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Oehlbach DA Converter (6064) im Test - Druckansicht - Seite 1 von 3
Externe Digital-Analog-Wandler sind praktische Geräte. Sie können defekte oder qualitativ minderwertige Analogausgänge ersetzen, sie erweitern ältere Surround-Verstärker um zusätzliche Auflösungen und Abtastraten. Und sie lösen das alte Problem, dass der freie S/PDIF-Anschluss immer das falsche Format hat. Nachdem der Wandler von Keja auf ganzer Linie versagt hatte, tritt nun der DA Converter von Oehlbach an.

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Oehlbachs DA Converter ist mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 59,99 Euro mehr als doppelt so teuer wie der "Keja Digital to Analog Audio Converter", dennoch zählt auch dieses Modell noch zur Einstiegsklasse der Digital-Analog-Wandler. Der Hersteller verspricht eine Auflösung von bis zu 24 Bit sowie eine maximale Abtastrate von 192 kHz, zudem kommt das Markenprodukt mit zwei Jahren Garantie. Bleibt die Frage, ob Oehlbach die Mitbewerber aus China auch klanglich in die Schranken weisen kann.

Lieferumfang

In der Verpackung des Oehlbach DA Converter (6064) finden wir neben dem eigentlichen Gerät ein Netzteil (1,0 A bei 5,0 V) mit USB-Anschluss, ein USB-Adapterkabel für die Strombuchse des Wandlers, vier selbstklebende Kunststofffüße und eine mehrsprachige Anleitung. Letztere umfasst neben Deutsch und Englisch auch Französisch, Niederländisch, Italienisch, Spanisch, Polnisch, Griechisch und Russisch.

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Die Anleitung beschreibt die Eigenschaften sowie die Inbetriebnahme des Geräts kurz und knapp, aber zumindest verständlich. Während die Importeure der China-Wandler meist gar keine Garantieinformationen beilegen, verspricht Oehlbach eine zweijährige Herstellergarantie. Dies ist ein deutlicher Mehrwert, denn die namenlosen Konkurrenzprodukte muss man im Problemfall über den Verkäufer reklamieren.

Eckdaten und erster Eindruck

Betrachten wir nun die Eckdaten des Oehlbach DA Converter (6064):
Das kleine Kästchen misst nur 63 x 23 x 68 mm. Während die China-Wandler in zweiteiligen Stahlgehäusen stecken, verwendet Oehlbach ein Stranggussprofil aus Aluminium in Verbindung mit zwei Deckelplatten, die von je vier Inbusschrauben gehalten werden. Farblich setzt der Hersteller auf ein dunkles Braun-Metallic. Im gleichen Design bietet Oehlbach auch Wandler von Koaxial auf Toslink, Toslink auf Koaxial sowie einen 4-fachen Toslink-Verteiler an.

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Auf der Eingangsseite sehen wir von links nach rechts den optischen Digitaleingang, den Stromanschluss und eine Micro-USB-Buchse, welche als alternative Stromquelle dient. Es folgt der Schieber zur Auswahl der aktiven Signalquelle und der elektrische Digitaleingang. Alle Anschlüsse machen einen robusten Eindruck und wurden sehr sauber eingepasst.

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Auf der Ausgangsseite finden wir neben den Cinch-Anschlüssen auch eine Buchse für 3,5-mm-Stereoklinken. Diese verschafft dem Wandler zusätzliche Flexibilität abseits vom Betrieb am heimischen Verstärker. Bei der Power-LED hat sich Oehlbach für ein dezentes Leuchtmittel in der Farbe Grün entschieden. Die Mitbewerber aus China verbauen fast immer blaue LEDs, die für den unauffälligen Einsatz im Wohnzimmer viel zu hell strahlen.



Oehlbach DA Converter (6064) im Test - Druckansicht - Seite 2 von 3

Kompatibilitätstest

Oehlbachs DA Converter ist ausschließlich für die 2-Kanal-Wiedergabe unkomprimierter Audiodaten gedacht, als Decoder für komprimierten Surround-Sound wie Dolby Digital oder DTS kann er nicht genutzt werden. Die deutschsprachige Betriebsanleitung bescheinigt dem Gerät Abtastraten von 32 bis 192 kHz sowie eine Auflösung von bis zu 24 Bit. Mit Hilfe des HD-Audio-Codecs Realtek ALC889 überprüfen wir diese Angaben, wobei die Sound-Lösung unseres PC bei 32 kHz passen muss.
Den ersten Teil unseres Tests hat Oehlbachs DA Converter problemlos bestanden. Auch der Wechsel zwischen den digitalen Eingängen (optisch und elektrisch) funktioniert mit Hilfe des Schiebers einwandfrei.

