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Geeksphone Peak - Das erste Smartphone mit Firefox OS - Druckansicht - Seite 1 von 13
UPDATE:
Ja, wir können es nicht mehr leugnen: Wir sind Geeks. Und als echte Geeks wollen wir auch ein geekiges Smartphone ohne Apple, Google oder Microsoft. Als Ausweg bietet sich das auf Linux basierende Betriebssystem Firefox OS an, denn die Mozilla Foundation spielt mit quelloffenen Karten und das erhöht zumindest den Aufwand für die NSA und ihre Konsorten.

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Das Smartphone im Zeitalter von Prism

Wir hatten uns ja schon damit abgefunden, dass wir für Apple, Google und Microsoft nur unmündige Milchkühe in einer lukrativen Wertschöpfungskette sind. Zu unserer Sicherheit werden die Smartphones vernagelt, was sich bei einem PC niemand bieten lassen würde. Mit Cloud-Diensten und Inhalten versucht man, uns dauerhaft an eine Plattform zu binden, zugleich bekommen die Geheimdienste freien Zugriff auf unsere Kommunikation. Da wir Deutsche - wie auch die übrigen Europäer - in den USA keinen Datenschutz genießen, sind Smartphones multifunktionale Spione in unserer Hosentasche. Immer dabei, immer verbunden und jetzt auch immer verdächtig.
Doch wie sieht die Lösung aus? Sollen wir unsere Smartphones wegwerfen und wieder auf Trommeln und Rauchzeichen umsteigen? Nun, zumindest sollte man sich der Problematik bewusst sein, dass US-amerikanische Unternehmen aufgrund der dortigen Gesetzeslage nur wenig Spielraum haben, um sich gegen Überwachungsmaßnahmen zu wehren. Zudem hoffen diese Firmen auf staatliche Aufträge und werden sich daher kaum mit den Behörden anlegen. Der einzige Ausweg ist daher ein quelloffenes System, bei dem jeder prüfen kann, was es im Detail macht. Natürlich besteht auch hier die Gefahr, dass Geheimdienste den Mobilfunkverkehr abfangen oder Fehler ausnutzen, um in das Betriebssystem eindringen, doch zumindest rollt ihnen niemand den roten Teppich aus.

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Eines dieser quelloffenen Betriebssysteme ist das auf Linux basierende Firefox OS, das in den vergangenen Monaten große Fortschritte gemacht hat. Man muss also nicht monatelang Bauteilkataloge wälzen, sich einen Backstein zusammenlöten und ein handangepasstes Gentoo-Linux aufspielen. Stattdessen geht man einfach auf die Webseite der spanischen Firma Geeksphone und bestellt dort eines der beiden Entwicklertelefone namens Peak und Keon. Auf beiden Geräten läuft ein pures, unverfälschtes Firefox OS - es gibt kein Branding, keine Einschränkungen und keine aufgezwungenen Apps oder Dienste. Es stellt sich lediglich die Frage, wie alltagstauglich die in Zusammenarbeit mit dem spanischen Telekommunikationskonzern Telefonica entwickelten Smartphones sind.



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Das Geeksphone Peak

Wir haben uns für das leistungsstärkere Modell Peak entschieden, welches 149,- Euro zuzüglich Mehrwertsteuer und Versand kostet. Geeksphone verschickt weltweit, doch die Nachfrage ist groß und die Geräte sind oft ausverkauft. Im Lieferumfang finden wir eine Kurzanleitung, ein kabelgebundenes Headset, ein USB-Kabel, ein passendes Ladegerät mit USB-Buchse und einen "Firefox OS"-Aufkleber.

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Das Geeksphone Peak misst 134,0 x 66,2 x 10,1 mm und wiegt 119 g inklusive Akku, SIM- und micro-SD-Karte. Als Gehäusematerial kommt matter Kunststoff zum Einsatz. Materialien und Verarbeitung weisen zwar keine eklatanten Schwächen auf, sind insgesamt aber nur durchschnittlich. An der rechten Seite gibt es zwei graue Tasten - eine zum Einschalten und eine Lautstärkewippe. Oben finden sich ein micro-USB-Anschluss und eine Klinkenbuchse (3,5 mm) für Headset oder Kopfhörer.

