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Im Test: HDA Digital X-Plosion 7.1 DTS Connect - 1/14
30.04.2006 by Jan Philip und doelf
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Einleitung
Vor einigen Jahren unterstützten Mainboards lediglich 2.1-Sound und wer beim Spielen oder Betrachten von DVDs in den Genuss von Surround-Sound kommen wollte, musste zu einer Soundkarte greifen. Die voranschreitende Integration moderner Chipsätze hat dies jedoch stark verändert, denn nicht nur LAN und USB 2.0 gehören mittlerweile zur Mindestausstattung, sondern auch Surround-Sound. Zumindest 5.1 Audio-Codecs finden sich auf jedem Mainboard, welches nicht gerade für die Servernutzung vorgesehen ist, oft wird sogar 7.1 Sound oder gar High-Definition Audio serienmäßig geboten. Das reicht doch eigentlich fürs DVD schauen, Musik hören und Computerspielen aus, oder?


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Natürlich wollen die Hersteller von Soundkarten auch weiterhin ihre Produkte verkaufen, und dabei müssen sie sich von den onboard-Lösungen abheben. Zu den Vorteilen einer modernen Soundkarten zählen eine geringere CPU-Last, da hier ein dedizierter Soundchip das Singnal verarbeitet und die Last nicht auf die CPU abgewälzt wird, bessere Abtastraten, eine zumeist größere Anschlussvielfalt sowie die Unterstützung von unterschiedlichen "Soundtechnologien" wie DTS, EAX, A3D usw.


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Mit der HDA Digital X-Plosion 7.1 DTS Connect, der High-End-Variante der HDA Digital X-Mystique 7.1, haben wir heute eine solche moderne Soundkarte im Test. HDA steht hierbei für Hitec Digital Audio - eine noch relativ unbekannten Firma aus Korea, deren erstes Produkt die Schwesterkarte "HDA Digital X-Mystique 7.1 GOLD / Dolby Digital Live" zu sein scheint.

Wie sich diese Karte von unseren Referenzmodellen Creative Audigy 2 ZS und Hercules Game Theater XP sowie dem High-Definition Audio Codec Realtek ALC880 abheben kann und wie sich sich im Alltag schlägt, wollten wir im Rahmen dieses Testberichtes klären.

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Technische Details
Der Soundchip-Spezialist CMedia dürfte vielen Lesern noch bekannt sein. Die PCI-Audiolösungen der taiwanesischen Firma wurden lange Zeit als Alternative zu den Audio-Codecs von Realtek auf vielen Mainboards verbaut und kamen auch auf preiswerten Soundkarten wie der Z-Cyber Nightingale Pro6 zum Einsatz. Doch das Produktangebot von CMedia bedient nicht nur den Einsteigermarkt, sondern umfasst auch hochwertigere Produkte. Bei der HDA Digital X-Plosion 7.1 DTS Connect kommt als Soundchip der CMedia CMI8770 zum Einsatz, ein ganz neuer Chip, welcher noch nicht auf CMedias Webseite zu finden ist, auch die HDA Digital X-Plosion 7.1 DTS Connect wird bei Hitec Digital Audio als Produkt noch nicht gelistet. Software und Treiber kann man daher zur Zeit weder bei CMedia noch bei Hitec herunterladen.


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Im Prinzip handelt es sich bei CMedias CMI8770 um einen CMI8768+, der um DTS Connect erweitert wurde. Die Spezifikationen sind nicht besonders inhaltsschwer, so daß wir nur wenige Eckpunkte mit anderen Soundlösungen vergleichen können. Wir versuchen es trotzdem und ziehen zum Vergleich neben Creatives X-Fi den weit verbreiteten ALC880 Audio-Codec von Realtek heran:

  CMedia
CMI8770
Realtek
ALC880
Creative
X-Fi
Bauart PCI 2.2 Codec PCI 2.3
Audio-Kanäle 7.1 7.1 7.1
Signal-to-Noise Ratio (dB) -100 -100 (DAC)
-85 (ADC)
-109
S/PDIF Input 44,1/48/96 kHz
16/24 Bit
44,1/48/96 kHz
16/20/24 Bit
44,1/48/96 kHz
16/20/24 Bit
S/PDIF Output 44,1/48/96 kHz
16/24 Bit
44,1/48/96 kHz
16/20/24 Bit
44,1/48/96 kHz
16/20/24 Bit
Analog-zu-Digital 2 Kanäle,
16 Bit,
44,1/48 kHz
2 Kanäle,
16/20 Bit,
44,1/48/96 kHz
2 Kanäle,
24 Bit,
96 kHz
Digital-zu-Analog 8 Kanäle,
16/20/24 Bit,
44,1/48/96 kHz
8 Kanäle,
16/20/24 Bit,
44,1/48/96/192 kHz
8 Kanäle,
24 Bit,
96 kHz
oder:
2 Kanäle,
24 Bit,
192 kHz
Heimkino DTS-ES 6.1/7.1,
DD-EX 6.1/7.1,
DD 5.1,
DTS 5.1
k.A. DTS-ES 6.1/7.1,
DTS 5.1,
DD-EX 6.1/7.1,
DD 5.1,
THX
Spiele EAX 1.0/2.0,
Direct Sound 3D,
A3D 1.0
EAX 1.0/2.0,
Direct Sound 3D,
A3D 1.0,
I3DL2,
HRTF 3D
EAX HD 5.0,
EAX HD 4.0,
EAX HD 3.0,
Direct Sound 3D,
3DMIDI,
CMSS-3DVirtual
Besonderheiten DTS Connect,
Dolby Digital Live
Dolby Digital Live ASIO 2.0

Der CMedia CMI8770 hat eine ordentliche Ausstattungsliste, zeigt aber Schwächen bei der Aufnahme-Seite. Die Aufzeichnung von analogen Stereoquellen mit maximal 16 Bit und 48 kHz mag zwar die normale Audio-CD übertreffen (16 Bit/44,1 kHz), doch selbst der Audio-Codec von Realtek bietet hier mehr Optionen. In Sachen Audio-Formate kann die HDA Digital X-Plosion 7.1 DTS Connect vor allem bei den Heimkino-Entusiasten Freunde gewinnen, lediglich eine THX-Zertifizierung vermissen wir. Die Creative X-Fi kann zwar mit DTS Neo aufwarten, nicht aber mit DTS Interactive, daher hat diese Karte im Gegensatz zu unserem Probanten von HDA keine DTS Connect Unterstützung, denn DTS Connect vereint Neo und Interactive. Was sich hinter diesen tollen Namen verbirgt, werden wir euch später erklären.

Der onboard Codec muß vor allem preiswert sein und kann sich die Lizenzgebühren für die unterschiedlichen Formate nicht leisten, wenn er von den Mainboard-Herstellern akzeptiert werden will. In Sachen Spiele bietet die Hitec Karte zwar EAX 2.0 und 1.0, kann sich damit aber nicht von Realtek absetzen. Dies gelingt hingegen Creative, deren X-Fi auch EAX HD in den Versionen 3.0 bis 5.0 unterstützt. Da EAX von Creative entwickelt wird, ist dies nicht verwunderlich. A3D ist für Creative hingegen kein Thema mehr, nach der Übernahme vom A3D-Entwickler Aureal hat man die Entwicklung eingestellt.

Besonderen Wert legt Hitec auf die Dolby Digital Live Unterstützung, welche hier erstmals auf einer PCI-Karte geboten wird. Es handelt sich hierbei um einen realtime Encoder, der jegliche Audiosignale in das Dolby Digital Format wandeln kann, um sie via 5.1 Lautsprecherkonfigurationen an Heimkino-Anlagen wiedergeben zu können. Doch Dolby Digital Live wird auch von einigen Mainboards unterstützt, welche z.B. einen HD Audio-Codec von Realtek einsetzen.

