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Macht der Preis die Leistung? Drei 500W-Netzteile zwischen 38 und 80 Euro - Druckansicht - Seite 1 von 13

Macht der Preis die Leistung? Wir vergleichen heute drei Netzteile der 500W-Klasse, die eine Preisdifferenz von mehr als 100 Prozent aufweisen. Das mit knapp 80 Euro teuerste Modell ist das innovative NesteQ XStrike E2CS XS-500. Es folgt für knapp 56 Euro solide Kost von be quiet! in Form des Pure Power L7 530W. Der Preisbrecher ist das nur 38 Euro teure LC Power Super Silent LC6550 V2.2. Ist teurer wirklich besser?

In letzter Zeit haben wir ausschließlich hochwertige Netzteile getestet, die einen Wirkungsgrad von mindestens 80 Prozent bieten. Wir sind der Ansicht, dass nur diese Geräte eine zeitgemäße Stromversorgung darstellen und man sich angesichts der globalen Erderwärmung nicht mit weniger zufrieden geben sollte. Dies gilt umso mehr, da eine hohe Energieeffizienz nicht mehr viel kosten muss. Ein gutes Beispiel hierfür ist das be quiet! Pure Power BQT L7 530W, welches wir kürzlich vorgestellt hatten und das auch in diesem Vergleich als Messlatte dienen wird. Doch natürlich geht es auch billiger und viele Leser haben gefragt, was denn von "Billig-Netzteilen" zu halten sei. Diese Frage ist berechtigt und wir wollen sie heute aufgreifen.

Leistungsfaktorkorrekturfilter (PFC)
Das Thema "Power Factor Correction" haben wir lange nicht mehr angesprochen, da seit geraumer Zeit alle von uns getesteten Netzteile über einen aktiven Leistungsfaktorkorrekturfilter verfügten. Heute verhält sich die Sachlage etwas anders, denn das 550 Watt starke LC Power Super Silent LC6550 V2.2 kommt mit einer passiven Umsetzung daher. Der PFC, egal ob passiv oder aktiv, soll unerwünschte Oberschwingungen minimieren und eine sinusförmige Spannungskurve sicherstellen. Diese Abweichungen von der Sinuskurve werden durch nichtlineare Verbraucher wie Schaltnetzteile verursacht, die den Strom in Form von kurzen, hohen Stromimpulsen ziehen. Die höherfrequenten Abweichungen sind in zweierlei Hinsicht problematisch: Einerseits können sie zu Störungen bei anderen elektrischen Geräten führen, andererseits verursachen die Blindströme Verluste im Leitungsnetz und in den Transformatoren des Stromversorgers. Daher gilt in Europa seit dem 1. Januar 2001 die Norm DIN EN 61000-3-2, welche für alle Netzteile, die mehr als 75 Watt aus dem Stromnetz ziehen, einen Leistungsfaktorkorrekturfilter vorschreibt. Erstrebenswert ist ein Leistungsfaktor (Verhältnis zwischen Wirk- und Scheinleistung) von 1,0. Mit Schaltnetzteilen ohne PFC kann man jedoch maximal einen Wert von 0,6 erreichen.

Passive Filter bestehen aus Reihen einfacher Drosselspulen. Diese Lösung ist zwar einfach und preiswert, doch mit steigender Leistung werden auch die Spulen immer größer und das Netzteil schwerer. Zudem erzeugen die Spulen Verlustwärme und verschlechtern damit den Wirkungsgrad des Netzteils. Sinnvoll ist eine passive Lösung bis ca. 200 Watt, aus Kostengründen kommen aber auch bei stärkeren Netzteilen passive Filter zum Einsatz. Maximal erreicht man mit passiver PFC einen Leistungsfaktor von 0,8.

Aktive Filter sind aufwändiger und die hierfür notwendigen Bauteile teurer. Sie arbeiten mit Pulsbreitenmodulation, doch die Transistoren der aktiven PFC erzeugen dabei selbst höherfrequente Störungen. Somit kommt zusätzlich ein passiver Filter zum Einsatz, dessen Spulen jedoch deutlich geringer dimensioniert sind. Netzteile mit aktiver PFC arbeiten kühler, sind kleiner und leichter und erreichen üblicherweise einen Leistungsfaktor von 0,99.

80 Plus
Kommen wir nun zum eigentlichen Wirkungsgrad, der sich gut an der Zertifizierung von 80 Plus ablesen lässt. Die Netzteile von be quiet! und NesteQ haben die Wertung "80 Plus Standard" erhalten, sie arbeiten somit bei 20-, 50- und 100-prozentiger Auslastung mit einem Wirkungsgrad von mindestens 80 Prozent. Hier die offiziellen Ergebnisse dieser unabhängigen Messung:

Wirkungsgrad laut 80 Plus:
Modell20%50%100%Ø
be quiet! BQT L7-530W84,2985,6581,6183,85
NesteQ ECS 500183,1684,1180,5582,61
NesteQ E2CS XS-50080,6283,8381,3181,92

Es fällt auf, dass NesteQs E2CS XS-500 nur bei hoher Last besser abschneidet als sein Vorgänger ECS 5001 und insbesondere bei 20-prozentiger Auslastung das Nachsehen hat. Die besten Werte in allen drei Lastzuständen zeigt das be quiet! Pure Power L7 530W, das nur bei 100-prozentiger Auslastung an den Kriterien der Bronze-Zertifizierung scheitert. Das LC Power Super Silent LC6550 V2.2 kann hingegen keine Zertifizierung seitens 80 Plus aufweisen.

Wichtig: Die Messungen von 80 Plus werden mit 115 Volt vorgenommen, unsere Testsysteme werden aber mit 230 Volt betrieben. Daher kann es vorkommen, dass sich einzelne Netzteile abweichend verhalten. Zudem sind Qualitätsschwankungen in der Produktion möglich.




