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Intel Core 2 Quad Q6600 - Bezahlbarer Vierkern-Prozessor - 1/16
09.05.2007 by doelf
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Am 14. Juli 2006 stellte Intel offiziell seine Core-Mikroarchitektur und die Dual-Core Prozessoren der Core 2 Duo und Core 2 Extreme Familie vor. Angesichts der überlegenen Leistung der Core-Mikroarchitektur rutschten die Preise für Intels Netburst Prozessoren (Pentium D, Pentium 4 und Celeron) von einem Tag auf den anderen ins Bodenlose und man fragte sich, wann die ersten Single-Core Varianten der neuen Architektur erscheinen würden, um das Einstiegssegment abzudecken. Doch nach wie vor setzt Intel im Bereich unter 100 Euro auf die alten Netburst Prozessoren und reichte statt einer Variante mit einem Kern am 2. November 2006 mit dem Core 2 Extreme QX6700 ein Modell mit vier Kernen nach. Intel fährt derzeit auf der Überholspur und kostet dies auch aus.

Auf den Core 2 Extreme QX6700 (2,66 GHz) folgte im Frühjahr das preiswertere Modell Core 2 Quad Q6600 (2,4 GHz) und kürzlich das neue Spitzenmodell Core 2 Extreme QX6800 (2,93 GHz). Wir wollen uns heute den Core 2 Quad Q6600 ansehen, der mit einem Preis von ca. 465 Euro das "Schnäppchen" unter den Quad-Cores darstellt.

Verschaffen wir uns einen Überblick der aktuellen Core 2 Prozessorenfamilie:

CPU Takt FSB L2-Cache
Core 2 Extreme QX6800 2,93 GHz FSB1066 2x 4MB
Core 2 Extreme QX6700 2,66 GHz FSB1066 2x 4MB
Core 2 Quad Q6600 2,40 GHz FSB1066 2x 4MB
Core 2 Extreme X6800 2,93 GHz FSB1066 4MB
Core 2 Duo E6700 2,67 GHz FSB1066 4MB
Core 2 Duo E6600 2,40 GHz FSB1066 4MB
Core 2 Duo E6420 2,13 GHz FSB1066 4MB
Core 2 Duo E6400 2,13 GHz FSB1066 2MB
Core 2 Duo E6320 1,86 GHz FSB1066 4MB
Core 2 Duo E6300 1,86 GHz FSB1066 2MB
Core 2 Duo E4400 2,00 GHz FSB800 2MB
Core 2 Duo E4300 1,80 GHz FSB800 2MB

Der Core 2 Quad Q6600 nutzt einen Kentsfield Kern, der sich wiederum aus zwei Conroe Kernen zusammensetzt. Intel kehrt damit zu dem Konzept zurück, welches der Hersteller bereits bei seinen Pentium D Prozessoren angewandt hatte: Auf einer Platine sitzen hier zwei Prozessoren, was insbesondere Kritiker aus Texas nicht als echten Quad-Core akzeptieren wollen. Tatsächlich hat diese Architektur entscheidende Nachteile - beispielsweise in Bezug auf den Cachezugriff. Je zwei Kerne teilen sich beim Kentsfield einen 4 MByte großen Level 2 Cache, insgesamt stehen somit 8 MByte L2-Cache zur Verfügung. Wird die Arbeit ungünstig auf die Kerne verteilt, liegen die Daten mitunter doppelt im Cache und verschwenden wertvolle Resourcen. Zuweilen müssen sie noch in den Cache geladen werden, obwohl diese Daten den anderen beiden Kernen schon vorliegen, und bremsen dadruch das System aus. Was den Stromverbrauch betrifft, so folgt Intel beim Core 2 Extreme QX6700 der einfachen Regel 2x Conroe und kommt somit auf eine maximale TDP von 130 Watt. Der Core 2 Quad Q6600 ist etwas genügsamer und kommt laut Datenblatt mit maximal 105 Watt aus.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass sich vier Kerne eine Frontsidebusanbindung für die Speicherzugriffe teilen müssen. Hierdurch entsteht eine enge Gasse, welche Intel mit Hilfe des großen L2-Caches zu kompensieren versucht. Da der FSB1066 mit seiner Bandbreite von 8,33 GByte/s das Potential von Dual-Channel DDR2-800 (12,50 GByte/s) nicht einmal ansatzweise ausnutzen kann, muss Intel diese Engstelle in zukünftigen Architekturen beseitigen. In diesem Jahr wird Intels 45 nm Penryn zumindest den Frontsidebus auf 1333 MHz und 10,42 GByte/s erweitern, doch erst 2008 soll bei dessen Nachfolger Nehalem der Speichercontroller wie bei AMD in den Prozessor integriert werden.

Der Penryn wird auch weiterhin aus zwei Dual-Core Kernen ohne gemeinsamen Level 2 Cache bestehen. Intel sind die Nachteile dieser Lösung zwar bewusst, doch wirtschalftlich stellt ein "Dual Dual-Core" wie der Kentsfield die bessere Lösung dar: Durch die hohe Transistorenzahl wäre der Ausschuss bei echten Quad-Core Prozessoren deutlich höher - jeder der beiden Conroe Kerne verfügt über 291 Millionen Transistoren, so dass der Kentsfield auf erstaunliche 582 Millionen Transistoren kommt - und Intel spart Zeit und Geld bei der Entwicklung. Derzeit produziert Intel Dual- und Quad-Core Prozessoren auf einem Wafer, wirtschaftlich gesehen ist diese Lösung optimal, technisch betrachtet jedoch nicht.