Fassen wir zusammen: Die Karte bietet ordentliche Funktionen für Gamer und eine breite Formatunterstützung für die Freunde des Heimkinos. Für den Einsatz als Studiokarte für hochwertige Aufnahmen bietet sich die Karte jedoch nicht an.


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Anschlüsse
Für die acht Audiokanäle verwendet Hitec vier 3,5 mm Klinkenbuchsen, zwei weitere Stereoklinken dienen dem Line-In und Mikrofoneingang. Obwohl einige Mainboards digitale Ausgänge bieten, ist diese Option selten und meist den hochpreisigen Modellen vorbehalten. Digitale Eingänge sind sogar noch seltener vorhanden. Wenn man Glück hat, befindet sich auf dem Mainboard ein Abgriff für die digitalen Anschlüsse - und wenn man noch viel mehr Glück hat, kann man das passende Bracket auch irgendwo nachbestellen. Dies wäre eine gute Gelegenheit, um eine Soundkarte von den onboard Lösungen abzuheben, doch Creative gönnt der Standardausführung der X-Fi nicht einmal einen dedizierten S/PDIF Ausgang. Creative nutzt für die digitalen Anschlüsse, Line-In und Mikrofoneingang eine einzige 3,5 mm Klinkenbuchse, welche man FlexiJack getauft hat. Der Benutzer muß also regelmäßig umstöpseln. HDA schlägt sich besser, die digitale Ausgabe erfolgt wahlweise koaxial (RCA) oder optisch (Toslink). Wer zusätzlich auch digitale Eingänge wünscht, braucht das "Digital I/O HDA-X10 S/PDIF Input Extension Board". Auch den MIDI-Port gibt es nur optional auf einem weiteren Bracket.

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Lieferumfang
Der Lieferumfang fällt ein wenig mager aus:


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Man findet hier zwar alles, was zum Betreiben der Soundkarte benötigt wird, doch über die Beigabe des Brackets mit den digitalen Eingängen, ein deutschsprachiges Handbuch sowie einen Software DVD-Player oder ein Spiel hätten wir uns gefreut. Positiv fällt das Toslink-Kabel auf, denn viele Käufer werden ein solches nicht zu Hause haben.

Die Fachbegriffe
Nun wollen wir mal schauen, was sich hinter den klangvollen Audiformaten verbirgt:

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Software
Nach der Installation der Software findet man sie in der Systemsteuerung wieder. Dort lassen sich alle Einstellungen vornehmen. Kommen wir zu den einzelnen Reitern:

Haupteinstellungen:
Im linken Teil dieses Fenster lässt sich das Ausgabesignal einstellen. Man wählt zwischen analoger und digitaler Ausgabe. Im Falle der analogen Einstellungen muss man noch festlegen, wie viele Kanäle das Lautsprechersystem hat. Im rechten Teil lässt sich zunächst die Lautstärke eines jeden Kanals individuell einstellen. Zudem kann man hier die Einstellung für DTS Neo festlegen.


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Mixer:
In diesem Teil findet man eine grafisch aufgewertete Variante des Mixers, den man auch schon von Windows her kennt.


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Effekte:
Im linken Teil lassen sich die Einstellungen für die Simulation verschiedener Umgebungen festlegen. Insgesamt gibt es hier rund 25 Auswahlmöglichkeiten, darunter auch interessante Dinge wie "Unter Drogen", "Abflussrohr" oder "Gummizelle". Wer also immer schon mal wissen wollte, wie Heino unter Drogen oder Modern Talking in der Gummizelle klingen, kann es mit dieser Soundkarte herausfinden. Der rechte Teil gewährt Zugriff auf die verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten des 10-Band Equalizers. An 11 Voreinstellungen wurde bereits gedacht.


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Karaoke/ Magic Voice:
Falls man schon immer mal seine Stimme verstellen wollte, ist man hier richtig. Entweder kann man sie einfach nur tiefer oder höher machen, oder man wird zur Cartoon-Figur.