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Die Übersichtstabellen
In den folgenden Tabellen stellen wir die getesteten Netzteile in Hinblick auf ihre Eckdaten, ihre Leistung und ihre Anschlussmöglichkeiten gegenüber. Betrachten wir zunächst die maximale Leistung in Watt, die Anzahl der +12V-Spannungskreise, die maximale Effizienz (laut Hersteller) sowie Anzahl und Durchmesser der verbauten Lüfter:

Die Eckdaten
ModellWatt+12VEffizienzLüfter
be quiet! BQT L7-530W530287%1 x 120 mm
NesteQ ECS 5001500286%1 x 135 mm
NesteQ E2CS XS-500500488%1 x 135 mm
LC Power LC6550 V2.25502k.A.1 x 120 mm

Seit der Version 2.2 schreibt der "ATX12V Power Supply Design Guide" zwei unabhängige +12V-Spannungskreise vor, falls Stromstärken von mehr als 18 Ampere zu erwarten sind. Hierdurch will man eine höhere Stabilität gewährleisten und die sogenannten "Peak Voltage Ripple" glätten. Das NesteQ E2CS XS-500 bietet sogar vier +12V-Spannungskreise, die mit jeweils 22 Ampere belastet werden können.

Die Leistungsverteilung
Folgende Angaben machen die Hersteller zur Verteilung der Leistung auf die unterschiedlichen Spannungsschienen. Die -5 Volt Schiene wurde im ATX12V Power Supply Design Guide V2.2 gestrichen und muss nicht mehr angeboten werden.

Leistung pro Schiene in Watt
Modell+12V+5V+3,3V+5VSB-12V-5V
be quiet! BQT L7-530W42013012,53,6-
NesteQ ECS 5001-150---
NesteQ E2CS XS-50043215015,03,6-
LC Power LC6550 V2.231821218,5-

Die aktuelle Netzteilgeneration ist so ausgelegt, dass beinahe die vollständige Leistung auf den +12V-Spannungskreisen zur Verfügung steht. Ein Paradebeispiel hierfür ist das NesteQ E2CS XS-500, das bei nur 500 Watt Gesamtleistung bereits 432 Watt auf der +12V-Schiene ermöglicht. Das LC Power LC6550 V2.2 verwendet hingegen einen klassischen Ansatz und setzt noch recht stark auf die +3,3V- und +5V-Schienen, weshalb für +12V-Verbraucher nur 318 Watt zur Verfügung stehen, obwohl die Gesamtleistung dieses Netzteils mit 550 Watt höher ausfällt.

Die maximalen Stromstärken
Moderne Computer setzen mehr und mehr auf die +12V-Schienen. Während zu Sockel A und Sockel 370 Zeiten die +3,3 und +5 Volt Spannungskreise noch sehr stark belastet wurden, änderte sich dies mit Intels Pentium 4 Prozessor und der Einführung des ATX+12V-Anschlusses. Doch nicht nur die aktuellen Prozessoren beziehen ihren Strom aus den +12V-Schienen, auch die 6- und 8-Pin-Anschlüsse für PCI-Express Grafikkarten liefern ausschließlich +12 Volt.

Die Stromstärken in Ampere
Modell+12V+5V+3,3VVSB-12V-5V
be quiet! BQT L7-530W2x 2224242,50,3-
NesteQ ECS 50012x 1825253,00,3-
NesteQ E2CS XS-5004x 2225253,00,3-
LC Power LC6550 V2.216 + 1828332,50,5-

Beim LC Power LC6550 V2.2 sehen wir recht starke +3,3V- und +5V-Schienen, doch wenn man sich vor Augen führt, dass die Netzteile der 450W-Klasse noch vor vier Jahren zwischen 40 und 50 Ampere auf der +5V-Schiene verkraften konnten, zeigt sich eine deutliche Verschiebung zu Gunsten der +12V-Verbraucher.

Die Anschlüsse
Betrachten wir nun die unterschiedlichen Anschlusskonfigurationen der Netzteile. Als "Molex" werden die 4-Pin-Stecker für PATA-Festplatten und optische Laufwerke bezeichnet, mit "Floppy" und "SATA" sind die Stecker der entsprechenden Geräte gemeint. "PEG" kennzeichnet die 6- oder 8-Pin-Anschlüsse für PCI-Express Grafikkarten. Bei den Power (PWR) und +12V Anschlüssen geben wir nicht ihre Anzahl, sondern ihre Konfiguration an:

Die Anschlüsse
ModellPWR+12VPEGMolexFloppySATA
be quiet! BQT L7-530W20+44+42415
NesteQ ECS 500120+44/82826
NesteQ E2CS XS-50020+44/82424
LC Power LC6550 V2.220+44+41414

Da der Wechsel von Parallel-ATA zu Serial-ATA ist so gut wie abgeschlossen, daher sollte ein Netzteil zumindest vier Serial-ATA Anschlüsse vorweisen können. Diese Mindestanforderung erfüllen alle getesteten Geräte. Während die primär auf +12V-Verbraucher ausgelegten Netzteile zwei PEG-Stecker für Grafikkarten bieten, finden wir am LC Power LC6550 V2.2 nur einen solchen Anschluss - zu wenig für diese Leistungsklasse. Zudem fällt auf, dass NesteQs E2CS XS-500 im Vergleich zu seinem Vorgänger deutlich weniger Laufwerksanschlüsse mitbringt.




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NesteQ XStrike E2CS XS-500 #1
Wir beginnen mit dem teuersten Netzteil, dem NesteQ XStrike E2CS XS-500. Im Handel findet man dieses Gerät für knapp unter 80 Euro, für diesen Preis bekommt man bereits zwei LC Power Super Silent LC6550 V2.2. Wo liegt also der Mehrwert des XStrike E2CS XS-500?