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Betrachtet man die Funktionsliste des Kentsfield, so entspricht diese - wie zu erwarten - der des Conroe. Der Prozessor unterstützt die Multimedia-Erweiterungen MMX, SSE, SSE2, SSE3 und Advanced Digital Media Boost, den 64-Bit Befehlssatz EM64T (Intel Extended Memory 64 Technology), das XD-Bit (Execute Disable Bit), welches vor Angriffen durch Pufferüberlauf schützt, die Stromsparfunktion EIST (Erweiterte Intel SpeedStep Technologie) und Intels Virtualisierungs Technologie (VT). Hinzu kommen die folgenden Architekturmerkmale, welche wir ebenfalls vom Conroe her kennen:

Wide Dynamic Execution
Unter dem Namen "Dynamic Execution" faßte Intel beim Pentium III verschiedene Techniken zusammen, die zum Teil schon mit dem Pentium Pro eingeführt worden waren. Diese Techniken wurden für die Netburst Architektur in Form der "Advanced Dynamic Execution" auf die lange Pipeline optimiert. Wir wollen an dieser Stelle vier Begriffe erklären, die eine moderne Prozessorarchitektur prägen:

Während alle Intel Prozessoren vom Pentium Pro über den Pentium 4 und D bis zum Pentium M (und auch AMDs Athlon und Athlon 64) ein dreifach superskalares Design verwenden, arbeiten die CPUs der Core Mikroarchitektur mit einem vierfach superskalarem Design. Doch Intel begnügt sich nicht mit einer vierfach superskalaren Architektur, sondern kann sogar bis zu fünf Befehle pro Taktzyklus bearbeiten. Denn während bisherige Architekturen jeden Befehl einzeln decoden und danach ausführen, beherrschen die Prozessoren der Core Mikroarchitektur eine Funktion namens "Macrofusion". Typische x86-Befehlsfolgen (Macro-Ops) können mit Macrofusion zu einer einzelnen internen Instruktion (Micro-Op) zusammengefaßt werden.

Während der x86-Programmcode aus komplexen Instruktionen (CISC = Complex Instruction Set Computing) - also den Macro-Ops - besteht, werden diese zur internen Verarbeitung in einfache Strukturen aufgebrochen. Dabei handelt es sich um die RISC-ähnlichen (Reduced Instruction Set Computing) Micro-Ops. Diese Micro-Ops gehen dann zur weiteren Verarbeitung in die Pipeline des Prozessors. An dieser Stelle greift nun die "Mikro-Op Fusion", die aus der selben Macro-Op stammende Micro-Ops zusammenfassen kann und somit zu einer weiteren Effizienzsteigerung beiträgt. Da der Kentsfield vier Prozessorkerne besitzt, vervierfachen sich auch alle zuvor getroffenen Angaben. Jeder Kern kann vier Befehle pro Taktzylkus ausführen, das ergibt zusammen sechzehn.

Intelligent Power Capability
Das Erbe des Pentium M ist insbesondere in Hinblick auf die Stromsparfunktionen offensichtlich. Die Prozessoren der Core Mikroarchitektur sind in der Lage, nicht benötigte Logik-Baugruppen abzuschalten, um Energie zu sparen. Hierzu gehören beispielsweise Teile des Caches. Auch die Busse und Arrays wurden unterteilt ("split"), um diese teilweise abschalten zu können, wenn sie nicht vollständig benötigt werden. Ein Problem bei solchen Stromsparfunktionen sind die Einschlaf- und Aufwachphasen, die sich nicht negativ auf die Reaktionsgeschwindigkeit der CPU auswirken dürfen. Intel bewerkstelligt das Ein- und Ausschalten innerhalb eines Taktzyklus, weshalb es kaum zu Auswirkungen auf die CPU-Leistung kommen sollte.

Zudem verfügt auch der Kentsfield über Intels SpeedStep Technologie, welche die Kerne abhängig vom Lastzustand taktet oder gar in verschiedene Ruhezustände versetzt. Mit der Taktrate wird natürlich auch die CPU-Spannung abgesenkt. Eine Reihe von Temperatursensoren wurde von Intel an den Hotspots der Kernes verteilt. Diese achten darauf, dass sich die CPU nicht zu stark aufheizt und reduzieren im Falle einer Überhitzung ebenfalls den Prozessortakt.

CPU TDP max TC
Core Mikroarchitektur
Core2 Extreme QX6800
2,93 GHz / FSB1066 / 2x 4MB L2
130W 54,8°C
Core2 Extreme QX6700
2,66 GHz / FSB1066 / 2x 4MB L2
130W 65,0°C
Core2 Extreme Q6600
2,40 GHz / FSB1066 / 2x 4MB L2
105W 62,2°C
Core2 Extreme X6800
2,93 GHz / FSB1066 / 4MB L2
75W 60,4°C
Core2 Duo E6700
2,67 GHz / FSB1066 / 4MB L2
65W 60,1°C
Core2 Duo E6600
2,4 GHz / FSB1066 / 4MB L2
65W 60,1°C
Netburst Architektur
Pentium EE965
3,73 GHz / FSB1066 / 2MB L2
130W 68,6°C

Im Vergleich zum Pentium Extreme Edition 965 sind die Quad-Cores und insbesondere der Q6600 recht genügsam, schließlich bekommt man nicht nur vier Kerne, sondern auch eine höhere Leistung pro Kern. Wer ein sparsames Desktop System plant, sollte dennoch einen Bogen um die Vierkern-Prozessoren machen, denn entweder werden die Kerne bei dieser Nutzung fast nie ausgelastet, oder - beispielsweise wenn BOINC für Volllast sorgt - die Kühlung arbeitet merklich lauter.

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Smart Memory Access
Ein Punkt, bei dem AMD bisher glänzen konnte, ist der Speicherzugriff. Dank des in die CPU integrierten Speichercontrollers sparten sich die Texaner den Umweg über den Chipsatz und konnten die maximal möglichen Speicherbandweiten gut ausnutzen. Intel möchte diesen Vorteil des Mibewerbers durch optimierte Lese- und Schreibzugriffe (Load/Store) ausgleichen.

Eine Limitierung der Out Of Order Execution ist, dass die Befehle zwar in einer optimierten Reihenfolge ausgeführt werden, die CPU aber nur bedingt erkennen kann, welche Befehle zusammenhängen und welche nicht. Wenn die Zieladresse eines Lese- oder Schreibzugriffes noch nicht bekannt ist, kann keine Optimierung der Befehle vorgenommen werden, da die Gefahr besteht, dass Daten gelesen werden bevor sie geschrieben wurden. Um unnötige Wartezyklen zu vermeiden, wäre es allerdings erstrebenswert, die Lesezugriffe vorzuziehen. Doch wie soll der Prozessor erkennen, welche Zugriffe voneinander abhängig sind und welche nicht?
Intel nennt die Lösung "Memory Disambiguation". Diese Technologie wägt anhand intelligenter Algorithmen ab, ob die Lesezugriffe von den Schreibzugriffen abhängig sind oder nicht. Danach werden die Zugriffe mit der höchst möglichen Parallelisierung ausgeführt. Sollte sich zeigen, dass der Prozessor falsch spekuliert hat, werden die fehlerhaften Daten neu geladen und die Datenkohärenz bleibt erhalten.

