Au-Ja! - Macht der Preis die Leistung? Fünf 400W-Netzteile zwischen 15 und 50 Euro - Duckansicht
 

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Macht der Preis die Leistung? Fünf 400W-Netzteile zwischen 15 und 50 Euro - Druckansicht - Seite 1 von 15

Zum dritten Mal titeln wir "Macht der Preis die Leistung?" und diesmal sehen wir uns fünf 400W-Netzteile zwischen 15 und 50 Euro an. Zuvor hatten wir bereits drei 500W-Netzteile zwischen 38 und 80 Euro und fünf 700W-Netzteile zwischen 50 und 135 Euro verglichen, um zu klären, was man von billigen Netzteilen erwarten darf. Und mit Preisen ab 15 Euro wird es heute ganz besonders billig!

Leistungsfaktorkorrekturfilter (PFC)
Das Thema "Power Factor Correction" müssen wir im heutigen Test einmal mehr aufgreifen, da zwei der getesteten Netzteile lediglich eine passive Umsetzung bieten. Der PFC, egal ob passiv oder aktiv, soll unerwünschte Oberschwingungen minimieren und eine sinusförmige Spannungskurve sicherstellen. Diese Abweichungen von der Sinuskurve werden durch nichtlineare Verbraucher wie Schaltnetzteile verursacht, die den Strom in Form von kurzen, hohen Stromimpulsen ziehen. Die höherfrequenten Abweichungen sind in zweierlei Hinsicht problematisch: Einerseits können sie zu Störungen bei anderen elektrischen Geräten führen, andererseits verursachen die Blindströme Verluste im Leitungsnetz und in den Transformatoren des Stromversorgers. Daher gilt in Europa seit dem 1. Januar 2001 die Norm DIN EN 61000-3-2, welche für alle Netzteile, die mehr als 75 Watt aus dem Stromnetz ziehen, einen Leistungsfaktorkorrekturfilter vorschreibt. Erstrebenswert ist ein Leistungsfaktor (Verhältnis zwischen Wirk- und Scheinleistung) von 1,0. Mit Schaltnetzteilen ohne PFC kann man jedoch maximal einen Wert von 0,6 erreichen.

Passive Filter bestehen aus Reihen einfacher Drosselspulen. Diese Lösung ist zwar einfach und preiswert, doch mit steigender Leistung werden auch die Spulen immer größer und das Netzteil schwerer. Zudem erzeugen die Spulen Verlustwärme und verschlechtern damit den Wirkungsgrad des Netzteils. Sinnvoll ist eine passive Lösung bis ca. 200 Watt, aus Kostengründen kommen aber auch bei stärkeren Netzteilen passive Filter zum Einsatz. Maximal erreicht man mit passiver PFC einen Leistungsfaktor von 0,8.

Aktive Filter sind aufwändiger und die hierfür notwendigen Bauteile teurer. Sie arbeiten mit Pulsbreitenmodulation, doch die Transistoren der aktiven PFC erzeugen dabei selbst höherfrequente Störungen. Somit kommt zusätzlich ein passiver Filter zum Einsatz, dessen Spulen jedoch deutlich geringer dimensioniert sind. Netzteile mit aktiver PFC arbeiten kühler, sind kleiner und leichter und erreichen üblicherweise einen Leistungsfaktor von 0,99.

Die Ergebnisse von 80Plus
Während wir für die Modelle LC Power LC420H-8 und Noname SPS-400XPE-P keinerlei Angaben zur Effizienz finden konnten, wurden die Netzteile von be quiet! und Xigmatek seitens 80Plus mit der Einstufung "Bronze" zertifiziert. Dies bedeutet, dass ihr Wirkungsgrad bei zwanzig- und einhundertprozentiger Auslastung nicht unter 82 Prozent und bei fünfzigprozentiger Auslastung nicht unter 85 Prozent fällt.

Wirkungsgrad laut 80 Plus:
Modell20%50%100%Ø
be quiet! E7-400W84,0386,0583,3684,48
Xigmatek NRP-PC40283,5786,4484,6884,90
be quiet! L7-430W83,3585,1582,0383,51

Obige Tabelle enthält die offiziellen Ergebnisse der Messungen von 80 Plus. Die Messungen von 80 Plus werden mit 115 Volt vorgenommen, unsere Testsysteme werden aber mit 230 Volt betrieben. Daher kann es vorkommen, dass sich einzelne Netzteile abweichend verhalten. Zudem sind Qualitätsschwankungen in der Produktion möglich.




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Die Übersichtstabellen
In den folgenden Tabellen stellen wir die getesteten Netzteile in Hinblick auf ihre Eckdaten, ihre Leistung und ihre Anschlussmöglichkeiten gegenüber. Betrachten wir zunächst die Eckdaten, welche die maximale Leistung in Watt, die Anzahl der +12V-Spannungskreise, die maximale Effizienz (laut Hersteller) sowie Anzahl und Durchmesser der verbauten Lüfter umfassen:

Die Eckdaten
ModellWatt+12VEffizienzLüfter
be quiet! E7-400W400389%1 x 120 mm
Noname SPS-400XPE-P4001k.A.1 x 120 mm
Xigmatek NRP-PC402400285%1 x 140 mm
LC Power LC420H-84201k.A.1x 80 mm
be quiet! L7-430W430287%1 x 120 mm

Im ATX12V Power Supply Design Guide 2.2 werden zwei unabhängige +12V-Spannungskreise vorgeschrieben. Während der eine Spannungskreis die CPU versorgt, ist der zweite für Laufwerke und Grafikkarten bestimmt. Die beiden Billig-Netzteile besitzen nur einen +12V-Spannungskreis, bieten dafür aber noch eine -5V-Schiene, welche von besonders alten Computern benötigt wird.

Die Leistungsverteilung
Folgende Angaben machen die Hersteller zur Verteilung der Leistung auf die unterschiedlichen Spannungsschienen. Die -5 Volt Schiene wurde aus den aktuellen Design-Guides gestrichen und muss nicht mehr angeboten werden.

