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Neu von MSI

Im Test: Silverstone EB01 Digital-Analog-Wandler - 2/12
18.10.2006 by doelf
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Gehört oder geträumt?
Silverstone hat auch beim EB01 wieder einmal eine Materialschlacht veranstaltet. Das massive Gehäuse besteht aus gebürstetem Aluminium, die Formgebung erinnert an einen Konzertflügel.


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Ein solches Gerät muss einfach audiophil klingen, oder? Im Zusammenhang mit dem EB01 wurde immer wieder berichtet, dass dieses Gerät die digitalen Audiodaten - also die kalten Nullen und Einsen - nehme und analog umwandle, wodurch ein runder, warmer Klang entstehe. Manche Tester lehnten sich dabei soweit aus dem Fenster, dass sie die Dynamik eines Plattenspielers oder gar die Wärme eines Röhrenverstärkers erkennen wollten. Und wie wird diese wundersame Klangverwandlung erklärt? Durch die Digital-Analog-Wandlung.


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Das ist - um es ganz klar und unmissverständlich zu sagen - vollkommener Unsinn. Jeder Soundkarte und jeder Audio-Codec auf dem Mainboard wandelt digitale Nullen und Einsen in analoge Signale um, sofern man die analogen Audio-Ausgänge verwendet. Ansonsten würden die angeschlossenen Geräte - und hier insbesondere die Lautsprecher - nicht viel mit den Signalen anfangen können. Natürlich kann man Audiosignale auch in digitaler Form an den Heimkinoverstärker sowie digitale Lautsprecher weiterreichen, doch auch hier wird mit Digital-Analog-Wandlern gearbeitet. Diese befinden sich dann lediglich im Verstärker oder im Lautsprecher selbst. Ein Digital-Analog-Wandler ist also nichts exotisches, sondern eine reine Notwendigkeit, um überhaupt Audio-Signale über einen Lautsprecher wiedergeben zu können.


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Doch was ist mit der wundersamen Klangaufwertung? Ein Digital-Analog-Wandler macht erstmal nichts anderes, als Nullen und Einsen in analoge Kurven umzuwandeln. Eine "Aufwertung" oder besser gesagt eine Veränderung des Signals kann man dabei wie folgt erreichen:

  • Digitale Filter und Effekte: Ob Jazz-Keller, Konzert-Saal oder Garage, solche Filter bieten nicht nur Soundkarten, sondern auch die meisten Heimkinoverstärker an. Das digitale Signal wird hierbei umgerechnet, um einen ganz speziellen Klang zu erzielen. Audio-Enthusiasten dreht sich hierbei der Magen um, auch wenn einige Einstellungen zuweilen mehr sind, als eine reine Spielerei. Auch der digitale Equalizer gehört in diese Kategorie.

  • Besondere Bauteile im Analogteil: Wenn man die Daten digital vorliegen hat, bietet es sich natürlich an, diese auch digital zu manipulieren. Der analoge Equalizer gehört im Heimbereich daher zu einer aussterbenden Rasse. Eine insbesondere in High-End Kreisen beliebte Manipulation ist die gute, alte Röhre. Diese erzeugt einen warmen, runden und natürlichen Klang, der messtechnisch allerdings nur noch wenig mit dem Ursprungssignal zu tun hat. Hochwertige CD-Spieler und Verstärker verwenden manchmal Röhren in der analogen Stufe.

  • Upsampling: Recht umstritten ist das sogenannte Upsampling. Dabei werden Audiodaten mit geringer Auflösung hochskaliert, um eine bessere Qualität und einen weicheren Klang zu erzielen. Der Gedanke dahinter lässt sich am Besten mit einer Grafik erklären:

    Die digitalen Treppen werden vor ihrer Analogumwandlung durch die Umrechnung von beispielsweise 16 Bit/44,1 KHz zu 24 Bit/192 KHz gleichzeitig auch geglättet, wodurch ein natürlicherer Klang erzielt werden soll.
    Was sich zunächst sinnvoll anhört, ist allerdings eher ein alter Hut. Bereits 1982 als die Audio-CD vorgestellt wurde, wußten Sony und Philips um die Problematik der steilen Flanken dieser Treppenstufen. Sony bediente sich zu Anfang steilflankiger Analogfilter neunter oder elfter Ordnung, die klanglich nur bedingt überzeugen konnten. Philips wählte einen anderen Weg und arbeitete mit einem viermal höheren Wandlungstakt von 176,4 kHz. Hierbei werden zwischen zwei Abtastwerten drei zusätzliche eingefügt, die auf einer gedachten Kurve zwischen den tatsächlichen Abtastwerten liegen und somit eine Glättung der Treppen ermöglichen. Philips bezeichnete dieses Verfahren als "Vierfach-Oversampling" und konnte damit auf aufwändige Analog-Filter verzichten.


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Silverstone hält sich in Hinblick auf den Klang ein wenig bedeckt und macht lediglich folgende Aussage:

"The SilverStone Ensemble EB01 is a convenient device that can instantly translate your PC’s digital signals into lifelike analog sound suitable for personal high end stereo setups."

Wenn der EB01 nun tatsächlich den Klang manipuliert, um weicher, wärmer und natürlicher zu klingen, müssen sich im Gerät die entsprechenden Bauteile finden. Nun gut: Schrauben wir die Wunderkiste auf!

Weiter: 3. Der Weg des Klangs

1. Einleitung und Lieferumfang
2. Gehört oder geträumt?
3. Der Weg des Klangs
4. Rightmark Audio Analyser
5. Frequenzgang
6. Rauschabstand
7. Dynamikumfang
8. Klirrfaktor
9. Intermodulationsverzerrung
10. Übersprechen
11. Intermodulationsverzerrung bei 10 kHz
12. Höreindruck und Fazit

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