Test der Audioqualität

Für den ersten Höreindruck hatten wir Testdateien des High-End-Herstellers Linn verwendet. Diese klangen wie gewohnt und wir konnten weder Störgeräusche noch Verzerrungen wahrnehmen. Ein Qualitätstest des analogen Tonausgangs soll diese subjektive Wahrnehmung mit harten Zahlen untermauern. Abermals dient uns der PC als Signalquelle, doch diesmal kommt der HD-Audio-Codec Realtek ALC889 auch als Aufnahmegerät zum Einsatz. Mit einem Eigenrauschpegel von -104 dBA ist der Analog-Digital-Wandler dieser Audiolösung für unsere Zwecke gut geeignet.

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Zunächst deaktivieren wir alle Effekte und tonverbessernden Maßnahmen in der Audiokonfiguration des PC. Dann wird der analoge Audioeingang auf seine maximale Qualitätsstufe (16 Bit / 192 kHz) eingestellt. Im Anschluss geben wir das Audiosignal mit unterschiedlichen Einstellungen über den Toslink-Ausgang (RMAA: Direct Sound) unseres Mainboards aus, leiten es in den Oehlbach DA Converter und führen das analoge Signal über den Cinch-Ausgang zurück zum analogen Audioeingang (RMAA: MME) der Hauptplatine. Vergleichswerte liefern uns das Konkurrenzprodukt "Keja Digital to Analog Audio Converter", der DA-Wandler des DAT-Rekorders Sony DTC-ZE700 und der analoge Audioausgang unseres PC.
Der analoge Ausgangspegel von Oehlbachs DA Converter ist befriedigend, für unsere Messung müssen wir den Regler des analogen Audioeingangs auf 23 anheben. Zum Vergleich: Für die Schleife zwischen dem analogen Aus- und Eingang des Realtek ALC889 reichte ein Pegel von 21 aus und beim DAT-Rekorder genügte sogar die Stellung 16. Der "Keja Digital to Analog Audio Converter" lieferte allerdings ein deutlich schwächeres Signal und benötigte einen Pegel von 28.
Audioqualität: RMAA 6.4.0 @ 16-Bit / 44,1 kHz
 Oehlbach
DA-Wandler
Keja
DA-Wandler
Realtek
ALC889
Sony
DTC-ZE700
Frequenzgang
40 Hz bis 15 kHz
(geringer=besser)
+0,28 dB
-1,51 dB
+0,11 dB
-0,69 dB
+0,13 dB
-0,13 dB
+0,13 dB
-0,09 dB
Eigenrauschpegel
(niedriger=besser)
-92,6 dBA-89,1 dBA-92,1 dBA-92,8 dBA
Dynamikbereich
(größer=besser)
92,4 dBA89,3 dBA92,1 dBA92,8 dBA
Klirrfaktor
(niedriger=besser)
0,011 %11,597 %0,0075 %0,011 %
Intermodulation
(niedriger=besser)
0,048 %8,397 %0,0099 %0,014 %
Übersprechen
(niedriger=besser)
-90,7 dB-88,4 dB-86,5 dB-92,2 dB
Oehlbachs DA Converter liefert sehr gute Werte in den Disziplinen Eigenrauschpegel, Dynamikbereich und Übersprechen der Kanäle. Auch Klirrfaktor und Intermodulation sehen sehr ordentlich aus. Nicht überzeugen kann hingegen der Frequenzgang, der mit -1,51 dB verbesserungswürdig erscheint.
Audioqualität: RMAA 6.4.0 @ 16-Bit / 48,0 kHz
 Oehlbach
DA-Wandler
Keja
DA-Wandler
Realtek
ALC889
Sony
DTC-ZE700
Frequenzgang
40 Hz bis 15 kHz
(geringer=besser)
+0,28 dB
-1,56 dB
+0,09 dB
-0,72 dB
+0,01 dB
-0,20 dB
+0,12 dB
-0,11 dB
Eigenrauschpegel
(niedriger=besser)
-92,8 dBA-89,4 dBA-92,5 dBA-93,0 dBA
Dynamikbereich
(größer=besser)
92,6 dBA89,4 dBA92,5 dBA93,0 dBA
Klirrfaktor
(niedriger=besser)
0,011 %11,611 %0,0072 %0,010 %
Intermodulation
(niedriger=besser)
0,033 %8,385 %0,0091 %0,013 %
Übersprechen
(niedriger=besser)
-91,5 dB-87,2 dB-86,1 dB-91,8 dB
Mit der Abtastrate verbessern sich die Messwerte für Eigenrauschpegel, Dynamikbereich und Übersprechen. Bei Vergleichsmessungen schnitt der Klinkenausgang des Wandlers bei Eigenrauschpegel und Dynamikbereich minimal besser ab, während das Übersprechen der Stereokanäle um ein paar dB schlechter ausfiel.
Audioqualität: RMAA 6.4.0 @ 16-Bit / 96,0 kHz
 Oehlbach
DA-Wandler
Keja
DA-Wandler
Realtek
ALC889
Sony
DTC-ZE700
Frequenzgang
40 Hz bis 15 kHz
(geringer=besser)
+0,31 dB
-1,99 dB
+0,11 dB
-0,78 dB
+0,00 dB
-0,20 dB
-
Eigenrauschpegel
(niedriger=besser)
-94,8 dBA-89,6 dBA-94,9 dBA-
Dynamikbereich
(größer=besser)
94,7 dBA90,0 dBA94,8 dBA-
Klirrfaktor
(niedriger=besser)
0,011 %11,819 %0,0073 %-
Intermodulation
(niedriger=besser)
0,045 %8,485 %0,0082 %-
Übersprechen
(niedriger=besser)
-91,8 dB-83,9 dB-85,8 dB-
Auf Tests mit einer Auflösung von 24 Bit haben wir verzichtet, da der analoge Eingang der verwendeten Audiolösung auf 16 Bit limitiert ist. Der DA-Wandler im DAT-Rekorder bietet eine maximale Abtastrate von 48,0 kHz und kann für diesen und den folgenden Durchlauf keine Ergebnisse beisteuern.
Audioqualität: RMAA 6.4.0 @ 16-Bit / 192,0 kHz
 Oehlbach
DA-Wandler
Keja
DA-Wandler
Realtek
ALC889
Sony
DTC-ZE700
Frequenzgang
40 Hz bis 15 kHz
(geringer=besser)
+0,30 dB
-2,18 dB
+0,08 dB
-0,81 dB
-0,03 dB
-0,14 dB
-
Eigenrauschpegel
(niedriger=besser)
-95,9 dBA-90,1 dBA-96,8 dBA-
Dynamikbereich
(größer=besser)
96,5 dBA90,5 dBA96,8 dBA-
Klirrfaktor
(niedriger=besser)
0,011 %11,857 %0,0074 %-
Intermodulation
(niedriger=besser)
0,047 %8,584 %0,0092 %-
Übersprechen
(niedriger=besser)
-93,0 dB-82,0 dB-85,9 dB-
Oehlbachs DA Converter macht seine Sache ordentlich und liefert, einmal abgesehen vom Frequenzgang, sehr gute Werte. Für den Heimbereich reicht seine Qualität aus, für den Studioeinsatz hingegen nicht. Wer High-End-Ansprüche hegt, sollte ebenfalls etwas tiefer in die Taschen greifen. Aber Vorsicht: Das kann schnell sehr, sehr teuer werden!



