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Neu von MSI

Weniger ist mehr: Sparsame Netzteile unter 500 Watt

Autor: doelf - veröffentlicht am 14.10.2008 - Letztes Update: 22.06.2009
s.2/17

Die Übersichtstabellen
In den folgenden Tabellen stellen wir die getesteten Netzteile in Hinblick auf ihre Eckdaten, ihre Leistung und ihre Anschlussmöglichkeiten gegenüber. Betrachten wir zunächst die Eckdaten, welche die maximale Leistung in Watt, die Anzahl der +12V-Spannungskreise, die Effizienz (laut Hersteller) sowie Anzahl und Durchmesser der verbauten Lüfter umfassen:

Die Eckdaten
Modell Watt +12V Effizienz Lüfter
be quiet! E6 450 450 2 87% 1 x 120 mm
be quiet! P7-Pro 450 450 4 88% 1 x 120 mm
Corsair VX450W 450 1 85% 1 x 120 mm
Jersey CM-450-E85 450 4 82% 1 x 120 mm
Xigmatek NRP-PC402 400 2 85% 1 x 140 mm

Der ATX12V Power Supply Design Guide V2.2 für Netzteile schreibt zwei unabhängige +12V-Spannungskreise vor, falls Stromstärken von mehr als 18 Ampere zu erwarten sind. Hierdurch will man eine höhere Stabilität gewährleisten und die sogenannten "Peak Voltage Ripple" glätten:

"System components that use 12V are continuing to increase in power. In cases where expected current requirements is greater than 18A a second 12 V rail should be made available. ATX12V power supplies should be designed to accommodate these increased +12 VDC currents."

Hierbei geht der ATX12V Power Supply Design Guide V2.2 von der CPU als Hauptverbraucher aus, der zweite +12V-Spannungskreis soll die übrigen Verbraucher bedienen. Das be quiet! Straight Power E6 450 und Xigmateks NRP-PC402 sind typische Vertreter dieser Generation, denn diese Geräte bieten zwei unabhängige +12V-Spannungskreise.

Der Hauptprozessor ist zwar ein recht unberechenbarer +12V-Konsument geblieben, der insbesondere aufgrund moderner Stromsparmechanismen zu deutlichen Lastwechseln neigt, doch in vielen Systemen dominieren mitlerweile die Grafikkarten als +12V-Verbraucher. Viele Hersteller haben die +12V-Schiene daher noch weiter aufgetrennt und eigene Spannungskreise für die CPU, die Laufwerke und die einzelnen Grafikkarten bereitgestellt. Beispiele hierfür sind das be quiet! Dark Power P7-Pro 450 und Jerseys "Modular Edition" CM-450-E85, die vier unabhängige +12V-Spannungskreise besitzen.

Seit 2007 gibt es aber auch einen genau entgegengesetzten Trend, welchem beispielsweise das Corsair VX450W folgt. Diese Geräte legen wieder alle +12V Spannungskreise zusammen, um flexibler auf die Anforderungen des Systems reagieren zu können. Obwohl die Hersteller dies anders sehen, erfüllen solche Geräte streng genommen nicht die Vorgaben des ATX12V Power Supply Design Guide V2.2, denn der einzelne +12V Spannungskreis liegt nun weit jenseits von 18 Ampere, beim Corsair VX450W sind es beispielsweise 33 Ampere.

Die Leistungsverteilung
Folgende Angaben machen die Hersteller zur Verteilung der Leistung auf die unterschiedlichen Spannungsschienen. Die -5 Volt Schiene wurde im ATX12V Power Supply Design Guide V2.2 gestrichen und muss nicht mehr angeboten werden.

Leistung pro Schiene in Watt
Modell +12V +5V +3,3V +5VSB -12V -5V
be quiet! E6 450 432 160 15 6,0 -
be quiet! P7-Pro 450 420 170 20 9,6 -
Corsair VX450W 396 130 12,5 9,6 -
Jersey CM-450-E85 425,4 24,6 -
Xigmatek NRP-PC402 384 120 12,5 3,6 -

Die aktuelle Netzteilgeneration ist so ausgelegt, dass beinahe die vollständige Leistung auf den +12V-Spannungskreisen zur Verfügung steht. Besonders deutlich zeigt sich dies bei den Geräten der Hersteller be quiet! und Xigmatek. Das Jersey CM-450-E85 kann auf den +3,3 und +5,0 Volt Leitungen zusammen maximal 155 Watt liefern und reiht sich somit zwischen den Geräten von be quiet! und Corsair ein. Leider macht der Hersteller keine Angabe zu den +12 Volt Spannungskreisen sondern nennt nur einen kombinierten Wert für +3,3, +5,0 und +12 Volt.

Die maximalen Stromstärken
Moderne Computer setzen mehr und mehr auf die +12V-Schienen. Während zu Sockel A und Sockel 370 Zeiten die +3,3 und +5 Volt Spannungskreise noch sehr stark belastet wurden, änderte sich dies mit Intels Pentium 4 Prozessor und der Einführung des ATX+12V-Anschlusses. Doch nicht nur die aktuellen Prozessoren beziehen ihren Strom aus den +12V-Schienen, auch die 6- und 8-Pin-Anschlüsse für PCI-Express Grafikkarten liefern ausschließlich +12 Volt.