Leistung pro Schiene in Watt
Modell+12V+5V+3,3V+5VSB-12V-5V
be quiet! E7-400W36013015,03,6-
Noname SPS-400XPE-Pk.A.200k.A.k.A.k.A.
Xigmatek NRP-PC40238412012,53,6-
LC Power LC420H-8k.A.k.A.k.A.k.A.k.A.k.A.
be quiet! L7-430W36012012,53,6-

Die aktuelle Generation von ATX-Netzteilen ist so ausgelegt, dass beinahe die vollständige Leistung auf den +12V-Spannungskreisen zur Verfügung steht. Leider machen die Hersteller der beiden Billig-Netzteile kaum bzw. gar keine Angaben zur Leistungsverteilung auf die einzelnen Schienen.

Die maximalen Stromstärken
Moderne Computer setzen mehr und mehr auf die +12V-Schienen. Während zu Sockel A und Sockel 370 Zeiten die +3,3 und +5 Volt Spannungskreise noch sehr stark belastet wurden, änderte sich dies mit Intels Pentium 4 Prozessor und der Einführung des ATX+12V-Anschlusses. Doch nicht nur die aktuellen Prozessoren beziehen ihren Strom aus den +12V-Schienen, auch die 6- und 8-Pin-Anschlüsse für PCI-Express Grafikkarten liefern ausschließlich +12 Volt.

Die Stromstärken in Ampere
Modell+12V+5V+3,3VVSB-12V-5V
be quiet! E7-400W3x 1820243,00,3-
Noname SPS-400XPE-P1x 1528252,00,80,3
Xigmatek NRP-PC4022x 2015242,50,3-
LC Power LC420H-81x 1525252,00,80,5
be quiet! L7-430W2x 1816242,50,3-

Mit 25 bzw. 28 Ampere zeigt sich die +5V-Schiene der beiden Billig-Netzteile als sehr belastbar, doch leider werden +5 Volt heutzutage kaum noch benötigt. CPU und Grafikkarten belasten in erster Linie die +12V-Ebene und hier sind die Billig-Netzteile mit einem einzelnen, bis maximal 15 Ampere belastbaren Spannungskreis sehr schwach aufgestellt. Das Konzept dieser Netzteile zielt auf Computer, welche vor sechs, sieben Jahren aktuell waren und ist für aktuelle PCs kaum geeignet.

Die Anschlüsse
Betrachten wir nun die unterschiedlichen Anschlusskonfigurationen der Netzteile. Als "Molex" werden die 4-Pin-Stecker für PATA-Festplatten und optische Laufwerke bezeichnet, mit "Floppy" und "SATA" sind die Stecker der entsprechenden Geräte gemeint. "PEG" kennzeichnet die 6- oder 8-Pin-Anschlüsse für PCI-Express Grafikkarten. Bei den Power (PWR) und +12V Anschlüssen geben wir nicht ihre Anzahl, sondern ihre Konfiguration an:

Die Anschlüsse
ModellPWR+12VPEGMolexFloppySATA
be quiet! E7-400W20+44/81424
Noname SPS-400XPE-P20+44-41-
Xigmatek NRP-PC40220+44+41624
LC Power LC420H-820+44-214
be quiet! L7-430W20+441314

SATA ist der Stand der Technik, daher wüschen wir uns mindestens drei SATA-Anschlüsse. Technisch gesehen ist das LC420H-8 zwar genauso veraltet wie das None-Gerät, doch LC Power hat sein Netzteil zumindest mit vier SATA-Anschlüssen ausgestattet, während wir am SPS-400XPE-P lediglich vier Molex- und einen Floppy-Stecker vorfinden. Einen PEG-Stecker bietet keines der beiden Billig-Netzteile, bei hochwertigen Modellen findet man hingegen bereits ab 350 Watt zumindest einen Anschluss für PCIe-Grafikkarten.




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LC Power LC420H-8 im Detail
Das LC Power LC420H-8 erreichte uns in einem schlichten, weißen Karton, der außer dem Netzteil nichts weiter enthielt. Schrauben, Netzkabel, Anleitung? Fehlanzeige. Dafür lockt dieses Gerät mit dem geringsten Preis (15 Euro) und der nominell zweit höchsten Leistung (420 Watt).


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LC Power schickt uns mit dem LC420H-8 auf eine Zeitreise, denn statt eines großformatigen Lüfters im Netzteilboden finden wir nur einen 80mm-Lüfter auf der Rückseite des Gerätes. Unterhalb der Anschlussbuchse für das Netzkabel entdecken wir einen Aufkleber, welcher dieses Gerät ausschließlich für 230 Volt freigibt.


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Wir haben es hier also noch mit passivem PFC zu tun und somit brauchen wir uns über 80Plus keinerlei Gedanken zu machen. Zudem gibt es nur einen +12V-Spannungskreis, dafür aber eine -5V-Ebene - den ATX12V Power Supply Design Guide 2.2 erfüllt das LC420H-8 folglich nicht. Besitzer alter Computer (Sockel 370, Sockel A) wird dies freuen, denn dort werden -5 Volt noch gebraucht.


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Moderne Computer nutzen die -5V-Schiene hingegen nicht mehr. Sie benötigen stattdessen eine starke +12V-Schiene für den Prozessor und die Grafikkarten - ein einzelner, lediglich mit bis zu 15 Ampere belastbarer Spannungskreis ist hier sehr wenig. Zugleich wird die +5V-Ebene heutzutage kaum noch beansprucht, so dass die gebotenen 25 Ampere gar nicht benötigt werden.


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Die vier Kabelstränge sind fest mit dem LC Power LC420H-8 verbunden und reichlich kurz geraten.

