Au-Ja! - Nachtest: MSI Eclipse SLI, Luxus-Platine für Intels Core i7 - Druckversion
 

www.Au-Ja.de - http://www.au-ja.de/review-msi-eclipse-nachtest-print.phtml

Nachtest: MSI Eclipse SLI, Luxus-Platine für Intels Core i7 - Druckansicht - Seite 1 von 4

HINWEIS: Der Nachtest mit dem BIOS 1.21 ist jetzt verfügbar!

Anfang November 2008 durften wir Intels neue Nehalem-Architektur in Form der Core i7 Prozessoren präsentieren. Zum Betrieb dieser neuen CPUs wird auch ein neues Motherboard benötigt, auf dem sich ein CPU-Sockel vom Typ LGA1366 sowie ein kompatibler Chipsatz befindet. Derzeit steht nur ein einziger Chipsatz, nämlich Intels X58 mit der Southbridge ICH10R, zur Auswahl. Und da dieser Chipsatz nicht gerade billig ist, sind auch die entsprechenden Hauptplatinen hochpreisig und umfassend ausgestattet - wie das MSI Eclipse SLI, welches wir heute vorstellen möchten.


Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Der Intel X58 Chipsatz
Bevor wir uns das Mainboard ansehen, betrachten wir allerdings zunächst den Chipsatz. Während die Southbridge ICH10R bereits mit den Chipsätzen der 45er Baureihe kombiniert wurde, ist die Northbridge X58 eine echte Neuheit. Es handelt sich hierbei um Intels erste Northbridge, welche keinen Speicher-Controller beinhaltet, denn dieser wurde beim Core i7 in den Prozessor verlagert. Stellte der Frontsidebus bei Intels bisherigen Architekturen ein Nadelöhr dar, da die CPU über den Chipsatz auf den Speicher zugreifen musste, stehen beim Core i7 nun die volle Bandbreite sowie niedrigere Latenzen zur Verfügung. Der Speicher-Controller besitzt drei Kanäle, doch bereits bei Verwendung eines einzelnen Kanals mit DDR3-1066 CL7 Speicher erreichte der Core i7 Extreme 965 in unserem Test den Speicherdurchsatz eines gleich hoch getakteten Core 2 Extreme QX9770 mit einer DDR3-1333 CL8 Dual-Channel-Bestückung.

Northbridge (IOH/MCH)X58X48
SystembusQPIFrontsidebus
Datendurchsatz Bus25,6 GB/s12,8 GB/s
PCI Express2.02.0
PCIe Lanes3632
CrossFirejaja
SLIoptionalnein
DDR31066 / 8001600 / 1333 / 1066 / 800
DDR2nein800 / 667
Speicherkanäle32
TDP in Watt24,130,5

Beim Speicher fällt auf, dass sich Intel in Bezug auf die Taktrate sehr zurückhaltend gibt. Aufgrund der direkten Anbindung an den Prozessor und der drei Speicherkanäle muss die Bandbreite nicht mit Hilfe des Taktes erzwungen werden, dennoch hätten wir zumindest eine offizielle Freigabe für DDR3-1333 erwartet. Inoffiziell lassen sich im BIOS der Mainboards allerdings DDR3-1333 sowie DDR3-1600 freischalten. Durch die Auslagerung des Speicher-Controllers ist auch die TDP der Northbridge gesunken, sie liegt beim X58 mit maximal 24,1 Watt um 6,4 Watt niedriger als beim X48 Chipsatz.

Da der Frontsidebus abgeschafft wurde, hält beim X58 Chipsatz die serielle Punkt-zu-Punkt-Anbindung QPI (Quick Path Interconnect) zwischen CPU und Northbridge Einzug. Sie bietet mit 25,6 GB/s doppelt soviel Bandbreite wie FSB1600, allerdings nur, wenn der Core i7 Extreme 965 zum Einsatz kommt. Wer zu einem der beiden preiswerteren Prozessoren greift, erhält eine auf 19,2 GB/s reduzierte Anbindung. In Hinblick auf die Grafikkarten bietet der X58 Chipsatz die Möglichkeit, zwei Grafikkarten mit jeweils 16 oder vier Grafikkarten mit jeweils 8 Lanes anzubinden. AMDs Crossfire Technologie wird von Hause aus unterstützt, eine Lizenz für SLI muss der Hersteller des Mainboards bei NVIDIA hinzukaufen.