Folgendes Beispiel zeigt, wie der Lesevorgang 4 vorgezogen und zuerst ausgeführt wird:

Zudem besitzen die Prozessoren der Core Mikroarchitektur "Advanced Prefetcher", welche Daten in den Cache laden, bevor diese benötigt werden. Dadurch läd die CPU die Daten vermehrt aus dem Cache, statt sie aus dem Speicher holen zu müssen. Da der Kentsfield über 8 MByte L2-Cache verfügt, kann diese Technik die wahren Latenzen der Speicherzugriffe verwischen oder - wie Intel es formuliert - verstecken. Intel verwendet zwei Daten-Prefetcher pro L1-Cache sowie zwei weitere pro L2-Cache, hinzu kommen insgesamt vier Befehls-Prefetcher, also einer je Kern.

Advanced Smart Cache
Im Gegensatz zu den Pentium D Prozessoren mit Smithfield oder Presler Kern und AMDs Athlon 64 X2 teilen sich die beiden Kerne des Conroe einen gemeinsamen L2-Cache. Dies hat entscheidende Vorteile: Zum einen kann sich jeder Kern soviel L2-Cache sichern, wie er gerade benötigt, zum anderen hat jeder Prozessorkern Zugriff auf alle im L2-Cache befindlichen Daten. Hierzu zwei Beispiele:

  1. Ist nur ein Kern aktiv, so steht diesem Kern der komplette L2-Cache zur Verfügung. Bei einer Architektur mit getrennten Caches würde die Hälfte des L2-Caches hingegen brachliegen.

  2. Liegen Daten im L2-Cache eines CPU-Kernes, kommt der zweite Kern bei getrennten Caches nicht an diese heran. Er muss sie somit via Chipsatz aus dem Arbeitsspeicher anfordern, was natürlich viel mehr Zeit in Anspruch nimmt.

  3. Das zweite Beispiel zeigt allerdings noch ein weiteres Problem getrennter Caches auf: Es ist nicht unwahrscheinlich, dass am Ende identische Daten in beiden L2-Caches zu finden sind und somit doppelt soviel Platz verbrauchen. Mit zunehmender Kernzahl steigt zugleich auch die Ineffizienz getrennter Caches an.

Da der Kentsfield nun aus zwei Conroes besteht, profitieren nur die Kerne, welche einen gemeinsamen L2-Cache besitzen, von dieser Strategie. Wird die Last ungünstig verteilt, machen sich hingegen die genannten Nachteile bemerkbar und der Prozessor wird ausgebremst. Im Gegensatz zum L2-Cache verfügen die vier CPU-Kerne auch weiterhin über einen eigenen L1-Cache. Dieser setzt sich jeweils aus einem 32 KByte großen Ausführungs-Cache und einen ebenfalls 32 Bit großen Daten-Cache zusammen.

Advanced Digital Media Boost
Mit dem "Advanced Digital Media Boost" baut Intel seine Befehlssatzerweiterung SSE (Streaming Single Instruction Multiple Data Extensions) weiter aus und fügt 16 neue Instruktionen hinzu. Eigentlich hatte jeder erwartet, dass Intel die neue Ausbaustufe des Befehlssatzes auf den Namen "SSE4" taufen würde, doch die aktuelle Zwischenstufe ist Intel anscheinend keinen vollen Generationssprung wert.

Doch nicht die neuen Instruktionen, sondern die 128 Bit breiten SSE-Einheiten machen den Unterschied. Sowohl die Netburst Prozessoren als auch die bisherigen Pentium M Modelle mussten eine 128 Bit Berechnung in zwei Schritten ausführen. Zunächst wurden die unteren 64 Bit, im Anschluß dann die oberen 64 Bit berechnet, das Ergebnis lag daher erst nach zwei Taktzyklen vor. Die Core Mikroarchitektur bietet einen 128 Bit breiten Datenpfad und kann solche Operationen nun in einem Schritt bearbeiten, also quasi in der halben Zeit.

Testumgebung
Eigentlich wollten wir für diesen Test Intels D975XBX Revision 304 verwenden, doch leider unterstützt diese Version des Mainboards keine Quad-Core Prozessoren. Das ist leider keine Seltenheit, etliche Intel P965 und 975X basierende Hauptplatinen können mit den Vierkern Modellen nichts anfangen und ältere Chipsätze von Intel unterstützen die Core 2 Quads sowieso nicht. Wir entschieden uns letztendlich für unser treues Arbeitstier, das Biostar TForce 965PT auf Basis des Intel P965 Chipsatzes:

Zudem verwendeten wir für unseren Test die folgende Hardware:

Im Rahmen der Benchmarks wurden die fett hervorgehobenen Komponenten eingesetzt.

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Stromverbrauch
Für die Stromverbrauchsmessungen haben wir das Biostar TForce 965PT mit einer PCI Grafikkarte bestückt (S3 Trio), welche für die Messung kaum ins Gewicht fällt. Zunächst untersuchen wir den Stromverbrauch ohne CPU-Last. EIST funktioniert mit dem Core 2 Quad Q6600 wie gewünscht und taktet den Prozessor auf 1600 MHz herunter, die CPU-Spannung wird zugleich um 0,05 Volt abgesenkt:

Stromverbrauch in Watt: IDLE + EIST, niedrigere Werte sind besser
Core 2 E4300
DDR2-800
60
Core 2 E6320
DDR2-800
61
Core 2 E6300
DDR2-800
68
Core 2 E6600
DDR2-800
72
Core 2 X6800
DDR2-800
76
Core 2 Q6600
2400 MHz
8192KB L2-Cache
81

Die Leistungsaufnahme des kompletten Systems inklusive Festplatte, DVD-Laufwerk und Floppy liegt mit dem E4300 und dem E6320 um die 60 Watt, der E6300 im "B2"-Stepping braucht sieben bis acht Watt mehr. Mit 72 Watt folgt der Core 2 Duo E6600, dann mit 76 Watt der Core 2 Extreme X6800 und schließlich mit 81 Watt der Core 2 Quad Q6600. Ohne Last liegt der Mehrverbrauch der Quad-Core CPU zum gleichschnell getakteten Dual-Core Prozessor bei lediglich neun Watt.