Die Anschlüsse des LC Power LC420H-8
Strang/BuchsePos#1Pos#2Pos#3Pos#4Pos#5
ATX/EPS 24-PinATX24
31,5cm
----
ATX+12VATX4
31,5cm
----
SATA/PATA/FloppySATA
36,0cm
SATA
50,0cm
PATA
65,0cm
Floppy
80,0cm
-
SATA/PATASATA
36,0cm
SATA
51,0cm
PATA
66,0cm
--

Die Kabel der Mainboard-Anschlüsse sind mit 31,5 cm besonders knapp bemessen, hier wird man in zahlreichen Gehäusen Probleme bekommen. Auch die beiden Stränge mit den Laufwerksanschlüssen sind alles andere als großzügig bemessen, doch zumindest bietet LC Power vier SATA-Stecker. Einen PEG-Anschluss für die Grafikkarte gibt es hingegen nicht, angesichts von 420 Watt Leistung ein ziemliches Unding.




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Noname SPS-400XPE-P im Detail
Das Modell SPS-400XPE-P ist ein typisches OEM-Netzteil aus China. Es wir hierzulande unter diversen Namen (JCP, Jet Computer, Winckeltech) angeboten, den eigentlichen Hersteller konnten wir jedoch nicht ausmachen (SPS steht lediglich für "Switching Power Supply"). Der Preis liegt knapp unter 20 Euro, damit ist es das zweit billigste Netzteil in diesem Vergleich.


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Zum Lieferumfang des SPS-400XPE-P gehört gar nichts, nicht einmal ein Karton. Diese Netzteile werden zu mehreren in großen Kartons verschickt und gehen dann "nackt" über die Ladentheke. Auf den ersten Blick wirkt das SPS-400XPE-P mit seinem 120mm-Lüfter etwas moderner als das LC Power LC420H-8.


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Doch dann springt uns der Schieber mit der Beschriftung 230V/115V ins Auge: Auch dieses Gerät arbeitet noch mit passivem PFC und somit wird seine Effizienz eher bescheiden ausfallen. Diese Schiebeschalter sind insbesondere bei Kindern beliebt und vernichten das Netzteil (und oft auch die daran angeschlossene Hardware), wenn sie im Betrieb bedient werden.


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Abermals gibt es nur einen +12V-Spannungskreis sowie eine -5V-Ebene. Mit einer Belastbarkeit von 15 Ampere ist die +12V-Schiene für heutige Computer zu schwach, die +5V-Schiene mit 28 Ampere hingegen viel zu stark ausgelegt. Die Anforderungen des ATX12V Power Supply Design Guide 2.2 kann das SPS-400XPE-P nicht erfüllen.


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Das SPS-400XPE-P ist für alte Computer ausgelegt, welche noch eine -5V-Schiene benötigen. Dies zeigt sich auch anhand der angebotenen Stecker:

Die Anschlüsse des Noname SPS-400XPE-P
Strang/BuchsePos#1Pos#2Pos#3Pos#4Pos#5
ATX/EPS 24-PinATX24
35,0cm
----
ATX+12VATX4
36,5cm
----
PATA/FloppyPATA
37,0cm
PATA
52,0cm
Floppy
67,0cm
--
PATAPATA
37,0cm
PATA
52,0cm
---

Vier Molex-Stecker und ein Floppy-Anschluss, von SATA scheint der Hersteller des SPS-400XPE-P noch nie etwas gehört zu haben. Fünf Laufwerksanschlüsse sind angesichts von 400 Watt Leistung mager, einen PEG-Anschluss für die Grafikkarte gibt es gar nicht und auch die Kabellängen fallen bescheiden aus. Was hier geboten wird, ist geradezu unterirdisch.




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Xigmatek NRP-PC402 im Detail
Im letzten Jahr machte sich die in erster Linie für ihre CPU-Kühler bekannte Firma Xigmatek auch mit preiswerten und zugleich hoch effizienten Netzteilen einen Namen. Im heutigen Vergleich ist Xigmatek mit dem 80-Plus Bronze zertifizierten NRP-PC402 vertreten, welches im Handel ab 40 Euro zu finden ist.


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Ganz "öko" kommt das Xigmatek NRP-PC402 in einer brauen Pappschachtel daher. Im Lieferumfang finden wir einen Klettkabelbinder, vier Schrauben, das Kaltgerätekabel und ein Handbuch (Deutsch, Englisch, Spanisch, Chinesisch). Dessen deutsche Übersetzung ist verständlich, aber zuweilen etwas holprig.


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Das Netzteil steckt in einem schwarzen Stoffbeutel. Xigmatek hat für sein NRP-PC402 eine unempfindliche, mattgraue Lackierung gewählt. Im Boden des Netzteils steckt ein Lüfter mit 140 mm Durchmesser, dessen Lüftergitter vollständig versenkt wurde. Mit Abmessungen von 150 x 160 x 85 mm (B x T x H) ist das Xigmatek NRP-PC402 zwei Zentimeter tiefer als Standardnetzteile.


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Das Netzteil besitzt eine 80Plus-Bronze-Zertifizierung und zwei +12V-Spannungskreise, die jeweils mit bis zu 20 Ampere belastet werden können. Alle Kabel sind fest mit dem Netzteil verbunden.


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Es gibt einen 6-Pin-Anschluss für PCI-Express Grafikkarten sowie drei Stränge für Laufwerke. Zwei der Laufwerksstränge sind mit jeweils drei Molex- und einem Floppy-Stecker bestückt, am dritten reiht Xigmatek vier SATA-Anschlüsse auf.

Die Anschlüsse des Xigmatek NRP-PC402
Strang/BuchsePos#1Pos#2Pos#3Pos#4Pos#5
ATX/EPS 24-PinATX24
48cm
----
EPS+12VEPS8
51cm
----
PEGPEG6
50cm
----
Molex/FloppyMolex
50cm
Molex
64cm
Molex
79cm
Floppy
94cm
-
Molex/FloppyMolex
49cm
Molex
63cm
Molex
78cm
Floppy
93cm
-
SATASATA
49cm
SATA
64cm
SATA
79cm
SATA
93cm
-

Uns wäre es lieber gewesen, wenn der Hersteller die SATA-Stecker auf zwei Kabel verteilt hätte, denn oft befinden sich die optischen Laufwerke ganz oben im Gehäuse, während die Festplatten in Bodenhöhe verbaut werden. Ohne Molex-zu-SATA-Adapter lässt sich eine solche Konfiguration kaum verkabeln und nur wenige Kunden werden heute noch zu PATA-Modellen mit Molex-Buchse greifen.