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Das Peak bietet einen 1,2 GHz schnellen Doppelkern-Prozessor vom Typ Qualcomm Snapdragon S4 8225 sowie ein 4,3 Zoll großes IPS-Display mit Multitouch und einer Auflösung von 960 x 540 Bildpunkten. Die Speicherausstattung des Peak ist mit 512 MByte RAM und 4 GB Flash-Speicher etwas mager geraten, doch Firefox OS ist vergleichsweise genügsam und es gibt einen Steckplatz für micro-SD-Karten (SDHC bis 32 GB).

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Die Hauptkamera bringt es auf fototaugliche 8 Megapixel, sie verfügt auch über einen Blitz. Die vordere Kamera begnügt sich mit 2 Megapixel, sie ist für Videotelefonate gedacht. Im Mobilfunknetz unterstützt das Peak UMTS 2100/1900/900 (3G HSPA) sowie GSM 850/900/1800/1900 (2G EDGE) - LTE wird leider nicht geboten. Weitere Merkmale sind Wireless-LAN gemäß IEEE 802.11 n, Bluetooth 2.1 EDR, ein UKW-Radio und GPS. Die Batterie (Lithium-Polymer) leistet respektable 1.800 mAh und ist wechselbar.



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Inbetriebnahme und Akkulaufzeit

Rechts unten findet sich beim Geeksphone Peak sich eine kleine Mulde, dank der man die rückwärtige Abdeckung recht leicht entfernen kann. Der Kunststoff ist biegsam, so dass man dabei keinen Fingernagel riskiert. Die Rückseite klammert sich mit Hilfe mehrerer Kunststoffnasen an das Gehäuse. Man sollte sorgsam vorgehen, um diese nicht zu beschädigen.

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Im Laufe unseres Test haben wir die Abdeckung rund ein dutzendmal entfernt, ohne dass es dabei zu Beschädigungen gekommen ist. Nun setzten wir eine vollformatige SIM-Karte (Fonic) und eine micro-SD-Karte (Sigma, 32 GB, micro-SDHC, Class 10) ein. Da das Peak nur SD und SDHC unterstützt, können wir leider keine SDXC-Karten verwenden. 32 GB sind also das Ende der Fahnenstange.

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Zuletzt setzen wir den Lithium-Polymer-Akku ein. Dieser leistet 1.800 mAh und ermöglicht dem Peak bei gelegentlicher Nutzung ohne Wireless-LAN eine Laufzeit von etwa einer Woche. Der verbaute WLAN-Chip ist jedoch recht durstig und wer täglich mehrere Stunden surft, muss das Smartphone jeden zweiten Tag aufladen.

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Dies zeigte sich insbesondere Anfang Juni, als ein Fehler in einem System-Update den WLAN-Chip immer mit höchster Leistung laufen ließ. Die volle Batterie reichte damals nur für einen knappen Tag, doch der Fehler wurde binnen einer Woche behoben. Seit dem 14. Juni 2013 läuft Firefox OS wieder stabil und ohne Probleme.



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Willkommen bei Firefox OS

Als wir das Geeksphone Peak Ende Mai erstmals in Betrieb nahmen, fehlte noch die deutsche Übersetzung. Mittlerweile wurde diese nachgereicht und sie ist recht ordentlich gelungen. Die Konfiguration des Telefons funktioniert schnell und einfach, denn der Assistent ist gut gemacht und auch für Laien verständlich.

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Zunächst wählen wir die Sprache, dann können wir die Datenverbindung über das Mobilfunknetz aktivieren. Standardmäßig ist diese inaktiv, da beim falschen Tarif hohe Kosten entstehen können. Falls sich der Benutzer unsicher ist, empfiehlt Firefox OS die Nutzung des WLAN-Zugangs. Dieser wird gleich im Anschluss konfiguriert, was an unserer Fritz!Box 7270 v3 ohne Probleme gelang.

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Danach wählen wir die Zeitzone und können unsere Kontakte wahlweise von der SIM-Karte oder über Facebook importieren. Wer seine Kontakte über Google verwaltet, überspringt diesen Schritt und startet später eine spezielle App. Diese hat in unserem Fall sowohl alle Telefonnummern als auch die bei Google hinterlegten E-Mailadressen übertragen.

