendet haben. Die Hauptlast erzeugt die Grafikkarte, es folgt der Prozessor und dann die Verbraucher an den Laufwerkssträngen.



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Messergebnisse: Idle
Jedes Netzteil wurde in vier Lastzuständen vermessen, diese Durchläufe dauerten jeweils eine Stunde und wurden dreimal wiederholt, um zufällige Abweichungen auszuschließen. Während der Messläufe werden der Stromverbrauch und die Spannungen protokolliert. Zunächst messen wir den Stromverbrauch ohne Prozessor- und Grafiklast (idle). Hierzu laden wir die Standardeinstellungen unseres Mainboards, verbinden einen einzelnen Monitor mit der Grafikkarte und beschränken uns auf die drei 120-mm-Lüfter.
Leistungsaufnahme Gesamtsystem IDLE in Watt (niedriger ist besser)
be quiet! P10-550W
132
be quiet! E9-CM-580W
132
Antec HCG-620
138
Thermaltake Berlin 630W
140
Die beiden Gold-Netzteile von be quiet! teilen sich die Spitze mit einem Verbrauch von jeweils 132 Watt. Das mit 80Plus Bronze zertifizierteAntec HCG-620 genehmigt sich sechs Watt mehr. Beim Thermaltake Berlin 630W, welches eine einfache 80Plus-Einstufung erhalten hat, sind es acht Watt. Während unserer Messungen haben wir auch den Powerfaktor kontrolliert und notieren beim be quiet! Dark Power Pro P10 550W Werte zwischen 0,98 und 1,00.
Und wie sieht es bei den Spannungen aus?
be quiet! Dark Power Pro P10 550W: Abweichungen in %
 
+3,3V
0.36
+5V
0.38
+12V
0.27
Das be quiet! Dark Power Pro P10 550W erreicht durch die Bank exzellente Werte und die Abweichungen liegen allesamt im Bereich unserer Messtoleranz. Besser geht es nicht!
Zum Vergleich folgen nun die Resultate weiterer Netzteile aus der Leistungsklasse zwischen 550 und 650 Watt:
be quiet! Straight Power E9 580W/CM: Abweichungen in %
 
+3,3V
1.58
+5V
1.22
+12V
0.27
Antec HCG-620: Abweichungen in %
 
+3,3V
1.33
+5V
0.38
+12V
0.27
Thermaltake Berlin 630W: Abweichungen in %
 
+3,3V
1.09
+5V
0.38
+12V
0.27



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Messergebnisse: CPU-Last
Um mit unserem Prozessor einen möglichst hohen Stromverbrauch zu erreichen, haben wir die sechs Kerne des Intel Core i7-3960X mit Hilfe von MSIs OC Genie auf 4,0 GHz übertaktet und mit dem Tool Core2MaxPerf belastet. Core2MaxPerf läuft dabei mit sechs Threads, da wir bei zwölf Threads einen geringeren Stromverbrauch sahen. Zudem haben wir einen zweiten Bildschirm angeschlossen und 19 zusätzliche Lüfter in Betrieb genommen. Der in diesem Durchlauf erzeugte Stromverbrauch schwankt nur geringfügig.
Leistungsaufnahme Gesamtsystem CPU-Last in Watt (niedriger ist besser)
be quiet! E9-CM-580W
372
be quiet! P10-550W
374
Antec HCG-620
394
Thermaltake Berlin 630W
395
Der übertaktete Prozessor sorgt für eine kleine Überraschung, denn das be quiet! Straight Power E9 580W / CM schneidet um zwei Watt besser ab als das teurere Dark Power Pro P10 550W. Der Abstand der Gold-Netzteile zum Bronze-Modell Antec HCG-620 ist auf 20 bis 22 Watt angestiegen. Obwohl das Thermaltake Berlin 630W lediglich die einfache 80Plus-Zertifizierung aufweist, verbraucht dieses Gerät nur ein weiteres Watt mehr. Der Powerfaktor des be quiet! Dark Power Pro P10 550W lag in dieser Messung konstant beim Idealwert 1,00.
Betrachten wir nun die Spannungen:
be quiet! Dark Power Pro P10 550W: Abweichungen in %
 
