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Revoltec PipeTower Pro im Test - Druckansicht - Seite 1 von 6

Heute betrachten wir Revoltecs PipeTower Pro und erkennen in diesem CPU-Kühler einen alten Bekannten: Ebenso wie EKL beim Alpenföhn Groß Clockner und NesteQ beim Silent Freezer 1200 greift auch Revoltec beim PipeTower Pro auf externes Know-How zurück und kauft beim OEM-Fertiger PC COOLER zu. Wir sehen also ein erprobtes Design mit einer bekannten Kühlleistung, dies jedoch zum Kampfpreis.


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Unserer Meinung nach ist ein guter zugekaufter Kühler besser als ein schlechtes selbstentworfenes Design. Eigene Akzente kann man mit einem solchen Modell hingegen kaum setzen, auch wenn es optisch für den jeweiligen Kunden angepasst wird. Der PipeTower Pro besitzt vier direkt aufliegende Heatpipes mit jeweils 8 mm Durchmesser sowie einen großen 120mm-Lüfter. Damit sollte zumindest die Kühlleistung stimmen.

Lieferumfang
Im Karton des Revoltec PipeTower Pro finden wir Montagematerial für AMDs Sockel 754, 939, 940, AM2, AM2+ und AM3 sowie Intels Sockel LGA775. Für unseren Core i7 Extreme 965, welcher den Sockel LGA1366 verwendet, benötigten wir optionales Zubehör.


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Die Anleitung ist gut bebildert und das ist auch notwendig: Da die deutsche übersetzung der Montagehinweise fehlt, wird so mancher Kunde wird auf die Zeichnungen angewiesen sein. Da hätten wir von einem deutschen Anbieter etwas mehr erwartet.


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Revoltec setzt auf die manuelle Regelung der Lüfterdrehzahl und packt ein Potentiometer bei, mit dem wir die Spannung zwischen +7 und +11 Volt einstellen können. Nach dem Einbau des Kühlers kann man das nicht benötigte Material in der Verpackung aufbewahren, denn Revoltec hat erfreulicherweise auf die weitverbreiteten, scharfkantigen Einwegverpackungen aus Kunststoff verzichtet.




Revoltec PipeTower Pro im Test - Druckansicht - Seite 2 von 6

Montagesystem und Lüfter
Intels Sockel 478 wird derzeit nur noch von Scythe unterstützt, alle anderen Hersteller haben diese Plattform in den Ruhestand geschickt. Revoltec bedient beim PipeTower Pro alle AMD-Sockel von 754 bis zu AM3 sowie Intels Sockel LGA775 (Core 2). Für den Sockel LGA1366 (Core i7 9xx) bietet der Hersteller ein Upgrade an (siehe Foto), der neue Sockel LGA1156 (Core i7 8xx und Core i5 7xx) geht bisher leer aus.


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KompatibilitätIntelAMD
47877511561366754
939
940
AM2
AM2+
AM3
Revoltec
PipeTower Pro
neinjaneinjajaja

Zur Befestigung des PipeTower Pro verwendet Revoltec eine Klammer, welche mit AMDs Sockeln kompatibel ist. Für Prozessoren des Herstellers Intel liefert die Firma Rahmen mit, welche man zunächst auf dem Mainboard montieren muss. Beim Sockel LGA775 geschieht dies mit Pushpins, während für den Sockel LGA1366 die Verschraubung vorgesehen ist.


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LüfterØ mmLagerU/minm3/hdB(A)Stecker
Revoltec
PipeTower Pro
1x 120Hydraulic1200102,89193-Pin

Der Lüfter ist am PipeTower Pro vormontiert, er wird von zwei Drahtbügeln gehalten und kann problemlos gegen ein anderes Modell getauscht werden. Revoltec verbaut einen durchsichtigen Lüfter mit vier blauen LEDs. Der Lüfter hat einen Durchmesser von 120 mm und besitzt neun steil stehende Blätter. Auf Pulsweitenmodulation hat Revoltec verzichtet und stattdessen ein Potentiometer beigelegt. Wir hätten jedoch einen Lüfter mit 4-Pin-Stecker bevorzugt, da das Mainboard mit einem solchen flexibel auf Last und Temperatur reagieren kann, während der Benutzer bei Verwendung des Potentiometers manuell eingreifen muss.




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Der Kühler im Detail
Wer den PipeTower Pro verbauen möchte, sollte zunächst prüfen, ob der 157 mm hohe Kühler auch in den heimischen PC passt. Inklusive Lüfter und Befestigungsmaterial bringt der PipeTower Pro 775 Gramm auf die Waage, 13 Gramm weniger als der NesteQ Silent Freezer 1200 - und das obwohl der PipeTower Pro den schwereren Lüfter trägt. Der Grund für das Mindergewicht ist die fehlende Konterplatte, doch dazu gleich mehr.