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Zum Lieferumfang gehören neben dem Netzteil ein Netzkabel, vier silberfarbene Schrauben, zehn schwarze Kabelbinder aus Kunststoff, vier schwarze Abdeckungen für ungenutzt PEG-Kabel, sechs schwarze Kabelschläuche und ein ausführliches Handbuch in deutscher und englischer Sprache.


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Hinzu kommt ein PS-On-ATX-Adapter, mit dem man das Netzteil auch ohne Mainboard einschalten kann. Der Betrieb eines Netzteils ohne Verbraucher ist jedoch riskant und keinesfalls empfehlenswert. Sinn des Adapters ist ausschließlich die Funktionsprüfung des Netzteils, womit wir zu seiner ersten Besonderheit kommen: Das "Power Monitoring Panel".


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Hierbei handelt es sich um vier LEDs, die auf der Rückseite des Netzteils verbaut wurden und den Status der +12V, +5V, +3,3V und +5VSB Schienen anzeigen. Sollte es Probleme geben, kann man das Netzteil mit Hilfe des PS-On-ATX-Adapters starten und nachschauen, ob alle Schienen funktionieren oder irgendwo ein Fehler steckt.


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Das NesteQ XStrike E2CS XS-500 erfüllt die ATX12V-Spezifikation in der Version 2.2 und ist auch EPS 2.91 konform. Es hat die Zertifizierung "80 Plus Standard" erhalten und erreicht somit bei 20-, 50- sowie 100-prozentiger Auslastung einen Wirkungsgard von mindestens 80 Prozent. Für die Oberfläche des Geräts verwendet NesteQ eine elegante schwarze, gebürstete Lackierung, auf der man Fingerabdrücke jedoch gut sehen kann. Seine Abmessungen betragen 150 x 160 x 86 mm (B x T x H), womit es 20 mm tiefer ist als Standard-Netzteile.


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Die größeren Abmessungen sind erforderlich, da NesetQ einen Lüfter mit 135 mm Durchmesser verbaut und Kabelmanagement bietet. Die Drehzahl des Lüfters wird temperaturabhängig geregelt und beginnt bei unserem Testsystem mit 1080 U/min. NesteQ hat einen Abgriff für die Drehzahl des Netzteillüfters herausgeführt, so dass man diesen überwachen kann. Zudem hat NesteQ das XStrike E2CS XS-500 mit einer Lüfternachlaufsteuerung versehen, die den Netzteillüfter nach dem Herunterfahren des Computers zwei Minuten weiterdrehen lässt, um die Komponenten abzukühlen.




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NesteQ XStrike E2CS XS-500 #2
Eine weitere Besonderheit des XStrike E2CS XS-500 ist die patentierte "+12V Power-Plus Technologie". Dies bedeutet, dass wir es mit vier unabhängigen +12V-Spannungskreisen zu tun haben, welche die Laufwerke und Lüfter versorgen und jeweils bis zu 22 Ampere belastbar sind. Die kombinierte Kraft dieser vier Spannungskreise steht zudem dem Mainboard und den Grafikkarten zur Verfügung. Mit der "+12V Power-Plus Technologie" will NesteQ höchste Flexibilität bieten und auch anspruchsvollen Prozessoren und Grafikkarten gerecht werden.


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Die letzte - und für viele Käufer wahrscheinlich wichtigste - Besonderheit ist das hoch variable Kabelmangement. Nur die Versorgungskabel des Mainboards und der Abgriff für die Lüfterdrehzahl sind fest mit dem Netzteil verbunden, für die übrigen Kabelstränge stehen acht Buchsen zur Auswahl. NesteQ hat diese Buchsen zwar farbig markiert, aber nicht mechanisch, so dass man die PEG-Kabel auch in die Laufwerksbuchsen einführen kann und umgekehrt. Hier sollte der Hersteller dringend nachbessern, denn bei einer Fehlbestückung drohen schwere Schäden für die Hardware.


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NesteQ hat das Konzept der Modularität noch eine Stufe weiterentwickelt und bietet Teilstücke an, aus denen man sich den gewünschten Kabelstrang zusammenstellen kann. Je Kabelstrang gibt es ein oder zwei Laufwerksstecker, zusätzlich findet sich ein 41 cm Verlängerungsstück im Lieferumfang.


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Der Benutzer kann somit den optimalen Kabelstrang für seine Hardware konfigurieren:

Die Anschlüsse des NesteQ XStrike E2CS XS-500
Strang/BuchsePos#1Pos#2Pos#3Pos#4Pos#5
ATX/EPS 24-Pin
fest am Gerät
ATX24
60,0cm
----
EPS+12V
fest am Gerät
EPS8
51,0cm
ATX4
60,0cm
---
Netzteillüfter
fest am Gerät
3-Pin
51,0cm
----
PEG
abnehmbar
PEG6+2
50,0cm
----
PEG
abnehmbar
PEG6+2
50,0cm
----
SATA
abnehmbar
SATA
26,5cm
SATA
42,5cm
Verl.
48,0cm
--
SATA
abnehmbar
SATA
26,5cm
SATA
42,5cm
Verl.
48,0cm
--
PATA
abnehmbar
Molex
25,0cm
Molex
40,0cm
Verl.
46,0cm
--
PATA
abnehmbar
Molex
25,0cm
Molex
40,0cm
Verl.
46,0cm
--
Floppy
abnehmbar
Floppy
5,5cm
----
Floppy
abnehmbar
Floppy
5,5cm
----
Verlängerung
abnehmbar
Verl.
41,0cm
----
Lüfter +12V
abnehmbar
3-Pin
50,0cm
3-Pin
55,0cm
3-Pin
62,0cm
--
Lüfter +5V
abnehmbar
3-Pin
50,0cm
3-Pin
55,0cm
3-Pin
62,0cm
--

NesteQ hat das XStrike E2CS XS-500 mit zwei separaten PEG-Strängen ausgestattet, die jeweils in einen 6+2-Stecker münden. Dem Betrieb einer leistungsstarken Grafikkarte oder zweier Modelle mittlerer Leistung steht somit nichts im Wege.