+3,3V
0.12
+5V
0.38
+12V
0.27
Abermals setzt das be quiet! Dark Power Pro P10 550W den Maßstab und liefert drei hervorragende Spannungswerte. Insbesondere die 3,3-Volt-Schiene ist deutlich stabiler als beim be quiet! Straight Power E9 580W/CM.
Zum Vergleich folgen nun die Resultate weiterer Netzteile aus der Leistungsklasse zwischen 550 und 650 Watt:
be quiet! Straight Power E9 580W/CM: Abweichungen in %
 
+3,3V
2.06
+5V
1.22
+12V
1
Antec HCG-620: Abweichungen in %
 
+3,3V
0.36
+5V
0.38
+12V
1
Thermaltake Berlin 630W: Abweichungen in %
 
+3,3V
1.58
+5V
0.38
+12V
1.73



be quiet! Dark Power Pro P10 550W - Gold in Perfektion? - Druckansicht - Seite 10 von 14
Messergebnisse: GPU-Last
Nun erzeugen wir Last auf der Grafikkarte und messen nochmals den Stromverbrauch sowie die Spannungen. Wir verwenden das Dual-GPU-Modell MSI R4870X2-T2D2G-OC, das zwar schon recht angestaubt ist, sich dafür aber durch seinen sehr hohen Stromverbrauch auszeichnet. Last erzeugen wir mit dem Spiel "Tom Clancy's HAWX", welches bei 1.280 x 1.024 Bildpunkten ohne Kantenglättung die höchste Last generiert. Auf dem zweiten Bildschirm überwachen wir die Systemwerte. Die sechs Kerne des Intel Core i7-3960X takten wir auch in diesem Durchlauf mit 4,0 GHz und die 19 zusätzlichen Lüfter laufen ebenfalls mit. Diese Art der Belastung erzeugt einen sehr gleichmäßigen Stromverbrauch.
Leistungsaufnahme Gesamtsystem GPU-Last in Watt (niedriger ist besser)
be quiet! P10-550W
500
be quiet! E9-CM-580W
500
Antec HCG-620
530
Thermaltake Berlin 630W
533
Die Grafikkarte bringt uns in den Bereich der Volllast und das be quiet! Dark Power Pro P10 550W liegt diesmal gleichauf mit dem be quiet! Straight Power E9 580W / CM. Der Abstand zu den Netzteilen von Antec und Thermaltake ist mittlerweile auf 30 bis 33 Watt angewachsen. Doch auch diese Ergebnisse sind alles andere als schlecht, insbesondere für das Thermaltake Berlin 630W. Der Powerfaktor des be quiet! Dark Power Pro P10 550W verharrt auch in dieser Messung beim Idealwert 1,00.
Und wie haben sich die Spannungen entwickelt?
be quiet! Dark Power Pro P10 550W: Abweichungen in %
 
+3,3V
0.61
+5V
0.38
+12V
1
Die Hauptlast liegt auf der +12-Volt-Ebene und hier zeigt das be quiet! Dark Power Pro P10 550W auch die größte Abweichung von einem Prozent. Die +3,3-Volt-Schiene und die heutzutage kaum noch beanspruchte +5-Volt-Schiene liegen nahe an ihren Idealwerten. Abermals schlägt sich das Dark Power Pro P10 550W vorbildlich.
Zum Vergleich folgen nun die Resultate weiterer Netzteile aus der Leistungsklasse zwischen 550 und 650 Watt:
be quiet! Straight Power E9 580W/CM: Abweichungen in %
 