Im zweiten Durchlauf messen wir den Stromverbrauch bei 100 Prozent Last auf beiden Kernen. Die Volllast erzeugen wir mit vier Instanzen von Prime95 (Option: In-place large FFTs, max. heat + power consumption):

Stromverbrauch in Watt: 100% CPU-Last, niedrigere Werte sind besser
Core 2 E4300
DDR2-800
95
Core 2 E6320
DDR2-800
105
Core 2 E6300
DDR2-800
113
Core 2 E6600
DDR2-800
131
Core 2 X6800
DDR2-800
144
Core 2 Q6600
2400 MHz
8192KB L2-Cache
173

Die Lastmessung überrascht uns ein wenig: Der Core 2 Duo E6320 orndet sich zwischen dem E4300 und dem E6300 ein, obwohl dieser Prozessor einen doppelt so großen L2-Cache hat und mit vergleichbaren Spannungen arbeitet. Offensichtlich hat Intel die Fertigung deutlich optimieren können. Mit 131 Watt liegt der Core 2 Duo E6600 bereits deutlich über den Einstiegsmodellen, der Core 2 Extreme X6800 verbraucht weitere 13 Watt mehr und der Core 2 Quad Q6600 ist - wenig überraschend - das Schlusslicht mit 173 Watt. Der Mehrverbrauch zum gleichhoch getakteten Core 2 Duo E6600 liegt somit bei 42 Watt.

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CPU-Leistung (synthetisch)
Traditionell prüfen wir zunächst die mathematische Leistung der Prozessoren mit Hilfe synthetischer Benchmarks. Hierzu verwenden wir SiSoft Sandra 2007 Pro Business (Build 1098):

SiSoft Sandra 2007.1098: Dhrystone ALU in MIPS; Whetstone iSSE3 in MFLOPS
Core 2 Q6600
2400 MHz
8192KB L2-Cache
44046
29611

Core 2 X6800
2933 MHz
4096KB L2-Cache
27046
18748

Core 2 E6600
2400 MHz
4096KB L2-Cache
22088
15198

Core 2 E6300
1866 MHz
2048KB L2-Cache
17260
11931

Core 2 E6320
1866 MHz
4096KB L2-Cache
17139
11963

Core 2 E4300
1800 MHz
2048KB L2-Cache
16655
11483

Der Core 2 Quad Q6600 erzielt im Vergleich zum Core 2 Duo E6600 die doppelte Punktzahl, dies passiert allerdings nur in synthetischen Benchmarks und hat recht wenig mit der Realität zu tun.

Ein zweiter Testlauf mit SiSoft Sandra 2007 Pro Business (Build 1098) soll die Multimedia-Performance offenbaren:

SiSoft Sandra 2007.1098: Integer X8 iSSE4 in it/s; FloatingPoint X4 iSSE2 in it/s
Core 2 Q6600
2400 MHz
8192KB L2-Cache
264465
142502

Core 2 X6800
2933 MHz
4096KB L2-Cache
162229
87376

Core 2 E6600
2400 MHz
4096KB L2-Cache
132506
71307

Core 2 E6320
1866 MHz
4096KB L2-Cache
103295
55560

Core 2 E6300
1866 MHz
2048KB L2-Cache
103175
55572

Core 2 E4300
1800 MHz
2048KB L2-Cache
100014
53519

Die doppelte Zahl der Kerne bringt dem Core 2 Quad Q6600 auch in diesem Testlauf die doppelte Leistung.

Ein zweites Gutachten über die CPU-Leistung holen wir von PC Wizard 2006.1.69 ein:

PC Wizard 2006.1.69: Dhrystone (ALU) in MIPS; Whetstone (FPU) in MFLOPS; Whetstone (SSE2) in MFLOPS
Core 2 X6800
2933 MHz
4096KB L2-Cache
32037
10107
13093


Core 2 Q6600
2400 MHz
8192KB L2-Cache
25785
16285
21303


Core 2 E6600
2400 MHz
4096KB L2-Cache
24671
8089
10576


Core 2 E6320
1866 MHz
4096KB L2-Cache
20901
6418
8256


Core 2 E6300
1866 MHz
2048KB L2-Cache
20810
6436
8326


Core 2 E4300
1800 MHz
2048KB L2-Cache
19306
6145
7905


Es zeigt sich, dass die Gleitkommatests von PC Wizard 2006 mehr als zwei Kerne unterstützen, der Integer-Durchlauf jedoch nicht. Daraus ergibt sich ein recht durchwachsenes Ergebnis für den Core 2 Quad Q6600.

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Multithreaded (synthetisch)
PC Wizard 2006.1.69 kann die Performance im Multi-Threaded-Betrieb analysieren. Dabei wird zunächst nur ein Thread ausgeführt, danach zwei Threads parallel und schließlich vier Threads. Ausgegeben wird die Bearbeitungszeit pro Thread, niedrige Ergebnisse sind also besser:

PC Wizard 2006.1.69: 4 Threads in s; 2 Threads in s; 1 Thread in s
Core 2 Q6600
2400 MHz
8192KB L2-Cache
2,20
4,34
8,84


Core 2 X6800
2933 MHz
4096KB L2-Cache
3,52
3,52
7,06


Core 2 E6600
2400 MHz
4096KB L2-Cache
4,30
4,30
8,98


Core 2 E6320
1866 MHz
4096KB L2-Cache
5,52
5,53
11,05


Core 2 E6300
1866 MHz
2048KB L2-Cache
6,13
6,09
12,16


Core 2 E4300
1800 MHz
2048KB L2-Cache
6,36
6,30
12,58


Dieser Test geht mit deutlichem Vorsprung an den Core 2 Quad Q6600, sofern der Prozessor alle vier Kerne nutzen kann. Werden nur ein oder zwei Kerne verwendet, ist der Core 2 Quad Q6600 in etwa so schnell wie der Core 2 Duo E6600.

Auch CPU RightMark Lite 2005 v1.3 bietet die Möglichkeit, eine Anwendung auf mehrere Threads zu verteilen und somit mehrere CPU-Kerne auszulasten. Dafür berechnet das Programm ein komplexes 3D-Gefüge mit 400 Objekten und 4 Lichtern, wir wählten das Modell 1. Die Ergebnisse werden in Frames pro Sekunde angegeben, größere Werte sind also besser. Wir sortieren nach der maximal erreichten Framerate:

CPU RightMark Lite 2005 v1.3: 4 Threads in fps; 2 Thread in fps; 1 Thread in fps
Core 2 Q6600
2400 MHz
8192KB L2-Cache
20,50
14,00
8,50


Core 2 X6800
2933 MHz
4096KB L2-Cache
16,70
16,90
10,40


Core 2 E6600
2400 MHz
4096KB L2-Cache
13,90
14,00
8,50


Core 2 E6320
1866 MHz
4096KB L2-Cache
11,00
11,00
6,70


Core 2 E6300
1866 MHz
2048KB L2-Cache
10,90
10,90
6,70


Core 2 E4300
1800 MHz
2048KB L2-Cache
10,60
10,60
6,50


Abermals dominiert der Core 2 Quad Q6600, wenn er all seine Kerne in Szene setzen kann. Verrichten nur ein oder zwei Kerne die Arbeit, liegen Core 2 Quad Q6600 und Core 2 Duo E6600 gleich auf.