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Zum Lieferumfang gehören auch zwei Kabelstränge mit je drei Lüfteranschlüssen. Während das gelb-schwarze Kabel volle +12 Volt liefert, kann man die Drehzahl der Gehäuselüfter mit dem rot-schwarzen +5V-Kabel herunterregeln.




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be quiet! Pure Power BQT L7-530W
Mit der Baureihe "Pure Power BQT L7" hatte be quiet! Ende August 2009 seine neue Einstiegsklasse vorgestellt. Das Top-Modell dieser Serie ist das Pure Power BQT L7-530W, welches bei unserem Partner HiQ-Computer 55,90 Euro inklusive Mehrwertsteuer und zuzüglich Versandkosten kostet.


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Die "Pure Power" Netzteile sollen Grundbedürfnisse wie eine hohe Spannungsstabilität, einen leisen Betrieb und eine hohe Energieeffizienz abdecken, zu Gunsten des Preises aber auf Extras wie Kabelmanagement, eine Lüfterregelung oder den Lüfternachlauf verzichten. Im Lieferumfang finden wir ein Kaltgerätekabel, zwei schwarze Klettbinder, vier schwarze Kabelbinder aus Kunststoff, fünf schwarze Schrauben und ein gut gemachtes Handbuch in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Polnisch - das ist recht ordentlich.


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Das schwarze Gehäuse des Pure Power BQT L7-530W misst die üblichen 150 x 140 x 85 mm (B x T x H) und trägt seitlich einen erhabenen Markenschriftzug. Im Netzteilboden wurde ein temperaturgeregelter Lüfter mit 120 mm Durchmesser verbaut, dessen Gitter vollständig versenkt wurde. Der Einbau dieses Netzteils sollte somit in jedem ATX-Gehäuse möglich sein.


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Das Netzteil erfüllt bereits die ATX12V-Spezifikation in der Version 2.3 und verfügt über eine "80 Plus"-Zertifizierung. Die beiden +12V-Spannungskreise des Pure Power BQT L7-530W können jeweils mit 22 Ampere belastet werden, kombiniert sind sogar 35 Ampere möglich. Maximal 420 Watt stehen den +12V-Verbrauchern zur Verfügung, wobei neben einem 8-Pin EPS+12V-Anschluss auch zwei PEG-Stecker für Grafikkarten geboten werden.


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Hier die Anzahl und Verteilung der Anschlüsse in der Übersicht:

Die Anschlüsse des be quiet! Pure Power BQT L7-530W
Strang/BuchsePos#1Pos#2Pos#3Pos#4Pos#5
ATX/EPS 24-PinATX24
46,0cm
----
ATX+12VEPS8
47,0cm
----
PEGPEG6+2
47,0cm
PEG6+2
54,0cm
---
SATA/Molex/FloppySATA
47,0cm
SATA
62,0cm
Molex
75,0cm
Floppy
90,0cm
-
SATASATA
45,0cm
SATA
57,0cm
SATA
72,0cm
--
MolexMolex
47,0cm
Molex
60,0cm
Molex
75,0cm
--

Zehn Laufwerksanschlüsse sind in dieser Leistungsklasse recht ordentlich und die Kabellängen können wir zumindest als befriedigend bewerten. Soll das Netzteil unter dem Mainboard platziert werden, wird man jedoch zumindest eine Verlängerungen für den EPS+12V-Anschluss brauchen.


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Einen ungewöhnlichen Weg wählt be quiet! für den zweiten PEG-Anschluss, denn dieser Stecker verlängert sich aus dem primären PEG-Kabel. Da beide Stecker nur sieben Zentimeter auseinander liegen, fällt die Verkabelung zuweilen schwer. Zudem haben wir so unsere Zweifel, dass diese Umsetzung ebenso belastbar ist wie zwei einzelne Kabel.




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LC Power Super Silent LC6550 V2.2
Das 550 Watt starke LC Power Super Silent LC6550 V2.2 kostet bei unserem Partner HiQ-Computer lediglich 37,90 Euro inklusive Mehrwertsteuer und zuzüglich Versandkosten. Dafür verspricht LC Power einen leisen Betrieb sowie eine "Leistungsfaktorkorrektur zur effizienten Nutzung des verbrauchten Stroms". Wagen wir einen genaueren Blick.


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Im Lieferumfang finden wir das Netzteil inklusive eines Netzkabels und eines Informationszettels in deutscher Sprache, der die wichtigsten Eckpunkte des Gerätes erklärt. Dank Standardabmessungen von 150 x 140 x 87 mm (B x T x H) wird es beim Einbau des LC Power Super Silent LC6550 V2.2 keinerlei Probleme geben.


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Dies gilt auch für den 120mm-Lüfter im Boden des Netzteils, dessen Gitter vollständig versenkt wurde. Der Lüfter wird temparaturabhängig geregelt und LC Power verspricht bis zu 50 Prozent mehr Luftdurchsatz und 60 Prozent weniger Lärm im Vergleich zu - ja, im Vergleich zu was eigentlich? Diese Angabe bleibt uns der Hersteller schuldig.


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Das Netzteil erfüllt den "ATX12V Power Supply Design Guide" in der Version 2.2 und bietet zwei unabhängige +12V-Spannungskreise, deren Belastbarkeit mit 16 und 18 Ampere allerdings eher bescheiden ausfällt. Mit nur 318 Watt steht auf der +12V-Schiene recht wenig Leistung zur Verfügung, das 150 Watt schwächere be quiet! Straight Power BQT E7-400W bringt es beispielsweise bereits auf 360 Watt.