+3,3V
2.55
+5V
2.08
+12V
2.47
Antec HCG-620: Abweichungen in %
 
+3,3V
0.61
+5V
0.38
+12V
2.47
Thermaltake Berlin 630W: Abweichungen in %
 
+3,3V
2.55
+5V
1.22
+12V
3.2



be quiet! Dark Power Pro P10 550W - Gold in Perfektion? - Druckansicht - Seite 11 von 14
Messergebnisse: CPU+GPU-Last
Im vierten Messlauf mischen wir CPU- und GPU-Last. Die MSI R4870X2-T2D2G-OC wird auch diesmal mit dem Spiel "Tom Clancy's HAWX" (1.280 x 1.024 Bildpunkte, keine Kantenglättung) zum Stromschlucken animiert, doch zusätzlich werden drei Kerne des auf 4,0 GHz übertakteten Intel Core i7-3960X mit dem Tool Core2MaxPerf belastet. Und warum nur drei Kerne? Weil wir nur drei Kerne brauchen, um die Netzteile bis an ihre Belastungsgrenze zu bringen! Dies liegt natürlich auch an der Last der 19 zusätzlichen Lüfter. Auf dem zweiten Bildschirm überwachen wir die Systemwerte. Bei dieser Messung schwankt der Stromverbrauch etwas stärker.
Leistungsaufnahme Gesamtsystem CPU+GPU in Watt (niedriger ist besser)
be quiet! P10-550W
560
be quiet! E9-CM-580W
563
Antec HCG-620
598
Thermaltake Berlin 630W
598
Die gemeinsame Nutzung von CPU und GPU treibt das be quiet! Dark Power Pro P10 550W zu einem neuen Bestwert und zugleich um zehn Watt über die vom Hersteller garantierte Belastungsgrenze hinaus. Beim be quiet! Straight Power E9 580W / CM, welches sich drei Watt mehr genehmigt, bleiben wir noch knapp unter der spezifizierten Maximallast. Für Antecs HCG-620 und Thermaltakes Berlin 630W notieren wir einen Mehrverbrauch von jeweils 38 Watt. Dabei überrascht, dass Thermaltakes Netzteil trotz schlechterer Einstufung locker mit dem Gerät von Antec mithalten kann. Bleibt noch der Powerfaktor des be quiet! Dark Power Pro P10 550W, welcher abermals bei vorbildlichen 1,00 liegt.
Ein letztes mal betrachten wir die Spannungen:
be quiet! Dark Power Pro P10 550W: Abweichungen in %
 
+3,3V
0.61
+5V
0.38
+12V
1
Trotz des Lastanstiegs um weitere 60 Watt kann das be quiet! Dark Power Pro P10 550W die Spannungen aus dem reinen GPU-Durchlauf halten. Mit einer maximalen Abweichung von einem Prozent setzt das Netzteil in diesem Vergleich den Maßstab und empfiehlt sich schon aufgrund seiner extremen Spannungsstabilität.
Zum Vergleich folgen nun die Resultate weiterer Netzteile aus der Leistungsklasse zwischen 550 und 650 Watt:
be quiet! Straight Power E9 580W/CM: Abweichungen in %
 
