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Neu von MSI

Crashtest: Probleme mit VIAs KT133/KT133A Chipsatz - Tagebuch eines Fiaskos
Version 2.13 vom 03.10.2001

Unsere Konfiguration:
ABit KT7A-Raid, Asus A7V133, Epox 8KTA-3+, Epox 8KTA-3, Miditower mit Leadman 400 Watt Netzteil, Servertower mit 300 Watt Netzteil, 1x SD-RAM 256MB PC133 CL3 (NoName), 2x SD-RAM 128MB PC133 CL3 (PQI), 2x SD-RAM 256MB PC133 CL2 (Apacer), Athlon Thunderbird 900MHz (Socket-A, 9x100MHz), Athlon Thunderbird 1GHz (Socket-A, 10x100MHz), Athlon Thunderbird 1,2GHz (Socket-A, 9x133MHz), Neolec Freezer II CPU-Cooler, Noisecontrol Silverado CPU Cooler, Soundblaster Live 1024, Soundblaster Live Value, Grafikkarte ATI Radeon 64MB ViVo, Grafikkarte Elsa Gladiac MX, NoName NIC, Netzwerkkarte 3Com 3C905B, Festplatten IBM DTTA 350840 8GB, IBM DNJA 16GB, IBM DNJA 371800 18GB 7200RPM und 2x IBM DTLA 307030 30GB 7200RPM, Toshiba DVD-ROM SD1212, CDR Acer 4x4x32x, CDR Ricoh MP7125A, CDR/DVD Ricoh 9120
Anmerkungen zum Setup: KEIN GERÄT ÜBERTAKTET, HERSTELLER-BIOS AUF SICHEREN EINSTELLUNGEN, KEINE PCI-REGISTER VERÄNDERT, KEINE BETA-TREIBER INSTALLIERT.

VIAs Treiber Chaos
Der erste Verdacht: die Beta-Treiber von VIA!
Bereitete VIAs 4in1 4.25a Servicepack noch keine Probleme, so wurden die Versionen 4.26 und 4.27 nur an die Hersteller weitergegeben, da es hier noch immense Schwierigkeiten gab. Den 4.26 fanden wir z.B. auf der CD für unser Abit KT7A-Raid. Erst der 4.28v(a) Servicepack wurde von VIA offiziell zum Download angeboten, aber auch dieser hat so seine Macken. Unter Windows 2000 verhindert der IDE-Treiber zuverlässiges Brennen von CDs oder die richtige Erkennung von IDE-Geräten und deren Betriebsmodi. Außerdem läßt sich dieses Paket unter Windows 2000 so gut wie nicht deinstallieren! Der VIA 4.29v(a) Servicepack wurde also schnell nachgeschoben, er macht auch einen ganz vernünftigen Eindruck. Leider löste auch diese Version unsere Probleme nicht (dazu später mehr). Für den Apollo Pro133A empfiehlt VIAs FAQ unter Windows 2000 die IDE-Treiber nicht zu installieren. Für den KT133A wäre diese Empfehlung wohl auch angebracht, denn die Southbridge ist ja identisch. Auch Microsoft's Knowledge-Base kennt ATA100 Probleme unter Windows 2000, der Support hält hierfür einen Fix bereit, der im Servicepack 2 enthalten sein wird. VIA schlägt die Kombination von Microsoft's Patch und dem VIA 4.29v(a) Paket vor, die meisten User bei viahardware.com benutzen nur den Patch und nicht VIAs IDE-Treiber. Es gibt also einen ganzen Haufen Treiber und wer die Wahl hat, hat die Qual!