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Dies erklärt dann wohl auch, warum sich LC Power dazu entschlossen hat, nur einen PEG-Anschluss für Grafikkarten anzubieten. Hier die Übersicht aller Kabelstränge, von denen übrigens nur der ATX-Hauptstrang von einem Netzgeflecht ummantelt ist:

Die Anschlüsse des LC Power Super Silent LC6550 V2.2
Strang/BuchsePos#1Pos#2Pos#3Pos#4Pos#5
ATX/EPS 24-PinATX24
46,0cm
----
EPS+12VEPS4+4
46,0cm
----
PEGPEG6+2
46,0cm
----
SATASATA
60,0cm
SATA
75,0cm
---
SATASATA
46,0cm
SATA
61,0cm
---
Molex/FloppyMolex
45,0cm
Molex
60,0cm
Floppy
75,0cm
--
MolexMolex
45,0cm
Molex
60,0cm
---

Ein PEG-Stecker ist in der 500W-Klasse einfach zu wenig und auch die neun Laufwerksanschlüsse sind nicht gerade reichhaltig. Zumindest verteilt LC Power die Stecker auf vier Kabelstränge, was den Anschluss der Laufwerke deutlich erleichert. Die Kabellängen sind befriedigend, wer das Netzteil allerdings unter dem Mainboard verbauen möchte, benötigt eine Verlängerung.




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Die Testkonfiguration
Unsere neue Testplattform für Netzteile basiert auf Intels Core i7 965 Extreme Prozessor und dem Mainboard ASUS P6T Deluxe mit dem BIOS 1606. Um auf die unterschiedlichen Leistungsklassen der Netzteile eingehen zu können, werden wir den Prozessor für leistungsstarke Geräte übertakten und das Testsystem mit unterschiedlichen Grafikkarten kombinieren. Die Auswahl reicht von einer Radeon HD 2400 Pro über die Radeon HD 4770 und Radeon HD 4870 bis hin zur einer CrossFire-Kombination aus Radeon HD 4870 und Radeon HD 4870 X2.

Die Testkonfiguration bis 300 Watt
Die Einstiegsklasse geht bis maximal 300 Watt. Diese Netzteile besitzen keinen PEG-Anschluss für Grafikkarten, die mehr als 75 Watt Strom benötigen. Der Hauptverbraucher im System ist somit die CPU:

Die Testkonfiguration für 300 bis 450 Watt
Die Netzteile der unteren Leistungsklasse sind oberhalb von 300 Watt mit einem PEG-Anschluss ausgestattet. In unserer Konfiguration ist der Prozessor dennoch durstiger als die Grafikkarte:

Die Testkonfiguration für 450 bis 600 Watt
Netzteile der mittleren Leistungsklasse mit zwei PEG-Anschlüssen bekommen einen übertakteten Prozessor und eine anspruchsvollere Grafikkarte, genauer gesagt eine Powercolor Radeon HD 4870, vorgesetzt. Diese Grafikkarte verbraucht bereits etwas mehr Strom als der Prozessor.

Die Testkonfiguration für 600 bis 750 Watt
Bei der gehobenen Leistungsklasse läuft die CPU weiterhin mit 3,60 GHz, dafür legen wir bei der Grafikkarte nochmals nach und setzen eine Radeon HD 4870 X2 mit zwei Grafikprozessoren ein. Diese Karte verbraucht in etwa doppelt soviel Strom wie der Prozessor.

Die Testkonfiguration für 750 bis 1000 Watt
Der maximale Ausbau für Netzteile bis 1000 Watt wird heute noch nicht benötigt, aber wir wollen dennoch einen kurzen Ausblick gewähren. In dieser Konfiguration dominieren die Grafikkarten den Stromverbrauch deutlich:




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Messergebnisse: Idle
Jedes Netzteil wurde in vier Lastzuständen vermessen, diese Durchläufe dauerten jeweils eine Stunde und wurden dreimal wiederholt, um zufällige Abweichungen auszuschließen. Während der Messläufe werden der Stromverbrauch und die Spannungen protokolliert. Zunächst messen wir den Stromverbrauch ohne Prozessor- und Grafiklast (idle), der Verbrauch ist dabei sehr konstant.

Leistungsaufnahme Gesamtsystem IDLE in Watt (niedriger ist besser)
be quiet! L7-530W
180
NesteQ ECS 5001
182
NesteQ E2CS XS-500
182
LC Power LC6550 V2.2
194

Die Netzteile von be quiet! und NesteQ können eine "80 Plus Standard" Zertifizierung vorweisen und liegen eng beisammen. Beim preiswerten LC Power LC6550 V2.2 fehlt eine solche Zertifizierung und bereits ohne Last messen wir einen deutlichen Mehrverbrauch von 12 bis 14 Watt bzw. 6,6 bis 7,8 Prozent. Und wie sieht es bei den Spannungen aus?

NesteQ E2CS XS-500: Abweichungen in %
 
+3,3V
0.61
+5V
1
+12V
1.58

LC Power LC6550 V2.2: Abweichungen in %
 
+3,3V
0.61
+5V
1
+12V
0.75

be quiet! L7-530W: Abweichungen in %
 
+3,3V
0.61
+5V
1
+12V
0.75

NesteQ ECS 5001: Abweichungen in %
 
+3,3V
2.12
+5V
0
+12V
1.17

Ohne Last liefern be quiet! Pure Power L7-530W und LC Power LC6550 V2.2 die stabilsten Spannungen. Auch bei NesteQs E2CS XS-500 sehen wir sehr gute Ergebnisse, im Vergleich zum ECS 5001 wurde insbesondere die +3,3V-Schiene verstärkt.