Bevor wir uns dem Speicherdurchsatz zuwenden, betrachten wir noch einen letzten CPU-Test, welcher mehrere CPU-Kerne auslastet. Die Molecular Dynamics Simulation von ScienceMark 2.0 untersucht das thermodynamische Verhalten von Materialien anhand fester physikalischer Gesetze. Je schneller die Berechnung beendet ist, desto performanter ist die CPU. Die Resultate werden in Sekunden angegeben, niederigere Werte sind folglich besser:

ScienceMark 2.0 32-Bit Build 21032005: Molecular Dynamics in s
Core 2 X6800
2933 MHz
4096KB L2-Cache
53,09
Core 2 Q6600
2400 MHz
8192KB L2-Cache
64,18
Core 2 E6600
2400 MHz
4096KB L2-Cache
65,15
Core 2 E6300
1866 MHz
2048KB L2-Cache
83,30
Core 2 E6320
1866 MHz
4096KB L2-Cache
83,64
Core 2 E4300
1800 MHz
2048KB L2-Cache
86,00

ScienceMark 2.0 nutzt für die Molecular Dynamics Simulation augenscheinlich nur zwei Kerne, daher liegen der Core 2 Quad Q6600 und der Core 2 Duo E6600 wieder gleichauf.

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Datendurchsatz von Speicher und Cache
Zum Ausloten der Speicherbandbreite ziehen wir zunächst wieder SiSoft Sandra 2007 Pro Business (Build 1098) heran:

SiSoft Sandra 2007.1098: Int Buff'd iSSE2 in MB/s; Float Buff'd iSSE2 in MB/s
Core 2 X6800
2933 MHz
4096KB L2-Cache
5609
5618

Core 2 E6600
2400 MHz
4096KB L2-Cache
5559
5550

Core 2 Q6600
2400 MHz
8192KB L2-Cache
5548
5560

Core 2 E6300
1866 MHz
2048KB L2-Cache
5405
5408

Core 2 E6320
1866 MHz
4096KB L2-Cache
5372
5380

Core 2 E4300
1800 MHz
2048KB L2-Cache
4440
4435

Auf die Speicherbandbreite hat die Zahl der Kerne keinen Einfluss, hier entscheidet die Taktrate des Speichers sowie die Taktrate der CPU (bei Verwendung gleicher Latenzen). Der Core 2 Quad Q6600 erreicht das Niveau des Core 2 Duo E6600.

Mit ScienceMark 2.0 versuchen wir festzustellen, wie schnell die Zugriffe auf den L1- und L2-Cache erfolgen, zudem messen wir auch den Speicherdurchsatz ein zweites Mal:

ScienceMark 2.0 32-Bit Build 21032005: Memory in MB/s; L2 Cache in MB/s; L1 Cache in MB/s
Core 2 X6800
2933 MHz
4096KB L2-Cache
5258
13387
40860


Core 2 E6600
2400 MHz
4096KB L2-Cache
5198
13390
40860


Core 2 Q6600
2400 MHz
8192KB L2-Cache
5193
13387
40859


Core 2 E6320
1866 MHz
4096KB L2-Cache
5174
15634
51896


Core 2 E6300
1866 MHz
2048KB L2-Cache
5166
15661
47797


Core 2 E4300
1800 MHz
2048KB L2-Cache
4112
15175
48376


Nicht die Speicherbandbreite des Core 2 Quad Q6600 verwundert in diesem Test, sondern die Zugriffsgeschwindigkeit auf den Cache. Wir haben den Core 2 Quad Q6600, Core 2 Duo E6600 und Core 2 Extreme X6800 mit einer neueren BIOS Version getestet, die offensichtlich die Cache-Zugriffe ein wenig herunterbremst.

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Primzahlen und Pi
Die schnelle Fourier-Transformation (FFT) ist ein Algorithmus, welcher zur Berechnung von Primzahlen genutzt wird. Wir verwenden Prime95 v24.14 im Benchmark-Modus, um die Rechenleistung der CPU zu untersuchen. Die Resultate werden in Millisekunden angegeben, kleinere Werte sind also besser:

Prime95 v24.14 - 10 Iterationen mit 4096K FFT Länge: in ms
Core 2 X6800
2933 MHz
4096KB L2-Cache
85,122
Core 2 E6600
2400 MHz
4096KB L2-Cache
102,69
Core 2 Q6600
2400 MHz
8192KB L2-Cache
102,88
Core 2 E6300
1866 MHz
2048KB L2-Cache
129,14
Core 2 E6320
1866 MHz
4096KB L2-Cache
130,56
Core 2 E4300
1800 MHz
2048KB L2-Cache
133,69

Prime95 nutzt nur einen Kern, daher erreichen Core 2 Quad Q6600 und Core 2 Duo E6600 das gleiche Leistungsniveau.

Und was passiert, wenn wir die Nachkommstellen von Pi berechnen?

Super PI 1.1e, 1M Stellen: Dauer in s
Core 2 X6800
2933 MHz
4096KB L2-Cache
17
Core 2 E6600
2400 MHz
4096KB L2-Cache
21
Core 2 Q6600
2400 MHz
8192KB L2-Cache
22
Core 2 E6320
1866 MHz
4096KB L2-Cache
26
Core 2 E6300
1866 MHz
2048KB L2-Cache
28
Core 2 E4300
1800 MHz
2048KB L2-Cache
30

Auch bei Super PI kommt nur ein Kern zum Einsatz, so dass Core 2 Quad Q6600 und Core 2 Duo E6600 Kopf an Kopf liegen.

- Seite 8 -

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Raytracing und Rendering
Die frei erhältliche Raytracing-Software POV-Ray unterstützt in der aktuellen Beta-Version 3.7 13a mehrere CPU-Kerne. Wir lassen das offizielle Benchmarkscript zweimal laufen: Zunächst als ein Thread, danach multi-threaded.