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AbmessungenLängeBreiteHöheGewichtMaterial
in mmin g
Revoltec
PipeTower Pro
125104157775Aluminium, Kupfer

Die Abwärme verteilt sich beim PipeTower Pro auf 55 Aluminiumbleche, deren Strärke zwischen 0,28 und 0,30 mm schwankt. Der Zwischenraum ist ca. 1,84 mm groß und somit für Drehzahlen um die 1.200 U/min gut geeignet. Für eine passive Kühlung oder Lüfter mit weniger als 800 U/min ist er hingegen zu gering.


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KühlkörperFinnenHeatpipes
AnzahlDickeAbstandAnzahlØ mm
Revoltec
PipeTower Pro
550,291,8448

Die vier kupfernen Heatpipes sind wie beim NesteQ Silent Freezer 1200 naturbelassen und wurden nicht vernickelt. Sie enden bereits unterhalb des obersten Kühlblechs und durchstoßen dieses nicht, dadurch haben die oberen Finnen keinen optimalen Kontakt zu den Heatpipes. Die Unterseite des Kühlers zeigt feine Riefen, ist aber sehr plan. Auf obigem Foto ist auch die Befestigungsklammer gut zu erkennen, welche auf jedem unterstützten Sockel zum Einsatz kommt. Auf AMD-Plattformen kann der Kühler leider nur in eine Richtung verbaut werden, während man ihn auf Intels Sockeln, deren Bohrungen ein quadratisches Raster verwenden, auch um 90° drehen kann.




Revoltec PipeTower Pro im Test - Druckansicht - Seite 4 von 6

Der Einbau
Genau wie beim weitgehend baugleichen NesteQ Silent Freezer 1200 sind AMD-Nutzer am schnellsten mit der Montage des PipeTower Pro fertig, da hier die Klammer des Kühlers einfach in den bereits vorhandenen Befestigungsrahmen gehakt wird. Beim Sockel LGA775 muss zunächst ein entsprechender Rahmen mit Pushpins auf das Mainboard gedrückt werden, bevor man den Kühler festklammern kann. Der Sockel LGA1366 des Core i7 verlangt noch mehr Aufwand, denn hier wird der Kühler verschraubt.


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Im Gegensatz zu NesteQ hat Revoltec auf die Konterplatte verzichtet und liefert stattdessen vier runde Metallscheiben mit Gewindebohrungen mit. Diese vier Scheiben werden unter die vier Borhungen des Mainboards geklebt, doch den aussteifenden Effekt einer Platte bieten sie nicht. Stattdessen haben wir punktuelle Belastungen wie bei der von Intel vorgesehenen Befestigung mit Hilfe von Pushpins.


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Der Montagerahmen wird mit den vier Scheiben verschraubt, wobei der Benutzer mit der Ausrichtung der beiden Kunststoffnasen festlegt, in welche Richtung der PipeTower Pro die Abluft transportieren soll.


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Nach dem Auftragen der Wärmeleitpaste wird der Kühler an den Nasen des Rahmens eingehakt. Um den Lüfter müssen wir uns nicht kümmern, da Revoltec diesen bereits festgeklammert hat.


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Im Vergleich zum NesteQ Silent Freezer 1200 verläuft die Montage des PipeTower Pro recht ähnlich, doch wir bevorzugen die Verschraubung mit der Konterplatte. Revoltecs Kühler hält in unserem Testaufbau ausreichenden Abstand zu den DIMM-Slots, bei AMD-Systemen kann es jedoch zu Problemen kommen, da wir den PipeTower Pro dort nicht beliebig ausrichten können.




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Die Testkonfiguration
Wir haben den Revoltec PipeTower Pro auf Intels Core i7 965 getestet, der insbesondere im übertakteten Zustand zu den heftigsten Stromverbrauchern und Abwärmeerzeugern auf dem Markt zählt. Die weitere Testkonfiguration sieht wie folgt aus:

Die Kühlleistung
An dieser Stelle haben wir die Kühlleistung des Revoltec PipeTower Pro mit drei Lüftergeschwindigkeiten in drei Lastszenarien zusammengefasst. Die kompletten Vergleichswerte zu anderen aktuellen Kühlern würden den Rahmen dieses Tests sprengen, weshalb wir auf unsere CPU-Kühler-Charts 2009 verweisen. Dort finden sich umfangreiche Messergebnisse auf 14 Seiten.

maximale Lüfterdrehzahl: Kern 1 bis 4 (niedriger ist besser)
Idle+EIST
1x 120mm @ 1270U/min
42
39
38
34
Volllast
1x 120mm @ 1270U/min
73
69
68
64
Übertaktet
1x 120mm @ 1270U/min
89
87
85
82

leiser Betrieb: Kern 1 bis 4 (niedriger ist besser)
Idle+EIST
1x 120mm @ 1200U/min
43
40
39
35
Volllast
1x 120mm @ 1200U/min
73
70
69
66
Übertaktet
1x 120mm @ 1200U/min
89
87
86
83

ultra-leiser Betrieb: Kern 1 bis 4 (niedriger ist besser)
Idle+EIST
1x 120mm @ 800U/min
45
41
41
37
Volllast
1x 120mm @ 800U/min
79
76
75
71
Übertaktet
1x 120mm @ 800U/min
0
0
0
0

Die kritische Temperaturschwelle des Core i7 965 liegt bei 100°C. Wird diese erreicht, schaltet das System aus. Oberhalb von 90°C beginnt der Prozessor mit dem Throttling. Dies bedeutet, dass der Prozessor einzelne Takte aussetzt, um die Temperatur abzusenken. Sinnvolle Temperaturen sollten daher unter unter Volllast 90°C nicht überschreiten, maximale Werte von 85°C wären wünschenswert.