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Zum Abschluss fragt uns Firefox OS, wie viel unserer Privatsphäre wir mit dem Projekt teilen wollen. Es bleibt dem Benutzer überlassen, ob er Informationen über sein Smartphone und dessen Betriebsverhalten an Mozilla übermittelt. Man kann sich zudem mit seiner E-Mail-Adresse für Neuigkeiten anmelden und die Datenschutzerklärung studieren.



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Die Bedienung von Firefox OS #1

Auf die Einrichtung des Geeksphone Peak folgt eine kurze Einweisung in die Bedienung von Firefox OS. Wischt man von rechts nach links, gelangt man zu den vorinstallierten Apps. Dazu gehören die Kamera, die Fotogalerie, das UKW-Radio, die Einstellungen, Here-Maps, der Import von Google-Kontakten und der Marktplatz.

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Auf einer zweiten Seite finden sich ein Kalender, eine Uhr und ein Verbrauchsmonitor, der den Datenverkehr über Mobilfunk und Wireless-LAN getrennt erfasst. Weiterhin gibt es ein E-Mail-Programm sowie zwei Abspieler für Musik und Video. Wischt man hingegen von links nach rechts, findet man diverse Rubriken - z.B. Spiele, Musik oder Nachrichten - mit weiteren Apps.

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Über das Pluszeichen lassen sich zusätzliche Rubriken hinzufügen, man kann aber auch ganz gezielt suchen. Da Firefox OS dabei auch auf seinen Marktplatz im Internet zugreift, reagiert das System zuweilen etwas träge. Generell gilt: Sollte ein kurzes Tippen keine Reaktion auslösen, sollte man mit dem Finger etwas länger auf dem Bedienelement verweilen (z.B. An/Aus-Schieber).

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Im Normalfall ermöglicht die längere Berührung jedoch das Verschieben oder Löschen einzelner Elemente bzw. Apps. Auf diese Weise ist es auch möglich, bestimmte Apps in die unten angesiedelte Schnellzugriffsleiste zu holen. Im obigen Beispiel haben wir dies mit der Kamera-App gemacht.



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Die Bedienung von Firefox OS #2

Streicht man von oben nach unten, öffnet sich die Nachrichten- und Steuerzentrale des Geeksphone Peak. Hier findet man Benachrichtigungen und kann diverse Funktionen wie Wireless-LAN, den Mobilfunkdatenverkehr, Bluetooth und den Flugmodus an- oder ausschalten. Das Zahnrad unten rechts öffnet die Gerätekonfiguration (Einstellungen).

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Die Home-Taste des Peak ist ein berührungsempfindlicher Sensor. Wird dieser kurz gedrückt, gelangen wir zum Startbildschirm. Wird der Sensor hingegen gehalten, öffnet sich der Taskmanager. Nun können wir durch die geöffneten Apps blättern oder diese schließen. Um eine App zu beenden, berührt man wahlweise das kleine Kreuz oder schiebt sie nach oben.

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Zum Sperren und Entsperren drückt man die seitliche Power-Taste. Beim Entsperren zieht man den Pfeil (unten in der Mitte) nach oben und tippt auf das geöffnete Schloss (unten rechts). Alternativ kann man die Kamera-App (links) starten. Diese Prozedur erscheint anfangs etwas umständlich, doch man gewöhnt sich schnell daran und zumindest verletzt sie keine Patente.

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Während die Grundbedienung von Firefox OS durchdacht und leicht erlernbar ist, finden sich tiefer im System ein paar Unstimmigkeiten. Ein Beispiel: Um einen Schritt zurück zu gehen, muss man in den Einstellungen oben links auf einen Pfeil drücken. Bequemer wäre es gewesen, sich zurückwischen zu können.



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Einstellungen beim Geeksphone Peak

Das Geeksphone Peak bietet umfangreiche Konfigurationsmöglichkeiten, die so manches Android-Smartphone in den Schatten stellen. Zu den Einstellungen gelangt man wahlweise über die Nachrichten- und Steuerzentrale (von oben nach unten streichen) oder über die eigenen Apps (von rechts nach links wischen).