Wir sortieren anhand der höchsten Punktzahl, höhere Werte sind besser:

Povwin 3.7 beta 13a Benchmark: Multi Thread in PPS; Single Thread in PPS
Core 2 Q6600
2400 MHz
8192KB L2-Cache
1692
443

Core 2 X6800
2933 MHz
4096KB L2-Cache
1070
545

Core 2 E6600
2400 MHz
4096KB L2-Cache
877
444

Core 2 E6300
1866 MHz
2048KB L2-Cache
683
345

Core 2 E6320
1866 MHz
4096KB L2-Cache
680
345

Core 2 E4300
1800 MHz
2048KB L2-Cache
666
333

Povwin 3.7 nutzt alle Kerne des Core 2 Quad Q6600, der in diesem Test dominiert. Verwenden wir nur einen seiner Kerne, liegt die Leistung auf dem Niveau des Core 2 Duo E6600.

Mit Cinebench in der aktuellen Version 9.5 kann die Leistung des Computers im Zusammenspiel mit der professionellen 3D-Anwendung Cinema 4D von MAXON bewertet werden.

Wir wählen den Rendering-Test, welcher auf einem oder mehreren CPU-Kernen ausgeführt werden kann. Höhere Werte spiegeln eine höhere Leistung wieder:

Cinebench Version 9.5 Rendering: X CPUs in CB-CPU; 1 CPU in CB-CPU
Core 2 Q6600
2400 MHz
8192KB L2-Cache
1256
399

Core 2 X6800
2933 MHz
4096KB L2-Cache
909
490

Core 2 E6600
2400 MHz
4096KB L2-Cache
744
403

Core 2 E6320
1866 MHz
4096KB L2-Cache
582
314

Core 2 E6300
1866 MHz
2048KB L2-Cache
581
312

Core 2 E4300
1800 MHz
2048KB L2-Cache
564
303

Auch der Renderingtest von Cinebench Version 9.5 kann die vier Kerne in eine deutliche Leistungssteigerung umsetzen. Nutzen wir nur einen Kern, ist der Core 2 Quad Q6600 abermals so schnell wie der Core 2 Duo E6600.

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Kompression und mp3-Encoding
7-Zip ist eine kostenlose Kompressionssoftware, die gegenüber vielen Mitbewerbern einen entscheidenden Vorteil hat: Sie ist multi-threaded programmiert und kann mehrere CPU-Kerne nutzen. Ein eingebautes Benchmark-Tool schätzt die Leistung des Prozessors ab:

7-Zip 4.42 Benchmark: Single Thread in MIPS; Multi Thread in MIPS
Core 2 X6800
2933 MHz
4096KB L2-Cache
2977
4362

Core 2 E6600
2400 MHz
4096KB L2-Cache
2440
3667

Core 2 Q6600
2400 MHz
8192KB L2-Cache
2408
3582

Core 2 E6320
1866 MHz
4096KB L2-Cache
1954
2907

Core 2 E6300
1866 MHz
2048KB L2-Cache
1917
2872

Core 2 E4300
1800 MHz
2048KB L2-Cache
1832
2731

Der Packer 7-Zip reagiert deutlich auf den Speicherdurchsatz sowie Cachegrößen, doch leider verwendet das Programm lediglich zwei Kerne des Core 2 Quad Q6600. Die synthetische Leistungsmessung sieht unseren Vierkern-Boliden daher hinter dem Core 2 Duo E6600. Doch wie sieht es in der Praxis aus? Wir packen das 451 MByte große Multiplayer-Demo von F.E.A.R. als .7z-Datei mit normaler Kompressionsrate. Gemessen wird in Sekunden, geringere Werte sind also besser:

7-Zip 4.42 - 451 MByte packen: Single Thread in s; Multi Thread in s
Core 2 X6800
2933 MHz
4096KB L2-Cache
196
127

Core 2 E6600
2400 MHz
4096KB L2-Cache
226
135

Core 2 Q6600
2400 MHz
8192KB L2-Cache
235
139

Core 2 E6320
1866 MHz
4096KB L2-Cache
254
149

Core 2 E6300
1866 MHz
2048KB L2-Cache
262
156

Core 2 E4300
1800 MHz
2048KB L2-Cache
286
175

Auch in der Praxis bleiben zwei Kerne ungenutzt und der Core 2 Quad Q6600 kann mit dem Core 2 Duo E6600 diesmal nicht ganz mithalten.

Als nächstes testen wir die Leistung beim mp3-Encoding. Wir verwenden hierfür Lame 3.98a6 in Verbindung mit PC Wizard 2006.1.69 und komprimieren eine 60 MByte große WAV-Datei. Gemessen wird in Sekunden, niedrige Werte sind somit besser:

PC Wizard 2006.1.69 mp3-Encoding: Normale Qualität in s
Core 2 X6800
2933 MHz
4096KB L2-Cache
11,06
Core 2 Q6600
2400 MHz
8192KB L2-Cache
12,67
Core 2 E6600
2400 MHz
4096KB L2-Cache
12,72
Core 2 E6300
1866 MHz
2048KB L2-Cache
22,14
Core 2 E6320
1866 MHz
4096KB L2-Cache
22,16
Core 2 E4300
1800 MHz
2048KB L2-Cache
22,94

Diesmal liegt der Core 2 Quad Q6600 wieder knapp vor seinem zweikernigen Schwestermodell.

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Video-Encoding
Betrachten wir nun zwei Video-Encoding-Benchmarks. Zunächst werden wir eine 455 MByte große AVI-Datei (huffyuv lossless Codec) mit TMPGEnc 2.512.52.161 ins DVD-Format (PAL) umwandeln. Wir verwenden hierbei die höchste Qualitätsstufe.

Das Ergebnis wird in Sekunden gemessen, kleinere Werte spiegeln eine höhere Leistung wieder:

TMPGEnc 2.512.52.161 - DVD PAL, Highest Quality: in s
Core 2 X6800
2933 MHz
4096KB L2-Cache
150
Core 2 Q6600
2400 MHz
8192KB L2-Cache
155
Core 2 E6600
2400 MHz
4096KB L2-Cache
188
Core 2 E6320
1866 MHz
4096KB L2-Cache
229
Core 2 E6300
1866 MHz
2048KB L2-Cache
231
Core 2 E4300
1800 MHz
2048KB L2-Cache
237

Erstaunlich: Unsere angestaubte Version des Encoders TMPGEnc lastet alle Kerne des Core 2 Quad Q6600 aus und kann einen Vorteil von 33 Sekunden herausholen. Es reicht allerdings nicht, um die 533 MHz Mehrtakt des Core 2 Extreme X6800 zu kompensieren. Nun wandeln wir das selbe Quellvideo ein zweites Mal, diesmal mit dem Windows Media Encoder 9.