Während Intel die Chipsätze X58, P45, P43, G45 und G43 mit der Southbridge ICH10R kombiniert, muss sich der X48 noch mit der älteren ICH9R begnügen. Da die Ausstattungsmerkmale beinahe identisch sind, wird der Benutzer den Unterschied jedoch kaum bemerken:

Southbridge (ICH)ICH10RICH9R
SATA Ports66
SATA Datenrate3 Gb/s3 Gb/s
SATA RAID0 / 1 / 5 / 100 / 1 / 5 / 10
PATA Kanälekeinekeine
USB 2.0 Ports1212
HD-Audiojaja
GBit-LANjaja
PCI-Express x166
TDP in Watt4,54,3

Die Neuerungen liegen lediglich im Detail, bespielsweise in Form von Intels Remote Wake Technology: Während sich der PC im Ruhemodus befindet, kann er über das Internet geweckt werden. So muss der PC nicht immer angeschaltet sein, damit man extern auf seine Daten zugreifen kann. Zur Annahme von VOIP-Anrufen ist diese Technologie ebenfalls geeignet.

Zwei weitere, interessante Funktionen, welche allerdings auch die ICH9R bereits beherrscht, sind:




Nachtest: MSI Eclipse SLI, Luxus-Platine für Intels Core i7 - Druckansicht - Seite 2 von 4

Lieferumfang
Ein Blick auf die aktuellen Straßenpreise für das MSI Eclipse SLI sorgt für Ernüchterung: 320 Euro muss man derzeit für diese Hauptplatine auf den Tisch legen, hinzu kommen mindestens 280 Euro für den derzeit preiswertesten Core i7 Prozessor mit der Modellnummer 920. Wer soviel Geld investiert erwartet auch einen umfassenden Lieferumfang. Mal sehen, was MSI zu bieten hat:


Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Die D-LED 2 Platine kam bei unserem frühen Testmuster noch ohne Kunststoffgehäuse. Sie wird unten rechts auf das Mainboard gesteckt und zeigt die Bootmeldungen in Textform an, was die Fehlersuche bei Startproblemen erheblich erleichtert. Der Temperaturfühler wird mit dem D-LED 2 Display verbunden und kann am Kühlprofil eines beliebigen Bauteils befestigt werden.


Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Das Green Power Genie dient in Verbindung mit dem Green Power Center zur Auswertung des Stromverbrauchs. Dieser Adapter wird zwischen der 24-Pin ATX-Buchse der Hauptplatine und dem Netzteil eingeschleift, zudem wird er mit einem quadratischen Abgriff auf dem Mainboard verbunden. Weitere Details zum Green Power Center gibt es im Kapitel zum Stromverbrauch.


Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Anschlüsse
Das Anschlusspanel des MSI Eclipse SLI ist gut bestückt. Neben acht USB 2.0-Anschlüssen finden sich hier zwei eSATA-Ports, ein Anschluss für Firewire-Geräte und zwei Gigabit-LAN Buchsen.


Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Zwei weitere USB 2.0-Anschlüsse befinden sich auf einem im Lieferumfang enthaltenen Bracket. Ein zweites Slotblech führt zwei zusätzliche eSATA-Buchsen und einen Stromanschluss heraus.


Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Doch halt, wo sind denn die Audio-Anschlüsse? MSI packt dem Eclipse SLI eine PCI-Express x1 Soundkarte mit Creative X-Fi Audio-Controller bei. Diese Soundkarte beherbergt folgende Buchsen:


Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Das MSI Eclipse SLI ist eindeutig ein Mainboard mit Vollausstattung und wird somit seinem Premium-Charakter gerecht. Dennoch ist der aktuelle Straßenpreis zu hoch, 260 bis 280 Euro wären unserer Meinung nach angemessener.