+3,3V
2.55
+5V
2.08
+12V
3.2
Antec HCG-620: Abweichungen in %
 
+3,3V
0.61
+5V
0.38
+12V
2.47
Thermaltake Berlin 630W: Abweichungen in %
 
+3,3V
2.55
+5V
1.22
+12V
3.93



be quiet! Dark Power Pro P10 550W - Gold in Perfektion? - Druckansicht - Seite 12 von 14
Messergebnisse: CPU+GPU-Last (Max)
Okay, hier geht noch etwas: Wir wollen alle Netzteile ein Stück weit über ihre Belastungsgrenze treiben und daher benötigen wir einen fünften Messlauf. Abermals kombinieren wir CPU- und GPU-Last und auch diesmal wird die MSI R4870X2-T2D2G-OC mit dem Spiel "Tom Clancy's HAWX" (1.280 x 1.024 Bildpunkte, keine Kantenglättung) beschäftigt. Auf dem zweiten Bildschirm überwachen wir die Systemwerte. Zusätzlich belasten wir alle sechs Kerne des auf 4,0 GHz übertakteten Intel Core i7-3960X mit dem Tool Core2MaxPerf und auch die 19 zusätzlichen Lüfter sind wieder mit von der Partie.
Leistungsaufnahme Gesamtsystem CPU+GPU in Watt (niedriger ist besser)
be quiet! P10-550W
620
be quiet! E9-CM-580W
632
Antec HCG-620
664
Thermaltake Berlin 630W
668
Jenseits der spezifizierten Lastgrenze zieht das be quiet! Dark Power Pro P10 550W endgültig davon und unterbietet das be quiet! Straight Power E9 580W / CM um zwölf Watt. Mit 620 Watt liegt der durchschnittliche Verbrauch nun fast 13 Prozent über der vom Hersteller garantierten Leistung. Das Bronze-Modell Antec HCG-620 gönnt sich 44 Watt mehr und beim Thermaltake Berlin 630W notieren wir einen Mehrverbrauch von 48 Watt. Bleibt noch der Powerfaktor des be quiet! Dark Power Pro P10 550W, welcher abermals bei vorbildlichen 1,00 liegt.
Ein letztes mal betrachten wir die Spannungen:
be quiet! Dark Power Pro P10 550W: Abweichungen in %
 
+3,3V
1.09
+5V
0.38
+12V
1
Die +12V-Schiene gibt nicht weiter nach und hält den vorbildlichen Wert von +11,880 Volt (-1,00%). Einen weiteren, wenn auch geringfügigen, Einbruch verzeichnen wir auf der +3,3V-Schiene, welche zeitweise auf +3,264 Volt abrutscht (-1,09%). Wie diese hervorragenden Ergebnisse zeigen, sind die Reserven des be quiet! Dark Power Pro P10 550W groß.
Zum Vergleich folgen nun die Resultate weiterer Netzteile aus der Leistungsklasse zwischen 550 und 650 Watt:
be quiet! Straight Power E9 580W/CM: Abweichungen in %
 
+3,3V
2.55
+5V
2.94
+12V
3.2
Antec HCG-620: Abweichungen in %
 
+3,3V
1.09
+5V
0.38
+12V
3.2
Thermaltake Berlin 630W: Abweichungen in %
 
+3,3V
3.03
+5V
1.22
+12V
3.93



be quiet! Dark Power Pro P10 550W - Gold in Perfektion? - Druckansicht - Seite 13 von 14
Stromverbrauch im Standby
Im Standby sollte der Computer möglichst wenig Strom verbrauchen. Sind die getesteten Netzteile auch dann noch Stromsparer, wenn das System heruntergefahren wurde?
Leistungsaufnahme Gesamtsystem Standby (niedriger ist besser)
be quiet! P10-550W
0.0
be quiet! E9-CM-580W
0.0
Antec HCG-620
0.2
Thermaltake Berlin 630W
0.3
Verbräuche unter vier Watt sind schwer zu messen. Obwohl der Hersteller unsere Messgeräte bis 0,2 Watt freigegeben hat, betrachten wir obige Ergebnisse in erster Linie als untereinander vergleichbar. Im Standby spielt die Leistungsklasse keine Rolle mehr, hier sind andere Künste gefragt. Mit unseren Testkonfigurationen messen wir Werte von deutlich unter einem Watt, die das Abschalten des Computers per Netzschalter oder Steckdosenleiste nicht mehr rechtfertigen. Bei den beiden Netzteilen von be quiet! konnten wir keinen Stromverbrauch nachweisen.
Schalldruck
Markennetzteile sind in den letzten Jahren nicht nur immer effizienter, sondern auch immer leiser geworden. Wir rüsten unser Testsystem mit einer Grafikkarte vom Typ AMD Radeon HD 3450 auf den passiven Betrieb um und lassen es für die Schallpegelmessung ohne Festplatte ca. 15 Minuten in der BIOS-Konfiguration laufen. Damit die Grundlast nicht zu gering ausfällt, wurde der Intel Core i7-3960X auf 4,00 GHz übertaktet, nun liegen gut 220 Watt an. Wir haben den Schallpegel aus einer Entfernung von 20 cm gemessen und anschließend auf einen Abstand von einem Meter umgerechnet.
Schalldruck in dB(A), IDLE, Abstand 1 Meter (niedriger ist besser)
be quiet! E9-CM-580W
16.02
be quiet! P10-550W
16.12
Thermaltake Berlin 630W
19.12
Antec HCG-620
19.42
Alle vier Netzteile muss man als leise bezeichnen und dennoch können sich die beiden Geräte von be quiet! deutlich absetzen. Aus einer Entfernung von einem Meter sind ihre Lüfter unhörbar und bei einem halben Meter muss man die Ohren schon gehörig spitzen. Die Netzteile von Antec und Thermaltake sind aus einem Meter wahrnehmbar, wobei Thermaltakes Lüfter gleichmäßiger und runder läuft. Positiv bleibt zudem festzuhalten, dass wir bei keinem der vier Geräte von den elektrischen Bauteilen verursachte Geräusche feststellen konnten.