Die Zieldatei im WMV-Format soll hochwertige 5384 kbit/s haben. Abermals messen wir die Sekunden, so dass kürzere Zeiten die bessere Leistung angeben:

Windows Media Encoder 9 - WMV 5384 kbit/s: in s
Core 2 X6800
2933 MHz
4096KB L2-Cache
484
Core 2 Q6600
2400 MHz
8192KB L2-Cache
584
Core 2 E6600
2400 MHz
4096KB L2-Cache
586
Core 2 E6320
1866 MHz
4096KB L2-Cache
738
Core 2 E6300
1866 MHz
2048KB L2-Cache
749
Core 2 E4300
1800 MHz
2048KB L2-Cache
770

Der Windows Media Encoder 9 nutzt wiederum nur zwei Kerne, so dass Core 2 Quad Q6600 und Core 2 Duo E6600 gleichauf liegen.

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3DMark06 und F.E.A.R.
Für die 3D-Tests verwenden wir eine MSI RX850XT-PE VT2D256E mit ATis Catalyst 6.6, DirectX 9 befindet sich auf dem Stand von Juni 2006. Soweit nicht anders angegeben, wurden die Standardeinstellungen des Treibers verwendet.

Die Aussagekraft von Futuremarks 3DMark06 v102 konzentriert sich auf die Grafikkarte, die CPU spielt eine untergeordnete Rolle. Dennoch wollen wir das Ergebnis der Vollständigkeit halber aufführen:

Futuremark 3DMark06 v102
Core 2 Q6600
2400 MHz
8192KB L2-Cache
2497
Core 2 X6800
2933 MHz
4096KB L2-Cache
2468
Core 2 E6600
2400 MHz
4096KB L2-Cache
2431
Core 2 E6300
1866 MHz
2048KB L2-Cache
2256
Core 2 E6320
1866 MHz
4096KB L2-Cache
2249
Core 2 E4300
1800 MHz
2048KB L2-Cache
2245

In erster Linie profitiert 3DMark06 vom CPU-Takt, dennoch kann sich der Core 2 Quad Q6600 vor den Core 2 Extreme X6800 setzten.

Kommen wir nun zum Ego-Shooter F.E.A.R.:

Die Ergebnisse werden in Frames pro Sekunde angegeben, höhere Werte sind besser:

F.E.A.R. 1280x960; 4xAA + 8xAF: in fps
Core 2 Q6600
2400 MHz
8192KB L2-Cache
40
Core 2 X6800
2933 MHz
4096KB L2-Cache
40
Core 2 E6600
2400 MHz
4096KB L2-Cache
39
Core 2 E6300
1866 MHz
2048KB L2-Cache
29
Core 2 E6320
1866 MHz
4096KB L2-Cache
28
Core 2 E4300
1800 MHz
2048KB L2-Cache
28

Auch bei F.E.A.R. geht es in erster Linie um die Taktrate der CPU. Der Core 2 Quad Q6600 erreicht diesmal das Niveau des Core 2 Extreme X6800.

- Seite 12 -

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UT2004 und Riddick
Unreal Tournament 2004 ist zwar schon ein wenig älter, aber immer noch ein guter Leistungsindex.

Abermals geben wir die Frames pro Sekunde an:

UT2004 (1280x1024 / AA: 4 / AF: 8 / High Image Quality / 16 Bots / AS Convoy UT2): in fps
Core 2 X6800
2933 MHz
4096KB L2-Cache
89,32
Core 2 E6600
2400 MHz
4096KB L2-Cache
76,64
Core 2 Q6600
2400 MHz
8192KB L2-Cache
75,88
Core 2 E6320
1866 MHz
4096KB L2-Cache
64,08
Core 2 E6300
1866 MHz
2048KB L2-Cache
62,11
Core 2 E4300
1800 MHz
2048KB L2-Cache
60,00

Unreal Tournament 2004 hat bereits Staub angesetzt und kann die vier Kerne des Core 2 Quad Q6600 nicht nutzen. Der Quad-Core Prozessor kann mit dem Core 2 Duo E6600 nicht ganz mithalten.

Zuletzt lassen wir "The Chronicles of Riddick" laufen, einen weiteren 3D-Shooter.

Die Ergebnisse werden in Frames pro Sekunde angegeben:

The Chronicles of Riddick (1280x960 / AA: 4 / AF: 8 / PS2.0 / No Sound / Sodini01): in fps
Core 2 E6600
2400 MHz
4096KB L2-Cache
53,65
Core 2 X6800
2933 MHz
4096KB L2-Cache
53,53
Core 2 E6320
1866 MHz
4096KB L2-Cache
53,41
Core 2 E4300
1800 MHz
2048KB L2-Cache
53,37
Core 2 Q6600
2400 MHz
8192KB L2-Cache
53,32
Core 2 E6300
1866 MHz
2048KB L2-Cache
53,30

Bei "The Chronicles of Riddick" ist der Unterschied zwischen den sechs Prozessoren kaum der Rede wert. Erwähnenswert ist lediglich der vorletzte Platz des Core 2 Quad Q6600.

- Seite 13 -

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Übertakten
Aufgrund unserer positiven Erfahrungen mit den Core 2 Duo Modellen beginnen wir unseren Test mit 400 MHz (FSB1600, 3,6 GHz). Wir haben zuvor den Arbeitsspeicher gewechselt und zwei Kingston 512 MByte DDR2-1067 Module eingesetzt. Der Speicherteiler steht auf 1:1, so dass unser Arbeitsspeicher ohne Übertaktung mit 266 MHz (DDR2-533) arbeiten würde. Wir legen 2,2 Volt am Speicher an und haben die Timings manuell auf 5-5-5-16 festgelegt. Leider startet unser System nicht, so dass wir den Frontsidebus reduzieren müssen. Mit FSB1500 und FSB1464 stürzt Windows ab, mit FSB1400 (4x 350 MHz) arbeitet der Core 2 Quad Q6600 dann aber stabil:

Wir erreichen somit einen Prozessortakt von 3150 MHz (9x 350 MHz), nehmen dabei allerdings einen reduzierten Speichertakt von 350 MHz (= DDR2-700) in Kauf. Aus diesem Grund wechseln wir den Speicher ein weiteres Mal und setzen wieder die Mushkin 1 GByte DDR2-800 Module ein, die zumindest Latenzen von 4-4-3-10 erlauben:

Für Übertakter ist der Core 2 Quad Q6600 derzeit die beste Wahl, da die Extreme Modelle QX6700 und QX6800 mit einer TDP von 130 Watt bereits grenzwertig arbeiten. Dennoch setzt man als Overclocker beim Kentsfield auf das falsche Pferd und sollte lieber einen Conroe satteln.