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Insgesamt lässt sich sagen, dass hier alle Einstellungsmöglichkeiten der Soundkarte übersichtlich zusammengefasst wurden. Selbst ein Anfänger sollte sich hier leicht zurecht finden. So erfolgt die Einstellung der Lautsprecher z.B. nicht über das Einstellen von Werten, sondern durch das Hin- und Herschieben von Lautsprechersymbolen auf dem Bildschirm. Profis können natürlich auch zu Schiebereglern greifen.

Leider wird keine weitere Software mitgeliefert. Vergleicht man den Umfang mit Paketen von anderen Herstellern wie z.B. Creative, die noch eine vollwertige Musikabspiel- und konvertierungssoftware nebst allerleih mehr oder weniger sinnvolle Spielereien mitliefern, so ist dies doch recht wenig.

Das Testsystem
Hier die Spezifikationen unseres Testsystems:

Als Testsystem haben wir eine recht schwachbrüstige Konfiguration gewählt, um die CPU-Auslastung der Soundkarte und ihrer Treiber besser bewerten zu können. Als Soundsystem diente das Teufel Concept G 7.1 THX. Für die Messung des Realtek ALC880 High-Definition Audio-Codecs verwendeten wir das Albatron PX915G4PRO, da das im Testsystem verwendete Mainboard keinen HD Audio-Codec besitzt. Die Hercules Game Theater XP bietet neben den herkömmlichen 3,5-Zoll Klinkenbuchsen auch Cinch-Anschlüsse, bei dieser Soundkarte konnten wir für die Messungen daher auf hochwertige High-End Kabel von Monster Cable zurückgreifen.

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Rightmark 3D Sound
Das Programm 3D Sound von Rightmark ermittelt die CPU-Auslastung des Systems während der Soundwiedergabe. Dabei wird sowohl 2D Sound, als auch 3D Sound mit EAX abgespielt und die Prozessorlast in Prozent ausgegeben. Mit unserem Testsystem erreichten wir folgende Werte:

Rightmark 3DSound 2.2,
CPU-Auslastung
HDA Digital
X-Plosion 7.1
Creative
Audigy 2 ZS
CMedia
CMI9761A 5.1
Empty mode in % 1.2 2.9 2.2
2D Hardware in % 6.7 2.7 4.8
3D Hardware 8.7 5.0 8.4
3D Hardware + EAX in % 11.81 5.1 11.90

Die HDA Digital X-Plosion 7.1 belastet die CPU ebenso stark wie der CMedia CMI9761A 5.1 AC97 Audio-Codec auf unserem Asrock K7NF2-RAID . Die Audigy 2 ZS liegt beim Test der 3D Hardwarebeschleunigung um 3,7 Prozent niedriger, bei Verwendung von EAX arbeitet die Audigy mit weniger als halb soviel CPU-Last. Dies deutet daraufhin, daß der Treiber und somit die CPU bei der HDA Digital X-Plosion 7.1 einen Großteil der Arbeit erledigt.

Rightmark Audio Analyser
Der Rightmark Audio Analyser ist ein synthetischer Benchmark um Soundkarten miteinander vergleichen zu können. Dabei wird der Lineausgang mit dem Lineeingang über ein Kabel verbunden. Die Software sendet nun ein Signal am Ausgang und vergleicht damit das Eingangssignal. Die Tests wurden mit einer Auflösung von 24 Bit und einer Samplingrate von 96 kHz durchgeführt. Dabei haben wir folgende Werte ermittelt:

RMAA 5.5 HDA Digital
X-Plosion 7.1
Creative
Audigy 2 ZS
Hercules
Game Theater XP
Realtek
ALC880
Frequency response, dB
Bezugsfrequenz: 40Hz,15KHz
(geringere=besser)
+0.18, -0.04 +0.09, -0.11 +0.00, -0.00 +0.31, -0.31
Noise level, dBA
Eigen-Rauschpegel
(niedriger=besser)
-95.1 -97.0 -90.9 -83.5
Dynamic range, dBA
Dynamik-Bereich
(größer=besser)
93.5 97.0 90.5 83.2
Total Harmonic Distortion
(Klirrfaktor) %
(niedriger=besser)
0.0029 0.0023 0.0026 0.0056
Intermodulation
distortion, %
(niedriger=besser)
0.0100 0.0059 0.0095 0.062
Stereo crosstalk, dB
Übersprechen
(niedriger=besser)
-94.5 -94.3 -88.6 -79.8
IMD (swept tones)
(niedriger=besser)
0.0098 0.0075 0.011 0.022

Wir werden die einzelnen Messkurven auf den folgenden Seiten genau unter die Lupe nehmen und mit unseren Referenzkarten sowie dem HD-Codec von Realtek vergleichen.

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Frequenzgang
Um den Frequenzgang eines Systems zu ermitteln, wird die Differenz zwischen der Ausgangsfrequenz und Eingangsfrequenz miteinander verglichen. Die hierbei gemessene Abweichung bezeichnet man auch als Eigenklang. Je niedriger dieser Wert ist, desto weniger wird ein Signal verfälscht. Also ist ein niedriger Wert besser. Der Frequenzgang wirkt sich besonders deutlich auf den Klang aus, wenn eine Soundlösung hier versagt, retten auch die restlichen Messwerte nicht mehr viel.

Die HDA Digital X-Plosion erreicht - wie auch die Audigy 2 ZS - in diesem Test ein sehr gutes Ergebnis. Beide Karten zeigen einen beinahe linearen Kurvenverlauf. Völlig klangneutral bleibt die Hercules Game Theater XP, hier wirken sich die Cinch-Anschlüsse und das hochwertige Kabel aus. Auch der onboard Sound schlägt sich wacker und erzielt recht gute Werte, die allerdings schon deutlich hinter den Soundkarten zurückbleiben. Unter 50 Hz sieht man einen jähen Abfall der Kurve, darüber schwankt der Realtek Codec deutlich, liegt zuweilen über, dann wieder unter der Null-Linie.

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Rauschabstand
Genauer genommen handelt es sich hierbei um das Signal-Rausch-Verhältnis. Es gibt Auskunft über die Qualität eines Signals. Dabei wird ermittelt, wie stark das Verhältnis der Nutzsignalstärke zur Rauschsignalsstärke ist. Je geringer die Rauschsignalstärke im Vergleich zur Nutzsignalstärke ist desto kleiner ist dieser Wert (man beachte das negative Vorzeichen!) - man hat also ein geringeres Rauschen.

Die HDA Digital X-Plosion 7.1 erzielt ein hervorragendes Ergebnis, kommt aber nicht ganz an die versprochenen -100 dB(A) heran. Ähnlich sieht es bei der Audigy 2 ZS aus, die mit -97,0 dB(A) zwar den Bestwert setzt, die 100er-Marke aber ebenfalls nicht knacken kann. An unserer Hercules Game Theater XP nagt ein wenig der Zahn der Zeit, auch wenn -90,9 dB(A) noch immer ein sehr gutes Ergebnis sind. Albatron hat Realteks ALC880 ganz gut in Szene gesetzt, denn die Analog-Digital Wandlung des High-Definition Codecs wird von Realtek mit -85 dB(A) Rauschabstand angegeben und unser Messwert liegt lediglich 1,5 dB(A) darüber.
In der Praxis läßt sich allenfalls bei der onboard-Lösung ein minimales Rauschen ausmachen, wenn der Verstärker ohne Audiosignal auf sehr hohe Lautstärken gestellt wird. Bei den hochwertigen Soundkarten hört man lediglich das Eigenrauschen des Verstärkers.