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Für Individualität sorgen persönliche Klänge und diverse Hintergründe. Leider ist es derzeit noch nicht möglich, eigene MP3- oder OGG-Dateien als Klingelton zu verwenden. Den vorinstallierten Klingelton "Classic Prism" haben wir aus Sicherheitsgründen nicht ausprobiert ;-)

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Die automatische Anpassung der Bildschirmhelligkeit ist standardmäßig aktiviert. Zu Anfang offenbarte sie ein sehr hektisches Regelverhalten, doch mittlerweile haben die Entwickler nachgebessert und nun funktioniert die Helligkeitsanpassung richtig gut. Nur im grellen Sonnenlicht lässt sich das Display schwer ablesen.

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Das Smartphone bietet die üblichen Anrufeinstellungen und ermöglicht Tethering wahlweise über Wireless-LAN oder USB. Darüber hinaus gibt es ein umfangreiches Entwickler-Menü, denn das Peak richtet sich ja in erster Linie an diese Zunft. Nach Updates sucht das Peak automatisch. Wer eine manuelle Prüfung auslösen möchte, findet die entsprechende Option unter "Geräteinformationen".



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Praxistest: Startzeit, Telefonieren und SMS

Firefox OS kann auf dem Geeksphone Peak in zwei Varianten genutzt werden: In Form stabiler Veröffentlichungen oder als topaktueller Nightly-Build. Wer das Smartphone im Alltag benutzen will, sollte zur stabilen Version greifen. Der Wechsel zwischen den Entwicklungsschienen erfordert das Einspielen der gewünschten Image-Datei.

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Der Start des Peak geht flott von statten und dauert keine zwanzig Sekunden. Unsere SIM-Karte ist bereits einsatzbereit, die WLAN-Verbindung folgt kurze Zeit später. Als Telefon funktioniert das Peak sehr gut und die Sprachqualität kann in beiden Richtungen überzeugen.

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Anwahl, Kontaktverwaltung und Anruflisten entsprechen dem Grundkonzept anderer Smartphones, so dass man sich schnell zurechtfindet. Gleiches gilt für die Aufbereitung eingehender SMS-Nachrichten. Eine spezielle App ermöglicht es, Kontakte von Google zu importieren. Dabei werden neben den Telefonnummern auch E-Mail-Adressen berücksichtigt.

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Sehr praktisch finden wir den Verbrauchsmonitor, welcher unseren Datenverkehr protokolliert. So kann man ohne großen Aufwand überprüfen, welche Volumina man über das Mobilfunknetz oder Wireless-LAN bewegt hat. Man kann sogar eine Grenze festlegen, bei deren Überschreitung das Peak warnt.



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Praxistest: Firefox und Here-Maps

Der Internetbrowser Firefox ist, wie sollte es auch anders sein, ein Highlight von Firefox OS. Der Browser arbeitet schnell, bietet eine hohe Kompatibilität und konnte im Test auch mit seiner Stabilität punkten.

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Lesezeichen lassen sich genauso einfach setzen wie bei seinem Desktop-Pendant und werden in Form einer übersichtlichen Liste inklusive einer Miniaturabbildung der Webseite aufbereitet.

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Klickt man auf das kleine Zahnrad oben rechts, kann man ohne Umwege die Browserchronik sowie Cookies und andere gespeicherte Daten löschen. Über die App-Berechtigungen in den allgemeinen Einstellungen kann man darüber hinaus festlegen, ob der Internetbrowser Zugriff auf die Standortdaten bekommt.

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Die Standortdaten bringen uns zu einem weiteren Dienst, der von GPS profitiert: Nokias Here-Maps. Diese App versorgt Firefox OS mit aktuellem Kartenmaterial, welches aus dem Internet nachgeladen wird. Zur Auswahl stehen eine normale Kartenansicht und ein Satellitenbild.

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Zudem lassen sich ÖPNV oder aktuelle Verkehrsinformationen einblenden. Letztere umfassen Unfälle, Baustellen, Staus und weitere Warnungen. Eine deutsche Übersetzung gibt es leider noch nicht, zur Auswahl stehen Englisch, Spanisch, Polnisch und brasilianisches Portugiesisch.



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Praxistest: E-Mail, Kalender und Bluetooth

Das Geeksphone Peak bringt natürlich auch eine E-Mail-Anwendung mit, die aktuell IMAP/SMTP und Active Sync unterstützt. Doch bei IMAP/SMTP fehlt STARTTLS. Setzt der Provider dies voraus, ist keine Verbindung möglich. Dies betrifft insbesondere deutsche Nutzer, denn Anbieter wie Alfahosting, Hosteurope und T-Mobile verwenden STARTTLS.