Soundblaster Live und defekte IDE-Daten
Der übliche Verdächtige:
Bereits seit Sockel-7 Zeiten gilt die Kombination von Creative Labs Soundblaster Live und einem VIA Chipsatz als problematisch. Dieses Problem hatte uns jedoch nie betroffen, weder mit dem VIA KX133 noch dem VIA KT133 kam es zu Instabilitäten oder Konflikten. Manchmal knackte der Soundblaster Live ein wenig, aber das nahmen wir hin. Auf dem VIA KT133A sah die Sache dann anders aus. Immer wieder gab es Probleme bei der Installation von Software, die nach der Installation nicht laufen wollte oder während der Installation Fehler meldete (z.B. Diablo 2). Auch zeigten sich Dateien, die von CD auf Festplatte kopiert wurden, oft als defekt. Nach einiger Zeit konnte Windows dann Systemdateien nicht mehr laden, irgendwann ging dann nichts mehr. Zunächst hatten wir VIAs Treiber in Verdacht, aber auch bei einem frischen Windows 2000 ohne VIA Treiber bestand dieses Problem. Zum Testen kopierten wir eine 130MB Datei von unserem Toshiba DVD-ROM (am Secondary IDE) auf die IBM DNJA 371800 Festplatte (am Primary IDE). Der erste Versuch glückte, der zweite schlug fehl. es gab zwar keine Lesefehler, aber die Datei auf der Festplatte war defekt. Bei der Fehlersuche zeigte sich, daß das Entfernen der Soundblaster Live 1024 (Ausbau) das Problem anscheinend beseitigte. Zu dieser Zeit befand sich das Epox 8KTA-3+ im Rechner. Ich kontaktierte TreBar, der zur gleichen Zeit ein Epox 8KTA-3 mit einer Soundblaster Live Value betrieb. Er konnte das Problem bestätigen, auch bei ihm war nach dem Ausbau der Soundblaster Live Value anscheinend alles okay. Etliche Postings im Forum von viahardware.com schienen unseren Verdacht zu bestätigen. Eine Anfrage bei Creative Deutschland brachte uns eine automatisierte Antwort: wegen Weihnachten überlastet (im März?!). Creative Taiwan teilte uns mit, daß ein Intel-Chipsatz verwendet werden sollte. Nicht leicht auf einem AMD System (Hallo, Intel, baut doch bitte mal einen AMD Chipsatz!). VIA hatte hierzu nichts zu sagen. Aber irgendwie muß die Soundblaster Live doch sauber funktionieren können!
Update: am 11.4. erreichte mich eine Mail von MSI Deutschland. Auch wenn Creative Labs gerne so tut, unser Test zeigt eindeutig, daß der Soundblaster Live kein Unschuldslamm ist! MSI hat Kontakt mit Pinnacle Systems, deren Video-Capturing Karten mit der Soundblaster Live (wie auch unsere ATI Radeon) einige Probleme haben. Ich zitiere:
"Nach Pinnacles Beobachtung scheint die Liveware ständig Null-Bytes über den PCI-Bus auf die SB-Live zu transferieren, auch wenn sie gerade keine Töne abzuspielen hat, das macht im schlimmsten Fall bis zu 30% der PCI-Bandbreite eines Systems zunichte (dadurch ist das beim Videocapturing aufgefallen...). Wenn man die Midi-Funktionen der SB-Live deaktiviert, ist der Spuk vorbei."
Das PCI Timing, das ja eh schon ein wenig kritisch zu sein scheint, wird von der Soundblaster Live in einem solchen Fall extrem belastet, die Fehlerrate explodiert! Und was sagt Creative's Support? Richtig: NIX!

IDE-Kabel und Bios-Tuning
Und bist du nicht willig...
Da das System zuvor mit einem Epox 8KTA+ lief und dort keine Fehler aufgetreten waren, konnte ich mir die Sache kaum erklären. Nun, das Epox 8KTA+ verwendet die "alte" 686A Southbridge von VIA. Auch wenn das System bis auf das Mainboard unverändert blieb, ersetzte ich die IDE-Kabel und schaltete im Bios den IDE-Prefetch und Blockmode aus, als das nicht half, stellte ich alle Bios Einstellungen auf Sicherheit, probierte für die IDE/PCI Latency die Werte 0, 8, 16, 32, 64, 128 und 256 aus. Als auch 42 keine Besserung brachte, stellte ich von ACPI auf Standard-PC um. Leider ohne Ergebnis. Ich setzte das Memory-Timing auf 3-3-3, tauschte schließlich das Memory gegen andere Bausteine aus, am Ende befand sich nur noch ein 128MB SD-RAM mit 3-3-3 Timing im ersten DIMM-Slot. Danach underclockte ich die CPU von 1.2 GHz (9x133MHz) auf 9x100MHz, 7.5x133MHz und 10x100MHz, wodurch das System zunehmend instabil wurde. Mit 1.2 GHz lief der Athlon-C dann wieder sauber. Vorsichtshalber formatierte ich die Platte und spielte ein neues Windows 2000 auf. Die einzigen Karten im PC waren die ATI Radeon 64MB ViVo und die Soundblaster Live 1024. USB, die parallele Schnittstelle und die zweite serielle waren disabled, ebenso der Raid-Controller. Ein 128MB PC133 Modul von PQI lief mit 3-3-3 Timing und kein VIA Treiber war installiert. Egal ob ich mit dem Windows 2000 eigenen SB Live Treiber oder der Liveware 3 testete, egal ob ich PCI 2, 3, 4, 5 oder 6 benutze - die Probleme blieben mir erhalten. Schließlich entfernte ich die Soundblaster Live 1024 und machte mich auf die Suche nach einer anderen Soundkarte.