be quiet! Dark Power Pro P10 550W - Gold in Perfektion? - Druckansicht - Seite 14 von 14
Fazit
Sehr GutNach dem Test des be quiet! Straight Power E9 580W CM waren unsere Erwartungen an das Dark Power Pro P10 550W extrem hoch und wurden nicht in allen Punkten erfüllt. Was die Stabilität der Spannungen betrifft, bekommt das Dark Power Pro P10 550W von uns eine 1+ mit Sternchen. Besser geht es eigentlich nicht. Die Verarbeitung liegt auf hohem Niveau und insbesondere der Einsatz japanischer Primärkondensatoren mit einem Temperaturbereich von bis zu 105°C wird Kritiker der Marke zum Schweigen bringen. Lieferumfang, Anschlussvielfalt und Funktionen lassen keine Wünsche offen. Wir können vier Gehäuselüfter über das Dark Power Pro P10 550W regeln und seine vier +12V-Spannungskreise optional bündeln. Die Auswahl an abnehmbaren Kabelsträngen ist groß und die Unterstützung für zwei EPS+12V-Buchsen und fünf PCIe-Anschlüsse ist in dieser Leistungsklasse außergewöhnlich.

Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...
Auch die Kürzung der Bautiefe auf 180 mm hat der Kompatibilität dieses auch weiterhin recht großen Netzteils gut getan. Der extrem leise 135-mm-Lüfter stellt im Vergleich zur Vorgängergeneration ebenfalls einen Fortschritt dar, doch er kommt auch beim be quiet! Straight Power E9 580W CM zum Einsatz und ist dort auch nicht lauter. Zudem liefert das preiswertere Netzteil sehr ähnliche Verbrauchswerte und ist dem Dark Power Pro P10 550W nur bei sehr hohen Lasten unterlegen. Und nun stehen wir vor der Frage: Ist das Straight Power E9 580W CM zu gut geworden oder ist das Dark Power Pro P10 550W einfach nicht gut genug?

Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...
Wir tendieren zu Letzterem, da wir fest mit 80 Plus Platinum gerechnet hatten. Die höhere Effizienz hätte dem Dark Power Pro P10 550W in diesem engen Rennen zu etwas mehr Vorsprung verholfen, so dass der Aufpreis von 30 Euro zu rechtfertigen wäre - die aktuellen Straßenpreise beginnen bei ca. 120 Euro. Somit verfehlt das Dark Power Pro P10 550W unseren Editor's Choice denkbar knapp und muss sich mit einem "Sehr Gut" begnügen. Dennoch müssen wir festhalten: Das P10 ist ohne Zweifel das beste Dark Power Pro, das wir bisher testen durften!



Unser Dank gilt be quiet für die Teststellung des Dark Power Pro P10 550W.






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