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be quiet! Pure Power BQT L7-430W im Detail
Bereits ab 42 Euro findet man bei Versandhändlern das leistungsstärkste Netzteil des heutigen Testfeldes, das be quiet! Pure Power BQT L7-430W. Seit 2009 bietet be quiet! auch Netzteile unterhalb der Baureihe "Straight Power" an. Diese verbinden einen günstigen Preis mit einer hohen Effizienz und sehr guter Laufruhe.


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Ein Kaltgerätekabel, zwei schwarze Klettbinder, vier schwarze Kabelbinder aus Kunststoff und fünf schwarze Schrauben finden sich im Lieferumfang. Das Handbuch beinhaltet die Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Polnisch, es ist verständlich geschrieben und ausreichend bebildert.


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Das schwarze Gehäuse misst die für ATX-Netzteile üblichen 150 x 140 x 85 mm (B x T x H) und fällt abgesehen vom erhobenen Markenschriftzug nicht weiter auf. Im Boden des Pure Power BQT L7-430W steckt ein schwarzer Lüfter mit 120 mm Durchmesser, dessen Lüftergitter nur ein winziges Stückchen hervorsteht.


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Beim Pure Power BQT L7-430W werden zwei +12V-Spannungskreise geboten, die man mit jeweils 18 Ampere belasten darf. Der Hersteller bewirbt dieses Netzteil zwar nur mit "80Plus", doch bei der Zertifizierung hatte es "80Plus Bronze" erhalten.


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Auch das Pure Power BQT L7-430W wird mit fest verbundenen Kabelsträngen geliefert. Für durstige PCIe-Grafikkarten steht ein PEG-Anschluss mit acht Kontakten zur Verfügung, doch da es nur einen Stecker gibt, hätten es auch sechs Pins getan.

Die Anschlüsse des be quiet! Pure Power BQT L7-430W
Strang/BuchsePos#1Pos#2Pos#3Pos#4Pos#5
ATX/EPS 24-PinATX24
45,0cm
----
ATX+12VATX4
46,5cm
----
PEGPEG6+2
47,0cm
----
SATA/Molex/FloppySATA
41,0cm
SATA
56,0cm
Molex
70,0cm
Floppy
84,0cm
-
SATA/MolexSATA
41,5cm
SATA
56,5cm
Molex
70,0cm
Molex
85,0cm
-

be quiet! verteilt die Laufwerksanschlüsse auf zwei Stränge, drei Stränge hätten mehr Flexibilität geboten. Zudem hätten wir uns etwas längere Kabel gewüscht. Xigmateks NRP-PC402 ist in beiden Punkten im Vorteil und bietet zudem eine Ummantelung aus Netzgeflecht, während be quiet! darauf verzichtet hat.




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be quiet! Straight Power BQT E7-400W im Detail
Das Einstiegsmodell der aktuellen "Straight Power"-Generation leistet 400 Watt und findet sich im Handel zu Preisen ab 50 Euro. Es erfüllt die aktuelle ATX+12V-Spezifikation 2.3 und wurde ebenfalls mit "80 Plus Bronze" zertifiziert. Zudem entspricht das Gerät der EU-Richtlinie EuP (Energy using products) und den Anforderungen von Energy Star 5.0.


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Im Lieferumfang finden sich ein Kaltgerätekabel, zwei schwarze Klettbinder, vier schwarze Kabelbinder aus Kunststoff und vier schwarze Schrauben. Das Handbuch ist verständlich beschrieben und bebildert, es liegt in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Polnisch und Russisch vor.


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Das mattgraue Gehäuse trägt eine sehr unempfindliche Lackierung mit Metallic-Effekt. Die Abmessungen des Straight Power BQT E7-400W betragen 150 x 160 x 85 mm (B x T x H), es ist somit 20 mm tiefer als Standard-Netzteile. Der Netzteilboden wurde sehr ungewöhnlich gestaltet, denn statt mit einem traditionellen Lüftergitter arbeitet be quiet! hier mit parallelen Gitterstäben. Hinter diesen verbirgt sich ein Lüfter vom Typ SilentWings mit 120 mm Durchmesser, der temperaturabhängig geregelt wird.


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Eine Regelung für Gehäuselüfter fehlt den E7-Modellen mit 400 und 450 Watt, dies war bei der vorherigen Generation noch anders. Als einziges Netzteil in diesem Vergleich besitzt das be quiet! Straight Power BQT E7-400W drei +12V-Spannungskreise.


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Beim be quiet! Straight Power BQT E7-400W sind alle Kabelstränge fest mit dem Netzteil verbunden. Hier eine Übersicht aller Anschlüsse:

Die Anschlüsse des be quiet! Straight Power BQT E7-400W
Strang/BuchsePos#1Pos#2Pos#3Pos#4Pos#5
ATX/EPS 24-PinATX24
54,0cm
----
EPS+12VEPS8
56,0cm
----
ATX+12VATX4
55,0cm
----
PEGPEG6+2
55,0cm
----
SATA/Molex/FloppySATA
55,0cm
SATA
69,5cm
PATA
84,0cm
PATA
99,5cm
Floppy
114,0cm
SATA/Molex/FloppySATA
55,0cm
SATA
69,5cm
PATA
84,0cm
PATA
99,0cm
Floppy
113,0cm

Es gibt vier SATA- und vier PATA-Anschlüsse, dazu zwei Floppy-Stecker und großzügig bemessene Kabellängen. Uns wäre es jedoch lieber gewesen, wenn be quiet! die Anschlüsse auf drei Stränge verteilt hätte. Dass der PEG-Anschluss einen Stecker mit acht Kontakten besitzt, bringt keinen Vorteil, da Grafikkarten mit nur einer Buchse lediglich sechs Kontakte benötigen.