OnBoard Sound, Hercules Game Theater XP, ohne Sound
Alternativen, bitte:
Der OnBoard Sound war zwar nicht toll, aber er schien keine Probleme zu bereiten. Vor zwei Wochen besorgte ich dann die Hercules Game Theater XP und auch hier gab es anscheinend keine Probleme (Tipp: unter Windows 2000 sollte man zuerst die Treiber installieren und dann erst die Karte einbauen und von Windows erkennen lassen, ansonsten wird die Hercules als Crystal erkannt und läuft sehr instabil). Um sicher zu sein, schrieb ich ein kleines Tool. Dieses kopiert unsere Testdatei, den Microsoft Visual Studio 6 Servicepack 5 von einem Gerät am Secondary-IDE Controller auf die Festplatte am Primary IDE-Controller und packt ihn dort aus. Dabei wird die Datei auf ihre Integrität geprüft. Nach 74, 58 und 14 Durchläufen gab es Fehlermeldungen, ein Blick auf die Datei zeigte: im Binärvergleich gibt es Unterschiede zwischen Original und Kopie! Sofort kontaktierte ich TreBar und auch er konnte das Problem nach 111 Durchläufen bestätigen. Der Ausbau der Soundblaster Live hatte das Problem also nur verringert, nicht aber gelöst!

Testen bis der Arzt kommt
Jetzt wird's bitter:
Auf meinem Epox 8KTA-3+ befindet sich ein Highpoint 370 Raid-Controller. Diesen nutze ich zum Gegentesten. Weder beim Kopieren vom Primary IDE-Controller auf den Highpoint Controller noch umgekehrt zeigten sich Probleme. Auch das Kopieren vom Secondary IDE-Controller auf den Highpoint verursachte keine Datenverluste. Je 200 Durchläufe verliefen fehlerfrei!
Dies zeigte mir, daß die IDE-Geräte selbst fehlerfrei arbeiteten, ebenso die Kabel. Also doch VIAs Treiber? Ich entschloß mich ein frisches Windows 2000 ohne VIAs IDE-Treiber aufzuspielen. Im Rechner befand sich nun keine einzige PCI-Karte mehr und nur noch ein 256MB PC133 SD-RAM Modul von Apacer, getaktet mit 2-2-2 (auf 3-3-3 wurde das System instabil). Sowohl Windows 2000 pur, als auch mit Servicepack 1, als auch mit zusätzlichem UDMA-100 Hotfix aus dem Servicepack 2 wiesen die gleichen Probleme auf, das gilt auch für die Kombination mit VIAs 4.25a und 4.29v(a) Treiberpaketen. Nur ein pures Windows 2000 mit allen IDE-Geräten am Secondary IDE-Controller im PIO-Modus schaffte 100 fehlerfrei Durchgänge (und das dauerte!). In unseren Testläufen setzten wir drei verschiedene IBM Festplatten, ein Toshiba DVD-ROM, ein Teac CD-ROM, einen Acer CD-Brenner und einen Ricoh CD-Brenner ein. Selbst die Kombination von je einer IBM-Festplatte am Primary und Secondary IDE-Controller brachte Fehler! Ist der VIA KT133A inkompatibel mit Windows 2000?
Zu diesem Zeitpunkt mailte mir Peter (hardtecs4u.com), der auch unter Windows 98SE und ME das Problem mit der Soundblaster Live nachstellen konnte. Ich leerte eine der IBM Festplatten und installierte Windows 98SE, danach ME. Unter beiden Systemen kam es zu Fehlern (zu diesem Zeitpunkt befand sich die Soundblaster Live 1024 wieder im System). Ist VIAs VT82C686B Southbridge buggy?