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Dynamikumfang
Unter dem Dynamikumfang versteht man den Quotienten aus maximaler und minimaler Lautstärke eines Systems. Die minimale Lautstärke ergibt sich aus dem Grundrauschen eines Systems (Das, was man hört wenn Computer und Lautsprecher angeschaltet sind, aber keine Musik o.Ä. abgespielt wird). Die maximale Lautstärke erhält man, sobald erste Verzerrungen des Tonsignals auftreten. Dieser Wert wird also um so größer, je kleiner die minimale Lautstärke im Verhältnis zur maximalen Lautstärke ist - desto dynamischer klingt die Ausgabe der Soundkarte also.

Hier ermittelten wir einen Wert von 93,5 dB(A), die HDA Digital X-Plosion 7.1 schneidet ebenso wie die Hercules Game Theater XP sehr gut ab. Die Audigy 2 ZS kann dies allerdings um deutliche 3,5 dB(A) übertreffen, die onboard Lösung schlägt sich zwar noch ganz gut und wird den meisten Nutzern voll und ganz ausreichen, es wird aber immer deutlicher, daß sie eine Liga niedriger spielt.

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Klirrfaktor (THD)
Unter dem Klirren versteht man unerwünschte hochfrequente Geräusche, die meist in Leistungsverstärkern entstehen. Der Klirrfaktor gibt an, wie stark dieses Klirren im Vergleich zum ursprünglichen Signal ist. Je niedriger er ist, desto weniger klirrt es. Dabei wird dieser Wert in Prozent angegeben oder in einer Zahl kleiner oder gleich eins. Im empfindlichsten Bereich des menschlichen Gehörs (1-4 KHz) nehmen wir höchstens einen Wert von 0,5% bzw. 0.005 wahr.

Die drei Soundkarten liegen eng beisammen und zeigen alle drei hervorragende Messwerte - die HDA Digital X-Plosion erzielt allerdings nur den dritten Platz. Der Realtek ALC880 HD Audio-Codec schlägt sich sehr gut, liegt aber wieder eine Klasse zurück.

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Intermodulationsstörungen (IMD)
Bei Stereo besteht der Ton aus zwei Signalen, die gleichzeitig wiedergegeben werden. Dabei kann es bei der Überlagerung zu unerwünschten Nebengeräuschen kommen. Diese Störungen können auftreten, wenn die Leiterbahnen nicht ausreichend getrennt oder Wandler und/oder Soundchip minderwertig sind. Je niedriger dieser Wert ist, desto weniger Nebengeräusche gibt es.

Unsere HDA Digital X-Plosion 7.1 liegt knapp hinter der Hercules Game Theater XP, beide Karten erzielen sehr gute Ergebnisse. Deutlich besser schlägt sich allerdings die Audigy 2 ZS, nocht gut aber bereits weit abgeschlagen sehen wir den HD Audio-Codec von Realtek.

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Stereo Crosstalk
Hierbei wird überprüft wie sauber die beiden Kanäle voneinander getrennt sind. Ein niedriger Wert (negative Vorzeichen beachten!) zeugt von einer besseren Trennung.

Diesmal sehen wir wieder eine Dreiklassengesellschaft: HDA Digital X-Plosion 7.1 und Audigy 2 ZS liegen knapp unter -95 dB(A), ein wirklich hervorragendes Resultat. Oberhalb von 300 Hz bricht der linke Kanal der Audigy 2 ZS jedoch aus und trübt daher das Bild, gerade bei höheren Frequenzen werden die Messwerte auf diesem Kanal eigentlich schon inakzeptabel.
Die Hercules Game Theater XP wird von Rightmark als "excellent" bewertet, wir betrachten Messergebnisse oberhalb von -90 dB(A) aber eher als "sehr gut". Zumindest sehen wir bei der Hercules Karte keine groben Ausrutscher.
Der HD Audio-Codec von Realtek scheitert knapp an der -80 dB(A) Marke, dies wertet Rightmark mit "Sehr Gut", wir erwarten von modernen Soundlösungen allerdings eine bessere Kanaltrennung - zumal hier der rechte Kanal oberhalb von 400 Hz deutlich ausbricht.