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Die Testkonfiguration
Unsere Testplattform für Netzteile basiert auf Intels Core i7-965X Prozessor und dem Mainboard ASUS P6T Deluxe mit dem BIOS 1606. Um auf die unterschiedlichen Leistungsklassen der Netzteile eingehen zu können, werden wir den Prozessor für leistungsstarke Geräte übertakten und das Testsystem mit unterschiedlichen Grafikkarten kombinieren. Die Auswahl reicht von einer Radeon HD 2400 Pro über die Radeon HD 4770 und Radeon HD 4870 bis hin zur einer CrossFire-Kombination aus Radeon HD 4870 und Radeon HD 4870 X2.

Die Testkonfiguration für 300 bis 450 Watt
Oberhalb von 300 Watt bieten die meisten Netzteile einen PEG-Stecker für den Betrieb jener PCIe-Grafikkarten, denen die vom Steckplatz zur Verfügung gestellten 75 Watt nicht ausreichen. Wir haben uns für eine Grafikkarte vom Typ AMD ATi Radeon HD 4770 entschieden, deren Verbrauch vergleichsweise moderat ausfällt. Hauptverbraucher im System ist der Core i7-965X, welcher mit Turbo aber ohne zusätzliche Übertaktung läuft.

Da die beiden Billig-Netzteile keinen PEG-Anschluss für unsere Grafikkarte bieten, verwenden wir einen Adapter, welcher zwei Molex-Stecker zu einem PEG-Anschluss zusammenführt. Wir speisen diesen Adapter aus zwei unterschiedlichen Kabelsträngen, um die Belastung so gut wie möglich zu verteilen.




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Messergebnisse: Idle
Jedes Netzteil wurde in vier Lastzuständen vermessen, diese Durchläufe dauerten jeweils eine Stunde und wurden dreimal wiederholt, um zufällige Abweichungen auszuschließen. Während der Messläufe werden der Stromverbrauch und die Spannungen protokolliert. Zunächst messen wir den Stromverbrauch ohne Prozessor- und Grafiklast (idle), der Verbrauch ist dabei sehr konstant.

Für Netzteile zwischen 300 und 450 Watt takten wir den Intel Core i7 965X mit 3,33 GHz (Standardtakt inklusive Turbo) und verwenden eine AMD ATi Radeon HD 4770 als Grafikkarte.

Leistungsaufnahme Gesamtsystem IDLE in Watt (niedriger ist besser)
be quiet! L7-430W
129
be quiet! E7-400W
130
Xigmatek NRP-PC402
132
LC Power LC420H-8
156
Noname SPS-400XPE-P
158

Die beiden Billig-Netzteile mit passivem PFC sind bereits im lastfreien Betrieb erschreckend weit von den 80Plus-Bronze-Modellen entfernt. Wir sehen einen Mehrverbrauch von rund zwanzig Prozent bzw. 24 bis 29 Watt. Auf das Jahr umgerechnet bedeutet jedes Watt Stromkosten in Höhe von knapp zwei Euro (angenommener Preis: 22 Cent pro kWh), da wird das Billig-Netzteil schnell zu einem teuren Vergnügen.

Bei den 80Plus-Bronze-Modellen sehen wir die Netzteile von be quiet! knapp vor dem Gerät von Xigmatek. Und wie sehen die Spannungen aus?

be quiet! E7-400W: Abweichungen in %
 
+3,3V
1.21
+5V
0
+12V
0.67

Noname SPS-400XPE-P: Abweichungen in %
 
+3,3V
3.64
+5V
3.8
+12V
0.25

Xigmatek NRP-PC402: Abweichungen in %
 
+3,3V
2.12
+5V
1
+12V
0.17

LC Power LC420H-8: Abweichungen in %
 
+3,3V
1.52
+5V
2.8
+12V
0.25

be quiet! L7-430W: Abweichungen in %
 
+3,3V
0
+5V
1
+12V
0.67

Die deutlichsten Abweichungen sehen wir bei den Billig-Netzteilen, deren starke +5V-Schiene um 2,8 bis 3,8 Prozent über dem Soll liegt. Zugleich fällt die +3,3V-Schiene beim Noname SPS-400XPE-P recht schwach aus. Ohne Last sieht die +12V-Ebene bei allen Netzteilen blendend aus, doch das wird sich gleich ändern.




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Messergebnisse: CPU-Last
Zunächst werden wir den Core i7 965X mit Hilfe des Tools Core2MaxPerf belasten. Dieses Programm erzeugt eine Last, welche man mit normalen Anwendungen fast nie erreichen kann. Der in diesem Durchlauf erzeugte Stromverbrauch schwankt nur geringfügig.

Wir starten Core2MaxPerf mit acht Threads und lassen den Core i7 965X mit 3,33 GHz laufen. Dies entspricht dem Standardtakt plus einer Turbo-Stufe. Die CPU-Spannung haben wir nicht verändert.

Leistungsaufnahme Gesamtsystem CPU-Last in Watt (niedriger ist besser)
be quiet! E7-400W
228
Xigmatek NRP-PC402
231
be quiet! L7-430W
231
LC Power LC420H-8
289
Noname SPS-400XPE-P
290

Die beiden billigen Netzteile mit passivem PFC spielen zwar auch in der 400W-Klasse, legen im Vergleich zu den Modellen mit 80Plus Bronze aber einen Mehrverbrauch zwischen 25,1 und 27,2 Prozent an den Tag. Das sind satte 58 bis 62 Watt! Kommen wir nun zu den Spannungen:

be quiet! E7-400W: Abweichungen in %
 
+3,3V
1.21
+5V
0.4
+12V
0.67

Noname SPS-400XPE-P: Abweichungen in %
 
+3,3V
4.85
+5V
4.2
+12V
3.58

Xigmatek NRP-PC402: Abweichungen in %
 
+3,3V
2.42
+5V
0.6
+12V
0.75

LC Power LC420H-8: Abweichungen in %
 
+3,3V
2.12
+5V
2.8
+12V
2.58

be quiet! L7-430W: Abweichungen in %
 
+3,3V
0.61
+5V
1
+12V
0.25

Das Noname SPS-400XPE-P liefert sehr bescheidene Resultate: Während die Spannung auf der +5V-Schiene um 4,2 Prozent zu hoch ist, bricht die +3,3V-Schiene um 4,85 Prozent auf +3,14 Volt ein. Auch die +12V-Ebene kann nicht überzeugen, wir messen lediglich +11,57 Volt. Deutlich besser schlägt sich das LC Power LC420H-8, dessen Abweichungen unter drei Prozent bleiben. Die stabilsten +12V-Ebenen sehen wir jedoch bei den drei 80Plus-Bronze-Netzteilen.