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Messergebnisse: CPU-Last
Zunächst werden wir den Core i7 965 Extreme mit Hilfe des Tools Core2MaxPerf belasten. Dieses Programm erzeugt eine Last, welche man mit normalen Anwendungen fast nie erreichen kann. Der Core i7 965 Extreme wurde auf 3,60 GHz übertaktet und Core2MaxPerf mit acht Threads ausgeführt. Der in diesem Durchlauf erzeugte Stromverbrauch schwankt nur geringfügig.

Leistungsaufnahme Gesamtsystem CPU-Last in Watt (niedriger ist besser)
be quiet! L7-530W
300
NesteQ ECS 5001
300
NesteQ E2CS XS-500
305
LC Power LC6550 V2.2
326

Wie die Ergebnisse der 80-Plus-Zertifizierung bereits angedeutet haben, kann das NesteQ E2CS XS-500 nicht ganz mit seinem Vorgänger mithalten. Nochmals 21 Watt mehr verballert das LC Power LC6550 V2.2, dies entspricht einem Mehrverbrauch zwischen 6,9 und 8,7 Prozent. Und die Spannungen?

NesteQ E2CS XS-500: Abweichungen in %
 
+3,3V
1.21
+5V
1.4
+12V
1.17

LC Power LC6550 V2.2: Abweichungen in %
 
+3,3V
1.21
+5V
1.4
+12V
1.67

be quiet! L7-530W: Abweichungen in %
 
+3,3V
1.21
+5V
1
+12V
1.17

NesteQ ECS 5001: Abweichungen in %
 
+3,3V
2.42
+5V
0
+12V
1.67

Während das be quiet! Pure Power L7-530W seine Spitzenposition behaupten kann, gerät das LC Power LC6550 V2.2 leicht unter Druck. Mit dem E2CS XS-500 hat NeseQ die Spannungsstabilität deutlich verbessert, was sich insbesondere an den +3,3V- und +12V-Schienen zeigt.




Macht der Preis die Leistung? Drei 500W-Netzteile zwischen 38 und 80 Euro - Druckansicht - Seite 10 von 13

Messergebnisse: GPU-Last
Nun erzeugen wir Last auf der Grafikkarte und messen nochmals den Stromverbrauch sowie die Spannungen. Wir verwenden die Software Furmark (etqw.exe), mit der wir eine Belastung erzeugen, welche die Anforderungen normaler Spiele deutlich übertsteigt. Furmark läuft auf der Radeon HD 4870 im Vollbild-Modus mit einer Auflösung von 1280 x 1024 Bildpunkten. Auf Kantenglättung haben wir verzichtet, da diese den Stromverbrauch sinken lässt. Auch diese Art der Belastung erzeugt einen sehr gleichmäßigen Stromverbrauch.

Leistungsaufnahme Gesamtsystem GPU-Last in Watt (niedriger ist besser)
NesteQ ECS 5001
322
be quiet! L7-530W
324
NesteQ E2CS XS-500
329
LC Power LC6550 V2.2
350

Abermals verfehlt das NesteQ E2CS XS-500 das Resultat seines Vorgängers um fünf Watt und abermals liegt der Verbrauch des LC Power LC6550 V2.2 zusätzliche 21 Watt höher. Im Vergleich zu den 80-Plus-Modellen konsumiert es zwischen 6,4 und 8,7 Prozent mehr Strom. Und die Spannungen?

NesteQ E2CS XS-500: Abweichungen in %
 
+3,3V
1.21
+5V
1.4
+12V
0.67

LC Power LC6550 V2.2: Abweichungen in %
 
+3,3V
1.21
+5V
1.4
+12V
2.17

be quiet! L7-530W: Abweichungen in %
 
+3,3V
1.21
+5V
1
+12V
1.67

NesteQ ECS 5001: Abweichungen in %
 
+3,3V
2.42
+5V
0
+12V
1.67

Mit seiner extrem stabilen +12V-Schiene kann das leistungsschwächste Netzteil punkten, die Verbesserungen des E2CS XS-500 im Vergleich zu seinem Vorgänger ECS 5001 sind deutlich. Auch das be quiet! Pure Power L7-530W bleibt mit allen Spannungen im grünen Bereich. Beim LC Power LC6550 V2.2 sehen wir erste Auswirkungen der schwachen +12V-Schiene, doch diese bleiben geringer als befürchtet.




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Messergebnisse: CPU+GPU-Last
Im vierten und letzten Messlauf mischen wir CPU- und GPU-Last. Hierzu lassen wir die Programme Furmark (Vollbild-Modus, 1280 x 1024 Bildpunkte, keine Kantenglättung) und Core2MaxPerf (Core i7 965 Extreme @ 3,60 GHz, 4 Threads) zeitgleich laufen, was auf Systemen mit einer einzelnen GPU zur höchstmöglichen Auslastung führt. Bei dieser Konstellation schwankt der Stromverbrauch stärker.

Leistungsaufnahme Gesamtsystem CPU+GPU in Watt (niedriger ist besser)
be quiet! L7-530W
333
NesteQ ECS 5001
336
NesteQ E2CS XS-500
341
LC Power LC6550 V2.2
357

Auch das vierte Lastszenario beendet das NesteQ E2CS XS-500 mit fünf Watt Rückstand auf sein Vorgängermodell. Auch wenn der Unterschied nicht gewaltig ist, hatten wir dennoch einen geringeren Verbrauch erhofft und sind ein wenig enttäuscht. Das LC Power LC6550 V2.2 ist abermals das Schlusslicht, liegt diesmal aber nur zwischen 16 und 24 Watt zurück bzw. hat einen Mehrverbrauch zwischen 4,7 und 7,2 Prozent. Und wie stabil sind die Spannungen?

