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Macht der Preis die Leistung? Fünf 700W-Netzteile zwischen 50 und 135 Euro

Autor: doelf - veröffentlicht am 09.12.2009 - Letztes Update: 11.12.2009
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  • 11.12.2009: Wir haben die Kapitel "PFC" und "80 Plus" nachgereicht und ein Foto vom Innenleben des Combat Power CP-750W hinzugefügt.

Ende November titelten wir schon einmal Macht der Preis die Leistung? und zogen drei 500W-Netzteile zwischen 38 und 80 Euro zum Vergleich heran. Im heutigen Test gehen wir noch einen Schritt weiter und vergleichen fünf 700W-Netzteile zwischen 50 und 135 Euro. Reicht ein billiges Gerät für unter 50 Euro bereits aus oder muss man für diese Leistungsklasse mehr als 100 Euro investieren? Die Antwort geben uns die Modelle be quiet! Straight Power E7-CM-680W, be quiet! Dark Power P7-Pro 750W, Combat Power CP-750W, Cougar 700 CM und Xigmatek NRP-PC702.

Leistungsfaktorkorrekturfilter (PFC)
Das Thema "Power Factor Correction" haben wir lange nicht mehr angesprochen, da seit geraumer Zeit alle von uns getesteten Netzteile über einen aktiven Leistungsfaktorkorrekturfilter verfügten. Heute verhält sich die Sachlage etwas anders, denn das 750 Watt starke Combat Power CP-750W entpuppte sich als passive Umsetzung. Der PFC, egal ob passiv oder aktiv, soll unerwünschte Oberschwingungen minimieren und eine sinusförmige Spannungskurve sicherstellen. Diese Abweichungen von der Sinuskurve werden durch nichtlineare Verbraucher wie Schaltnetzteile verursacht, die den Strom in Form von kurzen, hohen Stromimpulsen ziehen. Die höherfrequenten Abweichungen sind in zweierlei Hinsicht problematisch: Einerseits können sie zu Störungen bei anderen elektrischen Geräten führen, andererseits verursachen die Blindströme Verluste im Leitungsnetz und in den Transformatoren des Stromversorgers. Daher gilt in Europa seit dem 1. Januar 2001 die Norm DIN EN 61000-3-2, welche für alle Netzteile, die mehr als 75 Watt aus dem Stromnetz ziehen, einen Leistungsfaktorkorrekturfilter vorschreibt. Erstrebenswert ist ein Leistungsfaktor (Verhältnis zwischen Wirk- und Scheinleistung) von 1,0. Mit Schaltnetzteilen ohne PFC kann man jedoch maximal einen Wert von 0,6 erreichen.

Passive Filter bestehen aus Reihen einfacher Drosselspulen. Diese Lösung ist zwar einfach und preiswert, doch mit steigender Leistung werden auch die Spulen immer größer und das Netzteil schwerer. Zudem erzeugen die Spulen Verlustwärme und verschlechtern damit den Wirkungsgrad des Netzteils. Sinnvoll ist eine passive Lösung bis ca. 200 Watt, aus Kostengründen kommen aber auch bei stärkeren Netzteilen passive Filter zum Einsatz. Maximal erreicht man mit passiver PFC einen Leistungsfaktor von 0,8.

Aktive Filter sind aufwändiger und die hierfür notwendigen Bauteile teurer. Sie arbeiten mit Pulsbreitenmodulation, doch die Transistoren der aktiven PFC erzeugen dabei selbst höherfrequente Störungen. Somit kommt zusätzlich ein passiver Filter zum Einsatz, dessen Spulen jedoch deutlich geringer dimensioniert sind. Netzteile mit aktiver PFC arbeiten kühler, sind kleiner und leichter und erreichen üblicherweise einen Leistungsfaktor von 0,99.

80 Plus Ergebnisse
Der Wirkungsgrad energieeffizienter Netzteile wird von 80 Plus geprüft, hier nun die offiziellen Ergebnisse dieser unabhängigen Messung:

Wirkungsgrad laut 80 Plus:
Modell 20% 50% 100% Ø
be quiet! E7-CM-680W 85,84 86,86 83,05 85,25
Cougar 700 CM 86,13 86,64 82,70 85,16
be quiet! P7-Pro-750W 82,80 85,59 82,68 83,69

Die Modelle von be quiet! und Cougar haben die 80-Plus-Bronze-Zertifizierung bestanden, da der Wirkungsgrad bei zwanzig- und einhundertprozentiger Auslastung nicht unter 82 Prozent und bei fünfzigprozentiger Auslastung nicht unter 85 Prozent fällt. Auch Xigmatek kann für sein NRP-PC702 ein 80-Plus-Bronze-Logo vorweisen, doch noch findet sich dieses nagelneue Gerät noch nicht in der Datenbank. Hier müssen wir bei unseren Stromverbrauchsmessungen also ganz genau hinsehen. Das Combat Power CP-750W ist bei 80 Plus verständlicherweise nicht zu finden.

Wichtig: Die Messungen von 80 Plus werden mit 115 Volt vorgenommen, unsere Testsysteme werden aber mit 230 Volt betrieben. Daher kann es vorkommen, dass sich einzelne Netzteile abweichend verhalten. Zudem sind Qualitätsschwankungen in der Produktion möglich.

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