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Messergebnisse: GPU-Last
Nun erzeugen wir Last auf der Grafikkarte und messen nochmals den Stromverbrauch sowie die Spannungen. Wir verwenden die Software Furmark (etqw.exe), mit der wir eine Belastung erzeugen, welche die Anforderungen normaler Spiele deutlich übersteigt. Auch diese Art der Belastung erzeugt einen sehr gleichmäßigen Stromverbrauch.

Wir lassen Furmark ohne Kantenglättung mit einer Auflösung von 1280 x 1024 Bildpunkten als Vollbild laufen. Die AMD ATi Radeon HD 4770 erweist sich hierbei als vergleichsweise sparsame Grafikkarte.

Leistungsaufnahme Gesamtsystem GPU-Last in Watt (niedriger ist besser)
be quiet! E7-400W
208
be quiet! L7-430W
210
Xigmatek NRP-PC402
210
Noname SPS-400XPE-P
258
LC Power LC420H-8
259

Diesmal verbrauchen die beiden Billig-Geräte zwischen 22,9 und 24,5 Prozent bzw. 48 bis 51 Watt mehr Strom als die 80Plus Bronze zertifizierten Netzteile. Betrachten wir nun die Ergebnisse der Spannungsmessung:

be quiet! E7-400W: Abweichungen in %
 
+3,3V
1.21
+5V
0
+12V
0.17

Noname SPS-400XPE-P: Abweichungen in %
 
+3,3V
4.85
+5V
3.8
+12V
3.58

Xigmatek NRP-PC402: Abweichungen in %
 
+3,3V
2.42
+5V
0.6
+12V
0.75

LC Power LC420H-8: Abweichungen in %
 
+3,3V
2.12
+5V
2.8
+12V
2.17

be quiet! L7-430W: Abweichungen in %
 
+3,3V
0.61
+5V
1
+12V
0.25

Die Spannungen ähneln dem Durchlauf mit reiner CPU-Last. Abermals liefert das Noname SPS-400XPE-P sehr dürftige Resultate, während sich das LC Power LC420H-8 noch ganz ordentlich schlägt. Die 80Plus-Bronze-Netzteile sind allerdings um Längen besser, insbesondere die beiden Geräte von be quiet!.




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Messergebnisse: CPU+GPU-Last
Im vierten und letzten Messlauf mischen wir CPU- und GPU-Last. Hierzu lassen wir die Programme Furmark und Core2MaxPerf zeitgleich laufen, was auf Systemen mit einer einzelnen GPU zur höchstmöglichen Auslastung führt. Bei dieser Konstellation schwankt der Stromverbrauch stärker.

Der Core i7 965X taktet mit 3,33 GHz und wird von Core2MaxPerf mit vier Threads belastet. Die AMD ATi Radeon HD 4770 ist mit Furmark beschäftigt, welches wieder als Vollbild mit einer Auflösung von 1280 x 1024 Bildpunkten läuft.

Leistungsaufnahme Gesamtsystem CPU+GPU in Watt (niedriger ist besser)
be quiet! E7-400W
258
Xigmatek NRP-PC402
261
be quiet! L7-430W
262
Noname SPS-400XPE-P
326
LC Power LC420H-8
332

Die gemischte CPU- und GPU-Last markiert zugleich die maximale Belastung in dieser Leistungsklasse. Der Abstand des Noname-Netzteils SPS-400XPE-P auf die 80Plus-Bronze-Modelle beläuft sich auf 24,4 bis 26,4 Prozent bzw. 64 bis 68 Watt. Noch schlimmer ergeht es dem LC Power LC420H-8, welches mit einen Mehrverbrauch von 26,7 bis 28,7 Prozent bzw. 70 bis 74 Watt die rote Laterne übernimmt.

Allerdings kommt es im Zusammenspiel mit dem Noname SPS-400XPE-P gelegentlich zu einem unverhofften Neustart des Systems. Eine Erklärung hierfür liefern die Spannungen:

be quiet! E7-400W: Abweichungen in %
 
+3,3V
1.52
+5V
0.4
+12V
0.25

Noname SPS-400XPE-P: Abweichungen in %
 
+3,3V
6.06
+5V
4.2
+12V
4.92

Xigmatek NRP-PC402: Abweichungen in %
 
+3,3V
2.42
+5V
0.6
+12V
1.17

LC Power LC420H-8: Abweichungen in %
 
+3,3V
2.42
+5V
3.4
+12V
4

be quiet! L7-430W: Abweichungen in %
 
+3,3V
0.61
+5V
1
+12V
0.75

Mit +11,41 Volt bewegt sich das Noname SPS-400XPE-P an der Grenze der Spezifikation und mit +3,10 Volt reißt es diese dann auch. Auf dem Netzteil stehen zwar 400 Watt, doch in der Praxis bricht es unter einer Last zusammen, welche gute 350W-Modelle locker stemmen können. Auch das LC Power LC420H-8 zeigt deutliche Abweichungen, doch mit +11,52 Volt hält es das Testsystem zumindest stabil. Die drei 80Plus-Bronze-Netzteile stehen im Vergleich zu den Billig-Netzteilen sehr viel besser da.




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Stromverbrauch im Standby
Im Standby sollte der Computer möglichst wenig Strom verbrauchen. Sind die getesteten Netzteile auch dann noch Stromsparer, wenn das System heruntergefahren wurde?