Datengau unter Windows 2000
Nach einigen weiteren Tests mit unterschiedlichen IDE-Kabeln, ACPI an und aus, etlichen Bios-Einstellungen wollte Windows 2000 nicht mehr starten. Das Dateisystem der Startplatte sei ungültig. Daraufhin habe ich das Epox 8KTA+ in den Rechner eingebaut, welches noch über die alte 686A Southbridge verfügt. Windows 2000 bootete ohne Probleme. Verstehen muß man das nicht. Etwa einen Tag später telefonierte ich mit TreBar, auch sein System war anscheinend komplett frittiert. Also packte ich mein altes Asus K7V-T ein und fuhr bei ihm vorbei. Nach dem Mainboard-Austausch startete Windows wieder vollkommen normal.

VIAs VT82C686B Southbridge
lag bei allen getesteten Mainboards in der Version 13B vor (die ersten drei Zeichen der dritten Zeile auf dem Chip). Während auch die Southbridge bei Peter diese Aufschrift trug, hatte einer seiner Kollegen eine mit der Bezeichnung 1EA. Diese scheint älter zu sein und macht angeblich keine Probleme. Leider konnte ich in den Läden nur Mainboards mit der 13B-Version finden, somit konnte ich diesen Verdacht nicht überprüfen.

Tipps von Epox
Nach einem Telefonat mit Epox erhielten wir folgenden Vorschlag:

  • Gilt für alle Mainboards mit VIA VT82C686B Southbridge
  • Gilt für Windows 98/Me/2000
  • 1) Nur unter Windows 2000: den UDMA100 Hotfix installieren
  • 2) VIA 4in1 4.29v(a) ohne UDMA-Treiber installieren
  • 3) VIA Busmaster-Treiber 3.011 installieren
  • 4) CD/CD-R/DVD Geräte bei Problemen um eine DMA-Stufe herabsetzen
Wir führten die unten stehende Installation aus, die CD- und DVD-Geräte ließen sich mit dem IDE-Tool jedoch nicht auf einen anderen DMA-Mode setzen und auch wenn unsere Festplatten als UDMA-Geräte erkannt wurden, die Marke von 2MB/Sekunde konnten wir nicht knacken (gute 30MB/Sekunde schafft unsere IBM DTLA normalerweise ohne Weiteres). Es stellte sich heraus, daß die Treiberversion, die Epox intern verwendet eine andere als auf unserer Epox Support-CD war. Also testeten wir abermals und diesmal sah es etwas besser aus. Zusammen mit der Soundblaster Live liefen die Treiber mit unserer IBM DTLA im ATA33 Modus, jedoch nicht mit ATA66 oder gar ATA100. Ohne Soundblaster Live lief auch der ATA66 und ATA100 Modus, bei allen Tests mußten wir die CD-Geräte im System um je eine DMA-Stufe zurückstellen. Das ganze ist ein ziemlich zusammengestückelter Ansatz, aber immerhin verbessert er die Situation ein wenig.

Unser Artikel auf Planet3DNow.de
Der Durchbruch:
Nero24 von Planet3DNow.de las unseren nicht veröffentlichten Artikel, dessen URL einer unserer Leser aus dem Forum weitergegeben hatte. Er testete auf einem Asus A7M266 mit der AMD 761 Northbridge und der VIA 686B Southbridge. Bei ihm trat kein Fehler auf! Olaf, ein Leser aus Planet3DNow.de's Forum konnte den Fehler jedoch provozieren und es gab eine Nachricht von Asus bezüglich USB-Probleme und deren Lösung. Dies war ein Volltreffer! Mittlerweile konnte mein Kollege TreBar das Problem mit Olafs Einstellungen lösen und Nero24 es bestätigen!

Die Folgen...
3500 Mails, viele Online-Artikel, eine Erwähnung in der ct, BIOS Updates und ein Patch von VIA selbst ;-)

Fakten und Tipps zum VIA 686B Bug:
1. BIOS- und Treiberupdates
2. Lösungen
3. der Selbsttest
4. andere Fehlerquellen
5. Linux: Fix, Nachweis und Hintergründe

Anhang:
Unser Test-Tagebuch

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