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In diesen Fällen bleibt dann nur der Umweg über den jeweiligen Webmailer. Wer einen Anbieter wie Google verwendet, wird hingegen keine Probleme haben - hier funktioniert sogar die automatische Einrichtung. Gut gelungen ist der Kalender, der Termine von Google, Yahoo! und CalDav miteinbeziehen kann.

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Bluetooth ist derzeit die größte Baustelle in Firefox OS. Zunächst sah alles recht vielversprechend aus: Das Geeksphone Peak erkannte die Blue&Me-Freisprechanlage im Fiat 500 und auch das Telefonieren funktionierte problemlos. Was nicht gelingen wollte, war die automatische Übertragung des Telefonbuchs.

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Der Versuch, eine Bluetooth-Tastatur in Betrieb zu nehmen, scheiterte kläglich. Zwar konnte sich das Peak mit unserer KeySonic ACK-595 BT koppeln, doch die Geräteklasse wurde nicht erkannt und so funktionierte die Tastatureingabe nicht. Als nächstes stellten wir eine Verbindung zu einem unserer Bürorechner her.

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Die Geräte waren danach zwar gepaart, doch es war keine Datenübertragung möglich. Das Peak meldete einen Fehler und als wir die Übertragung vom Windows-PC aus begannen, stürzte Firefox OS zum ersten und einzigen Mal ab. Mit unserem Sony Xperia Pro konnte das Peak jedoch problemlos Dateien austauschen.



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Praxistest: Kamera und Foto-App

Die Bedienung der Kamera-App funktioniert beim Geeksphone Peak intuitiv: Oben links schaltet man den Blitz zu, oben rechts wechselt man zwischen der Font- und Rückkamera. Die untere Symbolleiste ermöglicht den Zugriff auf die Fotogalerie sowie den Wechsel zwischen Foto- und Videoaufnahme.

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Leider wird die physikalische Auflösung der Kameras beim Peak nicht ausgenutzt. Statt 8 Megapixel weisen unsere Fotos lediglich 1.280 x 960 Pixel - also 1,2 Megapixel - auf. Zudem wendet die App keinen automatischen Weißabgleich und auch keine bildverbessernden Filter an, so dass die Ergebnisse recht dürftig ausfallen.

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Obiges Bild ist ein typisches Beispiel: Links sind die Farben überzeichnet und wirken nicht natürlich, die Kontraste sind zu hart, es fehlen Details und alles ist sehr grob und pixelig. Das deutlich bessere Vergleichsbild liefert uns Sonys Xperia Pro, dessen Kamera ebenfalls mit 8 Megapixel spezifiziert ist.

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Beim Fingerhut sieht man im Hintergrund ein deutliches Rauschen, hier hätte ein Weichzeichner gut getan. Die Blüten und der Stiel sind überbelichtet, die Kanten wirken unsauber und zugleich überschärft. Abermals liefert Sonys Xperia Pro das weitaus bessere Ergebnis.

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Die Fotos des Peak erinnern optisch an alte Postkarten oder deutsche Heimatfilme aus den 50er Jahren. Das ist zwar ein netter Nostalgieeffekt, aber kein Dauerzustand. Wer mit seinem Smartphone oft fotografiert, ist beim Geeksphone Peak fehl am Platz.

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Wir hoffen auf ein baldiges Update der Foto-App, doch bis dahin bleibt uns nichts anderes übrig, als dieses Kapitel mit mangelhaft zu bewerten. Videos werden übrigens mit bescheidenen 352 x 288 Bildpunkten (H264 MPEG-4) und Monoton (AMR 8.000 Hz, 32 Bit) aufgezeichnet.



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Praxistest: USB und Multimedia

Der Datenaustausch über USB funktioniert einwandfrei - allerdings erst, wenn das Peak nach dem Anschluss einmal entsperrt wurde. Zum Test der Multimediafunktionen haben wir einige Dateien auf die Speicherkarte kopiert. Die Musikformate MP3 und OGG spielt das Peak ohne zu murren ab und liest dabei auch die Tags aus.