NesteQ E2CS XS-500: Abweichungen in %
 
+3,3V
1.21
+5V
1.4
+12V
0.67

LC Power LC6550 V2.2: Abweichungen in %
 
+3,3V
1.21
+5V
1.4
+12V
2.17

be quiet! L7-530W: Abweichungen in %
 
+3,3V
1.52
+5V
1.4
+12V
1.67

NesteQ ECS 5001: Abweichungen in %
 
+3,3V
2.42
+5V
0
+12V
1.67

Nur 500 Watt und dennoch die stabilsten Spannungen: Das NesteQ E2CS XS-500 beweist, dass die zusätzlichen Kosten nicht nur in extravagante Austattungsmerkmale geflossen sind sondern primär in die Technik. Die Messwerte des be quiet! Pure Power L7-530W liegen ebenfalls in einem sehr guten Bereich, kommen aber nicht ganz an das NesteQ E2CS XS-500 heran. Beim LC Power LC6550 V2.2 messen wir auf der +12V-Schiene einen Einbruch um 2,17 Prozent, doch auch dies ist ein gutes Ergebnis.




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Stromverbrauch im Standby
Im Standby sollte der Computer möglichst wenig Strom verbrauchen. Sind die getesteten Netzteile auch dann noch Stromsparer, wenn das System heruntergefahren wurde?

Leistungsaufnahme Gesamtsystem Standby (niedriger ist besser)
be quiet! E7-400W
2.4
be quiet! E7-CM-680W
2.4
be quiet! TFX 300W
2.5
be quiet! SFX 350W
2.7
be quiet! L7-350W
2.9
be quiet! L7-430W
2.9
Xigmatek NRP-PC402
2.9
be quiet! L7-300W
3.0
be quiet! L7-530W
3.0
NesteQ ECS 5001
3.0
be quiet! P7-Pro-750W
3.2
FSP Everest 1010
3.2
NesteQ ECS-XS-500
3.2
Cougar 700 CM
3.3
Nexus RX-8500
3.3
Cougar 1000 CM
3.4
LC Power LC6550 V2.2
3.4

Verbräuche unter vier Watt sind schwer zu messen. Obwohl der Hersteller unsere Messgeräte bis 0,2 Watt freigegeben hat, betrachten wir obige Ergebnisse in erster Linie als untereinander vergleichbar. Im Standby spielt die Leistungsklasse keine Rolle mehr, hier sind andere Künste gefragt. Mit unsereren Testkonfigurationen messen wir Werte um die drei Watt. Während die neuen Modelle der Baureihe "Straight Power E7" von be quiet! hier die Messlatte setzen, finden sich NesteQ ECS-XS-500 und LC Power LC6550 V2.2 am Ende des Feldes. Auf das Jahr umgerechnet bedeutet jedes Watt Stromkosten in Höhe von knapp zwei Euro (angenommener Preis: 22 Cent pro kWh).

Schalldruck
Markennetzteile sind in den letzten Jahren nicht nur immer effizienter, sondern auch immer leiser geworden. Wir rüsten unser Testsystem mit einer Grafikkarte vom Typ MSI RX2400Pro-TD256EH auf den passiven Betrieb um und lassen es für die Schallpegelmessung ohne Festplatte ca. 15 Minuten in der BIOS-Konfiguration laufen. Damit die Grundlast nicht zu gering ausfällt, wurde der Core i7 965 Extreme auf 3,73 GHz (1,325 Volt) übertaktet, nun liegen ca. 153 Watt an. Wir haben den Schallpegel aus einer Entfernung von 35 cm gemessen und anschließend auf einen Abstand von einem Meter umgerechnet. Dies war erforderlich, da die meisten Netzteile tatsächlich sehr, sehr leise arbeiten.

Schalldruck in dB(A), IDLE, Abstand 1 Meter (niedriger ist besser)
be quiet! E7-400W
21.18
be quiet! L7-530W
21.78
be quiet! L7-300W
22.28
be quiet! L7-430W
22.48
Cougar 700 CM
23.08
Nexus RX-8500
23.08
be quiet! L7-350W
23.18
NesteQ ECS 5001
23.18
Cougar 1000 CM
23.98
NesteQ ECS-XS-500
24.18
be quiet! P7-Pro-750W
24.68
be quiet! E7-CM-680W
24.78
be quiet! TFX 300W
25.98
LC Power LC6550 V2.2
25.98
FSP Everest 1010
28.38
be quiet! SFX 350W
30.38
Xigmatek NRP-PC402
31.98

Bei geringer Last erzeugen die Lüfter von acht der getesteten Geräte einen Schalldruck von 23,18 oder weniger dB(A). Damit sind sie selbst in ruhigen Arbeitsumgebungen so gut wie unhörbar. Das NesteQ ECS-XS-500 ist um 1 dB(A) lauter und zusätzliche 1,8 dB(A) messen wir beim LC Power LC6550 V2.2. Da 3 dB(A) eine Verdopplung des Schalldrucks bedeuten, ist das LC Power LC6550 V2.2 im Vergleich zu den leisesten Modellen mehr als doppelt so laut. Das be quiet! TFX Power 300W, welches ebenfalls 25,98 dB(A) erreicht, basiert auf der kompakten TFX-Bauform und muss daher mit einem 80mm-Lüfter vorlieb nehmen. Und noch ein Hinweis zu Xigmateks NRP-PC402: Bei unserem Testmuster scheint die Lüfterregelung nicht zu funktionieren.




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Fazit
Wer billig kauft, zahlt am Ende mehr, denn selbst wenn ein PC nicht rund um die Uhr läuft, hat man nach zwei Jahren Mehrkosten beim Stromverbrauch, die den Mehrpreis eines 80-Plus-Netzteils zumindest ausgleichen. Wenn der Computer an Projekten wir BOINC mitrechnet, kann sich das effizientere Netzteil bereits nach wenigen Monaten bezahlt machen. Zudem muss man bei preiswerten Netzteilen zu einer höhren Wattklasse greifen, um bei modernen Computern eine ausreichende Versorgung der +12V-Schiene sicherzustellen. Zuweilen bieten hochwertige 400W-Modelle mehr Leistung für +12V-Verbraucher als billige Netzteile der 550W-Klasse. Wieviel Geld man für Extras wie Kabelmanagement investieren will, muss jeder für sich selbst entscheiden. Aktives PFC und eine 80-Plus-Zertifizierung sind unserer Meinung jedoch Pflicht.