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IMD bei 10 kHz, %
Zuletzt werfen wir noch einen Blick auf die Intermodulationsverzerrung bei 10 kHz:

Während bei der HDA Digital X-Plosion 7.1 und Hercules Game Theater XP beide Kanäle die selbe Kurve beschreiben, sehen wir bei der Creative Audigy 2 ZS und dem Realtek ALC880 Codec eine deutliche Abweichung zwischen den Kanälen.

Am Ende dieser Testserie zeigt die Audigy 2 ZS im Schnitt die besten Resultate. Nicht weit dahinter platziert sich die HDA Digital X-Plosion 7.1, die vor allem in den Disziplinen Dynamik-Bereich und Intermodulationsverzerrung Punkte vergibt - allerdings auf sehr hohem Niveau. Die ehemalige Spitzenkarte Hercules Game Theater XP bleibt daher trotz High-End Verkabelung hinter Audigy 2 ZS und HDA Digital X-Plosion 7.1 zurück, denn gerade in Hinblick auf den Eigen-Rauschpegel, den Dynamik-Bereich und das Übersprechen der Stereokanäle konnte die Entwickler bei der aktuellen Soundchipgeneration noch weitere Reserven herauskitzeln. In Punkto Frequenzgang ist der Oldie jedoch noch immer das Maß aller Dinge.
Die onboard Lösung darf sich zwar zurecht mit dem Beinamen High-Definition schmücken, dennoch kann sie nicht mit den drei Soundkarten mithalten. Sie erreicht einen durchweg guten Klang, welcher für die meisten Benutzer ausreichend ist, doch nur mit modernen Soundkarten, kann man am PC auch das letzte Quäntchen aus Filmen, Spielen und Musik herauskitzeln.

Dies gilt allerdings nur für die analogen Ein- und Ausgänge. Wer seinen PC digital mit einem Heimkinoverstärker verkabelt oder Aktiv-Lautsprecher mit digitalen Eingängen und integriertem D/A-Wandler verwendet, wird zwischen einer onboard Lösung und einer teuren Soundkarte keinerlei Unterschied hören - solange die Hardware sauber umgesetzt wurde.

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Praxistest/Höreindruck
Nachdem wir mit einem synthetischen Benchmark festgestellt haben, dass die Soundkarte gut klingen soll, werden wir dies jetzt nochmal mit den Ohren prüfen. Natürlich handelt es sich hierbei um einen rein subjektiven Eindruck, doch Klang ist etwas, das nicht nur mit Physik, sondern auch mit Gefühl zu tun hat. Und für die Phsyik haben wir ja den Rightmark Audio Analyser durchlaufen lassen.

Musik
Um bestmögliche Vorraussetzung für den Test zu haben, wurden Musikstücke in CD-Qualität verwendet. Mit dabei waren Evanescence, Silver und Madonna, um etwas aus allen Stilrichtungen dabei zu haben. Musik kann sich mit dieser Karte wirklich genießen lassen, alle Frequenzbereiche werden sauber abgedeckt. Nicht nur die Höhen, sondern auch der Basse werden präzise wiedergegeben. Ein Grundrauschen hört man weder bei der Wiedergabe der Musik, noch im ausgeschalteten Zustand. Interessant ist auch die Upmix-Funktion durch DTS Neo: Die Musik klingt damit einfach voluminöser, als wenn sie nur über zwei Lautsprecher wiedergegeben wird.

Filme
Matrix gilt unter den Heimkino Fans als Referenz für guten Klang, deshalb haben wir diesen Film zum Testhören ausgewählt. In diesem Bereich weiß die Karte ebenfalls zu überzeugen: Explosion und Schüssen hören sich so an, wie man sie sich vorstellt. Es ist beeindruckend, wie die Kugeln an einem vorbeifliegen. Man fühlt sich sozusagen mitten im Geschenen, da alle Kanäle präzise voneinander getrennt werden.
Leider fehlt uns die Möglichkeit, die DTS Interactive Funktion mangels fehlendem digitalen Heimkinosystem zu überprüfen.