Mit einer maximalen Drehzahl von 1.270 U/min gehört der Lüfter des Revoltec PipeTower Pro zu den langsamsten in unseren CPU-Kühler-Charts 2009 und somit darf man von diesem Kühler auch keine Höchstleistungen beim Übertakten erwarten. Läuft der Core i7 965 mit einer Spannung von 1,325 Volt auf 3,73 GHz, steigen die Kerntemperturen auf bis zu 89°C und diese Werte sind ohne unterstützende Gehäuselüfter grenzwertig. Wer einen Core i7 massiv übertakten will, sollte zu einem anderen Kühler greifen.

Wenn der Core i7 965 hingegen innerhalb seiner Spezifikationen betrieben wird, reichen dem Revoltec PipeTower Pro bereits lautlose 800 U/min, um die Temperaturen des Prozessors unter 80°C zu halten. Im direkten Vergleich zum Silent Freezer 1200 hat NesteQs Kühler die Nase vorn. Hier scheint der Lüfter etwas besser zum Kühlkörper zu passen. Der Abstand ist bei identischer Drehzahl allerdings sehr gering.

Geräuschpegel der Kühler
An einer komplett passiv gekühlten Teststation messen wir den Schallpegel. Aufgrund des geringen Schallpegels positionieren wir das Schallpegelmeter in einem Abstand von nur 35 cm seitlich neben dem Kühler. Die gemessenen Werte rechnen wir anschließend auf einen Abstand von 100 cm um, damit eine grobe Vergleichbarkeit mit den Herstellerangaben möglich ist. Abermals fassen wir hier nur die Ergebnisse des Revoltec PipeTower Pro zusammen, die umfangreichen Vergleichswerte anderer Kühler finden sich in unserem CPU-Kühler-Charts 2009.

Schalldruck in dB(A), Abstand 100 cm
NesteQ Silent Freezer
1x 120mm @ 800U/min
21.18
NesteQ Silent Freezer
1x 120mm @ 1200U/min
26.98
NesteQ Silent Freezer
1x 120mm @ 1430U/min
27.28

Revoltec spricht von 19 dB(A) und meint damit anscheinend den Schallpegel bei minimaler Drehzahl. Aufgrund der beiden zusätzlichen Blätter ist der Lüfter des PipeTower Pro bei identischer Drehzahl etwas lauter als seine Mitbewerber. Bei 1.200 U/min erreicht der blau beleuchtete Lüfter bereits 26,98 dB(A) und damit den Wert, welchen wir bei Noctuas NH-U12P erst mit 1.330 U/min messen. Dennoch erzielt der PipeTower Pro keinen höheren Luftdurchsatz. Anscheinend baut der Lüfter keinen ausreichend hohen Druck auf, um den Vorteil der neun Blätter auch in eine bessere Kühlleistung umsetzen zu können.




Revoltec PipeTower Pro im Test - Druckansicht - Seite 6 von 6

Fazit
PreistippIm direkten Vergleich mit dem nahezu baugleichen NesteQ Silent Freezer 1200 zieht Revoltecs PipeTower Pro den Kürzeren: NesteQ liefert seinen Kühler mit einem schnelleren Lüfter, der mehr Spielraum für Übertakter bietet. Dank Pulsweitenmodulation kann man diese Bandbreite ausnutzen, ohne auf einen leisen Betrieb im Alltag verzichten zu müssen. Auch in Hinblick auf die Kühlleistung und die Lautstärke schneidet NesteQs Kühler immer ein bisschen besser ab. Zudem packt NesteQ das Montagezubehör für den Sockel LGA1366 (Core i7 9xx) gleich bei, während man es bei Revoltec als Zubehör kaufen muss. Was spricht also für den Revoltec PipeTower Pro? Die Antwort ist kurz und simpel: Der Preis! Die Straßenpreise für den PipeTower Pro beginnen bei 23 Euro und damit ist er deutliche 10 Euro billiger als der NesteQ Silent Freezer 1200.


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Wer sowieso nicht vorhat, in Intels kostspieligen Core i7 9xx zu investieren, sondern auf den Core 2 oder einen Prozessor von AMD setzt, bekommt bei Revoltec ein unverschämt gutes Angebot. 23 Euro für einen Turmkühler mit vier direkt aufliegenden 8mm-Heatpipes und einem 120mm-Lüfter sind ein "Preistipp" mit mindestens drei Ausrufezeichen!!!

Die Messergebnisse weiterer CPU-Kühler finden sich in unseren CPU-Kühler-Charts 2009.




Unser Dank gilt Revoltec für die Teststellung des PipeTower Pro.







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