NesteQ XStrike E2CS XS-500
Sehr GutDie Straßenpreise für das NesteQ XStrike E2CS XS-500 beginnen knapp unter 80 Euro, damit ist das nur 500 Watt starke Netzteil sowohl das leistungsschwächste als auch das mit Abstand teuerste in diesem Vergleich. Als Besonderheiten bietet NesteQ ein extrem flexibles Kabelmanagement, bei dem der Benutzer die Kabelstränge aus einzelnen Teilstücken zusammenstellen kann, und einen 135mm-Lüfter, der nach dem Herunterfahren des Computers zwei Minuten lang weiterläuft und dabei die Hardware herabkühlt. Im Lieferumfang finden sich zudem Kabelstränge für Gehäuselüfter, die wahlweise mit +12 oder +5 Volt betrieben werden. Auf der Rückseite des Netzteils hat NesteQ mit dem "Power Monitoring Panel" vier LEDs verbaut, welche zur Fehlerdiagnose dienen. Passend hierzu findet sich ein PS-On-ATX-Adapter im Lieferumfang, der das Starten des Netzteils auch ohne angeschlossenes Mainboard erlaubt.


Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Und dann wäre da noch die "+12V Power-Plus Technologie", welche die vier unabhängigen +12V-Spannungskreisen zugleich als kombinierte Kraft für das Mainboard und die Grafikkarten nutzt. Betrachtet man die Ergebnisse der Spannungsmessung, hat sich dieses Konzept bewährt, denn das vermeintlich schwächste Gerät liefert die besten Messwerte. Das gilt leider nicht für den Stromverbrauch, denn unser Testaufbau bestätigt die Ergebnisse von 80 Plus: Das NesteQ XStrike E2CS XS-500 erreicht zwar eine Effizienz von über 80 Prozent, doch sein Vorgänger ECS 5001 war etwas sparsamer. Deswegen reicht es diesmal auch nicht ganz für unseren "Editor's Choice".




be quiet! Pure Power BQT L7-530W
Editor's ChoiceDas Top-Modell der "Pure Power L7"-Baureihe von be quiet! überzeugt in diesem Vergleich mit einem extrem niedrigen Stromverbrauch sowie einem sehr leisen Lüfter. be quiet! hat sich beim Pure Power BQT L7-530W auf das Wesentliche wie aktives PFC und eine 80-Plus-Zertifizierung beschränkt und auf kostenintensive Extras verzichtet. Dieses Konzept geht auf, denn das Netzteil gewinnt unserer Meinung nach genau die Disziplinen, auf die es letzten Endes auch ankommt. Zudem bietet es immerhin zehn Laufwerksanschlüsse, auch wenn sich diese auf nur drei Kabelstränge verteilen. Obwohl be quiet! zwei 6+2-Anschlüsse für PCI-Express-Grafikkarten implementiert hat, finden wir die Ausführung nicht gerade ideal, denn beide Stecker hängen an einen Strang und liegen nur 7 cm auseinander. Das macht die Verkabelung zuweilen unnötig kompliziert.


Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Im Praxisbetrieb lief das Pure Power BQT L7-530W problemlos mit unserer Radeon HD 4870, so dass man mit diesem Netzteil durchaus ein ordentliches Spiele-System realisieren kann. Die Spannungen blieben sehr stabil und die deutlichste Abweichung trat mit gerade einmal 1,67 Prozent auf der +12V-Schiene auf. Angesichts eines Straßenpreises von 55,90 Euro inklusive Mehrwertsteuer und zuzüglich Versandkosten können wir dieses Netzteil nur wärmstens empfehlen.




LC Power Super Silent LC6550 V2.2
Mit einem Preis von 37,90 Euro inklusive Mehrwertsteuer und zuzüglich Versandkosten ist das LC Power Super Silent LC6550 V2.2 nicht nur das billigste sondern zugleich auch das leistungsstärkste Netzteil in diesem Vergleich. Doch trotz seiner Gesamtleistung von immerhin 550 Watt bieten bereits viele Netzteile der 400-Watt-Klasse deutlich mehr Leistungsreserven für +12V-Geräte. Nur magere 318 Watt sind für die +12V-Schiene gedacht und das erklärt auch, warum LC Power trotz der Leistungsklasse nur einen Anschluss für PCI-Express-Grafikkarten anbietet. Dennoch schlägt sich das LC Power Super Silent LC6550 V2.2 mit dem übertakteten Intel Core i7 965 Extreme und der Radeon HD 4870 recht wacker und zeigt eine durchweg gute Spannungsstabilität sowie einen befriedigenden Geräuschpegel. Das ändert sich allerdings unter Last, wo der Lüfter aufgrund der höheren Wärmeentwicklung schneller hochregelt als bei den Mitbewerbern.


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Der Stromverbrauch des LC Power Super Silent LC6550 V2.2 liegt zwischen 7,2 und 8,7 Prozent über dem des be quiet! Pure Power L7 530W, wozu insbesondere der passive PFC beiträgt. Läuft der Rechner 6 Stunden pro Tag ohne allzu große Last, bedeutet dies bei unserem Testaufbau zusätzliche Stromkosten in Höhe von 7 Euro pro Jahr. Wer den PC rund um die Uhr mit BOINC belastet, muss sich auf einen Mehrverbrauch in Höhe von 52 Euro gefasst machen (angenommener Preis: 22 Cent pro kWh). Wer sich für dieses Netzteil entscheidet, spart also nur einmal und unserer Meinung nach an der falschen Stelle.




Unser Dank gilt:







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