Nachtest: MSI Eclipse SLI, Luxus-Platine für Intels Core i7 - Druckansicht - Seite 3 von 4

Layout #1
Betrachten wir nun das Motherboard selbst: Beim Eclipse setzt MSI auf eine neue Farbgestaltung, das PCB zeigt sich im gewohnten Schwarz und auch drei DIMM-Slots, die SATA-Anschlüsse der ICH10R und vier PCI-Express 2.0 Steckplätze bestehen aus schwarzem Kunststoff. Die zweite vorherrschende Farbe ist blau, welches für die restlichen DIMM-Slots, Laufwerksbuchsen und Steckplätze verwendet wurde. Die neue Farbgebung wirkt angenehm zurückhaltend und unasiatisch.


Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Das dominierende Bauteil des MSI Eclipse ist seine Kühlung, dieser Chipsatzkühler arbeitet mit Heatpipes und verzichtet auf Lüfter. Zwei Heatpipes führen von der Southbridge bis zur Northbridge, ein zweiter Kühler befindet sich auf den MOSFETs hinter dem Anschlusspanel. Als Material für den Kühler hat MSI Kupfer gewählt. Kupfer ist im Vergleich zu Aluminium der bessere Wärmeleiter, erhöht das Gewicht des Mainboards jedoch deutlich. Der Kühler ist mit Pushpins am PCB befestigt.


Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Bei der Northbridge handelt es sich um Intels neue X58, bei der Southbridge um die bereits bekannte ICH10R. Den Spannungswandler hat MSI 6-phasig ausgeführt. Je nach Last können einzelne Phasen deaktiviert werden, was das Eclipse SLI mit LEDs anzeigt. Hier sind beispielsweise alle sechs Phasen aktiv:


Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Und auf dem folgenden Foto sind es lediglich zwei Phasen:


Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Der ungewohnt aussehende CPU-Sockel besitzt 1366 Kontakte und ist ausschließlich für Intels Core i7 Prozessoren geeignet.


Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Auch der Abstand zwischen den vier Bohrungen für die Befestigung des Prozessorkühlers ist gewachsen, so dass ein Quadrat mit einer Kantenlänge von 80 mm entstanden ist. Beim Sockel LGA775 sind es hingegen 72 mm, weshalb für den Sockel LGA1366 neue CPU-Kühler bzw. zumindest neue Befestigungsmechanismen benötig werden. Der mittlerweile übliche 8-Pin +12V-EPS-Anschluss befindet sich links oben hinter dem Anschlusspanel, ein 3-Pin-Header für den hinteren Gehäuselüfter ist links neben dem Northbridgekühler zu verorten.


Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Da MSI sechs DIMM-Slots anbietet, rückt der Prozessor recht weit nach links und auch der Abstand zwischen CPU-Sockel und Arbeitsspeicher ist nicht allzu groß. Besonders ausladende CPU-Kühler werden daher problematisch, sobald sie auf sehr hohe Speichermodule treffen. Die schwarzen Slots müssen zuerst bestückt werden und zwar vom CPU-Sockel ausgehend. Erst nachdem jeder der drei Speicherkanäle mit einem Modul versehen wurde, kann man auch die blauen Steckplätze belegen. Der Drei-Kanal-Betrieb ist natürlich nur mit drei oder sechs Speicherriegeln möglich.


Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Oberhalb der ersten beiden DIMM-Slots befindet sich der 4-Pin Abgriff für den CPU-Lüfter. Die 24-Pin ATX-Buchse hat MSI am rechten Rand der Platine platziert, gleich darunter liegt der quadratische 3-Pin Anschluss für das Green Power Genie.




Nachtest: MSI Eclipse SLI, Luxus-Platine für Intels Core i7 - Druckansicht - Seite 4 von 4

Layout #2
Auf dem MSI Eclipse finden wir sieben Steckplätze für Erweiterungskarten:

  1. PCI-Express 2.0 x1 (schwarz)
  2. PCI-Express 2.0 x16 (schwarz)
  3. PCI-Express 2.0 x1 (schwarz)
  4. 32-Bit PCI (blau)
  5. PCI-Express 2.0 x16 (schwarz)
  6. 32-Bit PCI (blau)
  7. PCI-Express 2.0 x16 (blau)


Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Die beiden oberen PEG-Slots sind schwarz und mit vollen 16 Lanes angebunden, sie sollten daher für Einzelkarten, SLI- oder CrossfireX-Konfigurationen verwendet werden. Der untere PCIe-x16-Steckplatz wurde blau gefärbt, er verfügt über lediglich vier Lanes und eignet sich zudem nur für Grafikkarten mit einem Kühler im 1-Slot-Design. Da sich direkt unter diesem Steckplatz zahlreiche Anschlüsse befinden, ist seine Bestückung problematisch.


Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Das MSI Eclipse bietet sechs schwarze und vier blaue SATA II Anschlüsse, hinzu kommt ein ebenfalls blauer ATA133-Kanal. Die schwarzen SATA II Ports werden über Intels ICH10R verwirklicht, für die blauen zeigt sich hingegen ein Controller von JMicron mit der Bezeichnung JMB363 verantwortlich, welcher inmitten dieser Anschlüsse zu finden und der via PCI-Express angebunden ist. Hinter den schwarzen und blauen SATA-Headern findet sich jeweils ein 3-Pin Anschluss für Gehäuselüfter.


Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Auch MSI verbaut einen Power- und einen Reset-Taster (die "Easy Buttons") auf der Hauptplatine. Zudem findet sich hier ein dritter Taster mit der Aufschrift "D-LED 2", welcher die Anzeige des D-LED 2 Displays umschaltet. Rechts daneben wurde ein roter Block mit drei DIP-Schaltern platziert, dieser dient dazu, den Grundtakt der CPU zu verändern. Standardmäßig arbeitet der Core i7 mit 133 MHz, alternativ kann man auch 166 oder 200 MHz ausprobieren. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass dieser Basistakt auch für den Speicher und die QPI-Anbindung verwendet wird.


Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Am unteren Rand des Mainboards reiht MSI folgende Anschlüsse und Bauteile auf: Firewire-Abgriff, 3-Pin Lüfteranschluss, Taster und OC-DIP-Switch, zwei USB 2.0-Header, Abgriff für eine serielle Schnittstelle, Kontakte für ein TPM-Modul und die Gehäuseanschlüsse. Auf eine Floppy-Buchse hat der Hersteller verzichtet.


Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Am linken Rand des PCB sehen wir einen VIA VT6308P Firewire-Controller vor dem unteren PCI-Steckplatz, gleich darüber folgt ein JMicron JMB362 SATA II Controller, welcher sich für die beiden eSATA-Ports verantwortlich zeichnet, sowie zwei Realtek RTL8111C Gigabit-LAN Controller. Während der SATA- und die beiden Ethernet-Controller über je eine PCI-Express Lane angebunden sind, handelt es sich bei dem Firewire-Controller um einen PCI-Chip.




© copyright 1998-2019 by Dipl.-Ing. Michael Doering
www.Au-Ja.de / www.Au-Ja.org / www.Au-Ja.com / www.Au-Ja.net ist eine Veröffentlichung von Dipl.-Ing. Michael Doering.
Alle Marken oder Produktnamen sind Eigentum der jeweiligen Inhaber. Alle Inhalte spiegeln die subjektive Meinung der jeweiligen Autoren wieder und sind geistiges Eigentum dieser Autoren. Alle Angaben sind ohne Gewähr! Wir setzen bei Nutzung unserer Publikation ausdrücklich die Verwendung des gesunden Menschenverstandes voraus. Sollten Sie mit dieser Voraussetzung nicht einverstanden sein, verstoßen sie gegen unsere Nutzungsbedingungen! Die Verwendung jeglicher Inhalte - auch auszugsweise - ist nur mit ausdrücklicher, schriftlicher Genehmigung erlaubt. Die Nutzung kurzer Ausschnitte für Nachrichten-Ticker ist hiervon ausdrücklich ausgenommen! Die geheimdienstliche Erfassung und Verarbeitung dieser Internetseite ist strengstens untersagt!
Sollten Ihnen über Hyperlink verknüpfte externe Inhalte auffallen, welche mit der deutschen oder europäischen Rechtssprechung in Widerspruch stehen, bitten wir um eine kurze Meldung. Kommentare und Hinweise zu rechtswidrigen Inhalten unseres lokalen Angebotes sind natürlich ebenfalls erwünscht. Weitere Informationen finden Sie im Impressum!

www.Au-Ja.de - http://www.au-ja.de/review-msi-eclipse-nachtest-print.phtml