Oehlbach DA Converter (6064) im Test - Druckansicht - Seite 3 von 3

Fazit

GutKeine Frage: Auf dem Markt für Digital-Analog-Wandler findet sich viel Mist. Wer 15 bis 25 Euro in ein solches Gerät investiert, darf nicht viel erwarten. Zumeist ist die Funktion zwar gegeben, doch die verwendeten Bauteile sind nicht für den Audioeinsatz gedacht, so dass die Wandler klanglich durchfallen. Oehlbachs DA Converter (6064) tritt mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 59,99 Euro an und positioniert sich damit zwischen der namenlosen Chinaware und etablierten Herstellern wie Pro-Ject. Und dieser Aufpreis lohnt sich: Oehlbachs Wandler ist wesentlich besser verarbeitet und macht einen sehr robusten und wertigen Eindruck. Alle Buchsen sitzen fest an ihrem Platz, die Spaltmaße sind gering und das mitgelieferte Netzteil ist überdimensioniert. Viel wichtiger ist jedoch, dass der Klang stimmt: Es gibt weder Störgeräusche noch Verzerrungen. Oehlbach hat seinen DA Converter sauber konstruiert und mit geeigneten Bauteilen bestückt. Der Hersteller selbst gibt diesem Gerät drei von fünf Sternen, was eine realistische Einschätzung darstellt. Es ist ein guter Digital-Analog-Wandler für den Heimgebrauch, bei dem der Preis stimmt.

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Wer High-End-Klang erwartet oder ein Gerät für den Studioeinsatz sucht, muss auch weiterhin deutlich tiefer in die Tasche greifen. Dies liegt in erster Linie am Frequenzgang, der bei Oehlbachs DA Converter leider nur befriedigend ausfällt. Wer das Übersprechen der Stereokanäle möglichst gering halten will, sollte zudem eine Cinch-Verkabelung wählen, denn über die 3,5-mm-Klinkenbuchse fällt die Kanaltrennung etwas unsauberer aus. Bleibt noch der Stromverbrauch, welcher im Bereitschaftsmodus bei 0,4 Watt liegt und im Betrieb zwischen 0,5 und 0,6 Watt pendelt. Aktuell bietet unser Partner Amazon.de den Oehlbach DA Converter für 59,99 Euro inklusive Mehrwertsteuer und Versandkosten an. Offenbar halten sich alle Händler an diese unverbindliche Preisempfehlung, zumindest konnten wir kein besseres Angebot finden. Wir bewerten diesen Preis, wie bereits gesagt, als gerechtfertigt.
In einem Satz: Oehlbachs DA Converter (6064) kann technisch und klanglich überzeugen.



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