Leistungsaufnahme Gesamtsystem Standby (niedriger ist besser)
be quiet! E7-400W
2.4
be quiet! E7-CM-680W
2.4
be quiet! TFX 300W
2.5
HEC P3D-300
2.6
be quiet! SFX 300W
2.6
be quiet! SFX 350W
2.7
Cougar A350
2.7
be quiet! Pro P8-750W
2.8
be quiet! Pro P8-900W
2.8
be quiet! L7-350W
2.9
be quiet! L7-430W
2.9
Xigmatek NRP-PC402
2.9
be quiet! L7-300W
3.0
be quiet! L7-530W
3.0
NesteQ ECS 5001
3.0
XFactor REX-500AS
3.1
be quiet! Pro P7-750W
3.2
FSP Everest 1010
3.2
NesteQ ECS-XS-500
3.2
Cougar 700 CM
3.3
Nexus RX-8500
3.3
XFactor REX-750AS
3.3
Cougar 1000 CM
3.4
LC Power LC6550 V2.2
3.4
NesteQ XS-1000
3.4
Xigmatek NRP-PC702
3.4
LC Power LC420H-8
3.5
Super Flower SF-650P14HE
4.1
Combat Power CP-750W
5.4
Noname SPS-400XPE-P
6.9

Verbräuche unter vier Watt sind schwer zu messen. Obwohl der Hersteller unsere Messgeräte bis 0,2 Watt freigegeben hat, betrachten wir obige Ergebnisse in erster Linie als untereinander vergleichbar. Im Standby spielt die Leistungsklasse keine Rolle mehr, hier sind andere Künste gefragt. Diese beherrscht das Noname SPS-400XPE-P offensichtlich nicht, 6,9 Watt sind wahrhaft unterirdisch. Mit 3,5 Watt kann das LC Power LC420H-8 zwar auch nicht glänzen, hält aber zumindest den Anschluss. Das be quiet! Pure Power L7-430W und Xigmateks NRP-PC402 kommen auf jeweils 2,9 Watt und mit 2,4 Watt markiert das be quiet! Straight Power E7-400W die Bestmarke. Zur Erinnerung: Auf das Jahr umgerechnet bedeutet jedes Watt Stromkosten in Höhe von knapp zwei Euro (angenommener Preis: 22 Cent pro kWh).

Schalldruck
Markennetzteile sind in den letzten Jahren nicht nur immer effizienter, sondern auch immer leiser geworden. Wir rüsten unser Testsystem mit einer Grafikkarte vom Typ MSI RX2400Pro-TD256EH auf den passiven Betrieb um und lassen es für die Schallpegelmessung ohne Festplatte ca. 15 Minuten in der BIOS-Konfiguration laufen. Damit die Grundlast nicht zu gering ausfällt, wurde der Core i7 965 Extreme auf 3,73 GHz (1,325 Volt) übertaktet, nun liegen ca. 153 Watt an. Wir haben den Schallpegel aus einer Entfernung von 35 cm gemessen und anschließend auf einen Abstand von einem Meter umgerechnet. Dies war erforderlich, da die meisten Netzteile tatsächlich sehr, sehr leise arbeiten.

Schalldruck in dB(A), IDLE, Abstand 1 Meter (niedriger ist besser)
be quiet! Pro P8-750W
20.68
be quiet! E7-400W
21.18
HEC P3D-300
21.28
be quiet! L7-530W
21.78
be quiet! L7-300W
22.28
be quiet! L7-430W
22.48
Xigmatek NRP-PC702
22.58
Cougar 700 CM
23.08
Nexus RX-8500
23.08
be quiet! L7-350W
23.18
NesteQ ECS 5001
23.18
Super Flower SF-650P14HE
23.48
Cougar 1000 CM
23.98
Cougar A350
24.08
NesteQ ECS-XS-500
24.18
Noname SPS-400XPE-P
24.18
be quiet! Pro P7-750W
24.68
be quiet! E7-CM-680W
24.78
XFactor REX-500AS
24.98
be quiet! TFX 300W
25.98
LC Power LC6550 V2.2
25.98
NesteQ XS-1000
26.08
be quiet! Pro P8-900W
26.58
LC Power LC420H-8
27.98
FSP Everest 1010
28.38
XFactor REX-750AS
28.68
be quiet! SFX 300W
29.78
be quiet! SFX 350W
30.38
Xigmatek NRP-PC402
31.98
Combat Power CP-750W
36.38

Das be quiet! Straight Power E7-400W gehört mit 21,18 dB(A) zu den leisesten Netzteilen, die wir bisher getestet haben. Mit 22,48 dB(A) ist das be quiet! Pure Power L7-430W kaum lauter. Im Mittelfeld folgt das Noname SPS-400XPE-P mit 24,18 dB(A), doch bei diesem Netzteil singen die Spulen mit dem Lüfter um die Wette. Die Spulen des LC Power LC420H-8 sind nicht zu hören, dafür ist der 80mm-Lüfter mit 27,98 dB(A) einfach zu laut. Unser Xigmatek NRP-PC402 regelt seinen Lüfter nicht. Eigentlich sollte dieses Netzteil um die 22 dB(A) erreichen (siehe Xigmatek NRP-PC702), doch so messen wir leider nur 31,98 dB(A).




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Fazit
Auch im dritten Teil unserer Serie "Macht der Preis die Leistung?" können die Billig-Netzteile nicht überzeugen. Während die Hersteller günstiger Netzteile jenseits von 500 Watt zumindest zwei +12V-Spannungskreise bieten, werden im Preisbereich unter 20 Euro völlig veraltete Konstruktionen verhökert, die nicht einmal die Vorgaben des ATX12V Power Supply Design Guide 2.2 erfüllen. Diese Netzteile mit ihren stark ausgeführten +5V-Schienen und der bereits seit Jahren gestrichenen -5V-Ebene zielen deutlich an den Bedürfnissen aktueller Computer vorbei und sind lediglich zur Wiederbelebung alter PCs auf Basis des Sockel A oder Sockel 370 geeignet. Angesichts des erschreckend hohen Stromverbrauches sind die Billig-Netzteile ein erheblicher Kostenfaktor und keinesfalls eine Möglichkeit um Geld zu sparen.