Spiele
Nicht nur die Soundeffekte müssen gut herüber kommen, sondern gerade bei Egoshootern ist es wichtig, dass man den Gegner präzise orten kann. Um diese Disziplin zu überprüfen verwenden wir Battlefield 2.
Spielen macht mit dieser Karte gleich noch einmal ein Stück mehr Spaß, als mit dem normalen onboard Sound. Das liegt daran, dass die Soundeffekte noch realistischer herüberkommen. Es hört sich "besser" an, wenn ein Panzer vorbeifährt oder eine Granate explodiert. Leider verfügt diese Karte "nur" über EAX 1.0 und 2.0, da Creative EAX HD den eigenen Soundkarten vorbehält.

Der Unterschied zwischen onboard Sound und einer qualitativ hochwertigen Soundkarte lässt sich somit nicht nur durch einen Benchmark feststellen, sondern auch tatsächlich hören. Vor allem bei Spielen und Filmen ist hier ein Qualitätsgewinn zu verspüren.

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Fazit
Die HDA Digital X-Plosion 7.1 DTS Connect konnte in diesem Test überzeugen, wird aber trotzdem einen schweren Stand haben. Mit einem Preisschild von ca. 120 € ist die Karte genauso teuer wie Creatives X-Fi Xtreme Music, TerraTecs Aureon 7.1 Space mit dem VIA Envy24-HT Soundprozessor kostet ca. 35 € weniger. Die HDA Digital X-Plosion 7.1 DTS Connect bietet DTS Interactive und Dolby Digital Live, aber keine THX Zertifizierung. Für die THX-Zertifizierung kann man sich zwar nichts kaufen, doch sie gibt den Kunden ein gutes Gefühl, da man den Eindruck hat, besonders hochwertige Qualität zu erwerben. DTS Interactive und Dolby Digital Live geben hingegen einen gewissen Mehrwert, sofern man über eine Heimkino-Anlage mit digitalen Eingängen verfügt.

Während die Karte klanglich keine großen Schwächen hat und nur knapp hinter der Audigy 2 ZS von Creative bleibt, ist die CPU-Last bei Spielen deutlich höher und liegt auf dem Niveau der AC97 Codecs von CMedia. Hier scheint der Treiber und somit die CPU einen Großteil der Arbeit zu verrichten. Zudem wird erst die Zukunft zeigen, wie es Hitec Digital Audio mit den Treiberupdates hält - Support kostet Geld, hier wird gerne gespart.

Ein günstigerer Preis oder ein umfangreicherer Lieferumfang hätten die Karte von Creatives X-Fi Xtreme Music abheben können, doch abgesehen von einem optischen Kabel und einem englischsprachigen Handbuch gibt es nicht viel im Karton. Die HDA Digital X-Plosion 7.1 DTS Connect ist "Gut", wer Wert auf DTS Interactive und Dolby Digital Live legt, kommt nicht um diese Karte herum. Alle anderen Nutzer haben durchaus Alternativen, welche sich an ihren jeweiligen Ansprüchen orientieren.
Wir würden die HDA Digital X-Plosion 7.1 DTS Connect insbesondere Heimkino-Fans ans Herz legen, doch auch für Spieler ist sie durchaus attraktiv. Für die professionelle Audiobearbeitung ist die Karte weniger geeignet, da sie keine Cinch- oder DIN/MPU-401-Anschlüsse bietet und auch die digitalen Eingänge nur optinal erhätlich sind.


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Pro:
  • sehr guter Klang
  • einzige Karte mit DTS Connect
  • unterstützt fast alle Heimkino Audioformate
  • einfach zu bedienende Treibersoftware
  • optisches Digitalkabel im Lieferumfang
Contra:
  • dünnes Softwarepaket
  • vergleichsweise hohe CPU-Last
  • nur englisches Handbuch




Unser Dank gilt Listan für die Teststellung der HDA Digital X-Plosion 7.1 DTS Connect.

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