- Seite 14 -

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Übertakten: Benchmarks
Und was bringen diese Taktsteigerungen in der Praxis? Schauen wir uns vier Becnhmarks an:

SiSoft Sandra 2007.1098: Dhrystone ALU in MIPS; Whetstone iSSE3 in MFLOPS
Core 2 Q6600
3150 MHz
DDR2-700
57870
38995

Core 2 Q6600
2400 MHz
DDR2-800
44046
29611

Core 2 E6300
3225 MHz
DDR2-921
29871
20524

Core 2 E6320
3150 MHz
DDR2-900
29107
20206

Core 2 X6800
2933 MHz
DDR2-800
27046
18748

Core 2 E6600
2400 MHz
4096KB L2-Cache
22088
15198

Core 2 E4300
2258 MHz
DDR2-669
20848
14445

Core 2 E4300
2167 MHz
DDR2-963
20069
13778

Core 2 E6300
1866 MHz
DDR2-800
17260
11931

Core 2 E6320
1866 MHz
DDR2-800
17139
11963

Core 2 E4300
1800 MHz
DDR2-800
16655
11483

Bei diesem synthetischen Testlauf ist gegen den Core 2 Quad Q6600 kein Kraut gewachsen.

TMPGEnc 2.512.52.161 - DVD PAL, Highest Quality: in s
Core 2 Q6600
3150 MHz
DDR2-700
119
Core 2 E6300
3225 MHz
DDR2-921
146
Core 2 E6320
3150 MHz
DDR2-900
148
Core 2 X6800
2933 MHz
DDR2-800
150
Core 2 Q6600
2400 MHz
DDR2-800
155
Core 2 E6600
2400 MHz
DDR2-800
188
Core 2 E4300
2258 MHz
DDR2-669
192
Core 2 E4300
2167 MHz
DDR2-963
199
Core 2 E6320
1866 MHz
DDR2-800
229
Core 2 E6300
1866 MHz
DDR2-800
231
Core 2 E4300
1800 MHz
DDR2-800
237

TMPGEnc setzt in die Praxis um, was SiSoft Sandra bereits angedeutet hatte: Der übertaktete Core 2 Quad Q6600 ist extrem schnell.

7-Zip 4.42 - 451 MByte packen: Multi Thread in s
Core 2 E6300
3225 MHz
DDR2-921
119
Core 2 E6320
3150 MHz
DDR2-900
123
Core 2 X6800
2933 MHz
DDR2-800
127
Core 2 Q6600
3150 MHz
DDR2-700
128
Core 2 E6600
2400 MHz
DDR2-800
135
Core 2 Q6600
2400 MHz
DDR2-800
139
Core 2 E6320
1866 MHz
4096KB L2-Cache
149
Core 2 E4300
2167 MHz
DDR2-963
154
Core 2 E6300
1866 MHz
DDR2-800
156
Core 2 E4300
2258 MHz
DDR2-669
171
Core 2 E4300
1800 MHz
DDR2-800
175

Leider nutzt 7-Zip nur zwei Kerne, so muss sich der Core 2 Quad Q6600 diesmal geschlagen geben.

Futuremark 3DMark06 v102
Core 2 Q6600
3150 MHz
DDR2-700
2565
Core 2 E6320
3150 MHz
DDR2-900
2524
Core 2 E6300
3225 MHz
DDR2-921
2516
Core 2 X6800
2933 MHz
DDR2-800
2502
Core 2 Q6600
2400 MHz
DDR2-800
2497
Core 2 E6600
2400 MHz
DDR2-800
2431
Core 2 E4300
2258 MHz
DDR2-669
2424
Core 2 E4300
2167 MHz
DDR2-963
2400
Core 2 E6300
1866 MHz
DDR2-800
2256
Core 2 E6320
1866 MHz
4096KB L2-Cache
2249
Core 2 E4300
1800 MHz
DDR2-800
2245

Am Ende bleibt dem Core 2 Quad Q6600 dann doch noch der Sieg bei 3DMark06.

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Fazit
Vier Kerne für 465 Euro - lohnt sich dieses Angebot? Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, denn es hängt einzig und alleine von den Anwendungen ab, die der Käufer einer solchen CPU einsetzt. Für einen kleinen Server und insbesondere für eine leistungsstarke Workstation ist der Core 2 Quad Q6600 eine optimale Wahl, sofern die verwendete Software die vier Kerne zu nutzen weiß. Beim Raytracing, Rendern und der Videobearbeitung fühlt sich Intels Quad-Core sehr wohl und arbeitet dabei energieeffizienter als zwei Dual-Core Xeon Prozessoren.

Im Heimbereich und für Spieler ist der Prozessor hingegen weniger geeignet, da die meisten Anwendungen nur einen Kern verwenden und daher bereits ein Dual-Core Prozessor oft unterfordert ist - hier sind ein Core 2 Duo E6700 (ca. 300 Euro) oder ein Core 2 Duo E6600 (ca. 200 Euro) die sinnvollere Wahl. Zudem lässt sich der Core 2 Quad Q6600 nur begrenzt übertakten. Wer dennoch einen Core 2 Quad Q6600 einsetzen möchte, sollte darauf achten, dass sich Windows XP auf dem aktuellen Patch-Level befindet. Bei unseren Messungen lag der Core 2 Quad Q6600 in den Benchmarks, die nur zwei Kerne verwenden, zum Teil deutlich hinter dem Core 2 Duo E6600 zurück. Erst nachdem wir unser Windows XP Professional vom Service Pack 2 auf den aktuellen Stand Mai 2007 gebracht hatten, war dieser Nachteil verschwunden.

In diesem Sinne können wir den Core 2 Quad Q6600 derzeit nur für den Einsatz in Workstations empfehlen. Dort allerdings ohne jegliche Bedenken:




Unser Dank gilt:

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