Wertung: LC Power LC420H-8
Das LC Power LC420H-8 arbeitet weder leise noch energieeffizient, dafür ist es mit einem Preis von 15 Euro unschlagbar billig. Zudem müssen wir diesem Netzteil zu Gute halten, dass es die Spannungen innerhalb der Spezifikationen hält und unser Testsystem zumindest stabil läuft. Das Angebot an Laufwerksanschlüssen ist ordentlich, dafür fehlt der PEG-Stecker für PCIe-Grafikkarten. Die beworbenen 420 Watt Leistung verteilen sich so ungünstig, dass moderne Netzteile mit nur 300 Watt dem LC Power LC420H-8 überlegen sind.


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Auch aus finanzieller Sicht macht ein 80Plus-Bronze-Netzteil mit 300 Watt Leistung mehr Sinn: Läuft unser Testsystem 6 Stunden pro Tag ohne allzu große Last, schlägt der Mehrverbrauch im Vergleich zum be quiet! Straight Power E7-400W mit 12,53 Euro pro Jahr zu Buche (angenommener Preis 22 Cent pro kWh). Wenn wir den Computer rund um die Uhr belasten, sind es 142,61 Euro. So wird aus billig ganz schnell viel zu teuer!




Wertung: Noname SPS-400XPE-P
Angeblich leistet dieses Netzteil 400 Watt, doch unser Testsystem kann das SPS-400XPE-P unter Last nicht stabil betreiben. Die +3,3V-Schiene liegt außerhalb der Spezifikation und auch die +12V-Ebene bricht viel zu stark ein. Der Lüfter des SPS-400XPE-P arbeitet zwar halbwegs leise, doch die Spulen pfeifen schrill. Es gibt weder SATA-Stecker noch einen PEG-Anschluss für PCIe-Grafikkarten. Bereits im Standby kostet uns der Betrieb des SPS-400XPE-P im Jahr gut 8,67 Euro mehr als ein be quiet! Straight Power E7-400W (angenommener Preis 22 Cent pro kWh).


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Wird der Computer 6 Stunden pro Tag mit geringer Last betrieben, sorgt der hohe Stromverbrauch für Mehrkosten in Höhe von 13,49 Euro pro Jahr. Läuft der PC rund um die Uhr unter Last, steigt die Stromrechnung im Vergleich zum be quiet! Straight Power E7-400W um 131,05 Euro. Dieses Netzteil ist voll und ganz inakzeptabel und nicht einmal 19,90 Euro wert.




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Wertung: Xigmatek NRP-PC402
Sehr GutDas mit "80Plus Bronze" zertifizierte Xigmatek NRP-PC402 liefert stabile Spannungen und arbeitet sehr stromsparend. Es überzeugt mit ordentlichen Kabellängen und verteilt die Laufwerksanschlüsse auf drei Kabelstränge. Zudem gibt es einen PEG-Stecker für PCIe-Grafikkarten und alle Stränge sind mit einem Netzgeflecht ummantelt. Im Gegensatz zu den Billig-Netzteilen spendiert uns der Hersteller vier Schrauben, ein Netzkabel und ein Handbuch. Schade, dass bei unserem Testmuster die Lüfterregelung ihren Dienst verweigerte, denn eigentlich läuft der 140mm-Lüfter des Xigmatek NRP-PC402 recht leise. Mit seinem günstigen Preis in Höhe von 40 Euro und drei Jahren Herstellergarantie ist dieses Netzteil eine sehr gute Wahl - eine funktionierende Lüfterregelung vorausgesetzt.


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Wertung: be quiet! Pure Power L7-430W
Sehr GutMit einem Preis von 42 Euro ist das be quiet! Pure Power L7-430W kaum teurer als das Xigmatek NRP-PC402, bietet genau betrachtet aber auch nicht mehr Leistung und ist zudem mit weniger Laufwerkssteckern ausgestattet. Weiterhin hat be quiet! auf die Ummantelung der Kabelstränge verzichtet. In Hinblick auf den Stromverbrauch liegen Pure Power L7-430W und Xigmatek NRP-PC402 Kopf an Kopf, bei den Spannungen liefert das Gerät von be quiet! allerdings etwas bessere Werte. Der Lüfter des Pure Power L7-430W regelt wie gewünscht und sorgt für eine überzeugende Laufruhe. Wenn es auf eine kompakte Bauform ankommt, ist be quiet! ebenfalls im Vorteil, da das Pure Power L7-430W mit zwei Zentimeter weniger Bautiefe auskommt. Die Herstellergarantie beläuft sich auf zwei Jahre und wir vergeben ebenfalls ein "Sehr Gut".


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Wertung: be quiet! Straight Power E7-400W
Sehr GutAls einziges Netzteil in diesem Vergleich besitzt das be quiet! Straight Power E7-400W drei +12V-Spannungskreise. Dies ermöglicht dem Gerät nicht nur sehr stabile Spannungen sondern auch den geringsten Stromverbrauch im Testfeld, der Abstand zu den Modellen Pure Power L7-430W und Xigmatek NRP-PC402 ist jedoch nicht allzu groß. Einen Mehrwert erkauft sich das Straight Power E7-400W mit seinem laufruhigen SilentWings-Lüfter mit 120 mm Durchmesser. Hinzu kommen ummantelte Kabelstränge und die besondere Optik durch die geraden Gitterstäbe. Mit 150 x 160 x 85 mm (B x T x H) entsprechen seine Abmessungen denen des Xigmatek NRP-PC402, welches jedoch zwei Molex-Stecker mehr bietet.


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Zu Straßenpreisen ab 50 Euro gibt es beim Straight Power E7-400W den gewohnt guten Support von be quiet! sowie drei Jahre Herstellergarantie. Das reicht uns ebenfalls für ein "Sehr Gut" - der Aufpreis ist zwar angemessen, der Abstand zu den beiden anderen 80Plus-Bronze-Modellen aber zu gering.




Unser Dank gilt be quiet! und Xigmatek für die Teststellung der Netzteile.







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