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Bei AAC hatten wir mit der Variante AAC-LC Erfolg, die Testdateien wurden mit iTunes und Nero SoundTrax erstellt. Eine AAC-LTP-Datei, die wir mit SUPER(c) erzeugt hatten, erkannte das Peak jedoch genauso wenig wie eine unkomprimierte WAV-Datei. Auch das Abspielen von verlustfreien FLAC-Stücken ist nicht möglich.

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Bezüglich Videos ist das Peak besonders wählerisch. MP4-Videos (H.264) mit dem Audio-Codec AAC wurden normal abgespielt, aber schon bei der Kombination mit dem MP3-Codec fehlte die Tonspur. Ein Testdatei, welche Googles Video-Codec VP8 zusammen mit Vorbis Audio verwendet, wurde gar nicht erkannt.

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Das integrierte UKW-Radio benötigt das mitgelieferte Headset als Antenne. Diese funktioniert passabel, so dass der automatische Suchlauf schnell fündig wird. Klanglich erreicht das Headsets ein befriedigendes Niveau.



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Fazit

Unser Doppeltest von Firefox OS und dem Geeksphone Peak endet hier und wir müssen nun entscheiden, ob dieses Doppel eine Empfehlung erhält. Firefox OS hat uns in vielen Punkten positiv überrascht und hinterließ einen sehr soliden Eindruck. Es gibt reichhaltige Optionen und in anderthalb Monaten Testzeit erlebten wir nur einen einzigen Absturz, der einer fehlgeschlagenen Bluetooth-Übertragung geschuldet war. Bluetooth ist auch eine größere Baustelle von Firefox OS. Wir konnten das Peak zwar mit der Freisprechanlage eines Fiat 500 verbinden, doch mit unserer Bluetooth-Tastatur wusste das Smartphone nichts anzufangen. Und während der Versuch einer Datenübertragung zwischen Firefox OS und Windows mit besagtem Absturz endete, gelangt der Datenaustausch mit Sonys Xperia Pro (Android 4) ohne Probleme.

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Zuweilen ist die Bedienung von Firefox OS etwas inkonsistent, doch die Nachrichten- und Steuerzentrale, der Taskmanager und der Datenverkehrsmonitor für Mobilfunk und Wireless-LAN wissen zu gefallen. Der integrierte Firefox-Browser ist das Highlight des Systems, doch auch der Kalender und der E-Mail-Client sind gelungen. Bei letzterem sollte Mozilla allerdings schnellstmöglich STARTTLS nachrüsten. Die Multimediafunktionen wurden gut umgesetzt, doch eine breitere Formatunterstützung wäre wünschenswert. Nicht überzeugen konnte uns die Kamera-App, welche die Fähigkeiten des Peak nicht zu nutzen weiß und Fotos und Videos von bescheidener Qualität abliefert.

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Das Geeksphone Peak selbst ist ein typisches Smartphone der mittleren Preisklasse. Das Kunststoffgehäuse strahlt zwar keinen Luxus aus, doch insgesamt ist das Gerät recht ordentlich verarbeitet. Auch der Bildschirm macht einen befriedigenden Job, ohne an die Brillianz teurer Smartphones heranzukommen. Im Vergleich mit dem Sony Xperia Pro spiegelt das Display des Peak etwas stärker und bietet zugleich weniger Kontrast. Gut gefallen hat uns die als Sensor ausgeführte Home-Taste und auch für die Akku-Laufzeit sammelt das Peak Pluspunkte. Sofern man sich auf das Telefonieren beschränkt, sind Laufzeiten von bis zu einer Woche möglich.
Doch auch wenn das Team Firefox OS und Geeksphone Peak in vielen Punkten überzeugen kann, gibt es noch einige Baustellen, welche die Alltagstauglichkeit des Smartphones trüben. Auf eine Empfehlung werden wir daher verzichten, sind aber dennoch sehr positiv gestimmt, was die Zukunft von Firefox OS betrifft. Die mobile Welt braucht dringend ein unabhängiges, quelloffenes Betriebssystem und Firefox OS zeigt diesbezüglich die besten Ansätze.
UPDATE: Firefox OS 1.1 ist seit einiger Zeit als Beta-Version verfügbar und kann unserer Ansicht nach als alltagstauglich bezeichnet werden. Ein eigenständiger Artikel beschäftigt sich mit Firefox OS 1.1 auf dem Geeksphone Peak.



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