Die Stromstärken in Ampere
Modell +12V +5V +3,3V VSB -12V -5V
be quiet! E6 450 25+18 30 30 3,0 0,5 -
be quiet! P7-Pro 450 4x 20 30 24 4,0 0,8 -
Corsair VX450W 33 20 20 2,5 0,8 -
Jersey CM-450-E85 4x 18 30 36 3,0 0,8 -
Xigmatek NRP-PC402 2x 20 15 24 2,5 0,3 -

Während Netzteile der 450W-Klasse noch vor zwei, drei Jahren zwischen 40 und 50 Ampere auf der +5V-Schiene verkraften konnten, kommt keines der neuen Geräte über 30 Ampere hinaus. Beim Xigmatek NRP-PC402 sind sogar nur 15 Ampere erlaubt. Dies zeigt deutlich, wie stark die Bedeutung dieser Schiene abgenommen hat. Bei der +3,3V-Schiene hat sich die maximale Stromstärke trotz der gestiegenen Leistungsklasse kaum verändert, der Ausbau konzentriert sich fast ausschließlich auf die +12V-Spannungskreise.

Die Anschlüsse
Betrachten wir nun die unterschiedlichen Anschlusskonfigurationen der Netzteile. Als "Molex" werden die 4-Pin-Stecker für PATA-Festplatten und optische Laufwerke bezeichnet, mit "Floppy" und "SATA" sind die Stecker der entsprechenden Geräte gemeint. "PEG" kennzeichnet die 6- oder 8-Pin-Anschlüsse für PCI-Express Grafikkarten. Bei den Power (PWR) und +12V Anschlüssen geben wir nicht ihre Anzahl, sondern ihre Konfiguration an:

  • "24" bedeutet ein ATX-Stromanschluss mit 24-Pins, wie er auf PCI-Express Mainboards üblich ist.
  • "24/20" wird verwendet, wenn der Hersteller einen 24-auf-20-Pin-Adapter mitliefert.
  • "20+4" ist ein 24-Pin-Stecker, bei dem sich 4-Pins für den Betrieb mit älteren Mainboards lösen lassen.
  • "4+4" bezeichnet einen ATX12V-Stecker, der mit weiteren 4 Pins auf EPS12V erweitert werden kann.
  • "4/8" verwenden wir für Netzteile, die den ATX12V-Stecker aus einem EPS12V-Anschluss herausführen oder zwei eigenständige Kabel verwenden.

Die Anschlüsse
Modell PWR +12V PEG Molex Floppy SATA
be quiet! E6 450 20+4 4/8 1 4 1 4
be quiet! P7-Pro 450 20+4 4/8 2 6 1 9
Corsair VX450W 20+4 4/8 1 6 2 6
Jersey CM-450-E85 20+4 4+4 2 5 1 5
Xigmatek NRP-PC402 20+4 4+4 1 6 2 4

Da der Wechsel von Parallel-ATA zu Serial-ATA immer weiter voranschreitet und Intel seit der 965er Chipsatzfamilie sogar vollständig auf Parallel-ATA verzichtet, sollte ein Netzteil zumindest vier Serial-ATA Anschlüsse vorweisen können. Diese Mindestanforderung erfüllen alle Geräte, dabei beschränken sich lediglich das be quiet! Straight Power E6 450 und Xigmateks NRP-PC402 auf vier Anschlüsse, während die beiden anderen Probanten fünf bis neun dieser Stecker bieten. Laut Datenblatt soll sich im Lieferumfang des be quiet! Dark Power P7-Pro 450 ein Kabelstrang mit vier Molex-Steckern befinden. Unserem Testmuster lag jedoch ein Strang mit zwei SATA- und zwei Molex-Steckern bei, so dass uns neun statt sieben SATA-Anschlüsse und sechs statt acht Molex-Stecker zur Verfügung standen.

Die Anschlüsse für Grafikkarten wurden bei beiden Geräten von be quiet! als 6+2-Pin-Stecker ausgeführt, welche sowohl auf 6- als auch auf 8-Pin-Buchsen passen. Bei den Modellen Corsair VX450W und Xigmatek NRP-PC402 wurde hingegen nur ein 6-Pin-Stecker verbaut. Zudem verfügen die Modelle be quiet! Dark Power P7-Pro 450 und Jersey "Modular Edition" CM-450-E85 über zwei dieser Anschlüsse, so dass man diese Netzteile mit einer leistungsfähigen Grafikkarte oder zwei schwächeren Grafikkarten im CrossFire- oder SLI-Verbund betreiben kann. Wir werden für unseren Test eine SLI-Konfiguration mit zwei GeForce 7900 GT basierenden Modellen verwenden.

Nun fehlt noch ein wichtiger Punkt: Die Kabellängen. Wir haben uns dazu entschlossen, die Kabellängen in die Beschreibung des jeweiligen Gerätes zu verlagern und dabei die Bestückung jedes einzelnen Stranges sowie die Lage jedes einzelnen Steckers anzugeben. Betrachten wir also die einzelnen Testkandidaten...

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